Beiträge von lavendel

    hallo,

    oskarchen schreibt:

    Zitat

    Mein Mann trinkt-das ist nur ein Symptom -vielleicht wird es sogar daran sterben,ich auf jeden Fall nicht mehr!
    Denn ich mag dieses Leben,
    aber mein Mann ist im Grunde auch ein ganz lieber(von allen Männerbis heute mein Traummann) -aber er war schon immer krank-es ist und bleibt sein Problem!

    na, das möchte ich doch mal kommentieren. ich finde diesen threat, und auch die ganze richtung die er nimmt, sehr bedenklich. ein mit den schultern zucken, der mann trinkt, ok, ich schmeiss mir ein paar beruhigungspillen rein oder gar schlaftabletten, schieb ne cd in den player mit entspannungsübungen, und die welt ist wieder gut.

    frage: was wollt ihr dann hier? so weiterleben? dann bitte ich aber sehr darum, sich hier im forum mit empfehlungen für medikamente, um dieses leben leben zu können, zurückzuhalten. schon mal überlegt, dass es vielleicht nicht die richtige strategie ist, dauerhaft psychopillen einzuwerfen, um nix ändern zu müssen? ich finde das hochgefährlich, gerade weil hier viele angehörige lesen, und ich persönlich nicht möchte, dass sich jemand eure strategien zu eigen macht, statt zu versuchen, ein gesundes und selbstbestimmtes leben mit einem gesunden menschen an der seite anzustreben - sei es der eigene partner, der trocken wird, oder eben jemand anders, oder eben auch allein.

    gruß

    lavendel

    hallo heike,

    du schreibst:

    Zitat

    Jedenfalls war hier eine junge Dame, deren beitrag sich mit meinem überschnitten hat und die ANgst bekam..... nicht jeder gibt zu, dass ihm das Geschreibsel hier Angst macht. Ist aber so.... also, meine Bitte: auch wenn das hier als SHG verstanden wird.... nicht immer direkt die volle Breitseite - es verunsichert und kann auch vieles zerstören!

    da gebe ich lilly völlig recht. hier im forum wird so viel geschrieben "ich drücke dich, ich knuddele dich, ist doch nicht schlimm, so schlimm trinkt dein mann doch garnicht, du schaffst das schon......" sorry, aber wenn ich das gehäuft lese, hab ich schon keine lust mehr, mich mit dem threat oder dem thema zu beschäftigen. hört sich vielleicht brutal an, ist aber so. es bringt nämlich nichts. wenn ich mal ne statistik aufmachen würde käme sicher heraus, dass dieses "ich drücke dich" KEINEM co und KEINEM alkoholiker dauerhaft hilft. und dafür ist mir meine zeit zu schade.

    diejenigen aber, die sich ernsthaft gedanken machen und auch mal harte wahrheiten aufschreiben (und annehmen!!!!) sind die, die hier im forum einen (guten) weg gehen. die anderen treten auf der stelle und schreiben nach monaten immer noch das selbe. natürlich macht das angst, die harte wahrheit ins gesicht gesagt zu bekommen, sich damit beschäftigen zu müssen und eventuell auch konsequenzen ziehen zu müssen. aber nur das hilft vielleicht. alles andere ist zeitverschwendung. und jetzt prügelt mich :wink: .

    gruß

    lavendel

    hallo oskarchen,

    zuerst einmal möchte ich einen satz von dir kommentieren, über den ich gestolpert bin:

    Zitat

    Da müßte meines Erachtens noch viel mehr für die Angehörigen von Trinkern getan werden

    WER müsste was für die angehörigen tun? das ist schon wieder der falsche ansatz, finde ich. wieso MUSS was für MICH getan WERDEN? ICH MUSS was für MICH tun. ich bin nicht das "opfer", dem man die hilfe hinterhertragen muss. ich kann und muss mir hilfe HOLEN, wenn ich sie will und brauche. und genau das tun cos einfach oft nicht. nicht in der leidensphase, wo der partner trinkt, und auch nicht danach.

