Beiträge von Medicus

    hallo Ihr Lieben,
    nun sind schon ein paar Monate vergangen und in meinem Leben ist so einiges geschehen Viele positive Situationen haben meinen Alltag beeinflusst und ich habe viele Dinge auch zum Guten hin geaendert,.....
    Aber leider bin ich noch immer nicht stark genug gewesen, das Trinkenso ganz zu lassen. Hab vermutlich noch imer nicht so ganz begriffen, dass es eine Krankheit sein muss ....
    Aber...., auch wenn es nicht wirklich positiv ist, ...ich bin seit Monaten schon nicht mehr betrunken gewesen und trinke auch nur sehr, sehr selten...., vielleicht gelingt es mir ja doch ueber diesen Weg, mich selbst zu entwoehnen. Langsam st dieser Weg, aber ich sehe Fortschritte, ehrlich. Ich habe nicht mehr diesen Suchtgedanken und kann auch ohne Probleme einfach mal nix trinken. Aber leider hab ich es noch nicht geschafft nie mehr etwas zu trinken......
    Ich arbeite weiter an mir.

    Ich habe nur Angst davor, dass ich bei euch nun nicht mehr willkommen bin, was mich echt verletzen wuerde, jedoch verstehen koennte...
    LG, TINA

    Lieber Harald,
    was du geschrieben hast, hat mich echt beeindruckt. Da steckt so viel Klarheit drin, die ich mir fuer meine Zekunft noch wuensche. So viele Schicksalsschlaege hintereinander sind wohl echt kaum zu verkraften, aber du hast das in Nachhinnein doch super gemeistert. Du bist trocken und das ist wunderbar.Aber ich muss sagen, dass ich das Gefuehl habe auf dem richtigen Weg zu sein. Ich weiss, dass nur ich den Schluessel zu einem zufriedenen Leben habe und dass ich nicht bei andern danch suchen muss. Ja, die Vergangenheit ist vorbei, unabaenderbar und ich fange jeden Tag nun neu an mir zu erlauben gluecklich sein zu duerfen. Das musste ich auch erst mal begreifen, dass ich gluecklich sein darf.
    Die vergangenen 3 Wochen waren viel intensiver in meiner Empfindung , als die Wochen zuvor. Ich hatte Urlaub und jede Menge Zeit mir Gedanken zu machen. Letztendlich hat es sich aber gelohnt und auch mein " ich nenn ihn mal kleinen Rueckfall" hat mir gezeigt, dass ich gut auf mich achtgeben muss und dass das Schreiben und das Lesen hier mit euch mir wahnsinnig viel gibt. Waren da auch Tage , an denen ich einfach nur wieder nen Suendenbock suchte, weil es mir schlecht ging, so habt ihr mich doch nicht haengen lassen.
    Tausend Dank dafuer,

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    als ich damals Deutschland verlassen hatte, wusste ich noch nicht, dass ich vor etwas weglaufe. Das ist mir erst vor ein Paar Monaten hier bewusst beworden. Ich hab hier einfach noch Dinge zu erledigen, wie zum Beispiel meine Alksucht langfristig in den Griff zu bekommen. Und natuerlich gehoert dazu auch Vergangenheitsbewaeltigung. Ich hatte damals immer am meisten Angst davor, dort in der Ferne nicht bestehen zu koennen, es nicht zu schaffen und wieder gescheitert zurueck zu muessen. Aber ich hatte mir dort ein kleines , neues Leben aufgebaut und war eigentlich echt gluecklich. Dachte ich zumindest. Dann der grosse berufliche und folglich auch private Streit mit meiner Freundin. Ich hielt das nicht mehr aus da und musste weg. Ich haette bleiben koennen, aber mein Unterbewusstes sagte mir, dass es nicht die Zeit ist zu bleiben. Ich sah das aber nie als einen Abschied fuer immer an, denn ich wollte damals und auch heute noch zurueck, da ich glaube, irgendwie dorthin zu gehoeren. Zuhause ist man dort wo man Ruhe findet, dass ist wahr. Und ich glaube, dass ich in Zukunft, wenn ich hier mal mein Leben aufgeraeumt habe, neu dorthin gehen kann, um gluecklich zu leben. Durch eine Auswanderung nimmt man doch immer auch dem Koffer seiner Vergangenheit mit, aber das war mir echt vorher nicht klar.
    Dennoch ist dieses hohn und hergerissen sein sehr kraftraubend...
    Alles Liebe fuer den heutigen Tag, Tina

