Beiträge von Marie04

    Hallo Moara!

    Ist das wirklich die letzte und einzige Option? Muß man wirklich sehenden Auges ihrem Selbstmord auf Raten einfach so zusehen?

    So schrecklich sich das liest ist es die bittere Wahrheit. Wenn sie jegliche Hilfe ablehnen bist du vollkommem machtlos. Dein Bruder geht auch nicht mehr zum Arzt, vielleicht würde er einem Hausbesuch zustimmen? Man kann auch zwangsweise nichts machen solange die beiden noch in der Lage sind Entscheidungen zu treffen.

    Aber Alkohol besorgen würde ich den Beiden auch nicht selbst wenn sie dann den Kontakt abbrechen. Aus reinem Selbstschutz würde ich an deiner Stelle überlegen ob du dir dieses schreckliche Elend überhaupt noch antun willst.

    Bei mir war es der Ehemann der so getrunken hat. Ich konnte es eines Tages nicht mehr aushalten und bin ausgezogen. Er hat sich letztendlich zu Tode getrunken ich war total machtlos, er wollte sich nicht helfen lassen.

    LG Marie

    Hallo Mili!

    Ich selber muß mir auch immer wieder klarmachen, daß mein Mann inzwischen krank und nicht mehr einfach nur willenschwach ist.

    Ja es ist eine Krankheit aber nicht unheilbar der Betreffende könnte ein ganz normales Leben leben eben ohne Alkohol. Ich bin auch der Meinung wenn jemand nichts tut um seine Krankheit in den Griff zu bekommen ist es sein Problem mit all den Konsequenzen die er aber dann alleine tragen sollte. Leider fehlt dem alkoholkranken Partner oft jegliche Einsicht daß er krank ist.

    ...... vor allem dann fällt es mir gerade besonders schwer, wenn er sich blöd (lächerlich, peinlich bis hin zu gemein d.h. verbal gemein, hämisch etc.) verhält. Zum Glück sind das dann "nur" ein paar Sätze und die sind meist so bekloppt, dass ich nicht mehr jedes Mal darauf reinfalle und mich mit ihm rum streite....

    Auf Dauer leidet die Psyche auch wenn man nicht ernstnehmen kann was er im Suff so von sich gibt und das eigene Heim wird irgendwann zum Horror. Mein Mann hat sich am nächsten Tag öfters entschuldigt um dann ein paar Tage später wieder ausfallend zu werden. Was nützt es wenn man ein schönes Haus mit Garten hat wenn man es nicht mehr geniessen kann? Ich habe alles hinter mir gelassen und neu angefangen das war nach 32 Jahren Ehe. Bereut habe ich es nie sondern ich war erleichtert da raus zu sein.

    Deswegen rate ich jede der in dieser Situation ist möglichst schnell zu handeln. Die Jahre verstreichen und der Leidensdruck nimmt immer mehr zu. Ich hatte das Gefühl mit leeren Händen dazustehen und ich habe mich lange Zeit geärgert nicht früher gehandelt zu haben.

    Mein Leben ist wieder schön obwohl meine Seele Schaden genommen hat, damit habe ich gelernt zu leben. Es nützt ja auch nichts immer in der Vergangenheit zu kramen und alles hochkochen zu lassen.

    LG Marie

    Hallo Mama!

    Ich habe schon mit Trennung gedroht aber das würde er hinnehmen. Dann wäre er alleine...am liebsten würde er in dem Wald ziehen

    ......... oder könnte endlich in Ruhe saufen, das hat mein Mann gemeint als ich ihm mit Trennung gedroht habe. Er hat bis zu meinem Auszug nicht geglaubt daß ich es umsetze. Mein Gedanke war wenn der Alkohol wichtiger ist als meine Person dann habe ich an seiner Seite nichts mehr verloren.

    Das Schlimmste haben meine Kinder gar nicht miterlebt, sie waren zu dem Zeitpunkt schon ausgezogen. Sie haben mich aber öfters gefragt wie ich so lange mit ihm zusammen war.

