Beiträge von lütte69

    Hallo Fee,

    Es gibt doch Familien, die es geschafft haben. Wo der Partner trocken geworden ist und die Familien wieder ein normales Leben führen.

    Und dann denke ich. Vielleicht kann es bei mir auch so enden?

    Die gibt es, aber das hat erstmal gar nix mit Dir zu tun. Dein Fall ist ähnlich und doch so ganz anders - eben individuell. Du gestaltest jetzt Dein Leben ohne ihn und das ist in meinen Augen ganz wichtig. Dein Fokus sollte auf Dir und Deinen Kindern liegen. Dafür brauchst du deine ganze Kraft. Lass ihn mal machen - er ist erwachsen und für sich verantwortlich. Zum Glück hat keiner die berühmte Glaskugel. Wer weiß, wer oder was Dir auf deinem Weg begegnet. Das Leben ist bunt und die Möglichkeiten so vielfältig. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass auch Deine Wunschweg nicht einfach ist. Wir sind beide erstmal getrennte Wege gegangen, um gesund zu werden und über bestimmte Dinge in Ruhe nachzudenken. Wir haben uns beide verändert und es hat noch gepasst, aber das muss nicht zwangsläufig so sein. Als sehr schwer empfinde ich es z.B. die alten Muster in unserer Beziehung in mir zu überschreiben. Ich weiß nicht so richtig, wie ich das erklären soll, aber bestimmte Gesten oder Mimiken bedeuten heute was anderes als ich es aus der Saufzeit gewohnt war und ich kann sie nicht immer der neuen Situation zuordnen sondern die alten Muster drücken durch. Da muss ich dann ganz doll auf mich aufpassen, was nicht immer gelingt. Also Vorsicht mit den Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen. Ich will damit nur sagen, dass kein Weg einfach ist. Das sollte man immer auf dem Schirm haben.

    Du hast so viel in so kurzer Zeit geschafft, halte daran fest.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Schmetterling,

    ich bin nach 21 Jahren Ehe ausgezogen. Mir war egal, was daraus wird. Ich sah nur 2 Möglichkeiten - entweder ich geh ein oder ich geh einen neuen Weg. Zu gehen war die richtige Entscheidung. Wir hatten beide Zeit und Ruhe über unser Leben nachzudenken und herauszufinden, was wir beide wollen. Mein Mann hat sich verändert und ich habe mich verändert und es hat trotzdem noch gepasst. Ich weiß, dass das die große Ausnahme ist und bin dankbar dafür. Ich habe aber gelernt, dass nur ich dafür sorgen kann, dass ich mein Leben zufrieden lebe.

    Die Angst ist da, eine falsche Entscheidung zu treffen, falls sich mein Mann tatsächlich verändert...Das klingt wahrscheinlich total dämlich

    Ich kenne diese Angst/Unsicherheit eine Entscheidung zu treffen. Für mich hat es sich als gut erwiesen ins Handeln zu kommen - unabhängig von meinem Mann. Das ist die Gefahr, die ich bei Dir sehe. Du machst Deine Entscheidungen/Dein Leben wieder von deinem Mann abhängig und das finde ich nicht gut.

    Gib ihm und Dir die Chance unabhängig von einander gesund zu werden. Dann wirst du sehen, wie es weiter geht. Es gibt doch 1000 Möglichkeiten - das Leben ist bunt.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Bluefire,

    Nach der Geburt würde ich ihm Unterstützung anbieten, er ist ja krank. Mehr kann ich dann nicht tun. Wirklich sehr traurig 😢

    Ich denke, dass Du vor und nach der Geburt Dich um Deine kleine Familie kümmern solltest. Dein Schwiegervater ist erwachsen und kann sich um sich selbst kümmern. Ein Gespräch, in dem ihr Euren Standpunkt darlegt finde ich in Ordnung, aber mehr ist in meinen Augen vergebene Liebesmüh. So lange der Alkoholiker nicht selbst trocken werden will, kannst Du als Angehörige leider nichts machen. Ich habe vor 10 Jahren ähnlich gedacht wie Du. Ich brauchte Beweise, Mengen und am besten ne Tabelle in der drin steht, ab der und der Trinkmenge ist Mann/Frau Alkoholiker. Leider gibt es das so nicht und es ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, auf dein Gefühl zu hören und wenn es sich nicht gut anfühlt das Kind allein bei den Schwiegereltern zu lassen, dann mach es nicht.

