Beiträge von Hope123

    Hey Bitter Tea und alle anderen!

    Ich habe mir gerade mal den Thread durchgelesen und unglaublich viele Parallelen entdeckt zwischen der TE und mir, vor allem in Bezug auf die Beziehung zur Mutter und die mit dem Rückfall verbundenen Gefühle. Schade, dass nach dem gescheiterten Mailaustausch-Versuch anscheinend die Luft raus war.

    Wie geht es Dir heute, Bitter Tea?

    VG
    Hope

    Hallo Ihr Lieben!

    In der letzten Zeit habe ich mich um meine Sachen gekümmert, deswegen bin ich jetzt erst wieder zurück. Meine Mutter ist mir auch seit letzter Woche tagsüber zur Hand gegangen, natürlich nüchtern.

    Colibri und Sunshine, Eure Appelle in allen Ehren, ich achte aber wirklich sehr auf mich und mein Ungeborenes, habe z.b. aufgehört zu rauchen damals etc. Zudem ging es mir nicht die ganze Schwangerschaft über schlecht, ich bin sehr glücklich, wozu auch mein Partner (ja, es gibt ihn zum Glück, Colibri :) ) beiträgt! Ich hatte auch mal gelesen, dass ein Baby "spüren" darf, dass auf schlechte immer gute Zeiten folgen. Das nimmt Müttern den Druck, finde ich. Letztendlich sind wir doch nur Menschen und so ist es im Leben eben ;)

    Um es abzukürzen, ich habe mich von meinem Schreck erholt und wieder auf mich besonnen. Sunshines Tipp werde ich noch in die Tat umsetzen und meiner Mutter klarmachen, wie wichtig es für uns alle ist, dass sie trocken bleibt. Es muss nur der Zeitpunkt passen, damit ich mir nicht wie ein Trottel vorkomme, wenn ich mit gedanklich erhobenem Zeigefinger vor meiner Mutter sitze :D Was sie dann daraus macht, ist ihre Sache!

    VG
    Hope

    Honeymaker, danke für Deinen Zuspruch! Deinen Beitrag habe ich mir gleich ein paar Mal hintereinander durchgelesen und will ihn verinnerlichen.

    Colibri!! Danke, da ist gerade ein Knoten in meinem Kopf geplatzt, ich schlage mir innerlich vor den Kopf!! Du hast absolut recht: Wer macht sich Sorgen um mich und befürchtet, ich könne mich allein gelassen fühlen? Ich bin wohlgemerkt hochschwanger und gerade umgezogen, könnte ihre Hilfe (und eigentliches Organisationstalent) so sehr gebrauchen usw. usw. Wie gerne würde ich ihr dies auch sagen/schreiben, aber was soll es bringen. Sie versinkt ja nur mehr in ihrem Selbstmitleid.

    Meine Mutter erwartet vielleicht gar nichts von mir gerade, denke ich. Ich hatte ja auch per SMS angekündigt, dass Abstand wohl erst mal besser wäre. Schien sie nicht doll zu jucken, habe bis heute keine Reaktion erhalten. Sie gibt sich wohl lieber ihrem Schicksal hin. Enttäuschend, aber gut, damit musste ich wohl rechnen.

    Vielen Dank für Euren Zuspruch und die wirklich einleuchtenden Denkanstöße!!

    VG
    Hope123

    Hallo zusammen!

    Zur Vorgeschichte: Meine Mutter begab sich vorletztes Jahr in einen stationären Entzug, alles schien perfekt, sie hatte sich gut im Griff.

    Nun ging es vor einiger Zeit los, dass sie "Ausrutscher" hatte, die sich häuften, sie begann eine Therapie doch vorletzte Woche erfolgte der Totalausfall über drei Tage hinweg. Hilfsangebote nahm sie nicht an, berappelte sich schließlich selbst und stand zu ihrem "Fehler", sprach wie ein geläuterter Mensch und dieses WE steht sie in etwa wieder dort, was ich schon beschrieben habe und ich hab gerade zugegebenermaßen die Faxen dicke und keine Lust auf Kontakt zu ihr.

