Ich gehöre zu denen, die ein zufrieden trockenes Leben führen ohne Therapie. Als ich damals den Entschluss gefasst hatte nicht mehr zu trinken, war der Gedanke an eine Therapie überhaupt nicht vorhanden.
Im Nachhinein denke ich, der Hauptgrund war Scham - denn da wäre ich ja bei der Arbeit ausgefallen und es wären Fragen gestellt worden, etc… Das war für mich damals überhaupt keine Option.
Eine Therapie war mir vom Arzt nicht angeboten worden (war allerdings auch ein Arzt, den ich gar nicht kannte und ich war damals, ich glaube, nur 2 x in der Praxis um mich für den Entzug durchchecken zu lassen).
Ich hatte damals aber auch gar kein Bedürfnis nach einer Therapie. Hätte gar nicht gewusst, was ich da denn soll? 😉 Natürlich hatte ich auch überlegt, ob es einen „Grund“ für die Alkoholabhängigkeit gab und hab da vermeintliche Gründe in der Familie/Jugend/alkoholabhängige Mutter gefunden. Aber das und alles, was damit noch zusammenhängt, „aufzuarbeiten“ sah ich nicht für notwendig an. Ich wollte einfach nur aus der Alkoholsucht raus…
Das hab ich mit Hilfe des Forums geschafft. Anfangs und immer mal wieder für kurze Zeiträume war ich noch in realen SHGs, aber für mich persönlich war das Forum die Anlaufstelle Nr. 1, die es bis heute geblieben ist.
Zwischendurch, nach ein paar Jahren, hatte ich immer mal wieder darüber nachgedacht, ob eine Therapie sinnvoll wäre. Aber nicht wegen der Sucht, sondern eher wegen allgemeiner Themen aus meiner Kindheit und Jugend. Aber auch davon bin ich abgekommen. Zu viel in der Vergangenheit kramen ist für mich (!) nicht mehr zielführend.
VG Sue