    Alles Gute für Euch 3

    Lütte

    Hallo Fee,

    bei dieser Situation stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Mut und Geduld. Hast Du für den akuten Fall mal an eine Ferienwohnung gedacht? Ich wohne in einem Urlaubsgebiet und hier sind viele Ferienwohnungen um diese Zeit frei, falls es mit einer eigenen Wohnung so ganz schnell nix wird.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Herzlich willkommen Schmetterling,

    aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, die Sache mit der Wohnung für Dich durchzuziehen. Bau Dir ein Leben auf - die gleiche Chance hat er ja auch. Für mich war diese Alleine-Zeit enorm wichtig. Versprechen von ihm sind eine Seite, Dinge umzusetzen eine andere. Ich empfand uns damals beide krank und konnte mir nicht vorstellen, dass wir zusammen gesund werden könnten. So bin ich gegangen. Damit hatten wir beide Zeit einzeln gesund zu werden. Wenn Du mal bei den Alkoholikern liest, wirst Du schnell feststellen, dass sie viel versprechen, damit der Co auf Spur bleibt. Ich kenne das schlechte Gewissen, wenn ich mal was für mich getan habe und vor allem mein Auszug war ein Berg an schlechtem Gewissen, weil das für ihn unerwartet kam. Aber ich habe es durchgezogen und das war gut so.

    Du kannst nicht in die Zukunft schauen - und das ist gut so - aber Du kannst Deine Gegenwart gestalten - und das ist noch viel besser.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo liebe Nannie,

    ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur raten, dich um dich und deine Kinder zu kümmern und dein Leben zu organisieren - auch ohne ihn. So hab ich es damals gemacht - meine Ehe war mir am Ende piep egal. Wir sind wieder/noch zusammen. Aber nach allem, was ich hier so lese, ist das eher die Ausnahme, also klammere dich nicht so sehr daran. Viel öfter ist von endgültigen Trennungen die Rede. Eine Trennung kann doch auch ein Anfang für einen neuen Lebensabschnitt sein. Warum solltest Du allein mit den Kindern nicht auch zufrieden leben können, warum sollte dir nicht die nächste Liebe über den Weg laufen? Schau auf Dich, sorge dafür, dass es Dir gut geht und mach dein Leben nicht von einem Mann abhängig, der an einem Leben mit Dir offenbar nicht mehr interessiert ist.

    Hoff nicht zu sehr - gestalte.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Ach Nannie,

    das ist echt ne schwierige Situation. Wichtig erscheint mir, dass Du Dir für Dich und Deine Kinder Hilfe organisierst. So wenig wie Du ihn vom Saufen abhalten konntest, so wenig kannst Du seine Aktionen jetzt stoppen. Es gibt in den meisten Suchtberatungsstellen auch Kontaktpersonen für die Angehörigen. Das wäre ne Möglichkeit für Dich um ganz pragmatisch Hilfe zu bekommen. Dass es ist Dir das Herz bricht, kann ich nachvollziehen. Ich habe mir damals auch gewünscht, er hört auf zu trinken, macht ne Therapie und mein Leben ist wieder in Ordnung. Nur so funktioniert es meistens nicht. Ich musste auch lernen, dass ich allein dafür sorgen muss, dass es mir gut geht. Heute finde ich das auch gut so, aber vor 9 Jahren war ich am Boden zerstört wie Du jetzt. Meine Erfahrung sagt mir, dass Du jetzt deine Kraft daran setzen solltest dein Leben mit den Kindern ohne ihn zu organisieren mit allem was dazu gehört (Wohnung, Unterhalt etc.).