    Mein Problem ist, dass mir das Verständnis fehlt! Sie bewegt sich kein Stück aus ihrer Komfortzone und wundert sich dann (vermutlich), warum sie es nicht schafft. Bin ich zu ungeduldig, zu unfair? Schließlich sollen Rückfälle ja dazugehören. Ist es gemein von mir, dieses Mal nicht hinter ihr herzutelefonieren und ihr Hilfe anzubieten?

    Ich würde gerne verstehen, was in der Frau vorgeht, wirklich! Aber so, wie es sich mir darstellt, habe ich es gerade mit einem beratungsresistenten Menschen zu tun, der mir meine Energie raubt. Warum sollte ich wieder auf sie zugehen? Es tut doch nachher sowieso nur wieder weh!!

    Natürlich mache ich mir andererseits auch Sorgen, möchte nicht, dass sie sich allein gelassen fühlt. Aber mir geht es auch so schlecht, wenn ich sehe, wie sie sich hängen lässt und ich nichts dagegen machen kann.

    Vielleicht kann mir hier jemand den Kopf ein bisschen zurechtrücken...

    VG
    Hope123

    Hallo Stern!

    Wie geht es Dir? Es ist so lang her, dass ich hier wirklich aktiv war, so viele Dinge sind geschehen.

    Meine Mutter erleidet gerade einen Rückfall trotz Therapie. Diese hat sie aber vielleicht auch schon zu spät angefangen, als sie nämlich schon einige "Ausrutscher" hatte.

    Wie ergeht es Dir? Du hattest solche Sorgen um Deinen Vater, das letzte Mal als Du hier geantwortet hast.

    Lass' gern von Dir hören, wenn Du Lust hast!

    VG
    Hope123

    Nachtrag: Nach dem, was ich so mitbekommen habe, gehören Rückfälle zu diesem Krankheitsbild. Das ist schwer zu akzeptieren, ich weiß, doch versuche es positiv zu sehen, dass Dein Vater sich danach überhaupt Hilfe sucht! - Leider kenne ich Deine momentane Situation aber gar nicht und hoffe auf einen Austausch mit Dir.

    Hey Stern!

    Bitte entschuldige vielmals; Du wartest nun schon 2 Monate auf meine Antwort. Das tut mir total leid. :( Wie geht es Dir? Es muss ja viel passiert sein in der langen Zeit. Wie hast Du sie mit Deinem Vater erlebt? Ich hatte viel um die Ohren und oft nicht die Zeit oder Geduld gefunden hier vorbeizuschauen.

    Meine Mutter ist super drauf! Im Moment genießt sie mein vollstes Vertrauen, aber natürlich bleibt man trotzdem irgendwie wachsam. So könnte man auch ihre Haltung gegenüber sich selbst beschreiben. Sie hatte allerdings das Glück (noch) keine körperliche Abhängigkeit empfunden zu haben. Das macht, denke ich, auch viel aus. Die Zeit wird es zeigen...

    Lass von Dir hören, Stern!!

    VG
    Hope123

    Liebe Morgana,

    herzlichen Dank für Deine seelische Unterstützung! Du hast anscheinend ganz recht mit den Einsichten, wenn ich die Entwicklung der letzten Wochen betrachte. Auch ich lerne viel dazu und unterhalte mich gern mit anderen Betroffenen dort, um meine Mutter besser verstehen und unterstützen zu können. Allein aus diesem Grund freue ich mich sehr über Deine Meinung hierzu!

    Meine M. hat gute Aussichten prognostiziert bekommen. Ich besuche sie regelmäßig und bemerke eine wiederkehrende Achtung vor ihr. Die war mir zugegebenermaßen in den letzten Jahren abhanden gekommen. Unser Verhältnis war schon immer innig, doch nun scheinen sich zusätzlich die "Rollen" wieder in normale Bahnen zu lenken. Das macht mich sehr stolz und glücklich!

    VG
    Hope123

    Zimttee, mein Ton war nicht scharf oder so.

    Ich stimme Dir in allen Punkten zu. Hatte nur das Gefühl, Du vergleichst mich mit Deinem Vater und klangst "abwatschend". Ich werde nicht gern missverstanden.

