Hallo guten Abend.
Heute durfte ich meine Schiene am Handgelenk abnehmen. Es fühlt sich noch angespannt an und ist noch ein wenig geschwollen. Das schöne, ich kann meine Finger besser bewegen. Ein bisschen besser schreiben geht auch wieder.
Warum bin ich wieder hier? Weil mir der Austausch mit Gleichgesinnten fehlt. Weil ich mich hier wohl fühlte und mich verstanden fühlten. Ob es noch so ist, muss ich selbst heraus finden. Ich hoffe, hier wieder ein kleines Plätzchen zu finden, meine Problemchen hier zu lassen, zu Teilen, Rat zu finden. Und ich brauche eine Kritische Meinung. Ja, das brauche ich auch.
Wo fange ich an!
Am 1. Mai hätte ich mein 16. Trockenjahr feiern bzw. mit Freude abschließen können. Doch ich empfand eigentlich nur ein „Okay 16 Jahre sind“.Klingt das nach resignation, so wie dorothea bemerkt, oder bin ich das schon. Wenn ich zurück blicke, war das Aufhören zu trinken nicht so schwer, aber das trocken bleiben. Es war begleitet mit Angst vor einem Rückfall aus dem Respekt geworden ist. Ich habe gelernt damit umzugehen. Die Waage zu halten und aus meinen Höhen und Tiefen zu kommen, habe ich nur geschafft, weil ich hier war und mich austauschte.
Ich bin jetzt wieder an einem Punkt angelangt, der mich irritiert und ich die Kommunikation
wieder finden muss. Leider hat mich die Hilfe für meine Familie (Tochter, Schwiegersohn und Baby) gesundheitlich nicht sehr gut getan; mich an meine körperliche Grenze gebracht. Ich war bis letztes Jahr August, Freundin, Mutter, Kindermädchen und Haushaltshilfe in einem. Ich habe es gerne gemacht und für eine lange Zeit habe ich mehr oder weniger nur am Wochenende bei mir gewohnt und sonst bei den Kindern. Die Kitaeingewöhnung habe ich noch mitgeholfen, dann hatte ich wieder Zeit für mich.
Es fing langsam am und blieb nicht bei Magenschmerzen und Übelkeit. Im November hatte ich einen leichten Herzinfarkt und bekam einen Stent gesetzt. 6 Monate vorsichtig ohne Überanstrengung und Lebensumstellung leben. Das schränkte mich ein. In mir wuchs ein umdenken und Unbehagen. Ich zog mich zurück. Mich störte es auf einmal, dass bei meinen Kindern überall Alkohol stand, der auch konsumiert wurde. Das mein Schw. immer zur Entspannung sein Glas brauchte, jeden Abend. Das meine Tochter, öfter spitzen losließ, über mein trinken, vor 16 Jahren. Das verletzte mich, das tat weh obwohl wir darüber uns ausgesprochen hatten. Ich kann dann nicht richtig reagieren und ziehe mich zurück. Schamgefühl kommt wieder hoch. Ich fragte mich dann; wievielt muss ich mir davon antun.
Es gibt natürlich nicht nur diese Seite. Es gibt auch die Freude über mein Enkelkind. Und ich freue mich über meine ambulante Reha. Ich hoffe, dass ich mein Herz wieder so fit bekomme, dass ich wieder Luft bekomme, Sport machen kann und mich den noch vor mir liegenden Anforderungen stellen kann. Zur Zeit geht das nur langsam voran.
Anfang Mai musste ich für 5 Tage ins Krankenhaus und so hat sich meine Reha vom 21.05. auf den 26.05. verschoben. Ich habe zur Zeit niemanden mit dem ich darüber reden kann. Es blieb keine Zeit für mich, um neue Freundschaften oder soziale Brücken zu bauen.
Meine Angst vor einen Rückfall hat sich wieder gemeldet. Morgen ist mein Geburtstag und da bin ich bei meinen Kindern eingeladen. So richtig Freude kommt bei mir nicht aus, obwohl ich sie lange nicht gesehen habe.
Ich wünsche euch einen schönen Abend.
LG Caro