    Ich wünsche Dir ganz viel Mut, Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Nannie,

    wie geht es Dir aktuell? Das ist ja mal richtig anders gelaufen, als Du Dir das vorgestellt hast. Du bist da aber keine Ausnahme. Es ist halt so, dass sich die Menschen verändern, wenn sie trocken werde, wie auch wir als Partner uns ändern, wenn wir anfangen, unser Leben in unsere Hände zu nehmen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Hamstebacke,

    ich entschuldige mich zum x ten mal . Es tut mir leid

    ... das konnte meiner auch gut, aber irgendwann waren mir auch Entschuldigungen völlig Banane. Ich wusste ja, die nächste Verletzung kommt und irgendwie hab ich drauf gewartet. Weißt Du, meine Welt hat sich erst verändert, als ich in die Puschen kam und Dinge anders angegangen bin. Warte nicht auf seine "Wahl", tu was für Dich.

    sonnige Grüße (hier ist es auch bedeckt und stürmisch, aber ich trag die Sonne im Herzen :wink: )

    Lütte

    Hallo Hamsterbacke,


    Ich suche auf jede Frage "warum ist das so " eine Antwort zu finden

    Die hab ich damals so für mich beantwortet: "... weil wir so sind, wie wir sind." Es geht nicht um Schuld bei der ganzen Problematik, es geht darum, dass Du Dich in deinem Leben, wie es ist, nicht mehr wohl fühlst. Es ist dein Leben, also liegt es in Deiner Macht, dich darum zu kümmern, dass es anders wird. Er bürdet Dir die Verantwortung für sein Leben auf, Du nimmst sie an und wunderst Dich darüber, dass alles voll gegen die Wand fährt. Ihr seid beide erwachsen und jeder ist für sein Leben verantwortlich. Wenn er saufen will, wird er saufen und wenn er vom Saufen wirklich weg will, wird er Wege finden, das zu tun - es gibt zahllose Beispiele dafür. Das gleich gilt für Dich, wenn Du dich um deinen Alki kümmern willst, wirst Du das tun und wenn Du zufrieden leben willst, wirst Du Wege finden.

    Ich hoffe ich lerne hier mehr über das Denken und Handeln eines Alkoholiker und ebenso hoffe ich zu lernen mich richtig zu verhalten ohne mich schuldig zu fühlen und mich für sein Verhalten teilweise zu schämen ....es ist schwierig diese Krankheit zu verstehen und das Handeln zu verstehen. Ich weiss nicht ob es überhaupt möglich ist zu verstehen....

    Das wollte ich vor 9 Jahren, als ich hier aufgeschlagen bin, auch unbedingt - ihn verstehen. Heute weiß ich, dass ich das nicht kann und es würde ja nichts ändern, denn wie oben schon geschrieben, ich könnte ihn nicht trocken legen. Ich hab meinen Mann damals gut verstanden, er musste ja trinken, weil es so anstrengend auf Arbeit war, weil er ja auch Durst hatte und nichts anderes da war, es war so viel an Haus und Hof zu tun .... das hab ich schon eingesehen und trotzdem ging es mir beschi**en damit. Als es wirklich in meinem Herzen/Gefühl angekommen war, dass ich nicht für ihn verantwortlich bin, fiel mir ein Stein vom Herzen, ich habe das wirklich so gefühlt. Es ist egal, was ich mache, wenn er saufen will, dann tut er das und Punkt. Ich kann nur dafür sorgen, dass es mir gut geht. Das ist schon schwer genug - gerade am Anfang. Versuch, dich einfach um Dich zu kümmern, was magst Du, was tut Dir gut und fang mit kleinen Schritten an.

    viel Kraft und Geduld für deinen Weg

    sonnige Grüße

    Lütte

    Herzlich willkommen Strubly,

    auch für mich war es damals eine Erlösung, dass ich nicht allein auf der Welt mit meinen Problemen bin. Ich hatte damals das Gefühl, dass ich so allmählich an seiner Seite verschwinde, wenn ich nicht irgendwas unternehme. In meinen Augen ist es enorm wichtig, dass wir unseren Fokus weg nehmen vom trinkenden Partner und auf uns richten. Was ist mir wichtig, was macht mich glücklich und auch versuchen, das umzusetzen.

