Beiträge von Martha

    Guten Abend Koda,

    willkommen in unserer SHG und mach es Dir bequem in unserem Stuhlkreis - gut dass Du hierher gefunden hast :)

    Ich stelle es mir sehr sehr anstrengend vor, mit einem depressiv-Süchtigen unter einem Dach zu leben .... Grundsätzlich finde es super, Freunden die in Not sind, zu helfen und sie zu unterstützen, aber dabei selber die Grätsche zu machen kann ja nicht der Sinn der Nächstenliebe sein.

    In der Sucht ist es genau andersrum mit der Hilfe, wie im "normalen" Leben: Hilfe durch Nichthilfe. Hast Du mal darüber nachgedacht, dass Du durch Dein Verhalten sein Leid verlängerst? (damit meine ich nicht, dass Du schuld an seinem Zustand bist!) Aber warum sollte er etwas in seinem Leben ändern? Er hat ein Dach überm Kopf, wahrscheinlich eine warme Dusche, etwas zu essen im Kühlschrank , er kann trinken soviel er will, er jammert Dich voll und selbst die Miete darf er Dir sporadisch zahlen - warum soll er aus diesem Paradies aussteigen?

    Ich wünsche Dir , dass Dein Freund sich daran hält, in 2 Monaten auszuziehen. Hast Du schon einen Plan B, was Du tust, wenn er nicht auszieht?

    Viele Grüße Martha

    Moin drybabe und Pellebär - Euch beiden ist nicht aufgefallen, dass meine 66 gar nicht mehr da ist 8) - die hab ich jetzt mal nach 14 Jahren abgegeben 😁

    Danke für Eure Rückmeldungen. Ich denke, dass unsere Kapitulationen alle etwas anders sind. Vielleicht hat das etwas mit dem Trinkverhalten zu tun, aber letztendlich ist es egal - Hauptsache die Sucht ist gestoppt.

    Meine Beobachtung von Gleichgesinnten die lange trocken sind ist, dass sie alle ihren persönlichen Tiefpunkt hatten und er aus meiner Sicht massgeblich dazu beiträgt, trocken zu bleiben.

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    Heute hatte ich einen richtigen Doof Tag :roll: , das fing schon beim Aufstehen an und ich mußte mich regelrecht durch den Tag schleppen . Ich mag mich gar nicht, wenn ich so ausgebremst bin, nicht in die Latschen komme und mich zu allem zwingen muss. Am späten Nachmittag habe ich mich schliesslich an den Herd begeben, etwas Gutes gekocht und ein Brot backe ich auch grad noch- das geht dann heute Nacht als Stückgare in den Kühlschrank und wandert morgen früh gleich in den Ofen. Ich freue mich schon jetzt, wenn sich Morgen früh der Duft von frischem Brot und Kaffe vermengt und durch die Wohnung zieht :love:

    Jetzt ist meine Welt wieder okay - ich bin in die Aktivität gekommen und habe etwas Kreatives erschaffen, das hilft mir immer 😁

    Einen guten Abend für alle, Martha 🌸

    Heute möchte ich mal einen kleinen Rückblick auf meine Anfänge der Trockenheit werfen:

    Als ich mich nach meinem letzten Totalabsturz (im Juli 2010) entschloß, ein Leben ohne Alkohol zu führen, konnte ich mir trotzdem kaum vorstellen, dass ich tatsächlich alkoholkrank bin. Wie jeder von uns war ich nur im Vergleich mit anderen, die schlimmer trinken als man selbst :roll:

    Die erste Zeit meiner Abstinenz war relativ easy. Vielleicht, weil ich nicht täglich getrunken habe und mein letzter Absturz saß mir noch tief im Nacken. Mein Suchtgedächtnis war zumindest im Tiefschlaf und ich habe sogar gedacht: okay, in einem Jahr setze ich mich mit einer Flasche Wein hin und gucke, ob ich mein Trinken kontrollieren und nur ein Glas Wein trinken kann … (Nicht weil ich wieder trinken wollte, sondern weil ich es mir nicht vorstellen konnte, tatsächlich keine Kontrolle über den Alkohol zu haben).

    Nach 4 Monaten Abstinenz kam mein Wendepunkt: mir wurde eine „gute“ Flasche Hochprozentiges als Mitbringsel geschenkt ( die Person wusste nicht, dass ich nicht mehr trinken wollte) und wenig später sprang mir mein Suchtgedächtnis an. Nicht für eine Minute, sondern bestimmt über eine Stunde. Eine eloquente, penetrante und manipulative Stimme der übelsten Sorte.

