Beiträge von Frank71

    Ok, nachdem ich nun von vielen Seiten den Kopf gewaschen bekommen habe werde ich in Zukunft von solchen Vorhaben Abstand nehmen.

    @Karsten: Warum soll ich hier nicht davon schreiben? Soll man hier im Forum also nur von den vorbildlichen Dingen schreiben und nicht davon berichten was wirklich vorgefallen ist?

    Stolz. Nunja. Eher positiv überrascht das es ein nettes Erlebnis war. Aber nach den geballten negativen Kommentaren hier scheint es mir im Nachhinein eine dämliche Idee gewesen zu sein. Mea Culpa.

    Ich habe nun mein erstes alkoholfreies Wochenende in einer Kneipe hinter mich gebracht.

    Vergangenen Samstag war ein Treffen mit alten Freunden angesagt, ich wollte nicht einfach schon wieder absagen und fühlte mich stabil genug den Fahrer zu spielen.

    Das Autofahren war für mich ein guter Sicherheitsanker keinen Alkohol zu trinken. Mein guter Freund wusste sowieso bescheid, aber da war noch ein Bekannter den ich nicht so gut kenne.

    Am Anfang war die Lokalität noch leer und ich befürchtete schon einen extrem öden Abend, als ich so an meiner Cola Light nippte.

    Nach einer Stunde sah es aber schon anders aus und es entwickelten sich interessante und lustige Gespräche. Das ich nicht trinke wurde nicht thematisiert und es fielen auch keine abfälligen Bemerkungen.

    Gegen zwei Uhr morgens wurden dann auch meine Begleiter müde, sie waren angetrunken aber durchaus noch zu sinnvollen Gesprächen fähig.

    Ich fuhr die Jungs nachhause und fiel meinerseits ziemlich bald ins Bett.

    Sonntag und Montag stand dann Wandern auf dem Plan, den Muskelkater kurier ich heute noch aus.
    :)

    Hallo!

    Lindi :

    Zitat

    Deine Schwierigkeit ist wohl das "Dich selbst aushalten"

    Da ist was dran Lindi. Nicht umsonst war ich um die zehn Jahre in verschiedenen Therapien. Sich selbst zu mögen ist für mich ein kontinuierlicher Prozess, dunkle Erinnerungen aus der Kindheit/Jugend wabern da immer wieder hoch und ich muss mich schon bewusst darauf konzentrieren positive Dinge wahrzunehmen.

    Ich habe mich selbst ein paar Jahre mit Buddhismus (Tibetanisch, Chinesisch, Japanisch), Hinduismus, Daoismus und ein paar nicht asiatischen Glaubenssystemen beschäftigt. War alles nicht meine Tasse Tee um es mal so zu sagen.
    :wink:

    Aber die Beschäftigung damit, während meiner frühen Selbstfindungsphase (typisch 80'er Jahre eben), hat meinen Horizont erweitert. In vorherrschenden Judäo Christlichen System habe ich mich ziemlich eingesperrt gefühlt. War gut zu sehen das es noch mehr auf dieser Welt gibt.

    Chinesisch lernen ist eine echte herausforderung, wie Du wahrscheinlich weisst. Ich versuche gerade meinen chinesischen Namen schreiben zu lernen... z.Zt. auf dem Niveau eines Erstklässlers.
    :lol:


    klabund :

    Ich verstehe. 'Verrückt' eher im Sinne von Angst vor der eigenen Courage. Ein solches Projekt ist zur Zeit meine Selbstständigkeit. Da sie noch neu ist und das Unternehmen nicht etabliert ist stelle ich mir ab und an die Frage ob das Projekt nicht meiner gestörten Phantasie entsprungen ist und ich mir nicht lieber einen 'normalen' Job suchen sollte.

    dorothea :
    Danke für die Bestärkung, ich finde auch das es zunächst mal am wichtigsten ist um jeden Preis keinen Alkohol zu trinken.
    Sinn des Lebens, Selbstfindung, usw. ist meiner Ansicht nach sowieso ein lebenslanger Prozess. Das war schon Thema seit ich denken konnte, auch vor allen Drogen, während allen Drogen und jetzt eben auch. Mich stört ein wenig die Vorstellund die es hier in westlichen Industrienationen gibt das man sich irgendwann 'Selbst gefunden hat' - was genau das bedeutet konnte mir bis heute allerdings niemand erklären...

