Beiträge von Whitewolf

    Hallo Naira,

    ich hätte da mal eine einfache Frage:

    Was denkst Du was passiert wenn Du heute zur Tür rausgehst und erst in 4 Wochen wiederkommst? Rein hypothetisch.

    Du bist, auch durch Deine Handikaps, in eine bestimmte Situation eingeformt und erfüllst Deine vermeintlichen Aufgaben.

    Nimm Dich jetzt aus der Gleichung mal heraus. Was passiert?

    Und, noch viel wichtiger, was könntest Du Dir vorstellen was Du für Dich tun würdest.

    lG WW

    Das fällt mir schwer, die anderen Patienten haben ja auch ihre Probleme.

    Da brauchst Du keine Rücksicht drauf zu nehmen, die Therapeuten steuern die Gespräche. Wenn Du immer versuchst unter dem Radar zu bleiben dann hilft Dir das nicht weiter, Das hast Du zu Hause schon.

    Gestern wurde Rücksicht auf mich genommen, das kenne ich auch nicht.

    Kannst Du Dich denn darauf einlassen ?

    Du solltest übrigens vor den Therapeuten und Ärzten kein Blatt vor dem Mund nehmen. Die sind geschult und werden dafür bezahlt.

    Du brauchst Hilfe und das sollte auch deutlich werden. Wenn Du Dich gesund stellst um nicht aufzufallen, dann bringt dieser Aufenthalt nicht viel.

    Je mehr Du auf den Tisch packst, um so vollständiger wird das Bild und dann kann eine gezielte Strategie entworfen oder auch Empfehlungen für Später ausgesprochen werden.

    lG WW

    Hallo Becca,

    du hast hier mit der Anmeldung im Forum einen großen Schritt gemacht. Dadurch beschäftigst Du Dich intensiv mit dem Thema und es kommen viele Denkprozesse in Gang. Du bist auf dem besten Wege aus der Opferrolle auszusteigen und greifst nach dem Zepter für Dich und die Kinder.

    Hier kannst Du lesen das Du nicht alleine bist und das Du nicht verrückt, doof oder überempfindlich bist.

    Im Moment hoffst Du wohl noch auf eine Art Wunder und hast Angst irreversible Entscheidungen zu treffen. Aber je öfter Du hier z.B. schreibst und Du dadurch siehst wie schlecht es Dir / Euch eigentlich geht, umso niedriger wird die Hürde.

    Als Alkoholiker kann ich Dir schreiben, das Du, was die Sucht angeht, auf keinerlei Wunder warten brauchst.

    Sein Verhalten lässt nicht die Spur von Einsicht erahnen. Erfahrungsgemäß wird der Konsum mit der Zeit jetzt mehr und die Situation schlimmer ohne fachliche Hilfe ( für Ihn )oder Einsicht. Auch stehst Du in seinem Leben nicht mehr auf Platz1, sondern die Sucht ist wichtiger als Du / Ihr.

    Bedenke auch, was innerlich in Dir schon kaputtgegangen ist in dieser Zeit, und schätze mal die Wahrscheinlichkeit ein ob eine normale Beziehung mit diesem Partner überhaupt noch möglich wäre ( im Falle einer Spontaneinsicht und dauerhafter Abstinenz, so wahrscheinlich wie ein 10er im Lotto ).

    Du hast, ohne es vielleicht richtig zu registrieren, schon einen Weg eingeschlagen. Du erkennst das etwas richtig falsch läuft und was Du hier liest ist eingebrannt im Kopf. Ein Zurück in das alte Hamsterrad wird es nicht mehr geben.

    du kannst dich bei der Caritas beraten lassen, beim Diakonischen Werk, bei Pro Familia, Jugendamt. Das fällt mir spontan ein. Auch bei Suchtberatungsstellen kannst du Hilfe bekommen.

    Einfach mal anrufen und einen Termin machen. Im persönlichen Gespräch werden Dir noch mehr auf Dich zugeschnittene Möglichkeiten genannt, und Verpflichtungen gehst Du da nicht ein.

    Jetzt hängt von Deiner Leidensfähigkeit und Deiner persönlichen Geschwindigkeit ab, wann Du das Steuer in Richtung Selbst und die Kinder herumreißt.

    Viele gute Wünsche auf Deinen neuen Weg.

