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Gebt mir Zeit für meinen Prozess. Ich hoffe, wenigstens das Kompliment war nicht zynisch gemeint.
Die harte, grausame Realität erschreckt mich nicht. Umso selbstbewusster ich hier schreibe, desto mehr gebt ihr vielleicht Kontra, um hinter meine fertige Fassade zu steigen und mir den Kopf auch noch vom letzten Rest Hoffnung freizublasen. Zum Warten: Ich warte derzeit eben auf mich.
Du hast doch so viel Zeit wie Du willst/brauchst...was auch immer...
Du bist uns hier weder Rechenschaft schuldig noch musst Du es UNS hier recht machen!
Und sei lieber froh, das Du selbstbewußt bist, das wird Dir weiter helfen. Ich freue mich immer über selbstbewußte Frauen hier im Forum.
Und was da Fassade ist und was nicht, wirst Du selbst wissen.
Ich für meinen Teil unterstelle jedenfalls keiner selbstbwußten Frau, das ihr Selbstbewußtsein nur Fassade wäre, warum auch?
Ich bin auch selbstbewußt, das ist auch keine Fassade.
Aber es gibt auch Bereiche, wo ich das nicht bin! Ich bin nicht nur stark, ich bin manchmal auch schwach.
Ich hatte beispielsweise gestern und heute Arzttermine, heute mit etwas aufwändigerer Untersuchung...und ich war davor mini-klein mit Hut 
Ich gestehe mir zu, beides zu sein, stark und auch mal schwach 
Wir sind auch nicht hier, um jemanden die letzte Hoffnung aus dem Kopf zu blasen, hier erzählen Menschen ihre Geschichten, die sie mit nassen Alkoholikern erlebt haben.
Man darf daraus seine eigenen Schlüsse ziehen...und ich halte auch jeden für in der Lage, das zu tun.
Es ist aber auch so, das es um die 70%-90% aller Alkoholiker nicht schaffen, trocken zu werden oder zu bleiben...trotz Versuche.
Mit Therapie und SHG verbessert sich die Zahl, dann liegt die Rückfallquote aber immer noch bei um die 50% in einem Zeitraum von 5 Jahren.
So ist zumindest mein momentaner Kenntnisstand.
Ob es sich da wirklich lohnt, Hoffnungen zu haben, wenn der Betroffene sich keine Hilfe sucht und auch danach am Ball bleibt, kann sich jeder selbst ausrechnen.
Wir brauchen auch Hoffnung im Leben, ganz klar.
Aber bei der Alkoholsucht gelten ganz andere Regeln als im "normalen" Leben. Das ist eben der Unterschied.
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Und nur so am Rande. Ich hatte mich eingerichtet, mit diesem Mann meinen Lebensabend zu verbringen. Holterdipolter raste ich eben nicht aus und haue ab. Ihr werdet ja lesen, wenn ich gehe. Und zwar nicht, um euch von meiner hübschen Geschichte zu überzeugen.
Du musst uns doch von nichts überzeugen! 
Wie kommst Du nur darauf?
Es ist doch Dein Leben.
Auch wenn das jetzt etwas schnodderig oder gar beleidigend rüber kommen mag, hier leben doch alle auch ihr eigenes Leben weiter, wenn sie sich hier ausloggen, und in dem spielt es kaum bis gar keine Rolle, ob DU Dich trennst oder nicht. 
Und das ist auch völlig in Ordnung so, sein eigenes Leben an die erste Stellle zu setzen, und sich hauptsächlich darum zu kümmern.
Danach kommt meist die Familie...und dann die Freunde....und irgendwann kommt dann dieses Forum hier mit seinen Mitgliedern.
So ist zumindest bei mir die Reihenfolge
...wenn man sich eine stabile Trockenheit aufgebaut hat, bzw. seine CO-Abhängigkeit stoppen konnte.
Ist man da noch wackelig oder unentschlossen, braucht man das Forum wahrscheinlich mehr.
Aber selbst dann (oder gerade dann!) dreht sich das Leben auch hauptsächlich um einen selbst. 
MD, ich glaube, es geht vielen so... egal ob CO oder nicht CO, man hat eine gewisse oder auch mitunter eine sehr konkrete Vorstellung vom eigenen Leben und wie das laufen soll.
Halte ich auch für völlig normal. Man macht für sich selbst Pläne, vielleicht sogar bis hin zum Lebensabend...(obwohl ich persönlich lieber nur höchstens ne Woche im Voraus plane, weil erstens eh anders kommt, und zweitens, anders als man denkt
).
Tja, und dann merkt man, das es nicht so laufen wird, wie man sich das ausgedacht hat. 
Das ist nicht lustig, mir schon klar.
Manchmal geht es nicht mal so sehr um die andere Person, sondern darum, das die eigenen Lebensentwürfe sich nicht verwirklichen lassen.
Das kann traurig machen, auch wütend...denn eigentlich möchte man gar keine derartige Veränderung, wie sie wohl ansteht.
(Aber es heißt auch nicht umsonst LebensENTWÜRFE, Entwürfe sind nichts endgültiges, sie sind abänderbar und oftmals muss man sie sogar abändern, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen)
Aber was wäre denn die Alternative?
Sich mit einem suchtkranken Menschen bis ans Ende seiner Tage rumzuquälen?
Denn die Sucht bessert sich üblicherweise nicht, dieser Aufzug fährt niemals mehr hoch, nur noch abwärts.
Aufwärts geht es nur wieder, wenn man sie wirklich stoppen kann. Und ein Angehöriger fährt meist mit abwärts, da kann man sich gar nicht komplett vor schützen. Oft entwickeln CO-Abhängige auch psychosomatische Erkrankungen, das weiß man heutzutage längst.
Da wäre mir aber ein Ende mit Schrecken lieber als ein Schrecken ohne Ende!
Da bastel ich mir lieber einen neuen Lebensentwurf, als mein Leben mit einem nassen Trinker zu versauen, is einfach so.
LG an Dich
Sunshine