    die beteiligung hier im forum ist ein gutes beispiel. viele cos kommen, schreiben ihr leid und sind schnell wieder weg, wenn sich die situation entweder geklärt hat oder sie nichts daran ändern wollen, weil sie angst vor den konsequenzen haben. in meiner realen selbsthilfegruppe bin ich die einzige angehörige. es wird schon gespottet "unsere vorzeigeangehörige". ich denke, die meisten cos sehen sich eben - wie hier oft geschrieben - nicht als diejenigen, die sich dauerhaft und ernsthaft hilfe holen sollten. und um aus der co-ecke rauszukommen, braucht es eben eine lange zeit und viel beschäftigung mit sich selbst. und auch wenn ich jetzt prügel bekomme: ich glaube, viele cos sind dazu nicht bereit.

    zu deiner eigentlichen frage, on man einen persönlichen tiefpunkt braucht. ja, ich brauchte ihn. sowohl bei meinen eltern als auch bei meinem partner. ich hab auch immer gedacht "ein bisschen kann ich noch", bis ich irgendwann physisch und psychisch gemerkt habe "ich kann nicht mehr". bei mir ging es so weit zu überlegen, wie schön es wäre, wenn ich einen tödlichen autounfall hätte, um der ganzen situation zu entkommen, ohne etwas tun zu müssen. und dann hab ich in den spiegel geguckt und gedacht "bist du eigentlich bescheuert, dir von einem anderen menschen dein ganzes leben versauen zu lassen?" dann hab ich meine wut kultiviert, hab angefangen zum kreuzbund zu gehen, bin hier ins forum gekommen und hab dann noch etwa drei monate gebraucht, den letzten schritt zu tun. du siehst: ich habe mir hilfe GEHOLT, nicht drauf gewartet, dass irgendwer mir hilft.

    gruß

    lavendel

    p.s. ich bin soooooo froh, dass ich nach dem tiefpunkt endlich den schlussstrich gezogen haben. klar war das schwer, ist es auch immer noch, aber es ist trotzdem um klassen besser als vorher.

    hallo teichlinchen,

    das ist schön, siehste, war garnicht so schlimm :wink: .

    jetzt aber mal einen tipp zur foren-nutzung: du machst es deinen lesern leichter, wenn du deinen threat kontinuierlich weiterführst und nicht für jedes thema einen neuen aufmachst. so kann man deinen weg nämlich nicht so gut verfolgen, und du später auch nicht.

    gruß

    lavendel

    hallo filomena,

    willkommen hier im forum! hab dich mal hierher verschoben, hier wirst du einige "kinder" von alkoholkranken eltern finden.

    um es ganz krass zu sagen: deine mutter ist noch nicht an ihrem tiefpunkt angekommen. und ebenso krass: du kannst einem alkoholkranken menschen nicht helfen, wenn er/sie sich nicht helfen lassen will.

    du schreibst von unzähligen therapien und entzügen: theoretisch weiss sie also, was sie zu tun hätte und wie sie vom alkohol loskommen könnte. augenscheinlich will sie aber nicht, und daran wirst du nichts ändern können. zumal sie auch noch einen entsprechenden partner hat, das wird also voraussichtlich schon mal garnichts. das mag sich jetzt brutal anhören, aber es ist so. letztlich, wenn du so weitermachst wie bisher, werden zwei daran kaputtgehen: sie UND du! willst du das? DEIN leben kannst du retten, ihres nicht. ich kann dir in deiner situation nur raten, dich so weit wie möglich zu distanzieren. erkläre ihr (wenn sie nüchtern ist), dass du sie weder sehen noch mit reden wirst, wenn sie angetrunken ist. leg auf, wenn sie angetrunken anruft. mach ihr klar, dass du nur noch für sie da bist, wenn sie trocken werden will.

    ich weiss, dass sowas furchtbar schwer ist. aber weisst du, ich weiss auch, wovon ich rede. meine eltern waren/sind beide alkoholkrank. und bei mir war irgendwann der punkt erreicht (da war ich etwa in deinem alter, vielleicht zweidrei jahre jünger), da hatte ich fast körperlich das gefühl, dass ich irre werde an meiner mutter. mit ganz vielen gesprächen, mit einer therapeutin und meinem damaligen freund, habe ich es dann geschafft mich zu distanzieren. ich wäre sonst an ihr kaputtgegangen. das habe ich wirklich körperlich gespürt, und so weit scheinst du mir davon auch nicht mehr entfernt zu sein. ängste beim telefonieren, alle gedanken drehen sich nur noch um sie....