    Hi Zimbo,
    ja Natur war erst gestern und heute angesagt. Meine Frau und ich sind jeweils 2-4 Stunden durch den Wald gewandert. Wir haben das Glück in einer sehr schönen Gegend dafür zu wohnen. Ich bemühe mich auch die 'positiven Energien' aufzusaugen.
    :wink:

    Hallo allerseits, ich bedanke mich für die rege Beteiligung!

    @Karsten: Danke für den Hinweis das die Zeit in der mir Alk 'egal' sein kann noch kommen wird - das macht schon mal Mut.

    @Uwe: Ich denke zur Zeit auch viel an meine Kindheit und Jugend. Da ich glücklicherweise erst recht spät mit trinken angefangen habe gibt es da noch einige Sachen die ich nun als Erwachsener wieder reaktivieren kann. Kleines Beispiel: Ich war mal leidenschaftlicher Teetrinker, nur pur, Kentnisse der Anbaugebiete & Erntezeiten usw. wäre eine gute alternative zu Kaffee...

    klabund : Verrückt finde ich Deine Projekte gar nicht, sie tragen ja etwas zur Anhebung Deiner Lebensqualität bei. Da eines meiner Projekte ist richtig chinesisch zu lernen, über touristenniveau, kann ich das mit dem Italienisch durchaus nachvollziehen. Ein großes Vorbild von mir ist da ein gewisser Mönch der Anfang des 19. Jahrhundersts in Macao anlandete und sich dann aufmachte in China zu missionieren. Als er in Macao ankahm war er bereits etwas über 60 Jahre alt. Nach wenigen Jahren sprach, lies und schrieb er verhandlungssicher Hochchinesisch, Kantonesisch und noch zwei weitere lokale Dialekte. So etwas zeigt mir das man nie 'zu alt' für etwas ist. Obwohl es sich manchmal so anfühlt.

    @KUD: Die Hilfe eines Therapeuten anzunehmen ist zur Zeit nicht sehr wahrscheinlich für mich. Ich habe bereits um die zehn Jahre in dieser Gesellschaft verbracht und gelernt das es nicht einfach ist einen guten/ eine gute zu finden.

    judecca & HansHa: Danke, meine Schuldgefühle ob des Zockens werden schon geringer... *g*
    Aber ich denke HansHa's Argumente sind schon ernst zu nehmen. Genau aus diesem Grund spiele ich keine MMORPG (Massive Multiplayer Online Role Playing Games) mehr. Da man mit diesen auch soziale Verpflichtungen in der Spielewelt eingeht. Man muss sich ja meist zu festen (realen) Zeiten mit den Mitspielern in der (virtuellen) Welt treffen. Das war mir zu viel Verpflichtung, ein Spiel soll mir Spaß machen und absolut zwanglos sein. Als ich dann noch gehört habe das es einige World of Warcraft (MMORPG Spiel) Clans (Spielergemeinschaften) gibt, welchen man als Aufnahmevoraussetzung seine Harz IV oder ALG I Bescheinigung senden muss (damit man genug Zeit zum Spielen nachweisen kann) habe ich dann doch eher Abstand davon genommen. War mir einfach zu Heiss...

    Hallo Karsten,

    ok dann lassen wir das hier als eigenen Thread stehen. Es könnte sich ohnehin zu einem größeren Thema entwickeln.

    Also ich habe schon viele Dinge auf meiner Liste mit denen ich mich den ganzen Tag beschäftigen könnte. Viele davon haben auch mit anderen Menschen und keinem Alkohol zu tun.

    Mein Problem hiermit ist das ich mich nicht, wie vor 20 Jahren, wieder in ein Hamsterrad begeben möchte. Von Aktivität zu Aktivität hechelnd, nur um mich von trinken abzulenken.