    WW

    Ich bevorzuge einfach die wertneutralen Bezeichnungen wie Alkoholkranke oder Alkoholabhängige

    aber ich will auch nicht als geizig rüberkommen

    Es geht mir einfach nur darum, was man bei so einem Anlass statt Alkohol zu trinken anbieten kann ohne sich lächerlich zu machen.

    Es wird Zeit das Du aus Deinem Vermeidungsmodus rauskommst. Die Krankheit ist da. Irgendwann ist die Kraft aufgebraucht wenn Du nicht aufhörst das " Kranksein" zu vermeiden. Es ist nicht wie früher und wird es auch nicht mehr sein.

    Das allerschlimmste was Du Dir vorstellen kannst, ist scheinbar die Tatsache, das jemand merkt das Du keinen Alkohol mehr trinken kannst / darfst / willst ?

    Was interessiert es Dich eigentlich so extrem was andere von Dir denken könnten? Lebst Du für den guten Eindruck?

    Was Du da für einen inneren Kampf führst mag ich mir garnicht vorstellen.

    lG WW

    Also entweder bin ich einfach nur doof oder tief in der Co-Abhängigkeit gefangen.

    Ausserdem erkenne ich mich nicht wieder, weiss überhaupt nicht mehr wer ich bin.

    Das mit dem doof lassen wir mal aussen vor. Das ist natürlich Blödsinn. Du bist nicht doof.

    Wenn Du so darüber nachdenkst, wie und womit hast Du Dich damals identifiziert, was hat Dich aus Deiner Sicht ausgemacht? Was ist jetzt anders als früher und wie lässt sich das ausfüllen?

    lG WW

    Hallo Sternenmaedchen.

    herzlich Willkommen.

    Ist es schlecht es jeden Tag zu thematisieren? Ich kann es kaum aushalten.

    Wie tief er schon in der Sucht steckt ist für Dich nicht zu beurteilen. Du bist und bleibst Statist und reagierst nur auf seinen Konsum. Auch mitzählen oder Beweisführung bringt am Ende garnichts.

    Es jeden Tag zu thematisieren ist anstrengend und ändert nichts. Irgendwann ist alles 10x gesagt und hat an Gewicht verloren.

    Die Kraft könntest Du besser verwenden, wenn Du statt dessen an Dich denkst und wie es Dir besser gehen könnte. Das ist der erste Schritt und jeder lange Weg fängt mit dem ersten Schritt an.

    Der Alkohol, welcher sich in Eurer Beziehung breitmacht ( körperlich und gedanklich ), ist eine sehr starke Komponente, welche nicht dauerhaft ignoriert werden kann. Einfach weil sie immer mehr Raum einfordert und erfahrungsgemäss unbehandelt immer grösser wird.

    Er redet es oft einfach klein. Oder so lange, dass ich mich schuldig fühle.

    Du bist keinesfalls Schuld an seinem Konsum, das ist allenfalls eine gerne genommene Entschuldigung um mal wieder oder noch mehr trinken zu können.

    Am Ende liegt es ganz alleine bei Ihm ob er aufhört oder nicht. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.

    lG WW

    Hallo Cat-Mom,

    das tut mir leid.

    Ich würde ihm helfen ein Zimmer zu finden, und ihn beim Auszug unterstützen. Und ihm noch helfen seine Angelegenheiten zu regeln, da ich das bisher immer getan habe. Wegen einiger Schwierigkeiten, die er sich durch den Alkohol eingebrockt hat, würde das eine Zeit dauern, aber es ist absehbar.

    Hoffentlich tritt dieser Fall nicht ein, aber schlimmstenfalls ist das mein Weg, denn in das alte Leben kann ich nicht zurück.

    Was sagt er denn dazu? Redet Ihr darüber?

    Denke daran die Sachen welche Du androhst und beschliesst auch durchzuziehen. Sonst nimmt er das nicht mehr ernst.

    lG WW

    Klingt doch gut.

    Angst, das ich wieder retraumatisiert werde, wie vor 3 Jahren bei einem Gutachter.

    Tagesklinik geht ja ein paar Wochen, falls da was aufreisst wird daran auch gearbeitet. Versuchen solltest Du es auf jeden Fall denke ich.

    Mein Mann ist nicht begeistert, weil ich von morgens bis abends weg bin.