    du hast bisher MEHR versucht, als ein kind tun sollte und muss, es ist höchste zeit, dass du dich da rausziehst, dir, und auch deiner freundin zuliebe. lebe DEIN leben. ihrs kannst du nicht leben.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ailina,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    meine vorschreiberinnen haben ja schon ganz viel gesagt: du sitzt in einer spirale, die sich immer weiter drehen wird, wenn DU sie nicht zum halten bringst. und das solltest du dir und deiner tochter wert sein.

    ein mann, der handgreiflich wird? das ist doch keine ehe (mehr)! du musst dich nicht demütigen lassen, niemand muss das. du solltest dir überlegen, wie du dir den "rest" deines lebens vorstellst - das gut und gerne noch 30 jahren haben könnte. willst du so weitermachen? zumal es voraussichtlich, wenn dein mann weiter trinkt, noch schlimmer wird?

    finanzielle und organisatorische hilfen werdet ihr bekommen, du und deine tochter. du musst dich nur darum kümmern. ich würde bei einer suchtberatung anfangen, oder einem psychosozialen dienst, und die können dir sicher weitere anlaufstellen nennen. du musst dich ja nicht gleich scheiden lassen, aber meinst du nicht, dass dir eine räumliche trennung gut tun würde? denk mal drüber nach...

    gruß

    lavendel

    hallo verena,

    herzlich willkommen hier im forum. na, da hast du aber ein päckchen zu tragen.

    inwiefernd dein freund wirklich ein alkoholproblem hat, kann eigentlich nur er zusammen mit einem arzt herausfinden. aber was du schreibst, deutet schon sehr darauf hin, die menge, der rausch, das schlafen, das geloben von besserung.... auch der streit, der immer wieder aufkommt, und dass du ihm sein vergnügen nicht gönnen würdest.

    du schreibst ja schon sehr deutlich, dass du so nicht mehr weitermachen willst. eigentlich ist das "übliche" procedere ja vorgegeben: mit dem partner reden, wenn er nüchtern ist, sagen was man sich wünscht, dass man so nicht mehr weitermachen möchte. im besten fall will der abhängige partner selbst vom alkohol loskommen, dann wäre ein gang zum hausarzt dran, eine entgiftung, eine reha und/oder kur, besuch einer selbsthilfegruppe....

    dazu muss er aber einsehen, dass er ein problem hat, und davon loskommen wollen. sonst wird das nichts. du musst für dich entscheiden, inwieweit du ihm glaubst, inwieweit du bei ihm siehst, dass er was tut (wenn er überhaupt anstalten dazu macht). dann musst du entscheiden, ob du solch ein leben weiterleben kannst und willst, und im zweifelsfall auch wirklich die konsequenzen ziehen. ob es nun eine sucht ist oder zwei, es beeinträchtigt dein leben...

    lieben gruß

    lavendel

    hallo jessy,

    willkommen hier im forum. du fragst, was du machen kannst:

    das "übliche" procedere ist mehr oder weniger vorgegeben: mit dem partner reden, wenn er nüchtern ist, sagen was man sich wünscht, dass man so nicht mehr weitermachen möchte. im besten fall will der abhängige partner selbst vom alkohol loskommen, dann wäre ein gang zum hausarzt dran, eine entgiftung, eine reha und/oder kur, besuch einer selbsthilfegruppe....

    das ganze funktioniert aber nur dann, wenn der partner einsieht, dass er ein problem hat, und wenn er SELST für SICH davon loskommen will. alles andere wird nicht klappen. du solltest ihm also noch einmal unmissverständlich und überlegt klarmachen was du willst (wenn er nüchtern ist). nicht rumnölen und vorwürfe machen, das tun wir angehörigen oft, das bringt aber nichts und provoziert geradezu zu streit. dann solltest du beobachten, ob das gesagte bei ihm fruchtet oder nicht. wenn es das nicht tut, musst du dir für dich überlegen, ob du dieses leben so weiterleben möchtest. erfahrungsgemäß wird es nämlich ohne professionelle hilfe eher schlimmer als besser.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo girasol,

