Beiträge von Whitewolf

    Ich kämpfe eigentlich alles durch und fast immer auch erfolgreich.

    Du müsstest Ihr dann den Kampf abnehmen. Das funktioniert aber so nicht. Du rennst los und schleppst sie hinter Dir her ? Wenn ich das schaffe, dann schaffst Du das auch? Zur Not auch gegen Ihren Willen?

    Ich will irgendwie nicht glauben, dass ich überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung habe.

    Ihre Erkrankung, Ihr Krankheitsverlauf. Du hast nur Einfluss auf Deine Entwicklung und Du kannst zur Hilfe bereitstehen wenn sie darum bittet. Selbst da sind die Hilfemöglichkeiten leider sehr beschränkt.

    Am liebsten würde ich hinfahren und ihn am schlafittchen nehmen und in eine Klinik bringen!

    Selbst wenn er das zulassen würde wäre es sinnlos. Der Entschluss muss von Ihm kommen, sonst bringt diese Zwangstrockenlegerei garnichts. Er fängt sofort wieder an.

    An Deiner Formulierung erkenne ich, das Du noch nicht begriffen hast worum es hier geht. Das ist kein Gemütszustand der mit einer Ohrfeige wieder repariert wird.

    Ich bin innerlich so wütend!

    Worauf? Warum? Auf Dich?

    Oder weil er verdammtnochmal nicht spurt? Das er zu blöd ist einfach aufzuhören damit Du beruhigt aufs Sommerfest gehen kannst?

    Warum baust Du Ihn irgendwo mit ein und erwartest das er Dir hilft? Obwohl Du genau weisst das er das nicht kann?

    Du hast unsere Antworten aber schon gelesen , oder?

    Es sieht danach aus, als wenn Du Dir an der Suchtmauer noch ein paar blutige Nasen holen wirst. Aber vermutlich gehört das zu Deinem Lernprozess.

    Egal! Irgendwo muss es raus aus mir! Ich werde noch verrückt!

    Was muss raus aus Dir? Was es auch sein mag, er ist der falsche Ansprechpartner für Deine Ohnmacht , da kommt nichts hilfreiches.

    Du kannst und willst wohl noch nicht akzeptieren, dass er schwer krank ist und das er nicht mal einfach so aus seiner Haut kann. Das Problem besteht nicht erst seit einer Woche und genausowenig geht es innerhalb einer Woche wieder vorbei.

    Lass Ihn saufen wenn er das will. Lass Ihn in Ruhe wenn er keinen Kontakt will. Du reibst Dich sonst komplett auf.

    lG WW

    Hallo Mare,

    das tut mir leid das Du Dich so quälen musst.

    Das erste was mir bei Deinen Schilderungen einfällt ist ein Antrag auf Betreutes Wohnen für psychisch Kranke. Du brauchst jemanden der Dich / Euch unterstützt, Dir hilft wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden und Dir beim sortieren hilft. Was ist jetzt sinnvoll und wie geht es jetzt weiter.

    Betreutes Wohnen unterstützt Menschen mit psychischen Erkrankungen in ihren eigenen Wohnungen. Betroffene können oftmals nicht mehr aus eigener Kraft den Alltag bewältigen, sind aber auch nicht darauf angewiesen, dass rund um die Uhr Betreuungspersonal zur Verfügung steht.

    Dein sozialpsychiatrischer Dienst kann Dir da bei der Antragstellung helfen.

    Du kannst das ja mal googeln. Wichtig ist dabei, dass Du nach der Version für psychisch Kranke suchst. Das normale betreute Wohnen richtet sich eher an Senioren in Wohnheimen. Das ist ja bei Dir nicht die Situation.

    Du fällst momentan von einer Grube in die andere und es geht Dir sehr schlecht. Lass Dir aktiv helfen, sonst klappst Du bald zusammen.

    lG WW

    Heute morgen ist mein Mann wutentbrannt aus seinem Zimmer gestürmt.

    Bleibt es bei kleinen Wutausbrüchen oder kommt da noch mehr?

    Falls er Dich angreifen sollte, kannst Du die Polizei rufen. Er wird dann wegen häuslicher Gewalt der Wohnung verwiesen, ich glaube 10 Tage. Und Du kannst Anzeige erstatten ( davon sehen allerdings die Meisten beim ersten Mal wohl ab ). Du könntest das Thema mal googeln und Dich informieren.

    ich denke es wäre gut, wenn du dich rechtlich beraten lässt. Wegen Unterhalt, gemeinsamer Wohnung, der Frage wer ausziehen "muss", deiner Sorge bezüglich Umgangsrecht und so.

