Beiträge von lavendel

    hallo uwe,

    ich kopier mal deine anderen beiträge hier hinein. es ist besser, immer nur einen thrat zu führen, das macht das lesen und verfolgen leichter.

    gruß

    lavendel

    Zitat von Uwe70

    Meine Eltern haben zwei Jahre vor meiner Geburt geheiratet und sich ein Jahr nach meiner Geburt wieder scheiden lassen.Ich habe meine Mutter, mehr oder weniger durch Zufall, erst mit 12 Jahren kennengelernt.Seit ich denken konnte,war mein Vater ständig betrunken und extrem gewalttätig gegen meine Person.Obwohl ich fünf Geschwister habe,musste ich immer die Backe hinhalten.Du bist nichts;Du kannst nichts;dich will keiner-notfalls mit Gewalt ins Hirn geprügelt.Irgendwann war ich sogar selbst von meiner Wertlosigkeit überzeugt.Mein Vater wollte mir mit einem Beil den Schädel einschlagen,darum kam ich ins Heim.Ich hatte wohl allzu deutlich das Wort Opfer auf der Stirn stehen-denn im Heim gingen die Erniedrigungen weiter.Diesmal durch andere Kinder oder Jugendliche.Ich lief ständig weg;klaute mir mein Essen;schlief in Kellern oder irgendwo in Büschen.Logische Konsequenz war dann das Gefängnis.Dort erging es mir
    nicht besser.Aber ich war ja ohnehin davon überzeugt,dass es so schon in Ordnung sei-schliesslich war es ja noch nie anders.Für mich gab es keine Freunde;nur Feinde.Ich weiß,dass der Hund in meiner Vergangenheit begraben liegt-aber dieses Wissen allein hat mir bisher nicht wirklich geholfen.Ich bin wie ein Tier,das man in die Enge getrieben hat-immer bereit,sofort zuzubeissen.Selbst Leute,die es wirklich ernst meinen,beissen sich an mir die Zähne aus.Partnerschaften hängen bei mir
    von Beginn an am seidenen Faden.Mißtrauen strömt mir aus allen Poren.
    Und das bemerkt leider selbst der dümmste Bauer sofort.Ich will es ändern.Aber es wird nicht so ohne Weiteres gelingen.

    hallo marina,

    ist das wirklich so schwer mit einer therapie? ich brauchte von meiner hausärztin ne überweisung zu ner therapeutin, dann gabs fünf probestunden. ok, dann musste ich nen fragebogen ausfüllen, aber der war für das gutachten der psychologin, nicht für die krankenkasse direkt...

    wie auch immer, schön, dass du noch lebst und dich mal wieder meldest.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo,

    hab neulich im kino mal den spruch gehört "ein freund ist jemand, den man nachts um drei anrufen kann". find ich ne gute messlatte für die kategorisierung der uns umgebenden personen in "freunde" und "bekannte" 8).

    wünsche dir einen guten umzug, loti!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo jeanny,

    Zitat von Janney

    Was die Gaffer betrifft: Die Situation verfolgt mich noch immer und inzwischen nervt es mich, dass ich damals nicht einfach zu beiden Paaren hingegangen bin und sie jeweils gefragt habe: Guten Abend, kann ich ihnen helfen oder sonst etwas dazu tun, damit Sie mich nicht den ganzen Abend anstarren müssen? - Kennst Du das auch, dass Dich solche "verpaßten" Situationen lange Zeit quasi verfolgen? Mir geht das ziemlich oft so und das ist lästig und manchmal quälend, weil ich denke, dass ich mir das Problemewälzen mit etwas mehr Schlagfertigkeit bzw. einer anderen Reaktion meinerseits hätte ersparen können..... Manchmal habe ich wegen solcher Gedanken auch schlaflose Nächte. Ätzend.

