Beiträge von Whitewolf

    Hallo Sternenmaedchen.

    herzlich Willkommen.

    Ist es schlecht es jeden Tag zu thematisieren? Ich kann es kaum aushalten.

    Wie tief er schon in der Sucht steckt ist für Dich nicht zu beurteilen. Du bist und bleibst Statist und reagierst nur auf seinen Konsum. Auch mitzählen oder Beweisführung bringt am Ende garnichts.

    Es jeden Tag zu thematisieren ist anstrengend und ändert nichts. Irgendwann ist alles 10x gesagt und hat an Gewicht verloren.

    Die Kraft könntest Du besser verwenden, wenn Du statt dessen an Dich denkst und wie es Dir besser gehen könnte. Das ist der erste Schritt und jeder lange Weg fängt mit dem ersten Schritt an.

    Der Alkohol, welcher sich in Eurer Beziehung breitmacht ( körperlich und gedanklich ), ist eine sehr starke Komponente, welche nicht dauerhaft ignoriert werden kann. Einfach weil sie immer mehr Raum einfordert und erfahrungsgemäss unbehandelt immer grösser wird.

    Er redet es oft einfach klein. Oder so lange, dass ich mich schuldig fühle.

    Du bist keinesfalls Schuld an seinem Konsum, das ist allenfalls eine gerne genommene Entschuldigung um mal wieder oder noch mehr trinken zu können.

    Am Ende liegt es ganz alleine bei Ihm ob er aufhört oder nicht. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.

    lG WW

    Hallo Cat-Mom,

    das tut mir leid.

    Ich würde ihm helfen ein Zimmer zu finden, und ihn beim Auszug unterstützen. Und ihm noch helfen seine Angelegenheiten zu regeln, da ich das bisher immer getan habe. Wegen einiger Schwierigkeiten, die er sich durch den Alkohol eingebrockt hat, würde das eine Zeit dauern, aber es ist absehbar.

    Hoffentlich tritt dieser Fall nicht ein, aber schlimmstenfalls ist das mein Weg, denn in das alte Leben kann ich nicht zurück.

    Was sagt er denn dazu? Redet Ihr darüber?

    Denke daran die Sachen welche Du androhst und beschliesst auch durchzuziehen. Sonst nimmt er das nicht mehr ernst.

    lG WW

    Klingt doch gut.

    Angst, das ich wieder retraumatisiert werde, wie vor 3 Jahren bei einem Gutachter.

    Tagesklinik geht ja ein paar Wochen, falls da was aufreisst wird daran auch gearbeitet. Versuchen solltest Du es auf jeden Fall denke ich.

    Mein Mann ist nicht begeistert, weil ich von morgens bis abends weg bin.

    Das war ja klar. Was Ihm Deine Gesundheit wert ist hast Du ja schon gemerkt. Ausserdem besteht die Gefahr das Du plötzlich mehr an Dich denkst und er die Kontrolle über Dich verliert.

    Erstmal hingehen und ausprobieren. Wenn es garnicht geht zwingt Dich niemand zu bleiben.

    lG WW

    Wie ist denn überhaupt der Stand? Klingt ja so als wenn es Ihm besser geht wenn er schon wieder trinken und motzen kann?

    Ist denn evtl. mal eine Therapie oder ähnliches in Sicht?

    Oder geht diese Quälerei für Dich jetzt noch ewig weiter?

    lG WW

    Hallo Nanny,

    herzlich Willkommen :)

    Kurze Frage:

    Danach bin ich in ein betreutes Wohnen für psychisch erkrankte gegangen, also nach dem Entzig. Nun wohne ich mittlerweile wieder alleine und mache eine Ausbildung

    Das war aber ziemlich kurz mit dem betreuten Wohnen. Ein paar Monate? Ich kenne das viel länger. Oder rechne ich da etwas falsch? Was hat Dich bewogen wieder in die freie Wildbahn zu gehen?

    lG WW

    Der arbeitet auch als Neurologe, ich bin am überlegen zu wem sie ch gehen soll. Vielleicht hast du oder jemand, der das liest einen Rat?

    Wenn Du bei einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie den Fuß in der Tür hast, dann ist das Gold wert. Der Allgemeinmediziner checkt den Körper, macht evtl. auch eine begleitete Entgiftung oder auch eine Einweisung.

    Im trockenen Zustand bist Du zur weiteren Kontrolle beim Neurologen in guten Händen, vor allem wenn Du Depressionen hast. Er schreibt nötigenfalls auch Einweisungen und bekommt die Zuordnung der Krankheitsverläufe ( Alkohol + Depressionen )gut hin. Medikamente gegen Depressionen sind auch eher beim Neurologen zu Hause. Mein Allgemeinmediziner verschreibt mir sowas nicht.