    Da stimme ich Jump absolut zu. Du brauchst eine Perspektive, rechtliche Tatsachen und Wege im Kopf um Dich aus der Spirale rauszuziehen. Persönliche Gespräche mit SHG und Suchtberatung sind auch sehr gut. Du brauchst einen Gegenpart zu den Parolen, welche Dir von Deinem Mann andauernd eingeprügelt werden. Einfach so viele Menschen wie möglich, welche Dir bestätigen das Du keinesfalls schuld bist an Allem.

    Suche Dir einen Anwalt für Familienrecht in der Nähe und mach schonmal einen Termin zur Erstberatung. Evtl. kann Dir da auch die Suchtberatung weiterhelfen, für die ist das tägliches Geschäft ( leider ) .

    Jeder Tag, der in der Starre verbracht wird ist ein Tag verschwendete Lebenszeit. Auch für das Kind. Darüber wirst Du Dich irgendwann ganz schön ärgern. Der Weg den Du gehen musst, liegt nach Deinen Schilderungen auf der Hand. Die Hoffnungen kannst Du jetzt mal beiseite schieben.

    Jeder noch so lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Dann einen Fuß nach dem anderen. Und plötzlich kommst Du ganz von selbst ins marschieren. Probiere es aus.

    lG WW

    was ist ein Schlüsselempfinden?

    Ein zentrales und wichtiges Empfinden des inneren Leidensdruckes. Ich hätte auch schreiben können, dass der innere Leidensdruck eine Schlüsselrolle spielt.

    Ein immens hoher innerer Leidensdruck ist bei vielen Alkoholikern der ausschlaggebende Faktor für den Weg in die Abstinenz und schliesslich zur Trockenheit. Bei mir war das auch so. Und das hält bis heute unverändert an. Es ist allerdings auch viel passiert und war auch mit starken Schmerzen verbunden.

    Der Alkohol verliert irgendwann jedes positive Empfinden für das er davor stand. Entspannung, Euphorie oder ähnliches gibt es nicht mehr. Nur noch Schmerzen und psychische quälende Ausnahme-Zustände. Es wird irgendwann zu einer so starken Qual, dass ein Aufhören ohne Wenn und Aber möglich wird.

    Mein Partner hat schon immer viel getrunken, seit 2 Jahren noch mehr. 5 Tage die Woche mind. 6 Biere / Abend od. mind. 1 Flasche Wein.

    Findest Du das nicht seltsam, dass Du es Dir mit Deiner Vorgeschichte und Deinem Respekt vor Alkohol trotzdem so lange antust?

    Wenn Du Dich schon eingehend mit der Thematik beschäftigt hast, dann weisst Du ja auch das jetzt Dein Selbstschutz an erster Stelle stehen muss. Und natürlich der Schutz Deiner Tochter.

    lG WW

    Muss erst alles den Bach runter gehen, vielleicht was schlimmes passieren das er aufwacht?

    Es ist durchaus möglich, dass er erst ganz unten aufschlagen muss, bis es zu einer Einsicht kommt. Das kannst Du von aussen nicht steuern. Du bist da machtlos.

    Ich habe schreckliche Angst das ihm was passiert, und keiner geholfen hat, am meisten ich

    Helfen kannst Du nur wenn er darum bittet. Und selbst dann nur begrenzt.

    Es gibt für Dich nur zwei Möglichkeiten: Zuschauen oder Abstand nehmen. In beiden Fällen ist das Ergebnis für Ihn gleich, je nach dem ob er zur Einsicht gelangt aufzuhören oder er solange trinkt bis der Körper aufgibt.

    Für Dich macht es aber einen Unterschied. Nämlich wie Du mit Dir umgehst in dieser schlimmen Phase.

    Wir können Dir leider keine Generallösung für Ihn anbieten, wir können Ihn nicht trockenlegen. Und Du kannst das auch nicht. Er ist ( noch ) beratungsresistent, lässt sich auf keine Warnungen oder Belehrungen ein.

    Er will trinken.

    Und diese Tatsache musst Du akzeptieren, sonst macht der Alkohol Dich auf andere Weise genauso kaputt wie Ihn.

    Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben und Dir Vorwürfe machen Du hättest nicht alles getan. Lass Ihn los und versuche Dich um Dich selbst zu kümmern.

    Du könntest für Dich in Deiner Nähe mal bei einer Suchtberatung einen Termin für Dich zur Beratung machen und da mal ein Aufklärungsgespräch führen. Da wirst Du in Etwa das Gleiche zu hören bekommen, nämlich das Du machtlos bist.