    Zitat von girasol

    Genau als ich begonnen habe meine eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren,bekam ich dann Vorwürfe von aussen wie ich wäre hartherzig und würde ihn fallenlassen und sowas haftet wie ein böser Zwerg im Gefühl und macht mich dermassen ratlos und eben auch wütend und ich würde gern gelassen reagieren können...passende Antworten zur Hand haben.

    das kenne ich auch. mir macht zum beispiel die schwester meiner mutter böse vorwürfe, dass ich mich nicht mehr kümmere. am anfang hat mir das weh getan, irgendwann hab ich dann mal losgepoltert, dass sie das ja wohl nicht beurteilen könne und dass ich auch ein recht auf eine eigenes leben habe. ich denke nicht, dass sie mich versteht, aber sie lässt mich in ruhe. der rest ist mir egal. ich lasse das mittlerweile an mir abprallen, hat ja doch keinen sinn. hab ich auch so gemacht, als meine großmutter mir dauernd vorwürfe gemacht hat (mutter meines vaters), à la "du bist doch das einzige, was er noch hat, er ist doch dein vater, du kannst doch nicht, wie vereinbarst du das mit deiner christlichen religion...." sie hat alle register gezogen, ganz mies, fand ich. am anfang hab ich noch versucht es ihr zu erklären, auch was mein vater mir alles angetan hat. zwecklos. meine härteste waffe war dann "wenn du noch weiter kontakt mit mir haben willst, will ich von meinem vater nichts mehr hören aus deinem mund." ab da war ruhe. manchmal hilft einfach nur noch die brutale keule.

    Zitat

    Ich möchte auch niemanden nerven mit meinem Gejammer,da es ja doch so vielen so ergeht....

    drum. hier versteht man dich wenigstens, hier kannste jammern. das forum ist geduldig :wink:

    Zitat

    Woran könnte ich denn erkennen dass ich mich endlich "abgenabelt"habe?Ich dachte nämlich lange Zeit das hätte ich längst,da ich bereits mit 16Jahren sogut wie weg war aus dem Elternhaus und auch zeitweise weit weg,auch im ausland.

    ich merke das daran, dass mich die katastrophenmeldungen von meiner mutter nicht mehr so mitnehmen wie früherh. wenn sie betrunken anruft, lege ich auf. klar mache ich mir meine gedanken, aber ich habe keine schlaflosen nächte mehr. ich fahre auch nicht mehr hin, wenn ich lange nix gehört habe. ich bemitleide sie am telefon nicht mehr. und vor allem anderen: ich habe kein schlechtes gewissen mehr. es ist ihr leben, sie hat es in der hand, ich nicht. ich bin für meins verantwortlich, das ist schwer genug :wink: .

    lieben gruß

    lavendel

    hallo weisse maus,

    herzlich willkommen hier im forum. ich hab dich mal hierher geschoben, in der anderen rubrik gehts weniger um die angehörigen, und als solche bist du ja hier.

    was du schreibst ist wirklich heftig.

    eigentlich ist das "übliche" procedere ja vorgegeben: mit dem partner reden, wenn er nüchtern ist, sagen was man sich wünscht, dass man so nicht mehr weitermachen möchte. im besten fall will der abhängige partner selbst vom alkohol loskommen, dann wäre ein gang zum hausarzt dran, eine entgiftung, eine reha und/oder kur, besuch einer selbsthilfegruppe.... aber wie du schreibst bin ich mir nicht sicher, dass dein mann für sowas zugänglich wäre.

    also geht es in erster linie darum, dich zu retten. ich würde auch mal gucken, was es in deiner stadt an hilfsmaßnahmen geben könnte. suchtberatung, psychosozialer dienst, angehörigengruppen.