    jein. zu deiner situation fallen mir zwei sachen ein. das eine ist, dass ich früher auch immer alles mögliche auf mich bezogen habe. wie die stimmung irgendwo ist, ob ich mich "adäquat" verhalten haben, was andere in mir lesen, was sie von mir denken, ob sie mich mögen, ob ich mich "richtig" verhalten habe.... und all das in situationen, in denen "normale" menschen überhaupt keinen gedanken darauf verschwendet hätten. ich hab irgendwo mal gelesen, dass gerade alki-kinder buchstäblich "unheimliche" antennen für situationen und stimmungen entwickeln. und sich eben sehr viel häufiger als andere angesprochen fühlen. in deiner situation tippe ich einfach mal, dass du dich unwohl fühltest und jedes dich ansehen genau darauf bezogen hast, dass du nicht bei deinen eltern übernachtest. aber weisst du, ob diese beiden ehepaare das 1. wussten und 2. dich deshalb angesehen haben? nein, oder? mir scheint das eher eine projektion zu sein, denn, sei mal ehrlich: gibt es bei einer geburtstagsfeier nicht spannendere themen, als ob die tochter bei den eltern übernachtet?

    mag sein, dass dir das jetzt relativierend vorkommt. mir aber helfen solche gedanken, wenn ich mir das leben unnötig schwer mache. wenn ich mir sage, ich bin nicht der mittelpunkt des interesses, und selbst wenn: was kratzt es mich? ich hab eine handvoll leute, bei denen es mir wichtig ist, was sie von mir denken. beim "rest" der welt ist mir das schnurz, zumindest solange ich mit mir im gleichgewicht bin. und das ist das wirklich wichtige in meinem leben: wie schaffe ich es, dass ich mit mir in meinem leben zufrieden bin? wenn ich das bin, ist mr der rest egal. wenn ich das nicht bin, bin ich anfällig für die meinung anderer. was wieder typisch alki-kind ist, und davon wollen wir doch weg, gelle :wink:?

    naja, und dass man sich im nachhinein über situationen ärgert, weil man nicht schlagfertig genug war? ja, das kenne ich auch, aber das halte ich eher für ne charaktersache, und das hängt auch sehr vom thema, der eigenen befindlichkeit und den beteiligten personen ab. manchmal geht das, manchmal eben nicht. klar ärgere ich mich darüber auch, manchmal wochenlang, aber auch sowas kann ich mir (mittlerweile) verzeihen. shit happens, und beim nächsten mal passiert mir das nicht wieder...

    liebe grüße

    lavendel

    hallo janney,

    schön, dass du mit deiner vergangenheit alles in allem klarkommst.

    bei einer sache hab ich ja gegrinst. ich hab auch mit mitte 20 geheiratet und stand vor der situation "wie halt´ ichs mit meiner mutter?". ich hab sie schliesslich schweren herzens nicht eingeladen, weil ich einfach angst hatte, dass sie mir meine feier sprengt, indem sie sich betrinkt. in der folge hat der rest meiner verwandtschaft mütterlicherseits abgesagt, weil sie das so unmöglich fanden. ich fands trotzdem richtig. die ehe hat übrigens auch nicht gehalten :wink:.

    dann nochmal zum theaterspielen. ich meine das garnicht so sehr in bezug auf meine alki-eltern, meine freunde wissen alle davon, und daher muss ich auch nicht erklären, warum ich zum beispiel an weihnachten meine mutter nicht sehe oder sie nicht besuche, und wenn, dann nur auf zwei stunden in einem café (sie wohnt 300 km von mir entfernt). das theaterspielen meine ich eher in bezug auf weiter entfernte menschen. bekannte, kollegen. da wirds schon schwerer zu erklären, warum man seine mutter allenfalls einmal im jahr sieht, wenn überhaupt. oder so zu tun, als mache es einem nichts aus, weihnachten alleine zu verbringen, oder dass die eigene mutter den geburtstag "vergisst". ich hab auch keine geschwister, und meine liebste verwandte war meine großmutter, die auch schon einige jahre tot ist. und ich denke, hier tut man - ich zumindest - immer noch so, als sei das alles "nicht so schlimm", obwohl ich natürlich meine kollegen glühend beneide, die von familie erzählen, der eigenen und der herkunftsfamilie. und dann kommt auch schon groll hoch auf meine eltern, die mir kein "normales" aufwachsen ermöglicht haben.

