Hallo Svenne,
ich bin seit 16 Jahren trocken & nüchtern.
Alkohol ist für die Betriebsdiensttauglichkeit nicht erforderlich ![]()
Peter
Hallo Svenne,
ich bin seit 16 Jahren trocken & nüchtern.
Alkohol ist für die Betriebsdiensttauglichkeit nicht erforderlich ![]()
Peter
So, Ihr Lieben,
die ihr mich heute mit guten Wünschen in die neue Firma geschickt habt. Vielen Dank!!
Es war natürlich erstmal ein Beschnuppern, aber das sehr locker und entspannt. Trotzdem habe ich gehörigen Respekt vor dem Lernstoff, den ich in diesem Monat bewältigen muss. Dann, voraussichtlich im Juli, wartet ein zweiter Block mit sehr viel hochmoderner Technik auf mich. Wie es so im Bahnbetrieb läuft, ist alles an Kontrollen und Prüfungen geknüpft, da muss ich durch. Aber als ich ins Ahrtal zog, war ich auch fast zehn Jahre jünger und hab das lockerer bewältigt. Na, ich werd es schon schaffen, zur Not wird halt eine Prüfung wiederholt. Der erste Tag ist geschafft, das ist beruhigend. Morgen fahre ich den ganzen Tag durch die moorige Gegend und schaue mir alles genau an. Es ist ein schönes Gefühl, daß ich mich am Ende des ersten Arbeitstages auf den zweiten Tag freuen kann.
VG, Peter
Heute schließe nun auch beruflich mein Kapitel im Ahrtal. Um neun Uhr beginnt der erste Arbeitstag in der neuen Firma. Ich glaube, unbewusst habe ich auch deshalb so lange gebraucht, um meinen Wegzug aus dem gefuteten Tal anzugehen, weil ich Angst vor diesem Tag hatte. Was erwartet mich dort? Wie werde ich aufgenommen? Wie sind die Kollegen? Es wäre für mich nicht das erste Mal, daß sich die wahre "Chemie" nicht im Vorstellunsggespräch, sondern im Arbeitsalltag zeigt. Aber nun... es geht nicht anders, als es auszuprobieren. Bisher war alles ausgesprochen freundlich und wertschätzend. Ich hoffe sehr, daß es auch so bleibt.
Peter
Für alle: Heute früh aufgenommen.
Ich wünsche uns allen einen wunderschönen 1. Mai!
Lasst es euch gut gehen. LG Peter
Die besoffene Gesellschaft
nenne ich mal meinen heutigen Beitrag. Fast sechzehn Jahre bin ich jetzt trocken und reise nüchtern durch mein Leben. Als ich am 1. Mai 1985 das erste Mal durch das Berliner Kreuzberg ging, war ich noch am Beginn meiner alkoholischen Karriere. Eineinhalb Jahre zuvor war ich nach Berlin gezogen, um mein Abi nachzumachen. Ich lebte in einer WG im bürgerlichen Steglitz und hatte große Ideen ohne jeden Plan. Ich war empfänglich für alles Neue. Inklusive Alkohol.
Es gibt viele Tage im Jahr, die alkoholbeladen sind... Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der deutschen Einheit und und und... Aber nichts hat mich so erstaunt, wie das Massentrinken und die Auswirkungen, wie die zum 1. Mai.
Freunde riefen zum Umzug auf und schon Tage zuvor konnte ich erstaunt und fasziniert beobachten, wie sich viele verschiedene Gruppen darauf vorbereiten. Am Lausitzer PLatz sollte ein großes Familien-Fest sein, auf dem Mariannenplatz vor der Schokofabrik war Party angesagt und in der Oranienstraße ein großer Umzug. Es war im Grunde eine riesige bunte Sache, natürlich auch politisch. Der 1.Mai ist schließlich Tag der Arbeit. Mit einer Freundin erkundete ich die verschiedenen Orte des Festes.