    LG Marie

    Hallo Mama!

    Herzlich willkommen hier im Forum, ich bin/war auch Angehörige mein Mann hat getrunken. Egal wie du es bezeichnest die Alkoholsucht ist eine schwerwiegende Erkrankung nur der Süchtige (aber nur er) könnte die Erkrankung stoppen. Das Problem dabei ist daß dein Mann total uneinsichtig ist und sein eigenes Problem nicht erkennt.

    Teilweise macht mich seine Familie für den Zustand verantwortlich..da er in unserer Ehe nicht mehr die Aufmerksamkeit von mir bekommen hat.

    Das ist Unsinn du bist nicht für einen Erwachsenen zuständig, ier ist alleine verantwortlich. Aber nasse Alkoholiker finden immer einen Grund warum sie gerade trinken da wird alles Mögliche herbeigezogen und wenn es Lappalien sind. Die Familie scheint nicht viel Ahnung von der Alkoholkrankheit zu haben sonst würden sie nicht so etwas behaupten.

    Ach ich könnte ewig schreiben...bin einfach nur energielos weil ich mich so alleine gelassen fühle. Meine Familie wohnt 700 km weg...

    Ich verstehe dich so gut, ich war an der Seite meines Mannes depressiv geworden so machte es mir zu schaffen. Ich hatte auch oft das Gefühl das Leben zieht einfach an mir vorbei, es ist auch anstrengend wenn der Mann häufig betrunken ist, teilweise hat es mich auch genervt oder sehr wütend gemacht.

    Mein Mann ist leider uneinsichtig geblieben und hat immer mehr getrunken. Nach vielen Versuchen ihm zu helfen habe ich mich getrennt, ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Was auf alle Fälle sehr wichtig ist daß du dir einen kleinen Wohlfühlbereich schaffst wenn du das ermöglichen kannst. Es gibt auch Gruppen für Angehörige von Alkoholikern du bist nicht alleine mit deinem Problem.

    Leider ist es so wenn dein Mann nicht aufhören will zu trinken bist du machtlos. Aber es ist dein gutes Recht das so nicht hinzunehmen, aber Vorsicht wenn du ihm Konsequenzen androhst muß du sie auch einhalten, er wird dich sonst nicht mehr ernstnehmen.

    Oft hilft es auch hier im Forum zu lesen, du wirst merken es geht einigen Menschen so wie dir.

    LG Marie

    Hallo Enemy!

    Ich habe schon so Vieles hier gelesen dein Thread ist wirklich schlimm. Was du tun solltest haben dir ja schon einige hier vermitteln wollen.

    Ja aber dadurch das ich sie damals paar Tage „hängen“ hab lassen, sind diese furchtbar grausigen Sachen passiert

    Nein nicht deswegen ist es passiert weil du sie hast "hängen" lassen sondern weil sich deine Freundin so besäuft daß sie nicht mehr weiß was sie tut. Es zwingt sie doch niemand soviel zu trinken dass sie 4 Promille hat was ja schon lebensgefährlich ist. Der Bekannte müsste natürlich bestraft werden.

    Ich habe meinen Mann auch einmal komatös in der Küche liegend vorgefunden, ich habe den Notarzt gerufen und er landete auf der Intensivstation. Ich war darüber so schockiert daß ich ihm ein halbes Jahr gegeben habe damit er seine Sucht bekämpft sonst wäre ich weg. Ich konnte in unserem Haus nicht mehr ruhig schlafen weil ich Angst hatte er verletzt sich, fällt die Treppe runter oder so.

    Ich wollte diese Verantwortung nicht übernehmen er war doch erwachsen und keiner schüttete ihm den Alkohol in den Hals. Ich sollte ständig auf einen erwachsenen Menschen aufpassen daß er nicht zuviel trinkt? Nein denn er war genauso erwachsen wie ich auch und er hat ja nicht getrunken weil ich so böse war sondern weil er krank war und nichts dagegen unternehmen wollte. Das war aber alleine seine Entscheidung.

