Tulpe67 - Co-Abhängigkeit

  • Guten Morgen, vielen Dank für die schnelle Aufnahme in die Gruppe. Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, um mich zum Thema Coabhängigkeit austauschen zu können.

    Mein Mann ist alkoholabhängig und war bis Juli 2024 zur LZT und danach kurze 3,5 Wochen abstinent. Jetzt läuft wieder das volle Programm und all meine Hoffnungen auf ein Lebrn ohne Alkohol wurden zerstört. Ich bin sehr enttäuscht und traurig, bin aber nicht in der Lage Wut zu empfinden und diese aus mir rauszulassen. Gestern hat er sich wieder stark betrunkenen, so dass er, als ich von der Arbeit kam, nur schwer ansprechbar war.

    Im Kopf ist mir klar, dass nur ich an der Situstion etwas ändern kann, wenn ich ihn jetzt endlich mal mit seiner Sucht allein lasse und meinen Auszug vorbereite. Nun muss ich meine Kraft zusammennehmen und das auch wirklich durchziehen.

  • Hallo Tulpe,

    herzlich willkommen hier in unserer Selbsthilfegruppe.

    Im Kopf ist mir klar, dass nur ich an der Situstion etwas ändern kann, wenn ich ihn jetzt endlich mal mit seiner Sucht allein lasse und meinen Auszug vorbereite. Nun muss ich meine Kraft zusammennehmen und das auch wirklich durchziehen.

    Du bist auf dem richtigen Weg, du hast erkannt, dass du nichts tun kannst. Das ist schon mal ein guter Anfang. Auf wen "möchtest" du denn wütend werden? Wut ist gut, aber sie bindet auch erst einmal deine Kraft, die dir dann vielleicht für dich fehlt.

    Es ist wichtig, dass du deinen Auszug nur ankündigst, wenn du auch in der Lage bist, ihn konsequent durchzuziehen. Wenn es bei Ankündigungen bleibt, wirst du nicht mehr ernst genommen.

    Wenn du dich hier austauschen magst folge bitte unten dem Link, schreib noch einen kurzen Satz dazu, und dann schaltebn wir dich für die offenen Bereiche frei. Dort beginnt dann der Erfahrungsaustausch.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Tulpe 67

    Herzlich Willkommen.

    Du bist jetzt für den offenen Bereich freigeschaltet und ich habe dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben.
    Du kannst Dich jetzt überall austauschen, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Tulpe,

    herzlich Willkommen.

    Hier bist Du richtig mit der Problematik. Viele trockene Alkoholiker und Co-Abhängige lesen mit und können Dir über die schwere Zeit helfen.

    Mein erster Eindruck ist, das da wohl noch nicht wirklich der Wunsch zur Abstinenz vorhanden war.

    Evtl. schreibst Du noch etwas mehr über Deine Zusammenhänge und Deinen Weg bis hierher. Wenn Du Fragen hast, einfach stellen.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Vielen Dank für die Antwort, ich fühle mich in dieser Gruppe sehr willkommen. Ja, Dein Eindruck ist richtig, die Einsicht der Notwendigkeit der Abstinenz war nicht vorhanden. Es wurde nur geredet, dass nach def L ZT alles gut würde und ich habe es geglaubt, gehofft, gebangt. Das Ergebnis ist jetzt da und auch heute wieder in starker Alkoholisierung ersichtlich. Ich bin die typische Coabhängige. Ich habe geredet, getröstet, unterstützt und scheinbar alles falsch gemacht. Jetzt muss ich für mich sorgen und habe soeben einen Termin zur Wohnungsbesichtigung vereinbart. Noch komme ich mit vor, wie in einem schlechten Film und kann nicht realisieren, dass dies Tatsache ist. Ich hoffe, dass ich, wenn ich räumlichen Abstand habe, auch meinen Kopf geregelt bekomme.

  • Hallo Haar, ich freue mich für Dich, da bist Du schon ein gutes Stück weiter als ich. Ja, auch ich kenne diese gnadenlosen Beschimpfungen und wenn der Rausch vorbei ist, kann msn sich an nichts erinnern. Auch das ist ein Grund, der Sache aus dem Weg zu gehen.

  • Liebe Mitglieder des Forums, auch heute wieder das selbe Spiel. Es ist keine Kommunikation mit meinem Mann möglich. Mir selber geht es auch nicht gut, ich empfinde eine innere Unruhe, bin unkonzentriert und habe Bauchschmerzen.
    Die Wohnung habe ich mir heute schon mal von außen angeschaut. Es passt und die Lage ist für mich ok. Anfang Oktober ist der Besichtigungstermin. Da bin ich gespannt. Es wird viel Arbeit auf mich zukommen, damit muss ich aber zurechtkommen. Es macht mir Mut, wenn ich von Gruppenmitgliedern lese, dass sie auch diese Situation bewältigt haben. Es muss sich etwas ändern, denn so kann mein Leben nicht weiter gehen.