Ab dem frühen Abend hörte ich das bislang nur ab und wahrgenommene Tatütata der Feuerwehr und Polizei als Dauermusik. Wir begriffen gar nicht, wo es "knallte", wie man so sagte. Oranienplatz? Adalbertstraße? Wo sind die Scheiss-Bullen jetzt? Und so weiter. Der Kneipenbetrieb ging weiter, man wollte ja dabei sein. Aber je dämmriger es wurde, desto blauer wurde es. Aus den Häusern flogen Wurfgeschosse... kleine Steine, Tassen und alles, was sehr weh tun könnte. Auch ein Gullideckel wurde mal von einem Dach auf die Polizei geworfen. Es war nicht zu unterscheiden, wer wen bekämpfte. Das Familienfest auf dem Lausitzer Platz war ein Schlachtfeld. Straßenlaternen, die mit Gas betrieben wurde, rissen Demonstranten raus, um die Gasleitungen in Brand zu setzen (was nicht gelang). Kleine Einkaufsläden wurden in großer Eintracht von linken Radikalen und jungen Türken geplündert, große Läden auch. Stolz berichtete das linke Lager, daß Kreuzberg nun "bullenfrei" sei. Wir machten uns aus dem Staub und ab diesem ersten Mai ging ich nie wieder zu einer dieser sogenannten revolutionären 1. Mai-Demo.
In den folgenden Jahren steigerten sich Gewalt und Hass. Schon Wochen vorher berichtete die eine oder andere Seite, was wohl passieren könnte und das meiste traf dann auch ein.
Bis heute wiederholt sich dieses doofe Spiel jedes Jahr mehr oder weniger schlimm. Die Demo-Teilnehmer sind schon die soundsovielte Generation. Was immer gleich blieb, war der enorme Alkoholkonsum. Schon am Tag vorher, in der Walpurgisnacht, werden Unmengen konsumiert. Natürlich nicht nur Alkohol, aber der hauptsächlich. Ich habe türkische Kleinunternehmer erlebt, die Tapeziertische aufbauten und darauf Bierdosen anboten. Ein Supermarkt wurde aufgebrochen und noch vor der Tür wurden die Dosen weiterverkauft. Der Absatz war riesig.
Mich hat die Gewalt schockiert. Von jeder Realität losgelöster Hass auf alles. Diese Gewaltorgie wäre ohne Alkohol gar nicht möglich gewesen, aber trotzdem geschieht jedes Jahr dort das Gleiche. Mittlerweile unterstelle ich vielen Teilnehmern Vorsatz. Man bewegt sich in einer Art rechtsfreiem Raum und kann sich Alk und Gewalt hingeben. Der Alkohol ist nachwievor der Enthemmer, mit dem sich dann im Laufe des Tages die Gewalt durchsetzt. Bis heute verstehe ich nicht, warum man Alkohol dann nicht verbietet. Ich bin sicher, tausende Familien und Kinder würden es danken, die normalen Anwohner auch.
Leider wird mein Wunsch ein Wunsch bleiben. Alkoholkonsum gilt immer noch als hip und Freiheit. Heute sind viele Städte von alkoholgeschwängerten Touris betroffen, die die ganze Nacht lärmend und saufend Plätze und Brücken und andere Orte beschlagnahmen. Neulich war ein Bericht über Bamberg im Fernsehen, daß zur Zeit besonders davon heimgesucht wird. Und so wird auch heute, am 1. Mai wieder überall sehr viel Alkohol öffentlich getrunken - halt: es gibt einen Unterschied zu damals, wenn ich auf den Anfang zurückblicke:
HEUTE trinkt man öffentlich und trägt seinen Alkohol mit sich herum. Das gab es damals noch nicht mal zu Demonstrationen.
Ist es heute also besser, als damals? Was ist anders? Alkohol in der Öffentlichkeit konsumieren ist heute Mode.
Peter
Der Informationstechniker mit Herz ![]()
Sehr schön - danke für diese wertvollen Beiträge und Hilfen.
Peter
Keine leichte Frage. Es hängt stark an den Umständen, denke ich: lebt man zusammen, ist man betroffen von Gewalt? usw...
Ich habe mich oft gefragt: Wäre ich von meinem schrecklichen Suff früher abgekommen, wenn Schwestern, Mutter und Freunde mit mir gebrochen hätten? ... Darauf finde ich keine Antwort. Vielleicht... vielleicht auch nicht. Für mich war es "suffverlängernd", daß meine Mutter mir massiv finanziell geholfen hatte. Aber bei einem Abbruch des Kontaktes hätte es durchaus auch zu meinem ganz persönlichen Absturz kommen können, mit vielleicht tödlichen Folgen. Ich glaube, davor hatten sie Angst.