    Ich habe mich glücklicherweise zeitnah ins Forum begeben, statt den Schnaps zu öffnen 😅

    Für mich war das der ALL IN Moment:

    Ich stellte es nicht mehr in Frage, ob ich ein Alkoholproblem habe - ja, ich bin alkoholkrank! Gleichzeitig begann der Prozess meiner persönlichen Kapitulation. Es dauerte gefühlt 2 - 3 Tage, in denen ich mit mir kämpfte mir einzugestehen, etwas nicht über meine Kraft und Willen steuern zu können. Ich sah das als Schwäche von mir an. Es mir umzudrehen, dass es eine Stärke ist, zu meiner Schwäche zu stehen die ich habe, war mein persönlicher Gamechanger. Ich erinnere mich, dass es ein ungewohntes, aber sehr befreiendes Gefühl war: ich muss endlich nicht mehr gegen den Alkohol kämpfen🙏🙏 !

    Ich konnte meinen Individualismus und mein Ego in die Ecke stellen, dass bei meiner Sucht doch alles anders sei, als bei anderen. Ich hab´s hier tagtäglich gelesen, dass die Sucht nur nach unten geht - warum sollte das ausgerechnet bei mir anders sein …. 8). Auch die anfängliche Risikominimierung bekam für mich eine ganz andere Dimension, da es mich soviel Kraft und Energie kostete, dem Suchtgedächtnis entgegenzutreten.

    …. und den Versuch mit dem Trinken vom Wein in einem Jahr, den brauchte ich schlagartig auch nicht mehr 😁. Den brauche ich bis heute nicht , den brauch ich in Zukunft nicht - ich weiß, ich werde bei dem Versuch verlieren:!:

    Das ist nun 13 Jahre her - ich konnte noch früh aussteigen 🙏.

    Mein Leben ist heute nicht nur rosarot und toll - nö - die Welt da draußen hat sich ja nicht verändert - aber ich muss nicht mehr zusätzlich täglich gegen einen Gegner kämpfen, gegen den ich sowieso verlieren werde und kann diese gewonnene Energie für das ganz normale Meistern des Lebens nutzen , das ist schön 😁

    Viele Grüße Martha 🌸

    Liebe Aurora,

    ich freue mich für Dich, dass Du die Entscheidung getroffen hast, jetzt zuerst an Dich und Deine Enkelin zu denken 😁 , Du wirst ihre eine wunderbare Omi sein .

    Danke, für Deinen unermüdlichen und verlässlichen Einsatz hier 🙏🌸

    Herzlichst Martha

    Liebe Evelin,

    im Vordergrund stand, dass es mir sehr wichtig ist teilzunehmen

    dann habe ich das falsch interpretier. Am Abend schriebst Du

    Außerdem wollte ich auch wissen, wie ich auf diese Situation reagiere…

    ich kann eine fürchterliche Erbsenzählerin des einzelnen Wortes beim Lesen sein 😅

    Never mind - ich finde, Du machst das alles richtig gut :)

    Viele Grüße Martha

    Hallo Evelin,

    Außerdem wollte ich auch wissen, wie ich auf diese Situation reagiere…

    Pass bitte mit diesen Experimenten am Anfang der Abstinenz auf. Mit dem Ausprobieren im Außen würde ich frühestens nach einem 3/4 Jahr , besser noch nach einem Jahr, beginnen. Dein Hirn ist noch ziemlich auf PRO Alkohol programmiert, unterschätze das bitte nicht.

    Ich hatte in den ersten 4 Monaten, als ich aufhörte zu trinken, kein Anspringen des Suchtgedächtnis und keinen Suchtdruck. Durch eine von mir unachtsame Aktion sprang mir dann allerdings mein Suchtgedächtnis an. 1,5 Stunden hat das gedauert und das war alles andere als witzig , eine heftige und wortgewaltige Orchestrierung hat da in meinem Hirn stattgefunden :roll: Zum Glück war ich zu Hause und hatte unsere Foris an der Seite, die mir zur Seite standen. Das war allerdings auch der Moment, dass ich kapiert habe, warum insbesondere am Anfang die Risikominimierung so essentiell ist ... Rein über den Willen dem Suchtgedächtnis Stand zu halten ist super, super anstrengend und kann auch böse nach hinten losgehen.

    Beste Grüße Martha

    Hi Meks,

    ist Dir bewusst, dass Du auf Deine Euphorie aufmerksam gemacht wirst, dass die sehr gefährlich sein kann und Du fast noch euphorischer antwortest? Auch wenn Du schon immer euphorisch warst - bist Du damit bis heute trocken geworden?