    Ich war irgendwann weg und er hat sich zu Tode getrunken aber ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen. Ich bin heute noch froh daß ich sein schlimmes Ende nicht miterleben musste. Ich hatte ja mein Bestes gegeben und war machtlos. Auch du bist machtlos wenn sie nichts ändern will.

    Die Frage ist nur wie lange du das aushalten willst ohne selber gesundheitliche Schäden zu nehmen. Jeder Mensch kommt an seine Grenzen wenn er lange genug unter so einer Belastung steht. Irgendwann werdet ihr beide krank sein, rette wenigstens dein eigenes Leben.

    LG Marie

    Hallo Sporty!

    Ich überlege immer wieder mit meiner Familie auszuziehen, aber richtig den Kontakt abbrechen kann man als Kind ja sowieso nicht.

    Rein theoretisch geht das Ausziehen schon aber wenn dein Mann das nicht möchte ist es schwierig durchzuführen. Kontakt abbrechen geht auch als Kind, meine Kinder haben ein ganzes Jahr nicht mehr mit meinem Mann gesprochen aber es war einfach mal notwendig daß sie sich so distanziert haben.

    Sie haben ja auch unter seinen Peinlichkeiten gelitten die sie bei Feiern ja auch miterlebt haben, er war auch immer sehr streitlustig wenn er getrunken hat.

    Nun ist die Konstellation bei dir wieder ganz anders es geht um die Eltern. Ich hatte vom 18. Lebensjahr bis zum Tod meines Vaters nur noch oberflächlichen Kontakt es ging aber nicht um Alkohol sondern um andere Dinge. Manchmal muß man sich so distanzieren um sich selber zu schützen und sein Seelenheil wieder zu erlangen.

    Du bist deinen Eltern nicht ständig verpflichtet besonders wenn sie trinken ist das eine schwerwiegende Sache mit der man sich kaum arrangieren kann. Du stehst ja ständig unter Spannung und das ist weder für dich noch für deine eigene Familie gut. Vielleicht schaffst du es aber mit der Zeit dich innerlich zu distanzieren und dir immer wieder zu sagen daß du nichts dafür kannst.

    LG Marie

    Hallo Sporty!

    Ich kann sehr gut nachempfinden daß es dir peinlich war. Bei mir war es zwar der Ehemann der getrunken hat aber das ist ja auch eine nahestehende Person. Ich könnte jetzt von einigen Peinlichkeiten berichten, ich habe mich öfters in Grund und Boden geschämt es war aber auch viel Wut dabei wenn er bei einem Fest so betrunken war.

    Ich habe mir immer gedacht warum vermasselt er mir jetzt alles und nimmt weder auf die Kinder noch auf mich Rücksicht?

    Ich wollte nie, dass meine Kinder das miterleben. Wie sieht ihr das? Reicht das Vorbild der Eltern aus um ihr Verhalten wieder gut zu machen?

    Du mußt doch nichts wieder gutmachen du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Meine Kinder haben so wie ich einen ganz normalen Umgang mit Alkohol. Als sie jünger waren haben sie sich aber auch desöfteren geschämt wenn ihr Vater so betrunken war. Sie haben mir nie die Schuld für irgendetwas gegeben mich aber öfters gefragt warum ich so lange bei ihm geblieben bin.

    Ich glaube es wird wenig Sinn machen mit deiner Mutter zu reden, aber den Kindern würde ich schon den Standpunkt vertreten daß du es nicht gutheißt wenn die Oma trinkt aber das es eine Krankheit ist und sie es nicht schafft dagegen anzugehen.

    Ich war irgendwann soweit daß ich überhaupt nichts mehr feiern wollte aus Angst vor einer erneuten Blamage aber die Lösung war das auch nicht.

    LG Marie

    Hallo Hartmut!

    Hast du mich jetzt aus einem bestimmten Grund zitiert?