Als ich einige Zeit trocken war, habe ich gefragt "Warum habt ihr das (meine Säuferzeit) mitgemacht?" und bekam als Antwort "Damit wir dich nicht vollkommen verlieren." Diese Antwort beschämt mich bis heute, auch über den Tod meiner Mutter hinaus.
Wäre ich selber in der gleichen Lage und Angehöriger eines nassen Alkoholikers, würde ich das Weite suchen. Niemand kann erwarten, daß ein Angehöriger wartet, bis der Alkoholiker Einsicht zeigt. Der Angehörige kann in dieser Zeit eher untergehen, als der vermeintlich zu beschützende Säufer.
Bei einer engen Beziehung ist es ein Abschied in Liebe, weil man keinen Einfluß auf einen nassen Alkoholiker hat.. "Geh und werd gesund."
Das gilt manchmal durchaus für beide... den Alkoholiker und den Angehörigen.
VG Peter
Hallo MadMax,
das alles zu begreifen und in einem deutlichen Licht zu sehen, ist wirklich sehr schwer. Ich versteh dich gut.
Allein das man seine Partnerin an den Alkohol verliert, ist kaum begreifbar - aber es ist so und du bist nicht der erste, der das erleben muss.
Auch wenn sie eine schwere Zeit hatte und hat: für das Auflösen der Beziehung bist nicht du verantwortlich, MadMax.
Das hat sie getan, indem sie sich für den Alkohol entschieden hat und Alkohol löst fast jede verläßlich Beziehung auf. Die spielst nur noch eine (funktionierende) Nebenrolle.
Der Zeitpunkt, etwas zu unternehmen, ist immer unpassend. So wie Rückenschmerzen und Zahnweh immer unpassend kommen: "Auch das auch noch jetzt!" ...
Du tust dir Gutes, wenn du dich um dich kümmerst. Nach allem was du durchmachst und schreibst, weisst du das glaube ich auch.
VG Peter
Hallo MadMax,
einer deiner ersten Beiträge hier war glaube ich sehr authentisch: die schriebst von deinem Wunsch, dich abzugrenzen und einen Cut zu machen.
Ich weiss nicht, ob es im weiteren Verlauf schon angesprochen wurde, aber nach allem, was du schreibst, ist diese Abgrenzung dringend erforderlich, wenn du nicht untergehen willst.
Wie wäre es mit Vorbereitungen, dir eine eigene Wohnung zu suchen? Eine räumliche Trennung könnte der erste Schritt sein für eine Abgrenzung. Das schreibt sich alles leicht, ich weiss. Aber nach allem, was ich von dir lese denke ich: du solltst vor allem an dich denken. Wenn Gewalt im Spiel ist, macht das diesen Schritt um so wichtiger für dich.
VG Peter
Neun Monate! Mein lieber Scholli... mir kommt es vor, als seist du schon viel länger dabei ![]()
Gut gemacht, Hanseat. Ich freue mich für dich.
LG Peter
Hallo Freunde!
Tag 13 in der neuen alten Heimat. Der Pollenflug belastet mich, ein ordentlicher Regen wäre schön, ist aber nicht in Sicht. Bisher ist hier alles so angenehm, daß ich mich kneifen möchte. Gerade habe ich Fenster und Türen aufgerissen, um frische Luft reinzubekommen. Die Vögel, wie üblich, machen einen wunderbaren Lärm, aber heute höre ich auch das erste Mal die Kühe auf der Weide, wie wunderbar. Ich würde am liebsten hinrennen und sie umarmen ![]()
Seit der Flut fühle ich viel mehr mit Menschen aus Katastrophenregionen, die ihre Heimat verlassen, gleich aus welchem Grund. Das Trauma ist so ungeheuerlich (durch Kriegshandlungen natürlich noch viel schlimmer), und das Ankommen in einer heilen Welt so wunderbar. Auch wenn der Kopf erstmal nicht überein bekommt, was geschehen ist und was nun folgt. Aber Ruhe & heile Welt helfen ungemein. Was um Himmels Willen geht in den Menschen vor, die ihre Lieben zurücklassen mussten. Mir dreht sich alles, wenn ich daran denke.
