dann fang ich mal an.
schicksalsschläge kommen ja in der regel aus heiterem himmel, kann man sich auf sowas überhaupt vorbereiten. ich hatte vor paar jahren eine serie die ich mir in meinen schlimmsten träumen nicht hätte ausdenken können. das werde ich hier allerdings nicht öffentlich ausführen da etliches auch mir nahe stehende personen betraf und ich ihre privatspähre verletzen würde. es war alles dabei, tot, straftaten, siechtum. als ich noch gesoffen habe wäre ich in der situation wahrscheinlich ins koma gefallen vor lauter frustsaufen.
aber genau das ist es was wir eben lernen müssen. nüchtern bleiben wenn alles gut läuft ist "relativ" einfach. es aber zu bleiben wenn einem der himmel auf den kopf fällt ist dagegen schon eine herausforderung. ich weiß gar nicht ob ich mir da irgendwelche strategien zurecht gelegt habe damals. ich steckte ja bis über beide ohren in problemen die ich mit anhaltender abstinenz stück für stück abgebaut habe. ich bin im trocken werden an den problemen gewachsen und es ist irgendwie nebenbei passiert neue strategien im umgang mit katastrophen zu lernen.
ich bin in den fast 23 jahren durch viele große und kleine katastrophen gegangen und ich erinner mich wirklich nicht das mir auch nur einmal der gedanke an alk gekommen wäre. ich bin so dankbar nicht mehr trinken zu müssen, ich weiß das nüchtern wege zu finden sind. besoffen stolpert man doch von einem loch ins nächste.
was für mich eine sehr wichtige sache ist, ist das reden mit anderen wenn es brennt. geteiltes leid ist halbes leid. der spruch kommt nicht von ungefähr. ob ich hier im forum im geschützen bereich schreibe oder im realen leben mit jemandem rede, es nimmt den inneren druck raus. das ist schon die halbe miete. hier wissen ja auch alle wie man sich in solchen situationen fühlt, da muß man nichts großartig erklären, man wird aufgefangen und bekommt durchaus hilfreiche tipps. das schlimmste was man tun kann ist es in sich reinfressen.
ich hab im geschützten da auch kein blatt vor den mund genommen. es mußte alles raus, die ganze katastrophe. schon das aufschreiben ist für mich ein ventil. damit fahre ich seit vielen jahre sehr gut. deswegen bin ich auch immer noch hier, das leben ist nun mal kein ponnyhof.