    Das war ja klar. Was Ihm Deine Gesundheit wert ist hast Du ja schon gemerkt. Ausserdem besteht die Gefahr das Du plötzlich mehr an Dich denkst und er die Kontrolle über Dich verliert.

    Erstmal hingehen und ausprobieren. Wenn es garnicht geht zwingt Dich niemand zu bleiben.

    lG WW

    Wie ist denn überhaupt der Stand? Klingt ja so als wenn es Ihm besser geht wenn er schon wieder trinken und motzen kann?

    Ist denn evtl. mal eine Therapie oder ähnliches in Sicht?

    Oder geht diese Quälerei für Dich jetzt noch ewig weiter?

    lG WW

    Hallo Nanny,

    herzlich Willkommen :)

    Kurze Frage:

    Danach bin ich in ein betreutes Wohnen für psychisch erkrankte gegangen, also nach dem Entzig. Nun wohne ich mittlerweile wieder alleine und mache eine Ausbildung

    Das war aber ziemlich kurz mit dem betreuten Wohnen. Ein paar Monate? Ich kenne das viel länger. Oder rechne ich da etwas falsch? Was hat Dich bewogen wieder in die freie Wildbahn zu gehen?

    lG WW

    An die Flasche denke ich dann, wenn mich mal wieder der Stress (sei es Beziehung, Familie, Arbeit) komplett überrollt.

    Die Situation ist Dir nicht unbekannt und wird sich sicher so oder in anderer Form wiederholen. Das nennt sich dann Alltag. Andere Menschen haben auch andere Probleme. Auch Dein Sohnemann. Es wird immer der Weg des geringsten Widerstandes genommen und Muddern ist schuld... weil... ja, das hatten wir schon.

    Aber Du hast es gemeistert.

    Jetzt bin ich einfach nur unfassbar wütend

    Hast Du schonmal einen Stier gesehen der zitternd in einer Ecke steht und aufgibt? Nein, er schnaubt und stampft, nimmt den Kopf runter und geht nach vorne.

    Niemand kann Dich dazu zwingen zu trinken. Dafür müssten sie Dich auf den Boden ketten und den Mund aufschrauben. Denk immer daran.

    Als nasses unsicheres Wesen warst Du leicht zu lenken und warst sowieso schuld. Das ist vorbei. Kopf runter und nach vorne.

    Sich selbst verzeihen…das ist für mich irgendwie schwierig, weil ich mein ganzes Leben lang nach Perfektion gestrebt habe. Gerade Rückschritte haben mich total fertig gemacht. Ich habe mein schwaches Ich verachtet. Mittlerweile glaube ich aber, dass ich wohl meinen Frieden schließen muss mit dem eben diesem Ich. Sich selbst zu akzeptieren ist vielleicht auch ein Zeichen von Stärke.

    Musst Du Dir immernoch verzeihen? Du musst Dir eigentlich nichts verzeihen. Du bist krank geworden. Menschen werden krank. Das passiert täglich und überall. Du hast Dich nicht ergeben. Das zählt wirklich. Verachtest Du Dich noch?

    Perfektion gibt es nicht, Menschen machen Fehler. Du darfst Fehler machen. Totale Kontrolle ist eine Illusion. Die gibt es auch nicht.

    Fortschritt im normalen Leben: zwei Schritte vor und einen zurück. Rückschritte sind normal und gehören dazu.

    Sich selbst zu akzeptieren mit allen Fehlern und Schwächen ist innere Stärke. Wenn es regnet, dann zieh Dir den Regenmantel an und lasse es abperlen. Hauptsache innen bleibt es trocken. So oder so.

    Das ist auch so eine Situation, die ich mir früher schön getrunken hätte.

    Du hast Deinen Körper und Dein Gehirn mit einem tödlichen Nervengift malträtiert und hast erwartet das dadurch irgendwas besser wird ?

    Was genau war da jetzt schön dran? Die Zeiten des guten Geschmacks und der Entspannung oder auch der Euphorie sind vorbei. Das funktioniert nicht mehr. Ebenso könntest Du Benzin oder Spiritus trinken. Eigentlich weisst Du das ja schon:

    Das ist komplett paradox, weil ich ja weiß, dass der Alkohol noch nie geholfen hat und es auch nicht wird

    Du bist wieder Herr Deiner Sinne, bist ansprechbar, kannst reagieren und agieren, Entscheidungen treffen, bist beweglich. Keine vergiftete Starre mehr. Ist das nicht toll? Jeden Tag?

    lG WW

    Der arbeitet auch als Neurologe, ich bin am überlegen zu wem sie ch gehen soll. Vielleicht hast du oder jemand, der das liest einen Rat?