    Beide Ärzte sind also wichtig und gute Ansprechpartner. Ich persönlich bin öfter beim Neurologen als beim Allgemeinmediziner.

    lG WW

    Unglaublich was Du so mit Dir rumschleppst.

    Aber es liest sich so, als ob Du wie ein Verdurstender jedes positive Licht aufsaugst, weil Dein Über-Lebenswille ungebrochen ist. Da ist noch Luft nach oben und irgendwann lohnt es sich bestimmt für Dich.

    lG WW

    Ist es nicht vielleicht auch das Ziel des trinkenden Partners, einen so zu zermürben, dass man zerbricht

    Das ist ziemlich unglücklich ausgedrückt. Der Alkoholiker trinkt weil er süchtig ist. Diese Zustände von denen Du schreibst sind Kollateralschäden. Folgen der Sucht. Ich habe noch keinen Alkoholiker getroffen, welcher vorsätzlich unheilbar krank geworden ist um den Partner zu zermürben.

    Der Alkoholiker will / muss seine Sucht befriedigen. Natürlich versucht er sein Umfeld zu manipulieren, damit er es so einfach wie möglich hat.

    Hier kommt dann die Co-Abhängigkeit ins Spiel. Entweder lässt der Partner sich darauf ein oder nicht.

    lG WW

    Erschwerend kommt hinzu dass ich im Ausland wohne und das Mietrecht hier total anders ist. Wenn ich Glück habe fliegt er bald nach Deutschland, ich wäre auch bereit ihm den Flug zu bezahlen

    Ich verstehe da die Zusammenhänge nicht ganz. Wer wohnt jetzt wo? Was will er in Deutschland wenn Du schreibst das er bald hinfliegt?

    Evtl. hab ich auch irgendwas überlesen?

    lG WW

    Heute war ich mit 2 Nachbarinnen beim Bäcker Kaffee trinken, das habe ich mir gegönnt.

    Klingt gut:thumbup: Redest Du eigentlich über Deine Verhältnisse zu Hause?

    sie meinte, er wäre nicht mehr ganz zurechnungsfähig, was er alles macht, und über die Konsequenzen nicht nachdenkt.

    Was macht er denn so? Verlässt er eigentlich das Haus oder wie kann man sich das vorstellen? Trinkt er noch / wieder / mehr ?

    Und ich hätte die Betreuungsvollmacht,

    Über welche Bereiche hast Du eine Vollmacht? Kannst Du das nicht an einen Betreuer abgeben? Was willst Du noch alles machen?

    Arbeitest Du noch zwischendurch?

    lG WW

    und die Kündigung unterschreibt er leider auch nicht

    Der Vermieter muss Euch kündigen oder der Vertrag muss geändert werden. Das geht nur mit Ihm. Hier gelten dann die vertraglich vereinbarten Fristen. Du kannst nicht alleine kündigen und die Info das Du da nicht mehr wohnst ist allenfalls für die Nebenkostenabrechnung relevant.

    Schwer vorstellbar das der Vermieter Dich einfach aus dem Vertrag lässt. Du bedeutest weiterhin sichere Mietzahlung.

    Setze Schreiben an den Vermieter nur mit anwaltlicher Hilfe auf um keine Nachteile zu erleiden. Keine Schnellschüsse.

    lG WW

    Hallo Mare,

    Gehen kann ich nicht, ich finde keine Wohnung mit meinem alten Hund und Katze.

    Einfach mal eine Anzeige z.B. bei Kleinanzeigen aufgeben und explizit auf die Tiere hinweisen. Anonym und kostenlos. Was soll passieren? Wenn sich niemand meldet hast 15min. am Rechner gesessen, falls doch werden Deine Karten plötzlich neu gemischt.

    Nächste Woche habe ich einen Termin mit dem EUTB , die helfen behinderten Menschen, mit psychischen und körperlichen Einschränkungen.

    Ein Versuch schadet nicht. Aber da Du ja das Haus nicht länger verlassen kannst wegen der Tiere, wird das Angebot ziemlich eingeschränkt sein. Da wärest Du dann wieder bei Tagesklinik.

    Es wird bestimmt noch 2 Monate dauern mit der Tagesklinik.

    Einfach beantragen. Wenn es genehmigt ist und es nicht passt kannst Du jederzeit absagen.

    Schreib ruhig öfter und versuch den Kopf oben zu behalten.

    lG WW

    Hallo Tulpe,

    herzlich Willkommen.

    Hier bist Du richtig mit der Problematik. Viele trockene Alkoholiker und Co-Abhängige lesen mit und können Dir über die schwere Zeit helfen.

    Mein erster Eindruck ist, das da wohl noch nicht wirklich der Wunsch zur Abstinenz vorhanden war.

    Evtl. schreibst Du noch etwas mehr über Deine Zusammenhänge und Deinen Weg bis hierher. Wenn Du Fragen hast, einfach stellen.

    lG WW

    Vielen reicht das wohl aus.