    Jeder von ihnen sagt das er sich noch zu Tode säuft, er muss unbedingt zum Entzug. Aber warum greift denn keiner durch, sagt das auf den Kopf zu?

    Diese Gruppen in denen viel gesoffen wird, haben da eine Eigendynamik. Es ist eine prima Sache wenn einer dabei ist der regelmässig über die Stränge schlägt und / oder bis zum Koma säuft. Dann braucht man nicht bei sich Selbst schauen und kann beruhigter weitertrinken. Von denen wird Ihn keiner in eine Therapie prügeln, auch wird Ihm da keiner den Alkohol wegnehmen weil er offensichtlich viel zu viel trinkt. Dafür trinken die anderen selbst zu gerne.

    Von diesen Kumpels ist keine ernsthafte Unterstützung zu erwarten. Eher im Gegenteil.

    Im übrigen würde er ganz schnell den Freundeskreis wechseln, wenn Ihm das da alles zu trocken wird. Der Alkohol steht da an erster Stelle. Noch vor Familie oder Freunden. Das ist leider so. Er sucht sich dann andere Trink-Kumpane oder trinkt alleine weiter. Denn es geht hauptsächlich darum. Saufen.

    Für Uns hier im Forum stehst Du hier an erster Stelle. Dir wollen wir zur Seite stehen. Hier geht es um Dich.

    Nicht um Ihn.

    Für Ihn können wir hier nichts tun.

    lG WW

    Was antworte ich?

    Das er gross genug ist um seine Entscheidungen selbst zu treffen. Was auch sonst?

    Er ist völlig aus Deinem Verantwortungsbereich und auf dem Dorf wird eh getratscht, jede negative Schlagzeile ist willkommen um von der eigenen Person abzulenken. Das kenne ich nur zu gut. Wenn Dich das zu sehr belastet dann musst Du wegziehen. Besser wird das nicht.

    lG WW

    Ich denke das kommt daher: Er kann sich ja in den Alkohol flüchten-ich nicht

    Sei froh das Du das nicht kannst, bzw. es nicht als Lösung siehst. Es ist in Wirklichkeit eine Selbstzerfleischung mit tödlichem Ausgang. "Flucht" in den Alkohol bedeutet nur das duplizieren von Problemen. Das wird aber vom Sucht-Gedächtnis schöngeredet.

    Es ginge Dir ganz sicher nicht besser wenn Du Dich an seinen Zustand angleichen wolltest. Dein Leiden würde dadurch nur noch mehr.

    Du solltest nicht versuchen sein Leidensgerüst zu analysieren . Wenn Du nicht süchtig bist kannst Du es nicht verstehen.

    Für Ihn ist sein Leiden ein Schlüsselempfinden. Viele Alkoholiker werden erst trocken, wenn der innere Leidensdruck immens hoch ist und brutal wehtut. Wann das soweit ist, kann niemand voraussagen. Es muss so etwas wie eine Kapitulation vor dem Alkohol erfolgen. Das Wissen, das niemals mehr Alkohol getrunken werden darf und der Willen dazu.

    Dann wird die "echte" Entscheidung gefällt und auch "echte" Hilfe angenommen.

    Für "Etwas" oder " Jemanden" ( Führerschein, Beziehung, etc. )abstinent zu bleiben, hat mit Trockenheit in Etwa soviel zu tun wie eine Billardkugel mit einem Fußball. Ungefähr gleiche Aussenform und das wars dann.

    Ich bin auch der Meinung das professionelle Hilfe sinnvoll ist. Arzt, Psychologe, ggf. mit Medikamentenunterstützung, Abstand in einer Einrichtung oder Therapie um sich selbst zu erkennen.

    lG WW

    Hallo Jenny, herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich schreibe aus der Sicht eines Alkoholikers, kann Dir also aus der Sicht Deines Sohnes ein paar Zusammenhänge darlegen wenn nötig. Aber Du bekommst mit Sicherheit auch noch Input von Angehörigen zu dem Thema.

    Man sucht Fehler in der Erziehung, wo ist das Kind "falsch abgebogen " ,fragen nach dem "warum " und wie wird alles wieder gut, was muss ich tun?

    Warum und wann jemand einen Suchtcharakter ausbildet ist nicht geklärt. Strenggenommen stehst Du mit der Frage also vor einem wissenschaftlich/ medizinischem Problem.

    Ihr könntet Euch jetzt ein Jahr lang neurologische und psychiatrische Abhandlungen zum Thema durchlesen und Euch als Eltern mit aller Gewalt die Schuld zuschieben. Da findet sich schon etwas um dieses Gefühl zu festigen. Es spielt aber unter dem Strich keine Rolle mehr und nichts davon liesse sich rückgängig machen. Aus meiner Sicht hattet Ihr nie eine echte Chance und braucht Euch jetzt keine Vorwürfe zu machen.