    Zwei Nichtschwimmer, die am Ertrinken sind, werden sie auch nicht retten können. Es geht um Erfahrungen und nicht um "Meinungen"

    Das ist mir schon klar das ist bei Co-Abhängigen ja genauso wenn sie noch voll "drinhängen" ist ein anderer Co nicht so hilfreich denn meistens pushen sie sich gegenseitig hoch aber im negativen Sinne. Da ist ein ehemaliger Co schon hilfreicher denn dieser ist den Weg da heraus ja schon gegangen.

    Nun geht es bei den Co-Abhängigen meistens nicht um Leben oder Tod (selbst da gibt es aber Ausnahmen z.B. wenn sie mit gewalttätigen Trinkern zusammen sind) hingegen kann bei nassen Alkoholikern jeder Tag der letzte sein.

    Nun zu meiner Person, ich war früher mal Co. habe mich davon erfolgreich befreit (meiner Meinung nach) habe aber auch mit Süchtigen berufsmässig viel Erfahrung (aber nur was Entgiftung betrifft) und war ja lange mit einem Trinker zusammen. Zudem lese ich schon sehr lange hier mit und wüsste wie es gehandhabt wird.

    Trotzdem "mische" ich mich sehr selten in laufende Diskussionen bei den Nassen und Trockenen ein obwohl ich genau wüsste was ich schreiben müsste. Es hat schon alles seinen Sinn, für mich liest es sich zwar manchmal etwas hart aber ich bin in Beruf zu den "nassen" Alkoholiker immer korrekt gewesen aber auch sehr bestimmend. Was die oft für Tricks draufhatten da mußte man höllisch aufpassen :wink: .

    Ich empfinde es persönlich auch als Erleichterung mich da raus zu halten, früher hätte ich den Drang gehabt mich darum kümmern zu müssen (Helfersyndrom) , das liegt zum Glück weit zurück.

    LG Marie

    Hallo Strubly!

    Herzlich willkommen, ich bin auch eine von den Älteren hier ich habe meinen Mann nach 32 Jahren Ehe verlassen weil er so getrunken hat. Je älter er wurde umso mehr hat er getrunken, die letzten Jahre mit ihm war er fast gar nicht mehr nüchtern. Ich war in einer ähnlichen Situation wie du, erwachsene Kinder, einen gewissen Wohlstand, es hätte uns so gutgehen können. Aber ich habe es an seiner Seite einfach nicht mehr ausgehalten, ich konnte den Alkoholgeruch überall nicht mehr ertragen und er war wenn er besoffen war nicht gerade nett zu mir.

    Ich habe ihm ein halbes Jahr Zeit gegeben damit er sich Hilfe holen konnte um mit dem Trinken aufzuhören. Er hat munter weitergetrunken und nahm mich überhaupt nicht ernst. So habe ich es wahrgemacht und bin ausgezogen, das ist jetzt schon 10 Jahre her. Er ist vor 4 Jahren an seiner Sucht gestorben, ich konnte ihm nicht helfen obwohl ich alles versucht habe.

    Wenn ich noch länger geblieben wäre wäre ich selber krank geworden, seine Trinkerei hat mich depressiv gemacht, ich war mit den Kräften am Ende.

    Jetzt geht es mir wieder gut ich bin von Anfang an gut zurecht gekommen. Natürlich tut es weh wenn eine Ehe so enden muß aber bei ihm bleiben war keine Option für mich.

    Es ist wahnsinnig schwierig wenn der Partner trinkt da hat man oft keine andere Wahl als zu gehen wenn man selber noch ein einigermaßen zufriedenes Leben führen möchte.

    Ich wünsche dir viel Kraft!

    LG Marie

    Hallo Lea!

    Naja ob er wirklich trocken werden will reden kann er ja viel, für mich liest es sich nicht so, Sport ist zwar wichtig aber davon bekommt niemand seine Sucht in den Griff.

    Was er damit bezweckt ist ja egal aber er wollte doch schon öfters große Taten vollbringen und die Sucht in den Griff bekommen oder?

    Meine Meinung ist daß ihr euch gegenseitig nicht gut tut und beide getrennt voneinander Hilfe bräuchtet.