    zu deiner frage, wie man das trinken körperlich so lange aushält: keine ahnung. meine mutter treibt es mittlerweie auch seit 35 jahren, mal mehr, mal weniger. da wundere ich mich auch....

    und zu dem ausbruch bei den wirtsleuten. ich denke, das zeigt dir ganz deutlich, dass deine geschichte nur verbuddelt und nicht verarbeitet ist. ich kenne das auch von mir früher. wenn ich was getrunken hatte und jemand unwissentlich den richtigen knopf gedrückt hat, ist aus mir auch alles nur so rausgesprudelt, dass ich mich nachher geschämt hab. konsequenz (zumindest für mich): finger weg vom alkohol, solange man sich nicht in absolut vertrauter umgebung befindet. weil ich genau weiss, dass die wunden eben immer noch nicht richtig geheilt sind, trotz der langen zeit, die vergangen ist, trotz therapie und allem. ich denke auch, die trauer um eine verlorene kindheit und der schmerz um das "unheile" leben, das wir immer noch führen - zumindest in uns - wird wahrscheinlich auch nie vergehen.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo markus,

    ich denke, dass muss jede(r) co für sich entscheiden. es gibt welche, die können auf dem pulverfass leben, finden sich damit ab, die alternative der trennung scheint ihnen noch schlimmer als das ertragen... kann man hier alles nachlesen.

    die frage ist ja auch, ob man die krankheit bei dem trockenen partner akzeptiert, oder das trinken des nassen partners. mit ersterem könnte ich leben, mit letzterem nie. dabei würde ich mich verraten und daran zu grunde gehen. das ist mir kein mensch der welt wert.

    lavendel

    hallo janney,

    nö, keine sorge, wir hier sind lange texte gewohnt - und die meisten von uns schreiben wohl gerne viel, du befindest ich also in vielerlei hinsicht in guter gesellschaft :wink:.

    auch deine gedanken in bezug auf innen und außen können wir hier alle wohl auch gut nachvollziehen. ich hab mich in ganz vielem bei dir sehr wiedererkannt: wie ich mich sehe, und wie andere das tun, wie tough ich im job wirke und agieren kann, und wie klein und doof ich mir oft vor mir selber vorkomme, wie schwer ich mich oft tue/tat, menschen (emotional) nahe an mich heranzulassen, obwohl man mich draussen für den immer gut gelaunten clown mit vielen kontakten hält.

    ich glaube, das ist genaus das, was wir alki-kinder von frühester kindheit an gelernt haben, theater zu spielen, so zu tun als ob und möglichst keine angriffsfläche zu bieten. diese verhaltensweisen ziehen sich durch bis ins erwachsenenleben, und machen es uns oft schwer, "normale" beziehungen zu leben, sei es mit einem partner, im job, im freundeskreis oder eben in der familie. ich bin da auch erst ganz langsam nach und nach drauf gekommen, was welche "macken" verursacht haben könnte, zum einen durch eine therapie, die ich vor langer zeit mal gemacht habe, durch das forum hier, seelsorgegespräche mit meinem pfarrer und die lektüre einschlägiger bücher. das leben wird nicht leichter dadurch, aber man kann sich anders ansehen und auch gnädiger mit sich sein. das zumindest habe ich als große erleichterung empfunden, mich nicht mehr "einfach so" für bekloppt und "anders" zu halten, sondern manches herleiten zu können aus meiner kindheit. und aus dieser erkenntnis heraus lassen sich stück für stück auch manche verhaltensweisen ändern, naja, und mit anderen macken wird man wohl weiterleben müssen. aber das macht uns nun mal aus.

    ich freu mich auf den austausch mit dir.

    lieben gruß

    lavendel

    Zitat von Pitato

    hab manchmal sogar den Gedanken, was schlimmer ist, ihn mit Alkohol oder ihn wegen dem Alkohol zu verlieren!!