    Hatte so Gedanken das mit einem Bier zu genießen!

    Dein Gedanke, ein Bier geniessen zu können, ist suchtorientiertes, nasses Denken ...

    Pass sehr auf Dich auf ....

    Viele Grüße Martha

    Ich bin seit 13 Jahren abstinent , war lange Partnerin eines Trinkers - sind das Erfahrungen genug?

    Ich habe in meiner ganzen Laufbahn noch NIE gehört, dass jemand durch Hypnose trocken geworden ist. Es bräuchte dann keine Suchtberatung, keine LZT und auch keine SHG´s ....

    Hallo Berni,

    Du bist glaube ich schon etwas länger hier im Forum und ließt hier auch quer, oder?

    ‚In den nächsten Tagen möchte sie als Alkoholikerin es einmal mit einer Hypnosestunde oder mehr versuchen. Was haltet ihr davon bzw. welche Erfahrungen habt ihr damit?

    Ist das tatsächlich eine ernst gemeinte Frage von Dir?

    Wenn Du all die Gedanken und Energie die Du in Deine Frau steckst, dafür nutzen würdest, Dich selbst zu hinterfragen, warum Du Dir das Leben an der Seite einer schweren Trinkerin ruinierst, dann wäre das ein echter Gamechanger!

    Man greift ja an jeden grünen Grashalm.‘

    Ich habe das Gefühl, als ergreifst Du jeden Grashalm, um Dich nicht mit Dir selber auseinandersetzten zu müssen :?

    Viele Grüße Martha

    Liebe Kintsugi,

    ich freue mich für Dich, dass Du den Mut und die Kraft hattest und hast aus dem Suchtsystem auf allen Ebenen auszusteigen 😁 Dafür kannst Du Dich echt feiern - und das auch noch mit 2 kleinen Kindern - Chapeau 👏!

    warum bin ich mit einem Alkoholiker zusammen?

    Diese Frage habe ich mir auch lange gestellt- heute habe ich eine recht simple Antwort darauf: um es endlich zu lernen (wenn auch auf eine harte und brachiale Tour) zuerst auf mich zu gucken und mich als die wichtigste Person in meinem Leben anzuerkennen. Wenn ich mich nicht anerkenne und wertschätze, warum soll es bitte mein Gegenüber tun 8)

    Mögen es Dir viele nachmachen - fast alles ist machbar, wenn man wirklich will, dafür bist Du ein gutes Beispiel.

    Viele Grüße Martha

    Hallo Carl,

    ich trinke jetzt seit 13 Jahren nicht mehr und ich kann diesen Satz von Dir komplett unterstreichen

    Ein Rückfall ist für mich, auch im Gedankenspiel mit verschiedenen Gründen, schwer vorstellbar geworden.

    Als ich aufhörte zu trinken habe ich gehört, dass man besonders als LZT achtsam bleiben muss, da es eben auch zur trügerischen Sicherheit kommen kann . Ich habe mich in den letzten 7 Jahren überhaupt nicht mit meiner Sucht auseinandergesetzt. Einfach normal und gut gelebt. Seit 2 Wochen bin ich jetzt wieder im Forum - irgendeine innere Stimme hat damals wohl gut zugehört, weswegen es mich wieder hierhin gezogen hat. Einfach das Hirn wieder einnorden ....

    Ansonsten würde mich Hartmuts Gedanken dazu anschliessen.

    Viele Grüße Martha

    Moin Hartmut,

    Es wird gesagt, dass der Willen nicht ausreicht, um trocken zu werden und zu bleiben. Etwas Entscheidendes wird aber im gleichen Atemzug aus meiner Sicht nicht gesagt: … da man den Alkohol nicht mehr willentlich kontrollieren kann.

    Ich habe über vieles in meinem Leben Macht und kann es willentlich steuern, aber NICHT den Alkohol! In dem Moment, wo ich anfange Alkohol zu trinken oder vielleicht auch schon, wenn er unmittelbar vor mir steht - NUR dann! Ist mein Willen außer Kraft gesetzt und gebrochen Dieses tiefe Verstehen und Verinnerlichen, dass Alkohol meinen Willen bricht, ist die Kapitulation vor dem Alkohol - aber eben NUR vor dem Alkohol, vor nichts anderem kapituliere ich.