    Wenn Du bei einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie den Fuß in der Tür hast, dann ist das Gold wert. Der Allgemeinmediziner checkt den Körper, macht evtl. auch eine begleitete Entgiftung oder auch eine Einweisung.

    Im trockenen Zustand bist Du zur weiteren Kontrolle beim Neurologen in guten Händen, vor allem wenn Du Depressionen hast. Er schreibt nötigenfalls auch Einweisungen und bekommt die Zuordnung der Krankheitsverläufe ( Alkohol + Depressionen )gut hin. Medikamente gegen Depressionen sind auch eher beim Neurologen zu Hause. Mein Allgemeinmediziner verschreibt mir sowas nicht.

    Beide Ärzte sind also wichtig und gute Ansprechpartner. Ich persönlich bin öfter beim Neurologen als beim Allgemeinmediziner.

    lG WW

    Unglaublich was Du so mit Dir rumschleppst.

    Aber es liest sich so, als ob Du wie ein Verdurstender jedes positive Licht aufsaugst, weil Dein Über-Lebenswille ungebrochen ist. Da ist noch Luft nach oben und irgendwann lohnt es sich bestimmt für Dich.

    lG WW

    Ist es nicht vielleicht auch das Ziel des trinkenden Partners, einen so zu zermürben, dass man zerbricht

    Das ist ziemlich unglücklich ausgedrückt. Der Alkoholiker trinkt weil er süchtig ist. Diese Zustände von denen Du schreibst sind Kollateralschäden. Folgen der Sucht. Ich habe noch keinen Alkoholiker getroffen, welcher vorsätzlich unheilbar krank geworden ist um den Partner zu zermürben.

    Der Alkoholiker will / muss seine Sucht befriedigen. Natürlich versucht er sein Umfeld zu manipulieren, damit er es so einfach wie möglich hat.

    Hier kommt dann die Co-Abhängigkeit ins Spiel. Entweder lässt der Partner sich darauf ein oder nicht.

    lG WW

    Ich möchte eigentlich nicht, dass mein berufliches Umfeld speziell Rücksicht auf mich nimmt und erst recht nicht möchte ich mich als Alkoholikerin outen.

    Lies Dir das nochmal durch und versuche Dir mal bewusst zu machen was da inhaltlich drinsteckt.

    Wenn Du 55 statt 40 Std. die Woche arbeitest, nimmt sowieso niemand Rücksicht auf Dich. Es hat sich wohl als selbstverständlich eingespielt.

    Du brauchst Dich nicht als Alkoholiker outen wenn Du Nachteile befürchtest, gesundheitliche Probleme würden reichen als Angabe. Mehr müsstest Du eh nicht erzählen. Eigentlich würde die Angabe, das Du mehr Zeit für Dich brauchst ja völlig reichen. Es geht schlicht niemanden etwas an.

    Alles eine Frage wie Du es rüberbringst. Stichwort Selbstvertrauen.

    Das eigentliche Problem liegt aber vermutlich bei Dir.

    Du schämst Dich krank zu sein, ??

    und dann auch noch so eine " gesellschaftlich fragwürdige Erkrankung" die man niemandem erzählen kann, wo alle denken das es nur eine Willensfrage ist.

    Du definierst vermutlich Deinen Wert über Deine Leistung. Wenn Du weniger leistest in der Firma bist Du nichts mehr wert. Passt das?

    So funktioniert das aber nicht dauerhaft. Sehr kraftraubend und irgendwann kommt wieder der Griff zur Flasche.

    Du bist nicht am Leben um andere zufriedenzustellen und auch nicht dafür, das Dein Chef sich den dritten Wagen kaufen kann.

    Da wirst Du bald umdenken müssen und die Alkohokkrankheit gibt Dir die Gelegenheit dazu. Manchmal schmeisst Dir das Leben einen Knüppel zwischen die Beine. Das ist dann das Zeichen dafür, das Du etwas grundlegend ändern musst.

    lG WW