    kenn ich auch. ich war auch manches mal kurz davor, alles hinzuwerfen und zu sagen "egal, ich will ihn wiederhaben, ich schaff das nicht". aber dann hab ich nachgelesen, hier und in meinem analogen tagebuch, was alles gewesen ist, und vor allem, wie ich mich da gefühlt habe, und dann hab ich gedacht "nein, nein, nein, das ist kein leben", und hab alles drangesetzt, nicht in versuchung zu kommen zu kapitulieren. naja, und irgendwann ging es dann in kleinen schrittchen bergauf, und jetzt weiss ich 1000%ig, dass es richtig war, und dass mein leben - trotz mancher sehnsuchtsausrutscher - jetzt um so vieles leichter, unbeschwerter und fröhlicher ist - auch wenn ich natürlich nicht immer glücklich bin und das single-leben auch nicht immer lustig ist. aber egal, es ist mein leben und es ist nicht mehr fremdbestimmt.


    Zitat von Pitato

    Und zum Thema ablenken!! Morgen fahre ich über Karneval nach Bonn zu meiner Schwester. Hab mich ne zeitlang sehr darauf gefreut, aber momentan graut es mich schon davor morgen da überhaupt rauf zu fahren!! lg Pitato

    dann dann mal viel spass in meiner stadt, hier isses nett, kein rund sich zu grausen 8). und untersteh dich, in den rhein zu springen, das seh ich von meinem fenster :lol:.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo pitato,

    Zitat von Pitato

    Meine Gedanken gelten nach wie vor nur IHM. Er ist das erste an das ich morgens denke und das letzte wenn ich abends einschlafe!! Und das ist so schwer!! Ich bekomme ihn einfach nicht aus dem Kopf!! Egal was ich mache!!

    geduld, geduld und nochmal geduld. bei mir hat es - sagen wir mal - etwa acht monate gedauert, bis nicht mehr mein erster und mein letzter gedanke am tag ihm gegolten haben. ich denk jetzt immer noch oft an ihn, aber nicht mehr so schmerzhaft. ich war genauso wie du der überzeugung "wir gehören zusammen", und trotzdem: mit alk gibt es kein wir. ende aus.

    auch die hochs und tiefs kenne ich, mit heulen, hadern, schimpfen, sich leid tun.... aber auch das wird weniger, versprochen. aber es dauert eben... wie schon geschrieben: die zeit heilt alle wunden. hab ich auch nicht geglaubt vor einem jahr, stimmt aber 8).

    aber sonst machst du das schon gut, zu versuchen dich abzulenken und auch schönes für dich zu tun.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo tochter,

    nein, du bist keine schlechte tochter, wenn du deinen vater nicht besuchen gehst im krankenhaus. das erstmal vorab. hier geht es auch nicht um "moral".

    ich würde trotzdem gehen, und zwar lieber heute als morgen. für mich, nicht für meinen vater. ich hab hier öfter mal erlebt, dass die alki-kinder sehr darunter leiden, wenn das trinkende elternteil tot ist, ohne dass es eine "versöhnung" gegeben hat. und zwar nicht (unbedingt) versöhnung im sinne von verzeihen - das ist oft unmöglich, sondern eher eine versöhnung im sinne von "nicht im groll oder der fremdheit auseinander gegangen sein".

    mein vater war dem, was du von deinem schreibst, sehr ähnlich, ein rundum unsympathischer zeitgenosse, gelinde gesagt. ich hatte lange jahre keinen kontakt zu ihm, weil ich nicht wollte, und diese abstand hat mir gut getan. irgendwann haben sie dann bei ihm krebs diagnostiziert, es kam zu einem treffen, ich habe ihm alles vor die füsse geworfen, was passiert ist, und er hat mich nicht verstnden. meinte, es täte ihm leid, aber so schlimm sei es ja auch nicht gewesen. das hat mir auf der einen seite natürlich wehgetan, auf der anderen seite aber wurde er durch seine krankheit ein (körperlich) schwacher mensch in meinen augen, und damit hatte er für mich plötzlich all seinen schreken verloren. allein das war schon mal gut. ich konnte dann auch mitleid für ihn empfinden (keine liebe, das war endgültig vorbei), aber doch ein bisschen gefühl, und als er dann gestorben ist, war es für mich in frieden. und darüber bin ich unglaublich froh.