    Hallo Ihr Lieben,
    alles gut soweit, jedenfalls alles alkfrei...
    Aber ich bin schon seit Tagen hin und her gerissen. was kann ich hier schreiben, was nicht?
    Ich bin zwar immer echt offen zu euch gewesen, aber mir sind im vergangenen Jahr echt Dinge passiert, die ich nich nicht erwaehnt habe, worueber ich aber unbedingt schreiben muss, denn das bin ich und das sind die ganz konkreten Probleme mit denen ich mich rumschlage.
    Ok, ich versuchs mal...
    Ich habe vor nicht ganz 2 Jahren Deutschland alleine ohen Partner verlassen, um im Ausland ein neues Leben zu beginnen. Quasi Auswandern.
    Ich bin mit 'ner Freundin weggegangen, hatte 'nen super Job, ein Auto, eine Traumwohnung und Traumstarende vor meiner Haustuer.....
    Alles war toll, aber die menschliche Enttaeuschung, die aus beruflichen Gruenden unerwartet folgte, war unertraeglich fuer mich. Ich bin vor nem Jahr zurueckgekommen. Seit dem hatte sich natuerlcih mein Alkkonsum deutlich gesteigert....Verdraengung!!! Ich hab mir hier in sehr kurzer Zeit wieder ein gutes Leben aufgebaut, nach aussen hin jedenfalls, aber gluecklich bin ich seit meiner Heimkehr nicht mehr gewesen...
    Und in ein paar Wochen werde ich dann wieder hinfliegen, einfach um Urlaub dort zu machen, um Freunde zu sehen....
    Doch die Sehnsucht in mir hier wieder weggehen zu muessen ist riesen gross.
    Weiss einfach nicht mehr wohin mit mir. Das alles aendert aber nichts an meiner Entscheidung alkfrei zu leben.
    Hab ich frueher noch meinen Frust deswegen runtergekippt, sehe ich den Problemen heute ins Auge. Weg tut beides, nur "the day after" hat heute keinen Kater mehr.......
    Naja, wollte das eifach mal loswerden.
    LG, TINa

    Hey,
    find es toll, dass du hier bist. Das ist ein guter Anfang. Lass die Leute reden, denn wenn nicht du daran glaubst es zu schaffen Alkfrei zu leben, wer soll denn sonst daran glauben. Alles faengt bei dir an und du hast den Schritt gewagt hierher zu kommen.
    Uns allen fiel es anfangs schwer zu schreiben, aber ich kann dich nur ermutigen , weiter offen zu sein fuer Veraenderung in deinem Leben. Lies die Beitraege der anderen....darin liegt viel Wahrheit. Und je mehr du liest, jemehr wirst du verstehen und erkennen...
    Trau dich....du alleine hast es in der Hand. Und hier sind viele liebe Menschen, die dir auch in schweren Situationen helfen nicht zu verzagen...
    Hier wirst du verstanden und das hilft ungemein.

    Die einzige helfende Hand , die dich leitet, ist das Leben selbst....

    Das Leben traegt dich, glaub daran!!!

    Liebe Gruesse, Tina

    Hallo Ihr Lieben,
    ja da denk ich auch wie ihr , step by step geht es voran.

    Ich glaube heute ein wenig erkannt zu haben, was mich letztens hat rueckfaellig werden lassen. Es war mein erstes Mal, dass ich nen kalten Entzug machte und hoffte vom Thema Alkohol endlich los zu kommen. Das war natuerlich irrsinnig. Vorher dachte ich immer daran den Alkohol zu beschaffen, nun dachte ich dauernd daran ohne ihn zu leben. Das hat mich einfach total ueberfordert und mir sind dann einfach die Sicherungen durchgebrannt. Ich fragte mich, weshalb ich mich so quaele und an etwas denke, was ich doch eigentlich loswerden will. Und dann war einfach alles so egal und drin war der erste Schluck. Soll keine Rechtvertigung sein, nur ne Analyse, in der Hoffnung nie wieder so dumm zu sein das als ein Motiv zu sehen wieder zu trinken. Aber da ich einfach ein totaler Anfaenger bin, was Entzug und ueberhaupt Nachdenken ueber Alk angeht, hoffe ich, dass ich euch nicht nerv mit meinem Hirnchaos.
    Ich muss akzeptieren, dass der Alk mein Leben auch weiterhin bestimmen wird, eben weil ich jeden Tag neu alkfrei erleben will

    Nun ja, da ist was wahres dran;sich selbst was wert sein. Ich weiss, dass es damit anfaengt, doch ist genau dies der Schritt der mir so unsagbar schwerfaellt. Mir selber zu erlauben, dass es mir gutgeht und das ich mich als liebenswert und wichtig ansehe. Etwas wissen und danach leben sind jedoch 2 voellig verschiedene Dinge. Aber ich versuche mein Bestes.