    Das hätte für mich etwas von 'inversem Alkoholismus', keine Ahnung ob es diesen Begriff schon gibt. Damit meine ich jemanden der sich die ganze Zeit damit beschäftigt etwas zu tun um nicht ans trinken zu denken. Also ist man wieder die ganze Zeit mit Alkohol beschäftigt - diesmal nicht mit dem trinken und dem Umgang mit den Nebenwirkungen selber - sondern damit sich mit dem 'nicht trinken' zu beschäftigen. Also dem Alkohol wieder einen großen Platz im Leben einzuräumen.

    Meine Hoffnung auf ein Ziel ist es einen Zustand, ein Leben zu erreichen in dem Alkohol einfach egal ist. So wie mir beispielsweise Heroin egal ist, das habe ich glücklicherweise nie probiert.

    Letztendlich ist es nur eine Flüssigkeit. Ich möchte nicht das mein Leben um die anwesenheit oder eben abwesenheit einer Flüssigkeit kreist.

    Ich habe wohl versehentlich auf 'neues Thema' geklickt anstatt auf 'Antwort erstellen' sorry dafür!

    Kann vielleicht jemand den vorigen Post an meinen Thread 'Notbremse gezogen' anhängen?

    Danke!

    Inzwischen sind um die drei Wochen ohne Alk vergangen. Nachdem die erste Zeit relativ einfach war, merke ich jetzt immer mehr die Gefahr ungeplanter Freizeit.

    Das Wochenende ist angekommen und ich weiss nicht so recht was zu tun. Heute steht wenigstens noch eine Einkaufstour und eine kleine Wanderung mit meiner Frau an. Aber die Abende sind immer seltsam, so nüchtern. Dinge die vorher Spaß gemacht haben, beispielsweise mal ein Computerspiel spielen, machen jetzt weniger Spaß.

    Nun ich denke der Spaß resultierte einfach aus einer besseren Verdrängung dank Alk. Ich komme mir schon etwas seltsam vor mit über 40 Jahren noch zu zocken. Aber was ist die Alternative? Fernseh schauen? Nein Danke! Beim Spielen ist wenigstens der Geist beschäftigt.

    Obwohl ich genug zu tun hätte ist immer aktiv sein auch schlecht möglich. Hätte auch etwas von den Problemen davonrennen. Ich weiss das aus einer ziemlich aktiven Phase meines Lebens, um die 20 hatte ich immer was zu tun und habe viel Trainiert, hervorragende Schulnoten, dann vielversprechendes Studium. Früh mit der (damaligen) Freundin zusammengezogen. Immer aktiv, immer vorbildlich.

    Von außen betrachtet führte ich ein tolles, erfolgreiches Leben welches jede Schwiegermutter glücklich gemacht hätte! Drogen waren zu der Zeit auch (noch) kein Thema.

    Nun mag es überraschen das diese Zeit zu den beschissensten Jahren meines Lebens gehört hat! Niemals wieder habe ich mich innerlich so leer gefühlt.

    Dann ging es mit Kiffen los, Jahre später musste ich auf Alk 'ausweichen'

    So. Nun sitze ich seit paar Wochen wieder hier. Keine Drogen, regelmäßige Arbeit, sportliche Aktivitäten werden wieder aufgenommen.

    Und die Leere kommt wieder.

    Kommt das jemandem bekannt vor?

    Danke für die Tipps Zimbo!

    Ich habe hier schon öfter etwas von einem Notfallkoffer gelesen. Ich denke ich werde mir mal einen solchen zulegen - Filme funktionieren da am besten bei mir.

    Was das Wochenende angeht ist die Planung etwas schwierig da im Moment Stress mit meiner Frau herrscht. Da ist eine konstruktive Wochenendplanung schlecht möglich. Mal sehen ob sich morgen die Gewitterwolken verzogen haben.

    Nun habe ich einen erlebnisreichen Kurs am Wochenende gehabt und war reichlich abgelenkt. Das war auch gut so.

    Nun geht die Woche wieder los und ein Wochenende ohne konkrete Beschäftigung wartet auf mich.

    Heute hatte ich nicht schlecht wieder Lust mich einer Flasche hinzugeben - die Vernunft hat glücklicherweise gesiegt.

    Hallo!

    Vielen Dank für Eure Beiträge in den vergangenen Tagen.
    Leider hatte ich recht viel zu tun, was für mich z.Zt. ein glücklicher Umstand ist da ich so nicht auf dumme Gedanken kommen kann.