  • Guten Morgen, die Nacht war wieder schrecklich, ich habe nur gefühlte 3 Stunden geschlafen. Jetzt bin ich müde und zermürbt. Die körperlichen Symptome, Unruhe und Bauchschmerzen sind omnipräsent. Mein Mann hat die Nacht zum Tag gemacht, es war ein ständiges Hin und Her, einschließlich Verlassen der Wohnung und lautem Türenschliessen. Ich vermute, dass dies mit Suchtdruck zusammenhängt. Das traurige ist, in der LZT wurde er körperlich wieder hergestellt und aus meiner Sicht wurde dort viel therapiert, aber in diesem Fall offensichtlich erfolglos. Schade.Ich bin mir unsicher, ob ich überhaupt noch was für ihn tun kann? Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, mit ihm über eine erneute Entgiftung zu sprechen? Mein Kopf sagt nein, er ist erwachsen und muss für sich selber handeln, mein Bauch sagt, er kann aber keine Verantwortung für sich übernehmen.

  • Hallo Tulpe,

    ob ich überhaupt noch was für ihn tun kann?

    Leider ist es so, dass wir nichts für den nassen Alkoholiker tun können. Das können wir als Angehörige zu keiner Zeit, so lange keine Krankheitseinsicht vorhanden ist. Es ist eher so, dass wir ihn mit allen Hilfestellungen die Sucht begünstigen. Folge deinem Kopf, denn der hat recht. Es handelt sich um einen erwachsenen Menschen der Verantwortung für sich übernehmen muß.

    Hier muß wirklich der Kopf über über das Bauchgefühl siegen, ich habe es auch erlebt, und ich weiß wie schwer es ist. Er weiß wie es geht, er war in der LZT und hat dort Rüstzeug mit auf den Weg bekommen. Da wurde auch ein möglicher Rückfall ausführlich thematisiert.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Vielen Dank Morgenrot für die schnelle Antwort. Es ist so unendlich schwer, diese Situationen zu erleben, mit zu beobachten, wie ein Mensch sich und sein Umfeld zerstört. Am Wochenende werde ich erstmal wegfahren, 2 Tage räumlicher Abstand. Leider weiß ich nicht, ob ich die Gedanken an den Zustand auch los lassen kann. Ich weiß, dass ich das muss.

  • Hallo Tulpe,

    Leider ist es so, dass wir nichts für den nassen Alkoholiker tun können. Das können wir als Angehörige zu keiner Zeit, so lange keine Krankheitseinsicht vorhanden ist. Es ist eher so, dass wir ihn mit allen Hilfestellungen die Sucht begünstigen. Folge deinem Kopf, denn der hat recht. Es handelt sich um einen erwachsenen Menschen der Verantwortung für sich übernehmen muß.

    Hier muß wirklich der Kopf über über das Bauchgefühl siegen, ich habe es auch erlebt, und ich weiß wie schwer es ist. Er weiß wie es geht, er war in der LZT und hat dort Rüstzeug mit auf den Weg bekommen. Da wurde auch ein möglicher Rückfall ausführlich thematisiert.


    lg Morgenrot

  • Ich bin sehr lange Jahre mit der Situation so umgegangen, wie es die meisten hier getan haben. ich wollte ja nur helfen. Egal was ich tat und worum ich ihn bat, alles verpuffte nichts wurde in irgendeiner Form umgesetzt. Noch nicht mal ein Ansatz war erkennbar. Ich kenne deine ganzen Symptome, die du benannt hast auch. Ich hatte Angst nach Hause zu kommen, weil ich nicht wußte was mich erwartet. Immer das Gefühl zu haben, ich tue zu wenig und ich bin es ihm nicht wert dass er mit dem Saufen aufhört, dass hat mich zermürbt.

    Mit dem Forum habe ich nach und nach gelernt, ihm seine Verantwortung zurückzugeben. Ich habe nichts mehr für ihn übernommen. Bin zwar nicht ausgezogen, dafür gab es in meinen Augen verschiedene Gründe, die aber in der Rückschau meinen Begründungen von damals nicht mehr standhalten.

    Ich habe begonnen immer mehr etwas für mich zu tun, bis ich schließlich an dem Punkt war, dass ich alleine in Urlaub gefahren bin. Deshalb finde ich es auch gut, dass du dir 2 Tage Auszeit gönnst.