    Sorry, wenn es jetzt so ausgeartet ist, Brummbär! Lass beizeiten mal wieder von DIR hören, wie es Dir geht!

    VG
    Hope123

    Hallo summerdream!

    Danke für Deine lieben Worte. Mittlerweile hat sich die erste Euphorie gelegt. Mit Abstand betrachtet, habe ich eine gute Woche hinter mir. Wichtigen Kram erledigt, auch mal gefaulenzt und Besuche gemacht, bei Freunden und der Mama. Die Verschnaufpause brauche ich also so gesehen nicht, da sich ja vorher auch nicht mein ganzes Leben um sie gedreht hat. Mein Zuhause steht vorne an! Wir werden sehen, was die Zeit bringt... :)

    VG
    Hope123

    Zimttee, ich finde es schon etwas befremdlich, wie verallgemeinernd Du Dich so äußerst.

    Du kannst doch gar nicht wissen, wie ich mein Leben gestalte und ob ich auf mich selbst achtgebe. Ich hatte das "Glück" mit einem friedlichen Alkoholiker zu tun zu haben und dass ich es nicht schon seit meiner Kindheit mit anschauen muss. Das ist einer vieler Gründe, warum ich dafür genug Kraft habe. Wie gesagt: Jeder ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich!

    Sorge um das eigene Fleisch und Blut ist meiner Meinung nach nicht mit Co-Abhängigkeit gleichzusetzen, ebenso wenig der individuelle Umgang der betroffenen Menschen mit dem Problem; die Zeiten, in denen ich meiner "kippelnden" Mutter den "Stuhl" gehalten habe, sind lang vorbei, da ich weiß, dass sie die Konsequenz erfahren muss und ich sie damit sprichwörtlich in ihrer Sucht unterstütze. Vor 4 Jahren bin ich nach bereits 2 oder 3 Jahren damit das erste Mal rausgerückt. Auf Grund meiner Familiengeschichte habe ich mich schon sehr früh intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und natürlich die besagten Jahre gebraucht es mir selbst einzugestehen, dass Hilfe von außen nötig wird - für ALLE Beteiligten. Es ist also nicht so, dass ich hier nur Quatsch erzähle. Ich habe mir eben in jahrelanger Arbeit durch therapeutisch erlernte Selbstreflexion eine für mich geltende Meinung bis zum heutigen Zeitpunkt gebildet. Deswegen kann ich die Ansicht anderer (einschließlich Deiner!), die sich in einer völlig anderen Situation mit aber demselben Problem befinden, auch völlig nachvollziehen!

    In einer neuen Situation wie der EIGENEN Entscheidung des Süchtigen zur qualifizierten Behandlung ist Hoffnung somit meiner Ansicht nach durchaus berechtigt. Und "steter Tropfen höhlt den Stein" allerdings! Nicht jeder Psychologe vertritt die These, dass Fallenlassen sinnvoll sei... Je intakter das Umfeld desto höher die Erfolgschancen. So, und da bin ich! Ich habe losgelassen, aber eben auf eine Weise, die meiner Mutter und unserer Beziehung zueinander gerecht wird.

    Möglicherweise ist es jetzt verständlicher. Wenn nicht, belassen wir es doch dabei :)

    VG
    Hope123

    Zimttee, ich versuche immer mich kurzzufassen, da wir "öffentlich" schreiben, so mag einiges auf der Strecke bleiben. Sei Dir aber bitte gewiss, dass ich alles, was ich sage der seelischen Stabilität jedes einzelnen entsprechend meine und letztlich jeder für sich selbst verantwortlich ist!

    Ich bin hier hergekommen, um mir zu helfen und meine positiven wie auch negativen Erfahrungen loszuwerden. Einerseits, um LeserInnen zu bestätigen und andererseits um auch Hoffnung zu spenden, die uns allen hier irgendwo ganz massiv fehlt, weil wir so viele Enttäuschungen von geliebten Menschen erfahren mussten. Wenn ich dabei belehrend rübergekommen bin, tut es mir aufrichtig leid! Ich möchte mich auch nur mitteilen.

    Brummbär, ich stimme Zimttee natürlich grundsätzlich zu und wollte Dich mit meinem Beitrag nicht im Geringsten kritisieren!