    ich glaube, dass ich es sehr bereuen würde, und es mich auch sehr belasten würde, wenn ich ihn nicht nochmal gesehen und mit ihm gesprochen hätte. rein egoistisch, für mich, nicht für ihn. wenn dein vater stirbt, ist diese chance ein für alle mal vorbei, und du kannst keinen "frieden" mehr schliessen, und im zweifelsfall wird dich das vielleicht mehr verfolgen, als wenn du ihn jetzt besuchen gehst.

    aber letztlich musst das natürlich du entscheiden. aber unterschätz die endgültigkeit des todes nicht.

    viele grüße

    lavendel

    hallo ihrs,

    Zitat von Pitato

    warum die Signatur nicht funktioniert weiß ich auch nicht!! Wie du bestimmt gelesen hast, hab ich mich das auch schon gefragt!!

    wir haben alle signaturen deaktivieren müssen, weil es da urheberrechtsprobleme gab, wenn man z.b. was benutzt, was jemandem anderes "gehört". das kann böse für den forenbetreiber ausgehen (finanziell), und deshalb gibts eben leider keine signaturen mehr. ich finds auch schade, kann es aber gut verstehen!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo caro,

    Zitat von caro1969

    ja..ich gebe meine ehe auf..

    endgültig, durchdacht?

    ein bisschen habe ich das gefühl, dass du deinem mann (manchmal?) garkeine chance lässt dich zu verstehen. ihm nicht ruhig sagst, was du dir wünschst, wie du dir eure ehe vorstellst, wo du enttäuscht bist.... menschen können keinen gedanken lesen - und männer sowieso nicht 8). und wenn mich jemand anzickt und anschreit, fange ich an zurückzuzicken, gemein zu werden, verletzen zu wollen und mich völlig "unerwachsen" zu benehmen. das meinte ich mit hochschaukeln. da gehts auch nicht um richtig oder falsch gehandelt zu haben, sondern ums analysieren "wie ist es soweit gekommen?". könntest du dir vorstellen, deinem mann einen brief zu schreiben, worin du auflistest, was du möchtest, wie für dich eine gelungene ehe aussieht, was deine sehnsüchte sind?

    also: ich möchte zeit mit dir verbringen und nicht: geh nicht immer zu deinen freunden. oder: ich möchte mit dir kuscheln und brauche deine nähe und nicht: nie nimmst du mich in den arm. verstehst du? aber das gilt natürlich alles nur, wenn du noch ein chance siehst - dann wenn du dich wieder beruhigt hast und nicht mehr so emotional aufgewühlt bist wie jetzt...

    liebe grüße

    lavendel

    hallo caro,

    also, du bist nicht allein, hier lesen dich ganz viele, das ist sicher. aber ich weiss natürlich auch, dass das alles kein ersatz ist für jemanden, der einen in den arm nimmt :(.

    aber so recht schlau werd ich aus deinen worten auch nicht. ich hab nur gelesen, dass er zu dir gesagt hat "halt die ***". hast du ihn auch beschimpft? hat es sich hochgeschaukelt? ich will ihn nicht in schutz nehmen, aber wenn man beide seiten sieht, kann man vielleicht manches besser einordnen. dann meine ich mich zu erinnern, dass du lange ganz froh mit deinem mann wartst, er auch mal zuhause geblieben ist, als du gesagt, dass dir das wichtig ist (oder warst du das nicht :oops:?).

    wenn ich dich jetzt lese, hört sich das an, als habest du eure ehe aufgegeben. hast du? durchdacht, oder aus einem momentanen frust heraus? "liebst" du deinen mann noch, oder bist du mit ihm zusammen, weil es halt so ist? freust du dich auf ihn, bist du gern mit ihm zusammen? oder alles "nein", grundsätzlich, und nicht nur nach streit?