    Meinen Arzt habe ich diese Woche wieder gesehen und ich bin jetzt sozusagen offiziell in sein Abstinenzprogramm eingebunden.

    Weiterhin habe ich mir Informationsmaterial einer Real Life SHG Organisation kommen lassen, leider sind die in meinem Ort nicht vertreten. Ich werde also weitersuchen und nach den Rückmeldungen hier auch kirchliche Gruppen ins Auge fassen.

    @Correns: Das mit den Notplänen bei 'dummen Gedanken' ist sehr wichtig, da gebe ich Dir Recht. Ich arbeite noch daran. Das übernächste Wochenende wird da sicher eine Herausforderung, da meine Aktivitäten dann wieder auf ein normales Maß zurückgehen werden.

    In den vergangenen Nächten war es für mich interessant zu sehen das je mehr es mir gelingt das Thema Alkohol in meinem Alltag zu ignorieren, desto mehr kommt es als Thema in meinen Träumen vor. Vor ein paar Nächten saß ich in meinem Traum an einem schönen Pool irgendwo im Süden, mit einem tollen Cocktail vor mir. Wenigstens ist mir auch im Traum aufgefallen das ich nicht mehr trinke, als ich die Hand zum Glas führte. Also hab ich es auch im Traum gelassen.

    Die Krise von gestern ist vorbei - das Schwächegefühl, die schlechte Stimmung und der Saufdruck waren schon sehr deutlich.

    Ich habe mich auf andere Dinge konzentriert, es kamen zwar immer wieder Gedanken an Alkohol hoch aber ich versuchte diese zu ignorieren so gut es geht und an etwas anderes zu denken bzw. mich mit etwas anderem zu beschäftigen. Eine beschäftigung war beispielsweise ein Computerspiel zu spielen, das hat zwar nicht Spaß gemacht aber abgelenkt - was schon viel geholfen hat.

    Später am Mittag gab ich dann meinem Schwächegefühl nach und bin ins Bett, etwas gelesen und dabei eingeschlafen.

    Danach einkaufen fahren, mit einem Abstecher zu einem Elektronikmarkt. Dort zu bummeln hat mir gut getan. Bein Einkaufen natürlich die obligatorische Alkoholparade im Supermarkt, natürlich immer gut positioniert damit ja niemand vergisst auch mal 1-2 Fläschchen mitzunehmen. Ignoriert.

    Der Abend war auch so la la aber immerhin hatte ich 2 unterhaltsame Filme entdeckt.

    Geschlafen habe ich dann sehr gut und heute sieht die Welt schon wieder heller aus. Schlechte Stimmung weg, Saufdruck weg. Auf ein Neues!
    :D

    klarerkopf : Danke für Dein Feedback und die Ermutigung. Die Grundbausteine habe ich mir schon zu Gemüte geführt, da sieht es eigentlich ganz gut aus. Ich bin nur noch auf der Suche nach einer realen SHG ohne kirchlichen Hintergrung, was gar nicht so einfach ist.

    @correns: Ich werde das Forum nutzen, danke! Deine Geschichte, hier im öffentlichen Bereich, war eine der ersten die ich gelesen habe - ich habe meinen gesamten ersten bewussten trockenen Tag mit dem Lesen hier im Forum verbracht. Habe es aber trotzdem nur bis etwas über die Hälfte Deines Threads geschafft.
    :)

    Seit gestern Abend ist der Saufdruck da. Spezielles ist nicht vorgefallen. Es kommt mir so vor als ob etwas in mir gemerkt hat das ich es jetzt wirklich ernst meine und das nicht einfach eine trinkpause von paar Tagen bis Wochen wird. Das ist interessant, wenn auch unangenehm, für mich. Sonst war es kein Problem mal einige Tage bis einige Wochen nichts zu trinken. Nun scheint ein Teil von mir Panik zu schieben.

    Ich werde also am Wochenende vorsichtig sein und sämtliche Aktivitäten welche auch nur entfernt mit Alk zu tun haben könnten meiden.

