Ich wohne mit meiner Familie in einem Haus. Und trotzdem fühle ich mich oft einsam.
Mein Partner ist krank und es dreht sich vieles nur um ihn. Und um mein Kind, das die gleiche Krankheit hat. Zudem sind beide sehr intelligent im Gegensatz zu mir. Ich bin chaotisch, und sie sehr strukturiert und ordentlich. Mich plagt mein ADHS. Natürlich mache ich alles so wie es erwartet wird. Aber es gibt einfach Sachen, bei denen ich extrem Mühe habe. Papierkram sortieren und aufräumen zum Beispiel. Aber natürlich bin ich nur "faul" und zudem "ist ADHS keine Entschuldigung". Kann ich ja verstehen. Aber wehe wenn ich dann völlig überfordert oder erschöpft bin, dann wird sich wieder über meine schlechte Laune beschwert. Und unterstützt werde ich auch nicht. Es werden immer wieder irgendwelche Papiersachen auf einem Stapel oder sonstige Sachen in einem Haufen in mein Zimmer geworfen, wenn es sie stört. Und wenn so viel aufeinander liegt, wild durcheinander- dann überfordert mich das halt nun einmal.
Das Gleiche mit Alkohol. Meiner Bitte, gewisse Getränke zu entsorgen, kommt niemand nach. Im Gegenteil, haben ja Geld gekostet und zudem ist es ja mein Problem, nicht ihres. Ich muss dazu sagen, dass tatsächlich nie jemand ein Problem mit meinem Alkoholkonsum hatte und es deswegen auch vom Umfeld überhaupt nicht ernst genommen wird. Es ist okay, wenn ich nichts mehr trinke. Aber ich soll die anderen nicht mit dem Thema belästigen. Ich dramatisiere ja nur.
Und wenn es grad mal schwer ist, ist das auch mein Problem. Und meine Gefühle sind sowieso völlig egal... Oder halt übertrieben. Es ist ja echt kein Thema, kurz mal abends ein gebrauchtes Weinglas abzuspülen- also in ihren Augen. Sie verstehen es halt nicht. Mich hat es aber sehr gestresst ehrlich gesagt. Versteht das jemand hier?
Und dadurch ziehe ich mich natürlich mehr zurück. In mein Zimmer, das eben mein sicherer Ort ist. Wo ich auch mal meinen Gefühlen (jetzt gerade sind es Tränen) freien Lauf lassen kann. Was auch wieder falsch ist, denn es gäbe noch so viel zu tun zuhause. Dabei hatte ich erst neulich einen Burnout und sollte auf mich aufpassen...
Ich will aber unbedingt trocken bleiben. Auch wenn es nur für mich ist. (was nicht ganz stimmt, denn ich bin die einzige, die momentan arbeitet- und wenn ich wieder trinken würde, würde ich das und meine Gesundheit riskieren- aber das wird halt nicht so gesehen). Mir ist aber meine Familie auch extrem wichtig. Was kann ich tun, um mir Unterstützung einzufordern? Sie müssen ja nicht permanent irgendwas für mich tun oder für mich da sein. Aber was kann ich tun, damit sie es mir halt nicht immer noch schwerer machen?
Und bitte- BITTE!- kein Spruch von wegen ich bereite nur irgendwas vor oder nehme es nicht ernst oder dass es so nicht klappen kann. Es MUSS klappen! Mir ist es verdammt wichtig, dass ich trocken bleibe. Sonst würde ich hier nicht gerade schreiben und in meinem Zimmer weinen, wenn es mir nicht wichtig wäre. Ich werde mich auch von niemandem davon abhalten lassen.
So, ich muss kochen... weil kann ja nicht sein, dass ich am Laptop hänge, wenn es etwas zu tun gäbe, auch wenn der Rest der Familie gerade an den Tablets hängt und spielt oder etwas anguckt... Sorry, meine Gefühle mussten gerade einfach irgendwo raus, damit ich nicht durchdrehe. Wahrscheinlich ist es nur Selbstmitleid. Aber ich leide nun mal grad wirklich.