    was du da führst, ist ja kein leben mehr, hat nichts mehr mit einer ehe zu tun, und du solltest dich fragen, warum du das noch immer mitmachst, und was dich daran hindert zu gehen. denn wenn du schon an selbstmord denkst, brauchst du wirklich dringend hilfe. und wenn da wirklich gewalt im spiel ist könntest du zum beispiel die polizei rufen, warum tust du das nicht? wenn du so nicht mehr leben willst, musst DU etwas tun, dein mann scheint ja keine anstalten zu machen. kann dir nur dringend raten, dein leben in die hand zu nehmen, du hast auch nur eins.

    lavendel

    liebe elfriede,

    das sind ja mal wieder gute nachrichten. medizinisch kann ich das zwar nach wie vor nicht beurteilen, aber für mich hört es sich schon wieder viel beruhigender an.

    und wenn du demnächst "nur" noch 30 km fahren musst, könntest du vielleicht auch mal ein klitzekleines bisschen an dich denken, dir was gutes tun und kraft tanken. ich denke, der körper läuft in solch einer situation auf hochtouren, aber das kann er nicht ewig. ich kann mir vorstellen, dass das derzeit deine geringste sorge ist, aber du musst wirklich aufpassen, dass du dich nicht überforderst.

    wünsche dir immer noch - und immer wieder :wink: viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo girasol,

    herzlich willkommen hier im forum. schön, dass du hergefunden hast und dir hilfe suchst - allein ist es oft einfach zu viel, mit solch einem problem fertig zu werden, und ich denke, dass es dir auch gut tun wird zu sehen, dass du damit nicht alleine bist.

    das thema eltern und alkohol finde ich ein ganz schwieriges - denn irgendwie bleibt man doch immer kind, möchte von seinen eltern geliebt werden, ihnen gefallen, keinen streit haben - das ist auf der einen seite ganz normal. auf der anderen seite gibt es aber auch situationen, wo sich so etwas gegen einen selbst wendet - und das scheint mir hier bei dir der fall zu sein.

    und da bleibt irgendwann wirklich nur noch die distanzierung - oder funkstille, wie karsten schreibt. meine eltern sind/waren auch alkoholiker, und mich hat das als kind und auch noch als junge erwachsenen sehr mitgenommen, ich hatte schuldgefühle, meinte, ich müsse doch was tun können, es wären doch meine eltern, ich könne sie nicht hängen lassen, liebesgebot "du sollst deine eltern ehren...". irgendwann hat mich das so fix und fertig gemacht, dass ich letztlich die wahl hatte: lasse ich es zu, dass sie mich kaputtmachen, oder distanziere ich mich?

    ich hab mich dann für letzteres entschieden, und bin heute sehr froh darüber. ich wäre sonst untergegangen. mein vater ist mittlerweile gestorben - leberzirrhose und leberkrebs, meine mutter trinkt nach wie vor - mit trockenen abschnitten. natürlich denke ich oft an sie, aber es hilft ja nichts. ich habe für mich beschlossen - und ihr das auch gesagt - dass ich nur noch mt ihr rede, wenn sie nüchtern ist. gespräche über ihre alkoholkrankheit gibt es nicht mehr, das hat keinen sinn. im zweifel weiss sie sowieso alles besser, und mich regt das nur fürchterlich auf. das will ich nicht mehr.

    du musst für dich schauen, wie du deine kraft einsetzt. du hast eine eigene familie, du hast kinder, die eine stabile mutter brauchen. du hast dein leben, und für das bist du verantwortlich, und das solltest du dir so schön wie möglich machen. dein vater hat seins, und es ist seine entscheidung, was er damit macht. wenn er trinken will und das ok findet, wirst du ihn nicht vom gegenteil überzeugen können. wenn der die reha dir zuliebe macht ist es fraglich, ob sie dauerhaft erfolg haben wird. ich kann dir wirklich nur raten, dich auf dich zu konzentrieren. alles andere ist seine sache.