    Ja, bei dem Einen früher, bei dem Anderen später. Irgendwann sind diese Hintergründe und Auslöser nicht mehr so wichtig, es sei denn sie dienen der persönlichen Rückfallprävention .

    Ändern kannst Du eh nichts mehr daran. Es kann gerade in der Anfangszeit sehr kraftraubend sein, immer nach irgendwelchen Erklärungen zu suchen. Und es steckt in diesen Fragen sehr oft die Hoffnung doch noch einen "Ausweg" aus der Erkrankung zu finden.

    Kontrollierter trinken, weniger trinken u.s.w. sind Gedankengänge, welche wohl jeder Alkoholiker mal durchhat.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einige von euch davon ausgehen, dass ich es eh nicht schaffen werde, abstinent zu leben, weil ich nach eurer Meinung sowieso schon alles falsch gemacht habe und falsch angehe?

    Nein.

    Deine Erkrankung, Dein persönlicher Weg. Hier bekommst Du Werkzeuge und Hilfsmittel. Einsetzen musst Du sie selber, auf Deine Persönlichkeit abgestimmt.

    Ziel ist es abstinent zu bleiben und dann eine zufriedene Trockenheit zu erreichen. Immer wieder die nächsten 24 Stunden.

    lG WW

    Hallo Rene,

    Aber jetzt kommt, befürchte ich, der schwierige Teil.

    Wie schwierig oder schlimm kannst Du ja etwas steuern. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, wenn Du jemanden mit im Boot hast. Deinen Hausarzt z.B. oder eben auch eine SHG wie unsere hier zum Austausch.

    Es ist z.B. beim Arzt natürlich erstmal das abchecken ob schon körperliche Schäden aufgetreten sind. Und es beinhaltet eine Art der Kapitulation vor der Sucht.

    Die ist bei Alkoholikern sehr wichtig, durchgehend dagegen ankämpfen ( gegen die Erkenntnis der Erkrankung )ist nicht zu schaffen.

    Die Alkoholkrankheit ist nur durch Abstinenz zu stoppen und geht nicht mehr weg. Wenn Du wieder ein Glas Wein trinkst, springt der Motor wieder an und Du bist schnell wieder auf Deinem alten Level. Mit allen Entzugserscheinungen und schlimmer.

    Es ist also einfacher, wenn Du Dich mit Deiner Erkrankung identifizierst und Dir klar ist das Du nie wieder einen Schluck Alkohol trinken darfst/ kannst / willst.

    Ich lebe in einer Wohngemeinschaft und bin nicht der einzige Alkoholiker.

    Das macht die Sache nicht gerade einfach. Da ist natürlich schnell mal zur Flasche gegriffen und schon geht es wieder los. Besteht denn die Möglichkeit einer Trennung der Lebensmittel und das der Alkohol evtl. irgendwo unter Verschluss gehalten wird um ein einfaches zugreifen zu verhindern?

    Ideal ist das wirklich nicht. Ein sicherer Hafen, also eine alkoholfreie Umgebung ist schon sehr wichtig.

    Respekt das Du das angehen und durchziehen willst.

    Gruss WW

    Was muss passieren damit es beim Co klick macht?

    Die Co-Abhängigkeit wird ja von therapeutischer Seite als Persönlichkeitsstörung gehandhabt. Bei einer Persönlichkeitsstörung gibt es in meinen Augen kein eindeutiges "Klick". Es ist mir zu tief mit der lebenslangen Entwicklung und Persönlichkeitsbildung verwoben um es einfach mal zu extrahieren.

    Es wird zerstörerisch wenn es krankhaft wird. Aber diese Grenze zum krankhaften ist bei jedem individuell.

    Ich denke auch hier, das der innere Leidensdruck wieder eine wichtige Rolle spielt. Der schleicht sich subtil rein und irgendwann bestimmt er das ( er ) Leben.

    Dieses seltsame Gefühl, das etwas nicht stimmt. Immer und überall schwebt über positiven Erlebnissen eine nicht greifbare dunkle Wolke. Erschwerend kommt bei dieser Störung hinzu, das hier ja auch durchaus positiv empfunden wird. ( Wenn man jemandem geholfen hat, sich gekümmert hat, organisiert hat, etc. ).

    Es gilt also nicht, diese jahrelang gelernten und auch positiven Verhaltensweisen abzustellen, sondern "nur " diese in "gesunde" Bahnen zurückzulenken.

    Jemandem zu helfen und zu unterstützen ist ja grundsätzlich nichts schlechtes was man unbedingt loswerden muss. Es ist also eine Frage der Dosierung. Und immer auf der Hut sein, das es nicht schleichend wieder irgendwo losgeht.

    Das macht es so unglaublich schwierig und deshalb habe ich vor den eisern kämpfenden Co`s auch aller höchsten Respekt.