    VG an Euch beide und alles Gute!
    Hope123

    Mittlerweile hat meine Mutter einen Platz in der Klinik bekommen. Sie ist sehr euphorisch und motiviert, aber gesteht sich ihre körperliche Abhängigkeit nicht ein. Auch andere offensichtliche Dinge hat sie bis zuletzt abgestritten. Aber gut, es liegt nicht in meiner Hand, ihr diese Einsicht abzunehmen. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass sie in guten (therapeutischen) Händen ist.

    Hope123

    Ich muss mal kurz den Stand der Dinge auffrischen, da ich doch wieder ganz schön beschäftigt damit bin. Schreiben hilft immer ein bisschen...

    Meine Mutter sitzt mittlerweile auf gepackten Koffern und ist fast schon euphorisch (sie freut sich, sich vom Alkohol zu "befreien"). Es ist wirklich fast beängstigend. Das liegt sicher an meiner eigenen Angst vor ihrem Rückfall (die sie anscheinend gar nicht hat), ich weiß! Um mein Co-Problem werde ich mich auf jeden Fall auch kümmern. So geh ich sicher auf lange Sicht K.O.

    Wahrscheinlich werde ich morgen wieder updaten. Es entlastet doch ungemein, merke ich gerade...

    VG zur Nacht
    Hope123

    Stern, ich habe gestern im Forum erst gelesen, wie es um Deinen Vater steht. Vor diesem Hintergrund muss ich natürlich ein wenig zurückrudern. Trotzdem finde ich es gut, dass Du ihn deswegen nicht aufgibst und ihm das vermittelst!

    Zimttee, Du hast recht! Das ist meiner Mutter und mir auch schon oft aufgefallen. Deinen Tipp nehme ich gern an. Ich bin generell ein Kontrollfreak und täte gut daran, diese Eigenschaft zu überarbeiten. Weißt Du denn, ob ein Einbezug der nächsten Familienmitglieder zum Standardprogramm der Entwöhnung gehört?

    Lieben Gruß an Euch beide!
    Hope123

    stern2013, das tut mir leid! Danke für Deine Offenheit! Ich bin jetzt nicht verrückter als sowieso schon :) Meine Mutter wird direkt im Ort untergebracht, aber ich möchte da nicht vorgreifen, da sie alles unvoreingenommen auf sich zukommen lassen möchte und es quasi "ihr" Terrain sein wird, wo sie ihre Ruhe haben soll, wenn sie sie braucht. Ich bemühe mich lieber weiter um den Kontakt zu einer Beratungsstelle in den diversen anderen Einrichtungen hier (ein Versuch letzte Woche scheiterte und ich hab es nicht nochmal versucht :( ).

    Um das Thema Deines Vaters nicht zu kurz kommen zu lassen: Die Krankheitsverläufe sind anscheinend immer ganz individuell, trotzdem meine ich auch, dass man gerade als Kind mit Offenheit und angemessener Hilfsbereitschaft auf lange Sicht etwas erreichen kann bei seinem Elternteil! Ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft und ein gesundes Ich-Bewusstsein! Sofern Du Neuigkeiten oder etwas auf dem Herzen hast, wäre es immer schön von Dir zu lesen.

    Einen Gruß zur Nacht!
    Hope123

    Ich habe irgendwann angefangen mich in das Thema Alkoholismus reinzulesen, um meinen Verdacht zu bestätigen/entkräften. So habe ich mich im Thema "Co-Abhängigkeit" sofort wiedererkannt und begonnen dagegen anzuarbeiten: Ich habe mich an ausgewählte Vertrauenspersonen gewandt (oft auch nach dem Quid-pro-quo-Prinzip) und mich ausgesprochen. Zudem habe ich mir ein Stück weit Gleichgültigkeit angeeignet, und wenn ich keinen "Bock" hatte, dann hab ich eben nix gesagt und mich nich gemeldet. Wiederum habe ich in stabilen Zeiten immer die Gelegenheit zur Erwähnung der Problematik genutzt.

    Mittlerweile glaube/hoffe ich, damit recht angemessen gehandelt zu haben...

    Lieben Gruß
    Hope123