    Bisher haben wir uns beide blockiert mit der Haltung "Warum soll ich aufhören zu trinken, wenn du die ganze Zeit eine scheiß Partnerin bist" bzw "Wie soll ich mich 100% auf dich einlassen, wenn du trinkst".

    Auf dieser Ebene eine Beziehung zu führen kann nicht gutgehen und selbst wenn er zurückkommen würde würde es nichts geben. Man kann ausserdem nur sich selbst ändern und nicht den Partner, aber das weißt du ja schon längst.

    Nun besinne dich doch mal auf dich, hole dir Hilfe wenn du es alleine nicht schaffst, aber nicht Hilfe um ihm zu helfen sondern für dich selber.

    LG Marie

    Hallo Tini!

    Leider läuft es oft so wie du es beschreibst für die Suchtkranken gibt es soviel Hilfe und sie wollen sie einfach nicht annehmen, die Angehörigen gehen oft leer aus da es für diese gar nicht soviele Angebote gibt.

    Psychologe: es läuft im Moment für mich ein Antragsverfahren wegen Kostenübernahme einer außervertraglichen Therapie, es gibt einfach keine Therapeuten!!

    Ja das war bei mir auch so aber plötzlich hatte meine KK doch Psychologen die Plätze frei hatten und kassenärztlich zugelassen waren. Genau 3 Wochen habe ich warten müssen bis ein Platz frei war, wohl in der nächstgrößeren Stadt. Ich war aber nicht wegen den Alkoholproblemen meines Mannes beim Psychologen sondern wegen einer chronischen Erkrankung die mich depressiv gemacht hat.

    Von meinem Mann habe ich mich von mir aus getrennt weil ich es nicht mehr aushalten konnte und habe mich abgegrenzt so gut es ging. Zu ihm habe ich immer gesagt er soll sich Hilfe holen ich könnte ihm nicht helfen. Er ist auch betrunken Auto gefahren, hat rumgepöbelt und mich ständig beleidigt, hat aber immer gearbeitet.

    Ich weiß nicht ob du die Kraft besitzt einen Schnitt zu machen deinem Sohn gegenüber, das Handy klingeln zu lassen ohne zu antworten und ihn seinem Schicksal überlassen, wenigstens versuchsweise. Vielleicht hilft das wenn er niemanden mehr hat kann ja sein daß er zum Nachdenken kommt.

    Liebe Tini ich würde dir so gerne lauter positive Dinge schreiben aber leider kannst du sein Problem nicht lösen das kann er nur selbst machen.

    LG Marie

    Hallo Tini!

    Auch ein wiederholter Anruf heute beim sozialpsychiatrischen Dienst in unserem Kreis hilft nicht weiter, die sagen, er kann sich zu Hause "totkiffen, totsaufen", und letztendlich ist er für sich selbst verantwortlich.

    Das hört sich schlimm an aber leider ist es wirklich so, man kann niemanden dazu bringen aufzuhören wenn er selber das nicht will. Gegen seinen Willen geht gar nichts du kannst ihn noch nichtmal in eine Klinik einweisen lassen. Ich persönlich habe diese Hilflosigkeit dem Suchtkranken gegenüber immer als das Schlimmste empfunden.

    Du kannst nur für dich etwas tun, gibt es vielleicht Angehörigengruppen in deiner Nähe? Es kann ja gut tun sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, das lenkt zumindest etwas ab. Vielleicht wäre es möglich für dich ein paar Wochen eine Reha zu beantragen um dich mal eine Zeitlang aus deinem Umfeld lösen zu können. Vielleicht tun dir auch Gespräche bei einem/r Psychologen/in gut. Es geht dabei hauptsächlich um dich und daß es dir wieder besser geht und nicht um deinen Sohn dem du momentan nicht helfen kannst.

    Vielleicht ist dein Sohn eines Tages soweit daß er Hilfe annimmt ich würde es dir sehr wünschen.

    LG Marie

    Hallo Tini!