Vorhin kam mir der Gedanke, das Geld aus meinem Hausverkauf sinnvoll zu nutzen. Ich überlege, ein Haus zu kaufen und es für Kriegsflüchtlinge herzurichten. Die Gemeinde kann dann entscheiden, ob sie vielleicht eine kleine Familie unterbringt. Ich brauche momentan kein Haus mehr, ich bin durch die Flut-Ereignisse froh, zur Ruhe kommen zu können. Mir sind Ruhe und Natur wichtig und beides habe ich gerade wohl gefunden. Meine Baustellen und Pläne kreisen gerade woanders. Das ist ein schöner Gedanke... er gefällt mir. Das könnte ein gutes Projekt werden.
Danke fürs Lesen.
Peter
Liebe Merlyn,
was für eine traurige Nachricht. Das tut mir sehr leid.
Es ist etwas ganz schlimmes, wenn die Mutter stirbt.
Ich denke an dich. Alles Gute!
Peter
Moin Hartmut,
da magst du recht haben. Ich habe auch nur von mir geschrieben, von meinem Suchtverhalten, das ich gut kenne.
Mir ging es um das Suchtpotential, um das Verrückte, daß man den Körper zerstört, weil einem der Stoff "gut" tut.
Nikotin, Alkohol, Zucker - manche können damit umgehen, manche nicht. Als süchtig machend sehe ich alle drei.
Ich würde es auch nicht analog anwenden, wie du im letzten Satz angedeutet hast. Da würde ich auch sofort reagieren.
Peter
Guten Morgen Freunde,
vielen, lieben Dank für die Willkommensgrüße in der alten und neuen Heimat!
Zehn Nächte in der neuen Wohnung habe ich schon hinter mir, die Zeit rast irgendwie an mir vorbei. Ich schlafe hier prima, ich wache nachts nicht auf und wenn ich morgens pünktlich um sechs Uhr wach bin sehe ich nicht auf Trümmer und kaputte Landschaft mehr. Allein das ist ein kleines Wunder, das ich sehr geniesse.
Natürlich merke ich die Erschöpfung des Umzuges und der letzten Monate an und in mir. Aber ich kann nun auch sagen "Hey Peter - das Schlimmste ist vorbei!" ... Das Neuorganisieren mache ich eigentlich ganz gut: gestern zum Beispiel war ich in einer Gemeinschaftspraxis, ich brauche ja einen neuen Hausarzt. Ich habe die Abläufe beobachtet und die (blöde, affektierte) Sprechstundenhilfe, die ihr Programm abspult, während hinter ihr an der Wand eine Art Umgangsregel hängt: wie man gut miteinander umgeht. Das hat sie wahrscheinlich noch nie gelesen
Ich grinse in meine Maske hinein und denke: "Du wirst mir hier nichts vergällen, du doofe Kuh!" und bleibe freundlich. Früher bin ich an solchen Vorzimmermenschen schier verzeifelt. Da bin gelassener geworden.
Während ich dies schreibe, höre ich den Vögeln zu. Es sind viel mehr Rotkehlchen hier, das ist ganz zauberhaft, wie diese schüchternen und schönen Vögel vor dem Fenster herumhüpfen. Auch schöne dicke Amseln sehe ich. Die Eigentümer des Hauses tun alles, um hier alten Baumbestand zu retten. Riesige Insektenhotels haben sie gebaut, die fast wie Kunstwerke aussehen. Manchmal denke ich, daß ich in einem hübschen kleinen Park lebe. Ein Eichhörnchen rast immer an der großen Baumgruppe rauf und runter. Schaut es mir bein frühstücken zu? Ich fühle mich angenehm beobachtet ![]()
In zehn Tagen ist mein erster Arbeitstag. Heute rufe ich in der neuen Firma an und sage, daß ich angekommen bin. Das wird die nächste Stufe des Ankommens in der neuen Heimat und auch das kriege ich schon hin.
Peter
ich glaube Alkoholsucht und Nikotinsucht kann man nicht vergleichen
Meine Sucht begann mit Gewohnheit. Aus Gewohnheit wurde Mißbrauch und aus Mißbrauch irgendwann Abhängigkeit. Ich tue mir einen Stoff an, weil ich fühle, daß dieser Stoff mir gut tut, daß es hilft oder aus sonst irgendeinem Grund.