    Du liest ja hier fleißig und das ist ja auch schon eine große Hilfe.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Chiara,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Mir hat es damals sooooo gut getan, hier alles loszuwerden, was mir auf der Seele brannte und Leute zu treffen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

    Ich kann aus eigener Erfahrung die Sätze Deiner Mama nur unterstreichen. Wenn Du keinen Zeitpunkt zum Reden findest, dann schreib einen Brief. Das habe ich damals auch getan, aber weil ich nicht mit ihm reden konnte.

    Ich drücke Dir für die Wohnungssuche ganz doll die Daumen und wünsche Dir viel Kraft, Mut und Geduld für Deinen Weg.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Lea,

    ich kann mich Morgenroth nur anschließen. Gestalte Dein Leben zu Deiner Zufriedenheit. Für mich hört es sich nicht so an, als wollte er ernsthaft was ändern. Du schreibst ja selbst, dass Du das alles schon mal erlebt hast. Was sollte jetzt anders sein. Ach ich weiß - Du stehst nicht mehr als Sündenbock zur Verfügung ;) .

    Viel Kraft und Geduld für Deinen Weg

    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich finde mich sehr im Post von Marie wieder.

    ich betone „Bekennende“ CO Abhängige, die durch das trocken Werdens, des Partners, ihre Co Abhängigkeit abgelegt hat.

    Bei uns war ich ja diejenige, die Bewegung in die ganze verworren Co-Alk-Beziehung gebracht habe. Also nicht dass Oh Wunder mein Mann trocken wurde und ich hinter her musste. Ich habe meine Dinge in die Hand genommen und für mich gehandelt. Ich bin immer noch ein harmoniebedürftiger Mensch, aber nicht mehr um jeden Preis. Ich bin durch meine Entwicklung gelassener geworden und habe die innere Sicherheit, es auch allein zu schaffen. Momentan sehe ich mich nicht als co-abhängig.

    Hallo Becki,

    ich lese eine Menge Frust aus deinem letzten Post. Ich kann Dir aus meiner Sicht nur sagen, dass ich Dir nix Böses will. Ich habe Dir meine Erfahrungen geschildert und meine Erkenntnisse, die ich daraus gezogen habe. Die scheinen aber nicht das zu sein, was Du erwartest hast und jetzt hörst Du dich sauer an. Vielleicht ist aber genau das ein Grund, sich unsere Posts noch einmal gründlich durchzulesen. Bei mir war es so, dass Dinge, die mich beim ersten Lesen auf die Palme gebracht haben, des Pudels Kern getroffen hatten, ich mir das nur nicht eingestehen wollte.

    Ich war zu meinem Trennungszeitpunkt über 20 Jahre mit meinem Mann zusammen. Er ist der Richtige für mich, wir konnten zusammen lachen, Projekte stemmen ...., aber ständig war da dieser Schei*alkohol, der diese Dinge immer wieder zunichte machte. Ich wollte mich nicht trennen, ich wollte das er ne Therapie macht und alles wird wieder gut. Was hab ich Flaschen gezählt, gebettelt, geredet, geweint, gemault. Es hat alles nix geholfen. Dann schlug es langsam um. Ich fühlte mich in seiner Nähe unwohl, konnte ihn nicht mehr riechen, konnte nicht mehr mit ansehen wie er stierend auf der Couch saß. Ich war unglücklich und er war Schuld. Ich hab noch nicht mal gewusst warum es mir so bescheiden ging, bis ich ein langes Gespräch mit unserem Kind hatte, dass mir die Augen geöffnet hat. Das war im April und ich fing an, im Netz zu recherchieren und kam auf dieses Forum. Im Juni bin ich ausgezogen. Es war die beschissenste Zeit, die ich je durchgemacht hatte. Aber ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht gehe, gehe ich ein, verschwinde immer mehr und das wollte ich einfach nicht. Ich wollte von ihm erstmal nix sehen oder hören und er hat alle Register gezogen, damit ich wieder in die Spur komme. Aber ich konnte wie gesagt nach einem Monat die Kontaktsperre durchsetzen und dann ging es mir langsam besser. Vorher hatte ich Panikattacken, wenn er anrief. Ich fühlte mich so dermaßen schlecht, dass ich ihn verlassen hatte, mein Herz sagte, dass alles falsch ist und mein Verstand sagte mir, da musst du durch. Ich hab einfach mal gemacht, was der Verstand sagte und irgendwann kam mein Herz hinterher. So hatten wir beide Zeit, unsere Genesung in Angriff zu nehmen - jeder für sich.