    Guten Morgen Espoire...,
    ja, die Idee mit dem Brief find ich gut. Das werde ich einfach mal machen. Hab ja nix zu verlieren ausser ein paar Traenchen. Und vielleicht faellt mir dann auch die Nuechternheit leichter. Oder besser gesagt, ich kann dann mein Problem besser anerkennen und weiter an mir und meiner Trockenheit arbeiten. Danke fuer deinen Tip,
    Lg, Tina

    Ja Andi, da magst du Recht haben, nur hatte ich vor Monaten schon das Gefuehl , meine Vergangenheit angehen zu muessen und hab danach erst erkannt, dass ich den Alk zum Verdraengen brauchte. Nun, da ich nicht mehr unter Alkeinfluss verdraengen kann, kommt aber einfach so viel hoch, was ich gerne wieder verdraengen wuerde. Es ist ein sch.......... Kreislauf!
    Und es ist wieder spaet, ich muss schlafen!
    Alles Gute,
    Tina

    Hmmmmm..., nun ja, jeder sieht ja seine familieaeren Situationen als anders problematisch, will heissen, was fuer mich unertraeglich ist, ist fuer einen andern vielleicht nur 'ne Lachnummer...
    Aber dennoch...
    Hier mal was persoenliches.

    Als ich gerade mal 8 Jahre alt war musste ich den Unfalltod meiner damals besten Freundin mit ansehen und fuehlte mich auch nach Jahrzehnten noch immer schuldig deswegen. Dass das alles nicht meine Schuld war, kann ich von Kopf her auch verstehen, aber mein Gefuehl sagt mir einfach was anderes. Schlimmer war damals als Kind eigentlich, dass niemand jemals mit mir darueber gesprochen hat, mir niemals jemand erklaeren konnte, wo meine Feundin ist, was Tod bedeutet und was Schuld fuer eine Rolle in meinem weiteren Leben spielen sollte. Ich war klein, jung und hatte etwas unfassbares mit ansehen muessen und keiner der"grossen", zu denen ich doch aufsah als Kind, wollte mir helfen. Das war der Zeitpunkt, andem ich erkannte, dass wohl Gefuehle und Emotionen in unserer, meiner Famileie nicht erwuenscht sind. Wenn du ein Problem ignorierst, ist es auch nicht da. Und ist es nicht da, tut es auch nicht weh....
    Damit bin ich aufgewachsen.
    Dann der Tod meines Vaters vor 5 Jahren, der mir auch unendlich weh tat, da er auch noch so ueberraschend kam. Innerhalb von 12 Wochen war er tot, weg, einfach nicht mehr da. Und wieder sprachen wir ueber nichts, taten so, als sei nichts geschehen, damit auch dann nix wehtut. Meine Mutter fuehlte scheinbar nur, dass ihr Mann verstorben war, aber dass auch mein geliebter Vater nun tot war, hat sie niemals erkannt.
    Und so vergehen die Tage und ich verging mit ihnen im Suff./ Ich trank unglaublich viel, um mich zum einen zu bestrafen und zum andern nicht wahr haben zu muessen, dass da einfdach niemand war, der sich um mich und meine Trauer kuemmerte.
    Aber da ich das ja aus Kindheitserfahrungen kannte und wusste , es kommt keine Hilfe, trank ich einfach.
    Nun ja, das hoffe ich war erst mal persoenlich genug.....
    Tina

    Hallo Pia,
    es gibt keine Flasche zu entsorgen, da ich keine hier hab, aber gestern hatte ich echt Angst noch los zu fahren um was zu kaufen...Ganz schoen bloede kann ich da nur sagen. Aber so'nen Abend will ich nicht wieder haben, denn da ich alleine wohne, kann ich nur alleine auf mich aufpassen und das ist manchmal eine echte Herausforderung. Da wuenschte ich mir dann nen Partner, der mir einfach mit Liebe und Geduld erklaert, dass es keine Loesung ist wieder zu beginnen mit der Sauferei. Ich weiss natuerlich, dass ich das erst selber in mein Hirn rein bekommen muss, aber an solchen Abenden wie gestern waere das Hilfreich gewesen.