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo nima,

    willkommen hier im forum.

    zu deiner frage: nein, ihr könnt eure mutter nicht zwangseinweisen lassen. das geht ganz einfach nicht, solange sie noch das wort "nein" über sie lippen bringt. und zum zweiten teil deiner frage: einweisen lassen um ihr zu helfen? geht auch nicht. man kann einem alkoholiker nicht "helfen" trocken zu werden, wenn er es nicht will, und so schon garnicht. tatsächlich muss ein alkoholiker von sich aus aufhören wollen zu trinken, sonst klappt das nicht. er/sie muss das aus eigenem antrieb tun, sich kümmern, erst einmal einen (ärztlich überwachten) entzug machen und sich dann ausgiebig mit der krankheit alkoholismus auseinandersetzen. sowas kann in einer stationären oder ambulanten therapie passieren, oder eben in einer selbsthilfegruppe.

    aus deinen worten schliesse ich aber, dass sie das nicht will und nicht tun wird. habt ihr schon mal versucht, im nüchternen zustand mit ihr zu reden, ihr zu sagen, dass euch das weh tut, dass ihr angst um euren kleinen bruder habt, dass er schaden nehmen könnte? das wäre ein erster schritt.

    wenn das nicht fruchtet könntest du mal überlegen, in deiner stadt zur suchtberatung zu gehen und dort zu fragen, was es für möglichkeiten für deinen bruder gibt, so etwas weiss ich einfach nicht. wenn es ganz schlimm würde, könnte man vielleicht auch über eine pflegefamilie oder sowas nachdenken, oder ihn bei verwandten unterbringen? aber da bin ich überfragt, da müsstest du wirklich in einer suchtberatung oder vielleicht auch beim jugendamt nachfragen, wie das gehandhabt wird, wenn einem minderjährigen schaden droht. wie sieht das denn mit dem vater aus?

    was ihr noch tun könnt: mit deinem bruder zu reden. ihm klar machen, dass er keine schuld an der situation hat, dass er ncihts dafür kann, und auch nichts daran ändern kann. kinder beziehen das trinken ihrer eltern oft auf sich und fühlen sich schuldig. das solltet ihr zusehen, dass ihm das nicht passiert.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo lexe,

    willkommen hier im forum.

    zu deiner konkreten frage, ob es erpressung ist, wenn du den kontakt mit deinem vater verweigerst, solange er trinkt: nein. du musst für dich schauen, was für dich gut ist. wenn dir der kontakt mit ihm nicht gut tut, solltest du ihn vermeiden. dass er deshalb eine therapie anfängt, glaube ich allerdings auch nicht.

    ich halte es mit meiner alkoholkranken mutter so, dass ich mich sehr distanziert habe, weil ich sie nagetrunken nicht ertrage. ich lege auch grundsätzlch auf, wenn ich am telefon das gefühl habe, dass sie nicht nüchtern ist. ich hab ihr mal klipp und klar gesagt, dass ich nur umgang mit ihr haben will und werde, wenn sie nüchtern ist. es liegt also an ihr, ob sie kontakt mit ihrem kind hat oder nicht.

    gruß

    lavendel

    hallo tiger,

    herzlich willkommen hier im forum.

    ich kann mich henri nur anschliessen: ihr solltet mit ihr reden, wenn sie nüchtern ist, und von euren gefühlen erzählen, dass ihr euch sorgen macht und dass sie ewas tun sollte. aber zwingen könnt ihr sie nicht, ihr könnt nur hoffen. was ich mir auch vorstellen könnte: dass du mal im internet nach selbsthilfegruppen bei euch in der nähe suchst (kreuzbund, aa, guttempler), das ausdruckst uns es ihr hinlegst. einfach um zu demonstrieren, das ihr euch GROSSE sorgen macht. ein gespräch kann man verdrängen, aber solch eine auflistung könnte vielleicht auch an ihr nagen.

    zu dem was carp suggeriert: sorry, das halte ich für schmarrn. ihr seid nicht "schuld", dass eure mutter trinkt, ihr seid auch nicht für ihre einsamkeit verantwortlich. und ihr habt keinerlei verantwortung in dem sinne, sie hat euch großgezogen und jetzt schuldet ihr ihr was. natürlich, sie ist eure mutter, aber dass sie trinkt, ist ihre entscheidung. lasst euch da bloss kein schlechtes gewissen einreden, sowas ist ganz mies.