    Herzlich willkommen hier im Forum ich bin auch eine Angehörige, mein Ehemann hat getrunken. Wenn ich mir vorstelle eines meiner Kinder würde so ein Leben führen würde ich es noch viel schlimmer empfinden. Sucht ist immer etwas sehr Schlimmes aber das Band zu den Kindern bleibt ein Leben lang.

    Du hast schon so viel für ihn getan mehr kannst du gar nicht mehr tun. Du kannst ihm höchstens noch durch Nichthilfe helfen. Das ist auch nötig um dich selber zu schützen so gehst du vor die Hunde. Er will sich ja nicht helfen lassen mehr Hilfe kann man gar nicht mehr anbieten. Er ist ja erwachsen und hat das Recht sich für so ein Leben zu entscheiden.

    Sein Lieblingssatz: „Wenn du nicht zahlst, siehst du mich nie wieder. Ich saufe mich zu Tode, bekiffe mich und fahre gegen den nächsten Baum und du bist schuld.“

    Dann bist du es nicht schuld sondern er selber denn er ist für sich und sein Leben verantwortlich. Du merkst ja selber daß deine ganze Hilfe nicht ankommt weil er sehr tief in seiner Sucht gefangen ist. Es ist halt so wenn du ihm Geld gibst oder seine Schulden bezahlst wird er erst recht nichts unternehmen um da rauszukommen. Es läuft doch gut er kommt mit seinen emotionalen Erpressungen ja weiter (denkt er).

    Auch wenn es jetzt hart klingt und sehr schwer ist versuche jetzt mal auf dich zu schauen. Keine Hilfe mehr in Form von Geld, Rechnungen zahlen oder sonstiges, sondern möglichst gar keinen Kontakt mehr, der Vater und die Schwester handeln richtig. Ich weiß als Mutter liebt man sein Kind aber irgendwann hat man keine Fürsorgepflicht mehr.

    Ich wünsche dir viel Kraft für dich.

    LG Marie

    Hallo Speedy!

    Deinen Nick kenne ich noch wir haben aber nicht miteinander geschrieben. Ich bin jetzt seit 10 Jahren hier - wenn auch mit Unterbrechungen. Ich war auch co-abhängig und das viele lange Jahre. Vor 10 Jahren habe ich den Absprung geschafft und ein neues Leben ohne meinen Mann aufgebaut.

    Er lebt nicht mehr ich habe mich - so meine ich selber - sehr gut entwickelt und habe meine co-abhängigen Anteile sehr gut erkannt und bearbeitet.

    Hier im Forum hat sich einiges geändert vom Besitzer und der neuen Optik mal abgesehen. Es melden sich zwar viele Leute an aber die meisten schreiben nur ein paar Beiträge und sind dann wieder weg.

    Ich kann mich auch noch an einige frühere Nicks erinnern, manche Fädchen waren richtig spannend zum Lesen und ich habe mitgefiebert ob es der/diejenige schafft ein neues Leben zu beginnen.

    Es ist schön zu lesen daß dein Mann noch immer trocken ist und ihr beide noch ein Paar seid, das ist ja die große Ausnahme.

    LG Marie

    Hallo Peter!

    Ich bin auch von der Flutkatastrophe betroffen es hat uns zum Glück aber nicht so schwer getroffen wie die Leute im Ahrtal. Aber auch im meinem Bekanntenkreis gibt es genug Leute die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Bei uns in der Stadt ist auch kein einziges Geschäft heil geblieben und noch immer türmen sich die Schuttberge auf den Strassen.

    Niemals hätte ich gedacht daß so etwas möglich sein könnte denn es waren noch nichtmal Flüsse sondern eher unbekannte Bäche die diese verheerende Katastrophe ausgelöst haben. Ich habe mich auch ehrenamtlich betätigt so weit es mir möglich war, aber diese vielen Schicksale machen mich oft einfach sprachlos.