    Leider weiß ich nicht, ob ich die Gedanken an den Zustand auch los lassen kann. Ich weiß, dass ich das muss.

    Klar wirst du die Gedanken nicht los, die reisen mit. Wenn ich damals daran gedacht habe, habe ich mir versucht ein Zeitlimit zu setzen. Nur eine begrenzte Zeit daran zu denken und zu grübeln, und dann bin ich raus, habe schöne Sachen entdecken können usw.

    Müssen tust du gar nichts. Wenn ich etwas "muß" erzeugt es einen Druck und wird zur Belastung. Du darfst rausgehen, obwohl er säuft, du darfst eine gute Zeit machen, obwohl es ihm nicht gut geht. Du darfst dich auf deine Unternehmungen freuen und dich dabei frei fühlen.

    Ich habe dieses Freiheitsgefühl das erste Mal nach ewigen Zeiten gefühlt, als ich bei sehr lieben Freunden iN berlin war, und wir am Kudamm in einer Eisdiele gesessen haben. Das war ein tolles Gefühl, und wirkt irgendwie bis heute nach.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Mein Kopf sagt nein, er ist erwachsen und muss für sich selber handeln, mein Bauch sagt, er kann aber keine Verantwortung für sich übernehmen.

    Dein Kopf ist klüger als dein Bauch.

    Und dein Kopf sagt dir ganz deutlich: Jeder muss sich selbst aus seiner Situation retten, wenn diese als belastend empfunden wird und er sich selbst wichtig ist.

    Ist keine Veränderung für einen selbst wichtig, bleibt alles so wie es ist, im besten Fall. Der beste Fall ist allerdings nur eine Momentaufnahme….. die Suchtspirale, in der sich der trinkende Alkoholiker befindet, dreht sich immer nur nach unten. Immer….Ausnahmen gibt es nicht. Und sie zieht alle, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, da mit rein.

    Das Bauchgefühl ist ja manchmal ganz hilfreich ….. aber der Kopf ist geeigneter, Entscheidungen zu treffen.

    Ich wünsche dir, dass du deinem Kopf mehr vertrauen kannst.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Tulpe,

    wie lange machst Du das schon mit? Sind Kinder involviert? Wohnt Ihr in einer Mietwohnung?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Whitewolf,

    Das Problem mit der Alkoholsucht meines Mannes, besteht im Nachhinein betrachtet schon etliche Jahre. Es hat bloß lange gedauert, bis ich es als solches erkannt habe. Es gab schon immer ein ordentliches Trinkverhslten, aber der Leidensdruck hat sich permanent erhöht. Seit ca. 2,5 Jahren ist es fast nicht mehr auszuhalten. Gewisse Trinkpausen und LZT haben mich aber immer wieder hoffen lassen. Nach den Eskalationen in dieser Woche ist bei mir innerlich gefühlt alles kaputt. Ich kann einfach nicht mehr. Jüngere Kinder sind zum Glück nicht mit einbezogen, aber auch die erwachsene Tochter leidet sehr unter der Situation. Wir wohnen in einer Mietwohnung, sind da allerdings erst vor kurzem eingezogen. Das bereue ich jetzt und mir fällt es schwer wieder einen Umzug zu organisieren. Um aber wieder etwas Lebensqualität zu erhalten, muss ich das aber durchziehen. Hoffentlich, schaffe ich das.

  • Wir wohnen in einer Mietwohnung, sind da allerdings erst vor kurzem eingezogen.

    Wer hat den Mietvertrag unterschrieben?

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • trotzdem Du in der gemeinsamen Wohnung geblieben bist, mit Deinem alkoholabhängigem Partner zurecht zu kommen?

    Bei uns war es möglich, da wir ein eigenes Haus haben. Es war nicht die Ideallösung, aber ich habe dabei gelernt konsequenter zu sein. Damals haben wir ja beide noch gearbeitet, und ich habe mir meinen Freundeskreis wieder aufgebaut, den ich seinetwegen sehr vernachlässigt hatte.

    Ab dem Zeitpunkt wo ich ehrlich war, bekam ich Unterstützung von meiner Familie. Viele haben es geahnt bzw. gewußt. Was mich damals gekränkt hat war, dass keiner etwas zu mir gesagt hat. Viele wollten mich schonen, weil sie ja durchaus gemerkt, wie schlecht es mir ging. Ich hatte es für mich ganz anders interpretiert, indem ich dachte ich sei Familie und Freunden egal. Die Wahrnehmungen der COs gehen auch oft seltsame Wege.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

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