    Trinken tut er alleine, Ihr zwingt Ihn nicht. Er hat es in der Hand und er ist schon gross, erwachsen und für seine Entscheidungen voll verantwortlich.

    Es sieht so aus, als ob er den Alkohol jetzt zur Selbstmedikation gegen seinen Kummer einsetzt, vermutlich war da vorher schon eine Affinität zum Alkohol da, welche sich jetzt nur verstärkt hat.

    Ich habe große Angst um ihn,kann ich wirklich gar nichts machen?

    Wenn Du diese Frage stellst, hast Du vermutlich bestimmte Vorstellungen was Du tun wolltest. Was schwebt Dir da vor?

    Wie ist denn momentan Eure Situation? Wohnt er noch bei Dir ?

    lG WW

    Und natürlich die Bestärkung im Groben das Richtige zu tun, hilft über die schwachen Momente hinweg.

    Es ist eben ein Lernprozess den Du da jetzt mit Eigenbeobachtung zementierst. Und da Du Dich jetzt ganz vorne hingestellt hast für Dich und das Leben eben Tag für Tag weiterläuft, mit neuen Aufgaben und neuen Herausforderungen, wird das Gedanken-Karussell irgendwann leiser.

    Was eben "sehr beliebt" ist, das sind solche Aktionen mit denen man diese juckende Narbe immer wieder aufkratzt ( WhatsApp und Co. z.B. ). Nachfragen und längere Gespräche mit Freunden, Bekannten wie es Ihr so geht. Das wird sich vermutlich nicht ganz vermeiden lassen, aber wenn Du weisst das die Antworten eh wehtun, stellst Du evtl. die eine oder andere Frage garnicht erst.

    Du kannst Dich auch darauf einstellen, das sie irgendwann etwas derangiert und voller Versprechungen wieder vor der Tür steht. Sie kennt ja nun mal die Knöpfe auf die sie drücken muss. Irgendwann wird sie vermutlich vor einer Sackgasse stehen, wie so viele Alkoholiker. Da werden dann alle Karten ausgespielt die noch gehen. Dafür solltest Du eine Strategie haben.

    Wichtig ist für Dich, das Du vor der Sucht und dem Alkohol kapituliert hast und keine Waffen mehr aufnimmst. Und danach sieht es bei Dir ja auch aus.

    Gruss WW

    Aber ich brauche noch Geduld- und das war nie meine Stärke.

    Wozu brauchst Du die Geduld?

    Du hast ja jetzt schon sehr viel über sie geschrieben, klingt nach zweiter Frühling oder etwas ähnliches. Aber eigentlich bist Du doch aus der Sache raus, oder überlese ich da etwas?

    Wenn Du hier mal etwas bei Anderen liest, siehst Du, dass ein Alkoholiker ein kranker Mensch ist und er durch die Sucht völlig anders tickt. Du bekommst da keinen Zugang, es ist nicht vorhersehbar und die unmöglichsten Dinge werden plötzlich wichtig oder andersherum.

    Das lässt sich schwerlich in rationale und / oder " normale " Formen pressen.

    Da sie scheinbar gerade erst richtig loslegt ist da auch kein Ende abzusehen. Sie muss ja selber merken was da alles nicht stimmt und für sich alleine entscheiden etwas dagegen zu tun. Danach sieht es nicht aus.

    Du wirst für Deine Bemühungen und Entbehrungen nichts zurückbekommen, sie kann das nicht sehen und nachfühlen was Du alles gemacht hast. Irgendwann hat der Alkohol unmerklich die Regie übernommen und Du warst nur noch auf Platz 3 ( hinter Ihrer Freundin ).

    Wie geht es Dir damit? Und wie geht es Dir morgen damit? Kannst Du Dir vorstellen sie für immer loszulassen, Ihren Suchtweg nicht weiter zu verfolgen? Oder wartest Du irgendwie auf den Totalabsturz um sie dann zu retten? Wo bist Du da gerade?

    Gruss WW

    nur fürchte ich, dass es einen zweiten Anlauf braucht.

    Die Gedankengänge sind bereits da und es geht in eine bestimmte Richtung. Der Zug rollt schon, jetzt fährst Du mit Deiner persönlichen Geschwindigkeit diese Strecke.

    2 Schritte vor und einer zurück ist übrigens auch Fortschritt.

    Es geht vom Kopf her nicht mehr in die alte Situation, und darauf kannst Du erst mal stolz sein finde ich.

    lG WW