    ich kann verstehen, dass du nicht erfrieren willst. und wenn das in deiner ehe wirklich so sein solte, musst du dir alternativen überlegen, denn keine illusion oder erwartungshaltung von aussen ist es wert, sein leben unglücklich zu leben. du hast nur eins...

    liebe grüße

    lavendel

    hallo muck,

    zuerst einmal: ich finde richtig, was du da ins rollen gebracht hast, du hast verantwortungsgefühl bewiesen, und nicht weggeschaut, wie der rest eurer umgebung. das find ich schon ziemlich mutig! im übrigen find ich deine eltern mit ihrer art unmöglich, dich "strafen" zu wollen.

    Zitat

    Ich würde gerne auch mal gefragt werden, wie gross meine Enttäuschung war oder ist, mit einem saufenden Vater und Bruder und nun einer trinkenden Mutter zu Recht zu kommen. Alle reden nur über sich - was ist mit meinen Gefühlen ? Ich komme immer mehr dahinter, dass die niemanden von denen interessieren.

    brutal gesprochen: vergiss es. ich glaube, alkis sind die absoluten egoisten. sie kreisen um sich, sich, sich.... zumindest so lange, bis sie stabil trocken sind. da ist kein platz für andere, auch für die kinder nicht, und schon garnicht, wenn die "lästig" werden, indem sie kritisieren zum beispiel, oder nicht mehr hinnehmen. ich hab auch lange darunter gelitten das gefühl zu haben, dass sich meine eltern nicht wirklich für mich interessieren. irgendwann hab ichs aufgegeben und habe daran gearbeitet, mir einen anderen emotionalen halt aufzubauen, mit freunden. das ist schwer, und es ist auch nicht das gleiche wie eltern, aber es kann eine menge kompensieren. wenn mir jetzt meine freundin einen adventskalender schickt, ist das nicht das gleiche, als wenn er von einer mutter käme, die man liebt und die einen liebt, aber es ist trotzdem toll. kleines beispiel.

    naja, und dass die eltern verstehn, wie es uns geht und was sie uns angetan haben? ich weiss nicht, meine habens nie getan. mag vielleicht bei anderen anders sein, meine haben immer relativiert "war doch nicht so schlimm, du hast doch alles gehabt zum leben" :roll:. ich seh das anders, aber ich habs aufgegeben, ich rede darüber auch nicht mehr mit meiner mutter, macht mich nur traurig. distanz nicht nur im kontakt, sondern auch in den emotionen, alles andere tut mir zu weh, wenns dann wieder eine breitseite gibt.

    liebe grüße

    lavendel

    ach caro.... ich nehm dich einfach mal ganz fest in den arm.

    ich kann mir gut vorstellen, wie es dir geht. als mein freund in richtung alkohol abgedreht ist, hab ich auch gedacht "das kann doch nicht wahr sein", vor allem nicht bei dem, was er alles über die sauferei meiner eltern wusste. ich war fassungslos, dass ich nun fast das gleiche in grün in meiner beziehung hatte wie ich es bei meinen eltern erlebt habe. ich denke auch, dass wir alki-kinder einfach viel bessere antennen haben, und dass wir deshalb viel schneller reagieren und etwas merken, als andere. von daher glaube ich nicht, dass dich deine wahrnehmung trügt.

    eins ist ja schon geschrieben worden. sieh nicht seine freunde als deine an, das werden sie nie sein, sie können allenfalls gute bekannte werden für dich. such dir was eigenes. leichter gesagt als getan, ich weiss. na, und der ausspruch "halt die fresse" ist ja wohl das allerletzte! dafür würde ich eine entschuldigung verlangen, das geht ja wohl garnicht!

    ich wünsche dir sehr, dass du ein bisschen zur ruhe kommst.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo spina,

    Zitat von spina

    Ich sehe in mir ausschliesslich ein Mittel zum Zweck.

    Und immer mit dem Kopf durch die Wand, geht nicht gibts nicht.