    wie alt ist denn deine kleine schwester? ist es irgendwie abzusehen, dass sie auch ausziehen könnte, wenn deine mutter weitertrinkt und es für sie zu belastend wird?

    lieben gruß

    lavendel

    hallo niyati,

    willkommen hier im forum.

    zu deinen konkreten fragen kann ich dir kaum einen rat geben, zumal du sie dir ja schon fast selbst beantwortest: du möchtest nicht mehr vermieterin und jobgeberin sein: dann lass es! zumal du ja selbst sagst, dass es dir alleine gar nicht so schlecht geht.

    du möchtest geliebte bleiben. er will, dass du weiterhin alles für ihn bist, wenn nicht, will er dass du die bezieuhung beendest. das finde ich alles ziemlich verquer. wenn er unter diesen umständen nicht will, sollte er die beziehung beenden, wieso will er dass du das tust? und du musst für dich entscheiden, womit du leben kannst und willst.

    mal ganz hart: er lebt quasi von dir, er hat dich angelogen, dein auto betrunken zu schrott gefahren, hat mehrfach gegen bewährungsauflagen verstossen, es interessiert ihn nicht die bohne, dass du nur mit einem trockenen mann zusammen sein willst, er will weitertrinken und im warmen nest sitzen.

    du musst für dich entscheiden, ob du das willst. ob das für dich eine ausgeglichenen partnerschaft ist. ob das ihn bei dir haben alles andere aufwiegt. die entscheidung kann dir keiner abnehmen. ich würds ganz sicher nicht wollen.

    gruß

    lavendel

    hallo stefka,

    guck mal, was du in deinem ersten beitrag hier geschrieben hast:

    Zitat

    doch vor zwei Wochen sind wir zusammengezogen und als ich nach einer Woche dann gesehen habe, dass zwei leere Rumflaschen irgendwo in einem Schrank standen, gingen die Alarmglocken an. Das war nämlich der Teil, den ich nicht gesehen habe. Die paar Bierchen und Weine habe ich ja mitgekriegt, aber das auch noch???

    Ich habe dann direkt mit ihm gesprochen und gesagt, dass ich mir ernsthaft Sorgen darüber mache. Er sagte, er habe das jetzt gehört und verstanden. Okay, dann mal sehen, was daraus wird... Weihnachten habe ich dann festgestellt, dass direkt morgens schon Brandy getrunken wurde.

    wenn ich das so lese habe ich wenig zweifel, dass dein freund ein ernstes problem mit alkohol hat. rechne mal nach: zwei wochen zusammenleben = zwei leere rumflaschen, da ich mal annehme, dass er nicht mit leergut umgezogen ist. dazu noch die paar bierchen, die du aufzählst: bei mir würden die alarmglocken aber lautstark schrillen.

    du bist aber jetzt - knapp drei wochen später - schon wieder so weit, nur weil er sich momentan scheinbar zusammennnimmt:

    Zitat

    Jetzt komme ich total ins Zweifeln, ob denn meine Forderung, ganz mit dem Alkohol aufzuhören, nicht übertrieben ist. Vielleicht mache ich mich ja nur selber verrückt und die Sache dadurch erst richtig schlimm?

    weisst, das spielchen und diese gedanken hab ich bei meinem partner auch gehabt, ein dreiviertel jahr lang. er hat mich auch nicht geschlagen, mit sachen geworfen, auf der parkbank geschlafen - was imer du dir unter einem "schlimmen" alkoholiker vorstellen magst. tatsache war aber, dass er nicht mit alkohol umgehen konnte. natürlich gab es immer wieder phasen, wo es mir schien, als habe er einen "normalen" umgang, eben die von dir genannten zwei bierchen. da hab ich dann auch wieder gehofft und gedacht, vielleicht bilde ich mir das nur ein, ist ja vielleicht doch nicht so schlimm, vielleicht übertreibe ich ja doch nur.