    Hallo Mond,

    ich bin auch neu hier.
    Ich stelle mir die Frage ob der Alkohol Dir vielleicht geholfen hat Deine Agressionen zu unterdrücken.

    Also im Umkehrschluss - vielleicht ist das was Du gerade fühlst ganz normal und wollte nur all die Jahre raus.

    Hallo Forengemeinde!

    Ich bin männlich, Anfang 40, verheiratet, keine Kinder. Ich bin seit gut einem Jahr selbstständig, da die Tätigkeit aber noch nicht genug Einnahmen generiert arbeite ich noch Teilzeit für meinen alten Arbeitgeber.

    Ich musste mir eingestehen dass ich meinen Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle habe und Alkoholiker bin. Was vielleicht dadurch einfacher für mich zu erkennen war da meine Mutter bis in mein frühes Teenageralter hinein nasse Alkoholikerin war. Sie ist dann zu den Anonymen Alkoholikern gegangen und ist bis heute trocken.

    Anfang dieses Jahres wurde bei mir eine Diabetis Typ II diagnostiziert. Das hat mich ziemlich aufgerüttelt. Die Wochenenden in denen ein Kasten Bier + 1l Kräuterlikör geleert wurden waren definitiv damit vorbei. Ich begann dann auch meinen Konsum im Kalender zu dokumentieren. Ich bin dann zwar auf zuckerfreie Getränke und Whisky oder Wodka umgestiegen aber der Konsum ist doch recht hoch geblieben, 1 Flasche pro Trinkabend.

    Als ein paar Monate ins Lang gingen sah ich das sich die Trinkabende in etwa die Waage mit den nüchternen Abenden hielten. Au weia! Dann noch ein paar Selbsttests im Internet und bei allen leuchtete die Aufforderung ‚Suchen Sie sich Hilfe!‘ rot auf.

    Pegeltrinken war nie meine Sache – ich suche den Rausch!
    Das ist schon seit meiner Jugend so. Damals war auch noch viel Cannabis im Spiel – aber diese Zeiten sind seit nunmehr zehn Jahren vorbei. Wenigstens dieses Problem habe ich nicht mehr am A….
    Auch das Rauchen habe ich aufgegeben, aber eine ‚Freude‘ sollte ja noch im Leben bleiben – naja.

    Ich habe dann auch mal Revue passieren lassen wie viele Dinge ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe und wie entsetzlich viel davon liegen geblieben ist. Es dämmerte mir also das der Alkohol einen sehr negativen Einfluss auf mein Leben hat und ich auf dem besten Weg bin den Karren voll an die Wand zu fahren wenn ich so weitermache.

    Daher bin ich jetzt hier.

    Meine Frau ist sehr erleichtert über meine Entscheidung. Es war mir gar nicht bewusst dass es ein so großes Problem für sie war als ich noch getrunken habe. Erst an ihrer Erleichterung in den folgenden Tagen merkte ich wie wichtig diese Entscheidung auch für sie war. Wir sind erst wenige Jahre verheiratet, ich glaube das war auch ein Grund der mich hierher geführt hat – ich wollte nicht erst in einigen Jahren mit einer ruinierten Ehe und geschädigten Kindern hier aufschlagen.

    Diese Woche war ich bei meinem Hausarzt um meinen Entschluss und mein Problem „offiziell“ zu machen. Ich habe es mir das Gespräch schlimmer vorgestellt – es war dann doch sehr sachlich und eigentlich eher angenehm. Wir besprachen meine Optionen für die nächsten Monate und wie er mir begleitend helfen kann.
    Nun bin ich seit etwas über einer Woche trocken und ganz zufrieden mit mir. Es gibt ab und an mal wieder den Wunsch sich eine Flasche Whiskey hinter die Binde zu kippen oder den Sehnsüchtigen Blick im Supermarkt auf den bunten Schein der fröhlichen Sauferlebniswelt – unserer „kulturell eingebetteten Droge“ sei dank!

    In solchen Momenten denke ich mir was ich eigentlich erreichen will und da ist glücklicherweise nicht nur der Verzicht. Der Verzicht soll zu einem Gewinn führen, so daß am Ende eine höhere Lebensqualität (Lebensglück) steht als ich sie bisher hatte.