    Du kannst doch gern mit deinem Partner so weiter leben wie bisher - das meine ich wirklich nicht sarkastisch. Es ist nur so, dass Du einen Alkoholiker nicht trocken legen kannst. Er muss selbst die Erkenntnis haben und dann muss er selbst beschließen trocken zu werden und dann muss er selbst Taten folgen lassen. Und ja, es ist eine Krankheit, aber ich als Partner kann bei anderen Erkrankungen ja auch keine Diagnose stellen, da muss mein Partner schon mal selbst zum Arzt gehen und die vorgeschlagene Therapie machen. Und nichts anderes ist es bei einem Alkoholiker - er muss in die Puschen kommen.

    Ich dachte ich finde in diesem Forum Menschen und Tipps, die mit einem Alkoholkranken trotz der „Schwierigkeiten“ zusammen sind und ihn bei seinem Weg in die Trockenheit unterstützen. Aber solche gibt es anscheinend nicht mehr. Alle verlassen den Alkoholiker und führen fernab ein glückliches Leben. Die einzig richtige Lösung ist: Streiche den Alkoholiker aus deinem Leben. Das ist das Fazit dieses Forums. Dann ist das so. Dann kommen wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Ende der Geschichte.

    Ich lebe wieder mit meinem Mann zusammen und habe Dir meine Erfahrungen geschrieben. Sie sind anscheinend nicht das, was Du Dir wünschst zu hören, denn für mich war es wichtig, allein wieder zu mir zu finden. Was aus meiner Ehe würde, war mir zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Vielleicht hab ich es aber viel zu lange direkt neben einem Alkoholiker ausgehalten ohne die Freiräume, die Du hast und konnte es daher so durchziehen.

    Trotzdem denke ich, ist es wichtig zu wissen, was man wie möchte und es so auch seinem Partner zu kommunizieren.

    Du wirst Deinen Weg gehen und er wird für dich der richtige sein.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Becki,

    Wie erfahre ich dann, ob er was macht oder nicht.

    Was möchtest Du aus welchem Grund erfahren? Es ist keine Frage, die Du hier öffentlich beantworten musst, aber hat es vielleicht etwas mit Kontrolle zu tun? Ich habe damals 1 Monat um eine Kontaktsperre gekämpft. Erst dann konnte ich für mich zur Ruhe kommen, weil ich nicht mehr hörte was er wann warum macht und mein Gedankenkarussell so nur am Kreisen war. Ich denke, Du bist in einer Phase, wo Du Dir darüber klar werden solltest, was Du wie möchtest. Was erwartest Du von einer Partnerschaft, von Deinem Partner. Wie glücklich oder zufrieden bist Du mit deiner derzeitigen Partnerschaft? Ich glaube, wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du handeln und Ansagen machen, die Du dann auch einhalten solltest. Du kannst sagen, dass Du ihn nicht alkoholisiert treffen willst z.B., aber ich denke, damit ist das Problem langfristig nicht gelöst. Es kann erst funktionieren, wenn er für sich was ändern will. Das kannst Du ihm nicht abnehmen und du kannst ihn nicht dazu zwingen.