    Und plötzlich mit mir als seelischer Krüppel konfrontiert zu sein ist fürchterlich für mich.

    jetzt mach aber mal halblang und sei ein bisschen gnädiger mit dir, ja?

    es ist für jeden erstmal eine katastrophe zu entdecken, wie fremdgesteuert man als alki-kind lange jahre durch die welt gelaufen ist. natürlich tut das weh, und man fängt an sich zu fragen "bin ich denn nur blöd (gewesen)?". das hab ich auch alles gehabt, aber ich denke, das gehört zur "besserung" dazu. das hinsehen, das aushalten, das analysieren. irgendwann kommt dann die erkenntnis, dass man für viele seiner macken nichts kann, man kann sich plötzlich besser erklären, warum man so (verquer) tickt, und dann kommt irgendwann eine unglaubliche erleichterung.

    das kannst du hier hundertfach nachlesen, bei uns alki-kindern, wie es allen früher oder später dämmert, wie wir parallelen entdecken, wie wir uns hier untereinander fast blind verstehen, und wie unglaublich erleichternd das ist zu sehen, die anderen haben die selben "macken" und gedanken wie ich. ich bin nicht allein.

    lass dir ein bisschen zeit, sei nicht so hart zu dir. du bist kein seelischer krüppel, du hast viel erlitten, das hat dich geformt und beeinträchtigt, natürlich, aber man kann eines tages auch wieder halbwegs "normal" werden. dafür findest du hier auch viele beispiele.

    ich wünsche dir viel kraft für deinen weg!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo spina,

    willkommen hier im forum.

    mir ging es viele jahre ganz genauso wie dir, immer ein schlechtes gewissen, immer angepasst, "lieb", friedlich, hab mich immer verantwortlich gefühlt, in der familie, im freundeskreis.... erst ganz langsam habe ich mit professioneller unterstützung gelernt hinzusehen in meinem leben, was ich warum tue. ich habe analysiert und festgestellt, dass ich einen großteil der dinge, die ich täglich tat, für andere, anderen zuliebe oder auch nur vermeintlich anderen zuliebe getan habe. das hat mich sehr erschreckt, und ganz langsam habe ich gelernt zu hinterfragen, was ich tue und vor alllem, was ich will. wir nennen das hier positiven egoismus.

    meine hausaufgabe war damals, eine woche lang jede meiner handlungen daraufhin zu überprüfen, ob ich das tue, weil ich das will, oder weil es andere von mir erwarten. in der folge sollte ich dann nur das tun, worauf ich explizit lust hatte. und das war was völlig anderes als das, was ich üblicherweise tat :?. das hat mich erschreckt, und da habe ich angefangen nachzudenken.

    mittlerweile habe ich eine ganz gute balance gefunden zwischen wollen und müssen, aber das hat lange gedauert.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo sula,

    willkommen hier im forum!

    das mit deinem vater hört sich wirklich nicht gut an :?. mein vater hat auch getrunken und hatte zum schluss einen ganz dicken bauch voller wasser. hast du vielleicht einen hausarzt, den du ins vertrauen ziehen kannst, und den du mal rufen kannst, damit er sich deinen vater ansieht?

    dann die sache mit der verantwortlichkeit. mein vater hatte auch niemanden mehr ausser mir, und ich hab ganz mühsam lernen müssen mich zu distanzieren. natürlich hab ich mich auch verantwortlich gefühlt, und als böse tochter, aber irgendwann hab ich gemerkt, dass ich psychisch durchticken würde, wenn ich mir den terror meiner eltern (geschieden, mutter ist auch alkoholikerin) länger gefallen lassen würde. ich hab dann den kontakt rigoros abgebrochen, einfach um mich zu retten. das war schwer, und ich hatte ein ewig schlechtes gewissen, aber ich bin als tochter nicht die hüterin meiner eltern, und ich habe auch ein recht auf ein unbeschwertes leben!

    ich kann dir nur wünschen, dass du ein bisschen distanz schaffen kannst, damit du nicht auch vor die hunde gehst.

    lieben gruß

    lavendel