Leider gibt es keine Treppenstufen zwischen diesen Stadien an denen man erkennen könnte: "Oh, Mist! Schon wieder eine Stufe mehr zur Abhängigkeit!". Selbst wenn es diese Treppenstufen gäbe, würde der süchtig denkende Mensch schnell wegschauen: der nächste Schluck, die nächste Kippe und der nächste Schokoriegel sind schöner. Es ist alles fließend und es ist bei jedem Menschen ein wenig anders. Bei mir ist der gedankenlose Konsum von Alkohol, Nikotin und Zucker sehr ähnlich und ich vergleiche das durchaus. Beim Suchtpotential von Alkohol und Nikotin bin ich mir sicher, daß es mindestens gleich stark ist, bei Zucker weiss ich es nicht, halte aber Zucker für durchaus gefährlich: man fügt sich das Zeug in jeder möglichen Form zu, obwohl man weiss, wie gefährlich er ist. Während ich dies schreibe merke ich, daß dies mein nächstes Projekt werden könnte. Zuckerfrei oder zumindest zuckerärmer leben. Es würde auch meine Kilos purzeln lassen
Alkoholsucht und Nikotinsucht und auch die Sucht nach Zucker kann ich vergleichen: jeder Stoff wirkt anders, aber bei jedem dieser Stoffe ist schon die Vorstellung vor einem möglichen Entzug zumindest "unbehaglich", weil man weiss, daß es nicht einfach wird. Ich selber bezeichne mich immer als "Suchtmensch". In dieser Hinsicht habe ich kapiert, wie ich ticke.
Mir ist Gesundheit und auch das Leben sehr wichtig. Ich kann jetzt besser Durchatmen und dafür lohnt es sich schon. Das die Gehirnzellen und die Leber aufgelöst werden, also das ist doch mal ein Hammerargument GEGEN Alkohol!
Es ist das beste Argument. Aber auch, das Rauchen einem Menschen ab einem bestimmten Punkt die Luft zum Atmen nimmt und man schrecklich dran verreckt.
LG Peter
Hey, schön! Alles Gute, Elly! Supi ![]()
Peter
"Bleiben Sie dran!" ![]()
Hallo Thomas,
willkommen im Forum auch von mir. Schön, daß du da bist!
Deine Frage ist gut, und auch ich bin darüber anfangs manchmal gestolpert.
Abgesehen von meiner Mutter, die das Thema Alkoholsucht / Krankheit nicht richtig wahrhaben wollte - und die daher auch nicht verstand oder verstehen wollte, habe ich mich nach einigem Herumtasten so entschieden:
Diejenigen es etwas angeht, habe ich informiert. Aber nur die. Du allein entscheidest, wer das sein soll und kann.
Alle anderen erfahren es nur, wenn ich will. Fragen sie aber von sich aus, sage ich die Wahrheit. Ich habe noch nie erlebt, daß ich damit schlecht gefahren bin. Im Gegenteil, die Neugier und die Achtung überwiegen. Wir sind schließlich nicht die einzigen Alkoholiker auf der Welt, auch wenn einem das anfangs manchmal so vorkommt.
Lieben Gruß
Peter
Hallo Politurat,
herzlich willkommen hier im Forum auch von mir.
Dann bist du bereits ca. 6 Monate trocken, oder? Das ist eine großartige Leistung-
Was meinst du damit, daß "Alkohol nur ein Mittel zum Zweck war"?
Was ist dann die zweite Baustelle?
Peter
Hallo Claudia,
das muss schlimm für dich sein. Ich sage es mal etwas drastischer: das war ein brutaler Schlag ins Gesicht. Deine Hilfe und deine Bereitschaft werden nicht gewürdigt. Er spielt mit dir, Claudia. Die Sucht bestimmt ihn nachwievor. Ich vermute, daß hat dir ein bisschen weiter die Augen geöffnet. Gib´ihm nie wieder das Auto. Soll er sehen, wie er zurecht kommt. Und wenn er mal nach etwas verlangt oder bittet, sag´auch mal "Nerv´nicht!" und lass ihn stehen - so schwer das fällt. Ich möchte hier nicht eine räumliche Trennung vorschlagen ... aber darüber nachzudenken, halte ich durchaus für überlegenswert. Du hast nicht verdient, dich täglich x-Mal mit der überlegten, rohen Art deines abhängigen Sohnes auseinandersetzen zu müssen.
Er muss es selber begreifen. Ohne deine (verständlichen) Angebote.
Lieben Gruß
Peter