    „du hast mich allein gelassen, wo es mir schlecht ging, dann brauchst du jetzt wo es mir besser geht (FALLS es mal so kommt) auch nicht mehr ankommen“

    Vielleicht sagt er auch, "danke, dass Du mir die Chance gegeben hast, mein Leben für mich auf die Reihe zu kriegen, schön, dass du da bist." Liebe Becki, es kann niemand in die Zukunft schauen und jeder kann nur zusehen, dass er sein Leben so zufrieden wie möglich lebt. Gut, wenn es da Menschen gibt, die uns begleiten. Sie sollen aber doch eine Bereicherung und keine Last sein oder?

    Was wünschst Du Dir, welche Träume hast Du und siehst du ihn an deiner Seite so wie es jetzt ist?

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Becki,

    Und ja ich klammere mich immer an die einzelnen Ausnahmegeschichten, die man hört oder in seinem Umfeld sieht, wo es ein HappyEnd gab. Die gescheiterten Beziehungen blendet man in dem Moment aus

    Ja, diese Ausnahmen gibt es - ich gehöre dazu. Ich habe aber die gleichen Erfahrungen gemacht wie sunshine. Wir beide (mein Mann und ich) mussten uns verändern, damit es wieder passen konnte. Ich bin damals gegangen, in der Hoffnung, dass er dann ne Therapie macht :roll:. Hat er nicht, aber ich hab eine gemacht und ich habe die Zeit genutzt, um für mich wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin in Bewegung gekommen und meine Welt hat sich mit bewegt. Mein Mann hat die Zeit für sich genutzt und seine Entscheidungen getroffen und am Ende hat es wieder gepasst. Das heißt nicht, dass alles harmonisch zugegangen ist. Es war eine sehr intensive Zeit mit vielen Ängsten, Zweifeln, verwirrenden Gefühlen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, alte Muster in einer "alten neuen" Beziehung zu überschreiben. Die Hoffnung, er trinkt nicht mehr und alles ist schick, kannst du getrost begraben. Wie sunshine schon schreibt, alles ist Veränderung und wir müssen uns immer wieder neu drauf einstellen.

    Diese Trennung war für meine Entwicklung enorm wichtig. Ich weiß jetzt, dass ich, was immer kommen mag, auf eigenen Beinen stehen kann und alleine klarkomme. Das ist ein tolles Gefühl.

    Was spricht denn dagegen, erstmal den eigenen Weg zu gehen. Lass ihn doch seins machen und genieße Dein Leben. Er ist erwachsen und darf/muss seine Entscheidungen treffen. Jeder ist zum Glück nur für sein Leben verantwortlich.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Becky,

    ich habe den Eindruck, dass Du Dir die ganze Sache schön redest und dir das alles so drehst, damit es passt und du nicht handeln musst. Mir ging es damals genauso. Leider musste ich feststellen, dass die Dinge, die mir die Alkoholiker geschrieben und prophezeit haben, wirklich eingetroffen sind. Zum Positiven hin hat sich erst was geändert, als ich in die Puschen kam und mein Leben wieder in die Hand nahm, nicht mehr von den Befindlichkeiten eines nassen Alkoholikers abhängig sein wollte sondern ich habe mich auf mich und meine Befindlichkeiten und Bedürfnisse konzentriert. Siehe da, mein Leben wurde besser.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Sarah,

    wie geht es Dir heute? Cadda und Aurora haben Dir schon wichtige Dinge geschrieben. Weißt Du, ich finde es unwahrscheinlich wichtig, auch allein leben zu können und mit sich selbst klar zu kommen. Für mich stand immer fest, dass wir beide, so kaputt wie wir waren und so kaputt unsere Beziehung war, niemals in der Beziehung gesund werden konnten. Also bin ich gegangen und hab mich um mich gekümmert. Das war Anfangs sehr schwer und Trauer, Wut, Verzweiflung, Angst haben mich begleitet. Je mehr ich mich jedoch mit mir, meinen Wünschen, Bedürfnissen und Träumen auseinander gesetzt habe, um so besser ging es mir. Ich finde, wenn beide für sich gesund werden wollen und dafür auch was tun, kann man immer noch schauen, ob man die Beziehung möchte und ob sie neu, auf Augenhöhe funktionieren kann.

    sonnige Grüße

    Lütte