    und dass man "die sache" durch reden erst recht schlimm macht ist quatsch. entweder ist er alkoholiker, dann trinkt er sowieso. oder er ist es nicht, dann dürfte er auch kein problem haben es zu lassen, wenn es dir sorgen macht. natürlich ist es bei uns "schlimm" geworden dadurch, dass ich meinen partner immer wieder darauf angesprochen hab und ihm damit sicher auch gewaltig auf die nerven gegangen bin. schlimm in dem sinne, dass es häufiger krach gegeben hat. getrunken hätte er sowieso.

    ich kann dir nur raten, dich auf den bauchgefühl zu verlassen und wirklich kritisch zu beobachten. aber nichts schönreden um des lieben friedens willen. ich persönlich glaube nach deinen schilderungen, dass dein freund ein alkoholproblem hat.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe elfriede,

    ich freue mich sehr, dass es so gut läuft mit deinem mann im krankenhaus. was du berichtest, hört sich ja wirklich ermutigend an, auch und gerade wenn lilly ihre geschichte danebenstellt, die ja ähnlich dramatisch war. ich finde es schön, dass es jetzt wieder hoffnung git und ich drücke euch beiden ganz feste die daumen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo marga,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. du hast ja nun schon einiges mitgemacht, mein lieber mann, 21 jahre. tatsächlich kann man dich nur beglückwünschen, dass du ihn aufgefordert hast auszuziehen, wenn er so herumeiert, wie du es schreibst.

    Zitat von Marga

    Ehrlich gesagt, kann ich nicht daran glauben, dass er wirklich abstinent bleiben will. Ich habe große Angst, nur wieder hingehalten zu werden, damit ich brav weiter für ihn da bin und immer alles regele. Alle reden auf mich ein, dass ich jetzt zu ihm halten muss, sonst ist der Absturz vorprogrammiert.Marga

    erstmal dazu: ob er abstürzt oder nicht, hat nichts damit zu tun, was DU tust. ein abhängiger muss für sich entscheiden, ob er ernsthaft ein abstinentes leben führen will oder nicht. wenn dein mann jetzt die entgiftung und die kur nur gemacht hat, damit du ihn nicht rauswirfst, wird das nichts, dann wird er ziemlich sicher wieder rückfällig. nasse alkoholiker machen das oft so, dass sie eine zeitlang "brav" sind, damit die angehörigen sich beruhigen, und dann fangen sie wieder an. das ist eine übliche taktik, hat mein partner auch gemacht.

    Zitat

    Wieder einmal dreht sich alles nur um seine Krankheit und um ihn.
    Weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Neue Chance geben? Keine Ahnung, die wievielte das wäre..... Schlussstrich ziehen? Bin ich dann Schuld, wenn er es wieder nicht schafft?

    zu letzterem: siehe oben: NEIN, du bist nicht schuld. du setzt ihm ja schliesslich nicht die flasche an den hals, das macht er selbst. wirklich raten kann ich dir nicht, ich kenne ja deinen mann nicht.

    was ich machen würde: erstmal getrennte haushalte, wie du es ja jetzt organisiert hast. mein eigenes leben leben und versuchen zu geniessen. mich verwöhnen. nur an mich denken. und beobachten, was das gegenüber macht. mich auf mein bauchgefühl verlassen, ob er es ernst meint. nichts mehr regeln in seinem leben, er ist schlisslich erwachsen. und einfach gucken, was passiert. genau wie du schreibst: es dreht sich wieder mal nur um ihn. DU solltest jetzt schleunigstens anfangen, DICH um DICH SELBST zu drehen. du hast schliesslich auch nur ein leben.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ydubo,

    kann mich elki nur anschliessen. das macht ja (unter anderem) gerade die co-abhängigkeit aus, dass eben die angehörigen alles mitmachen, sich alles gefallen machen. sodass der süchtige ja garnicht ernstaft einen grund hat mit dem trinken aufzuhören. er hat doch beides, eine familie UND den alk.

    tatsächlich hilfst du ihm tatsächlich eher, wenn du gehst, und andersherum: wenn du bleibst, unterstützt du indirekt seine sucht und seinen absturz. versuch es mal so zu sehen. und manchmal ist die trennung wirklich der tritt, den der süchtige braucht, um aufzuhören. ich kenne einiger solcher beispiele.

    lieben gruß

    lavendel