    Ohne Willen, könnten und würden wir gar nicht trocken werden und bleiben können. Unser Willen ist doch unser erster Impulsgeber, unsere Triebfeder

    Mit Willen fängt es an, aber ohne gewisse Eckpfeiler wird das nichts

    Diese Eckpfeiler erschaffst Du Dir doch durch Deinen bewussten Willen, das ist ja kein Autopilot in Dir, der dafür sorgt, dass Du z.B. Risikominimierung betreibst, Dir einen Notfallkoffer erstellst etc. Das tust Du doch aus der willentlichen Entscheidung heraus, weil Du begriffen hast und genau weisst, dass Dein Willen beim Alkohol versagt und du aber ein Leben ohne Alkohol führen willst!

    Wir brauchen also das unmittelbare Zusammenspiel von Willen und Kapitulation, um trocken zu werden und zu bleiben.

    Das mal so meine Gedanken dazu :)... Martha

    Alkohol trinke ich ja halbwegs kontrolliert die letzten paar Jahre.(finde den Satz schon bekackt wenn ich in schreibe, aber so mein empfinden)

    Hi Meks,

    ich finde dieses Denken "gefährlich" , aber auch nicht unnormal am Anfang der Abstinenz.

    Wie Du wahrscheinlich gelesen hast, gehöre ich zu den Kontrollverlustrinkerinnen. Ich konnte 1-2 Wochen ohne Alkohol leben, aber wenn ich getrunken habe, kam es fast immer zum totalen Blackout.

    Wenn mein Suchtgedächtnis angesprungen ist, besonders am Anfang der Trockenheit , guckte es IMMER als erstes auf die Trinkpause, die ich ja locker einhalten konnte. Es guckte nie auf die Abstürze, es verglich mich sofort mit Hardcore Trinkern und da war ich ja noch lange nicht ...

    Das ist für mich perfides Suchtdenken vom Feinsten. Ich hatte diese Denken jahrelang, ohne mir dessen bewusst zu sein, dass ich mir mein Alkoholverhalten damit klein und schön geredet habe ...

    Dir noch einen guten Abend und viele Grüße Martha

    Wenn User zurückkommen, die noch nach der guten alten Art trocken geworden sind, muss ja einer da sein, der die Tür aufhält. :)

    Merci Hartmut <3 :lol:

    Das ist interessant, dass Du das gar nicht mehr hinterfragst, wenn dein Suchtgedächtnis anspringt...okay, du hast 4 Jahre Vorsprung 8). Mal gucken, wie es mir in 4 Jahren geht. Schön fände ich es ja, wenn diese Stimme gar nicht mehr da wäre – auf der anderen Seite ist sie mir auch immer ein Mahnmal - die Stimme erinnert mich daran, dass mein Hirn, was Alkohol betrifft, anders tickt ...

    Hallo Kintsugi, ich sehe das zu 100% so wie Du :)

    Liebe Lütte, das ist ja schön, Dich hier zu lesen und dass Du auch noch im Forum bist, toll <3 :)! ... und wie hat sich Dein Leben zum Positiven entwickelt :lol: Wir haben uns alle gegenseitig aus dem Schlick geholfen ... :S

    Hab gerade Drybabe wieder gefunden. Habt ihr 2 alten Hasen eure Rückkehr abgesprochen?

    ... sagen wir mal so: wir hatten zeitgleich die gleiche Idee :idea:8)

    Viele Grüße, Martha

    Moin Meks,

    da komm ich doch gleich mal zu Dir rübergeflitzt. Schön, dass Du ein alkoholfreies Leben führen möchtest :)

    Ich finde es ja sehr mutig von Dir, dass Du gleich mit 2 Süchten auf einen Schlag aufhören willst - das ist echt ein Brett, was Du Dir da vorgenommen hast ...

    Rauchen ist schei.... brauchen wir gar nicht weiter drüber zu reden, aber wenn es bei Dir eng werden sollte mit Deiner Abstinenz, dann fange bitte erstmal wieder an zu rauchen, statt zu saufen .

    Viele Grüße Martha

    Moin :)

    Bevor ich auf Eure Beiträge eingehe, mal eben kurz zum Gendern:

    Ich habe mich bewusst gegen das Gendern entschieden. Beim Lesen eines Textes lenken, aus meiner Sicht, die Doppelpunkte oder Sternchen vom Inhalt des Geschriebenen ab, wenn das Auge ständig an den Doppelpunkten hängen bleibt. Wenn nötig, versuche ich die männliche und weibliche Form zu nutzen, ansonsten entscheide ich mich für das Generische Maskulinum. Sollten hier Nonbinäre sein, bitte ich um Nachsehen - es soll nicht diskriminierend sein.