    Es wird noch lange dauern bis diese immensen Schäden beseitigt und behoben sein werden, manches ist unwiederbringlich verloren. Ich möchte dir auch Mut zusprechen, irgendwie geht es ja immer weiter auch wenn es nie mehr so sein wird wie früher.

    LG Marie

    Hallo Aranea!

    Co-Abhängigkeit ist keine Krankheit in dem Sinne sondern eher eine Verhaltensstörung. Es gibt auch einige Abstufungen es muß ja nicht immer so gravierend sein wie man bei manchen hier im Forum liest. Man kann die Co-Abhängigkeit aber auch auf andere Bereiche ausdehnen es muß nicht nur mit Alkohol zu tun haben.

    Ich schreibe dir wie es bei mir war, ich war ein Mensch der sein Wohlbefinden immer von der Meinung anderer Menschen abhängig gemacht hat. Also kann mich ein anderer Mensch nur lieb haben wenn ich alles mache um es ihm recht zu machen. Also ich sehe zu daß mein Mann nicht mehr trinkt, meine Schwiegermutter zufrieden ist oder meine Kinder nicht rumnörgeln. Wenn es doch so ist war ich nicht gut genug und mußte mich mehr anstrengend um alle zufrieden zu stellen. Egal wenn ich selber bis zur Erschöpfung arbeite, Hauptsache ich bekomme endlich ein Lob um in meinem Tun mich bestätigt zu fühlen.

    Wenn nicht bin ich es schuld und muß mich noch mehr anstrengen. Laut meine Meinung zu sagen ging nicht da mich die anderen bestimmt nicht mehr lieb haben. Streit konnte ich ganz schlecht aushalten besonders mit dem Ehemann denn der wird mich bestimmt wieder niedermachen oder mir Gemeinheiten an den Kopf werfen wie doof, wie faul oder wie unwissend ich bin. Ich machte mich immer kleiner um vor seinen Ausbrüchen meine Ruhe zu haben, ich fühlte mich auch schuldig wenn er wieder trank, hätte ich nur dieses oder jenes nicht gesagt oder getan.

    Aber irgendwann hatte ich die Nase so voll dass meine Geduld in Wut umgeschlagen ist, das war das Beste was mir passieren konnte. Mir gingen endlich die Augen auf und ich fand die Kraft mich von ihm zu trennen. Mir war klar daß ich meine Einstellung gründlich überdenken mußte und so nach und nach kroch ich aus meinem Schneckenhaus und streckte meine Fühler aus.

    Natürlich habe ich mich nicht um 180 Grad gewendet ich bin halt so ein Mensch der freundlich und friedfertig ist, ist ja auch eine Charaktersache. Aber ich habe es geschafft mich so zu verändern daß ich mich wohl fühle, manche Dinge fallen mir immer noch schwer aber ich hole dann tief Luft und versuche mein Bestes. Es muß mich ja nicht jeder liebhaben, mich zu respektieren reicht ja. Wenn mich jemand schlecht behandelt sage ich meine Meinung und distanziere mich dann, ich ziehe mir nicht mehr jeden Schuh an.

    LG Marie

    Hallo Hartmut!

    Da habe ich für „mich“ als CO nichts verändert.

    Ich habe zwar nicht erlebt daß mein Mann aufgehört hat zu trinken aber ich habe trotzdem einiges für mich verändert. Ich habe viel nachgedacht warum ich so lange bei ihm geblieben bin und diese untragbare Situation so lange erduldet habe. Ich habe mir aber auch Vorwürfe gemacht daß ich mein Leben so gründlich an die Wand gefahren habe.

    Ganz wichtig war mir daß mir nie wieder etwas in der Art passieren soll und ich habe feine Antennen entwickelt wenn mir Gefahr droht. Daß muß ja nun kein Mann sein der trinkt es geht auch darum mein Helfersyndrom in Schach zu halten.

    Ansonsten denke ich mir ich bin halt wie ich bin - freundlich, hilfsbereit und friedfertig, aber ich vertrete durchaus meine Interessen. Auf jeden Fall fühle ich mich sehr viel wohler in meiner Haut.

    LG Marie