    Ihr Lieben,
    war gestern echt tapfer und ging einfach ins Bett. Da hab ich mir dann nach langer Zeit erstmals wieder die Augen aus dem Kopf geheult und mich ernshaft gefragt, weshalb ich mir das alles so schwer mache. Auf der einen Seite bin ich stolz auf mich, auf der andern Seite sagt mir mein Unterbewusstes, dass es mir nicht gutgehen darf... Warum das so ist, weiss ich nicht, aber ich ertappe mich immer wieder dabei dies zu denken.
    Ich hab ja mal erwaehnt, dass ich nach dem ploetzlichen Tode meines Vaters das Saufen erst so richtig anfing, da ich damals nicht wusste wohin mit mir und meinen da noch existierenden Gefuehlen. Ich dachte scheinbar immer, dass es mir nicht gut gehen darf, dass ich keine Freude haben darf, da ja mein Vater tot. Wie soll man gluecklich sein duerfen, wenn doch Trauer eigentlich angesagt ist. Nun ja, das scheint das Grundproblem zu sein denke ich. Bin ja auch seit Wochen in psychotherapeutischer Betreuung und wenn dieses Thema auf den Tisch kommt, mach ich voll dicht. Nun ja, und gerade jetzt wo doch Weihnachten war, war alles halt wieder doppelt so schlimm. Aber wie auch immer, ja, ich kaempfe jeden Tag mit mir, muss mich jeden Tag , zumindest abends, zwingen nix zu trinken. Die Entscheidung wieder zu trinken ist nicht gefallen, nein. Aber die Angst ist mein staendiger Begleiter.
    Ja, gestern war ich echt bein bisschen depri drauf, tut mir auch leid, und ich weiss es zu schaetzen, dass ihr mich nicht haengen lasst. Und natuerliuch seit ihr eigentlich die einzigen, die mich verstehen, auch wenn wir einander nicht kennen, denn wir teilen das gleiche Schicksal....den Alk der uns besiegt hat........

    Danke, dass ihr dennoch fuer mich da wart,, ich war echt nicht nett gestern, SORRY

    Tina

    Yvonne, anke fuer dein Interesse an mir, nochj stets...
    Ich hab nix hier zu trinken, das hab ich schon lange nocht mehr...
    Aber ich werde ins Bett gehen muessen, da meine Augen tatsaechlich voller nie geweinter Traenen stehen und ich mich zu gut kenne um zu wissen, dass wenn ich nu nicht schlafe, ich zur Tanke fahre.... Das ist es aber nicht wert. Daher muss ich gehn....
    Alles Liebe, T.

    Danke Andi!
    Ja, warum sollte mich jemand aufhalten? das hab ich mich in den letzen Tagen oft gefragt. Warum sollte irgend jemand mich an etwas hindern koennen???

    Ich kann es nur selbst, aber wenn die Kraft nicht mehr da ist, ist der Wille besiegt. Dennoch bete ich heute Nacht nuechtern ins Bett zu kommen, denn es kann doch nicht sein, dass das Leben mich klein kriegt......

    Aber ich kann diese potentiellen Rueckfaelle nicht mehr ertragen und sie auch nicht mehr rechtfertigen...
    Bin einfach fertig mit mir!
    Dennoch mit dem Willen nicht trinken zu muessen.
    Wer weis,velleicht komm ich einst zurueck, ich hoffe mit guten Nachrichten..
    Danke jedenfalls fuer eure Geduld mit mir..
    Auf einst......................................

    Tja, was ist es eigentlich, was mich so traurig macht? Weiss nicht so genau. Einfach Gespraeche mit z.b. meiner aelteren Schwester, die mich schon immer als nicht ueberlebensfaehiges Uebel der Familie ansieht....Nun ja, bin aber um einiges ueberlebensfaehiger als sie , obwohln sie 14 Jahre aelter ist....vielleicht ist der Altersunterschied so oft ihr Vorwurf, weiss es nicht, wir reden nicht offen miteinander, haben es nie getan...
    Das fuehrt hier eh zu weit und daran merke ich einfach, dass die Probleme, die mich belasten nicht mit Menschen zu klaeren sind, die sie nicht betreffen, sorry...
    Aber es bleibt einfach jenes Unverstaendniss, dass ich seit Kinderzeiten kenne.....
    Es wird einfach niemals jemand wissen wollen, wer ich bin....
    Vermutlich mein Schicksal.
    Damit will ich mich auch hier von euch allen verabschieden, denn ich glaube nicht, dass ich hier den Halt finden kann , den ich suche.
    Ihr seit alle toll, aber es gibt doch nichts wichtigeres, als wirklich menschliche, persoenliche Erfahrungen von Mensch zu Mensch. Und ich fuerchte einfach, dass ich mich in eine onlinewelt fluechte.
    Ich kenne euch alle nicht,, auch wenn uns der Alk verbindet... Sorry, aber ich kann nicht anders........................
    Alles Gute fuer euch .
    T.