    Lieber Hartmut, wahnsinn, wie lange Du hier nun im Forum bist :lol:. Ich erinnere mich sehr genau, wie untere anderem Du mir damals im Geschützen Bereich geholfen hast zu kapitulieren - Dank Dir dafür :) Ohne die Kapitulation wird es auf Dauer nichts mit dem Trocken werden ...

    Vielleicht habe ich mich in meinem Post etwas schlecht ausgedrückt. In meinem Leben spielt Alkohol kaum noch eine Rolle, aus meinem Kopf ist er so gut wie weg. Außer, wenn mir eben doch mal das Suchtgedächtnis anspringt .... Ich hinterfrage das für mich in dem Moment, warum das passiert und dann erinnere ich mich an das HALT und eines dieser 4 DInge trifft tatsächlich bei mir immer zu.

    Wenn Du schreibst, dass Du ganz selten Suchtdruck bekommst, passiert das einfach so?


    Liebe drybabe, wir beide kennen uns ja auch schon von Anfang an und ich freue mich auch, mich hier wieder mit Dir auszutauschen :) Ja natürlich haben wir alle unterm Strich die Kontrolle über den Alkohol verloren und trotzdem gibts ja unterschiedliche Trinkertypen. Pegeltinker, Quartalstrinker etc. Bei mir war es so, dass ich 1- 2 Wochen nichts trinken musste, aber wenn ich dann angefangen habe zu trinken, konnte ich nicht mehr aufhören - immer bis zum Filmriss getrunken ;( . Ich meine mal gelesen zu haben, dass man diese Form des Alkoholismus Kontrollverlustrinken nennt.


    Liebe Cadda, wenn man mir vor 15 Jahren erzählt hätte, dass ich in einer SHG für Alkoholiker mal ein "alter Hase“ werde, hätte ich die Person für total verrückt erklärt. Als ich aufhörte zu trinken, habe ich mir für mich gewünscht, mal ein "alter Hase" zu werden :S


    Lieber Meks, ja die Vorsicht hört nie ganz auf. Aber mit den Jahren wird das besser und auch selbstverständlicher.


    Liebe Stern,

    Das schafft in mir ein ganz großes Vertrauen in ein zufriedenes nüchternes Leben.

    das hast Du schön formuliert und das ist ja auch der Sinn, warum wir uns in SHGs austauschen, egal wie lange wir nichts mehr trinken. Zufriedenes, nüchternes Leben ist definitiv möglich :mrgreen:. Mehr als 2,5 Jahre ohne Alkohol ist doch super, da brauchst Du doch nicht von "erst" sprechen ;)

    Viele Grüße und eine guten Abend für Euch, Martha

    Hallo,

    Danke für Deinen Besuch bei mir Petra :)

    Ich will heute mal aufschreiben, in welchen Situationen sich mein Suchtgedächtnis meldet, auch um es für mich zu reflektieren.

    Mein Suchtteufel meldet sich NIE einfach nur so, es gibt immer einen Auslöser.

    Wenn mein Suchtgedächtnis anspringt, dann nur in unmittelbarer Konfrontation mit Alkohol und wenn gleichzeitig eines dieser Bedürfnisse oder Emotioen im Mangel sind :

    Hungry

    Angry

    Lonely

    Tired

    Seit ich nicht mehr trinke, achte ich bewusst darauf, dass ich ausreichend schlafe, täglich mittags ein warmes Essen esse und gerne auch einen kleinen Nap mache :lol:(ich kann mir das durch meinen Beruf meist auch gut einrichten) Das ist mein Fundament, um mit dem normalen Wahnsinn des Lebens gut zurecht zu kommen.

    Es gibt aber auch Tage, da lässt es mein Leben einfach nicht zu, dass ich so super gut für mich sorge und ich dadurch aus dem Gleichgewicht geraten kann, je nach Verfassung. Bin ich nicht gut in meiner Mitte kann (muss nicht) die Konfrontation mit Alkohol dann das Fass zum Überlaufen bringen und mein Suchtgedächtnis meldet sich. Der innere Dialog dauert ca. 2 Minuten. Ich kenne alle Argumente meines Suchtteufels und habe ihn nach 2 Minuten im Griff. Das passiert mir so 2-3x im Jahr.

    Wenn ich weiß, dass ein anstrengendes Wochenende oder auch herausfordernde Wochentage vor mir liegen, gucke ich immer, dass ich zumindest vernünftig esse und mir Pausen einräume :)

    Von alleine, aus dem Nichts heraus, springt mein Suchtgedächtnis nicht mehr an, selbst in stressigsten Situationen.

    Wie ergeht es Euch?

    Viele Grüße Martha