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Grundbausteine für ein nüchternes Leben
Viele Menschen, die alkoholabhängig sind, wünschen sich, nicht mehr trinken zu müssen. Dieser Wunsch schwankt emotional – mal ist er stärker, mal schwächer und hängt oft von den Umständen ab, unter denen der Betroffene seiner Sucht nachgeht.
Das Forenteam
Willkommen hier und einen guten Austausch.
Beiträge von Thalia1913
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Hallo Carrie,
mir ging es mal ähnlich wie dir (was ich deinem ersten Post entnommen habe.)Im Moment zähle ih noch jeden Tag,
Und es zählt auch jeder Tag. Das ist das Wichtigste - abstinente Zeit ansammeln - vieles andere ergibt sich dann nach und nach daraus.
Indem Du jetzt nüchtern bleibst, gibst Du Dir die Chance, dein Leben eben nicht mehr entgleiten zu lassen, sondern es wieder gestalten zu können.Ich hab, als ich trocken wurde, ganz viel bei mir umgekrempelt, weil ich wusste, dass ich erstmal alles der Abstinenz unterordnen musste - mir dazu selber die Erlaubnis zu erteilen, das war so wichtig und hilfreich, immer noch.
Hast du ein alkoholfreies Zuhause?
Viele Grüße
Thalia
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Guten Morgen Carrie,
du schreibst einfach hier in deinem Thread weiter.
Hier wirst du gelesen, und andere (z.B. ich) können dann auch ihre Gedanken zu deinem Geschriebenen hier in deinen Thread schreiben.
Ich wünsch dir hier einen guten Austausch. Ich bin auch Alkoholikerin, und seit vielen Jahren hilft mit der Austausch hier im Forum sehr.Viele Grüße
Thalia
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Hallo Kyra,
ich hab auch mit dem Trockenwerden wieder mit Häkeln angefangen - die Beschäftigung mit den Händen hat mir gut getan - dir viel Spaß dabei weiterhin.
Ich find daran außerdem schön, dass dabei etwas entsteht, das ich angucken, anfassen kann, woran ich dann Freude habe (oder sogar jemand anderes, wenn ich was verschenke.)
Viele GrüßeThalia
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Hallo Perdita,
Einträge […], die auf den ersten Blick nichts mit Sucht zu tun haben.
Ja ja, „auf den ersten Blick“….
Bei mir hat alles, was mit mir persönlich zu tun hat, zumindest mittelbar auch mit meiner Sucht zu tun.
Ich habe in den ersten Monaten und Jahren, in denen ich trocken und hier im Forum war, ziemlich viel hier geschrieben, und nur selten hatte es auf den ersten Blick mit Sucht zu tun - ich war damals auch schon sieben oder acht Monate abstinent, als ich hierher kam, aber ich hab gemerkt, dass es wichtig für mich ist, nah an mir dran zu bleiben, und genau, wie du es auch beschreibst: das Formulieren und Aufschreiben hilft dabei sehr.
Ich hab damals auch viel in den anderen, auch älteren Tagebüchern gelesen, und mir da Sachen rausgepickt, die mit mir was zu tun hatten oder in mir was ausgelöst haben, und davon dann geschrieben. Und darüber kam dann manchmal ein Austausch zustande, der mich weitergebracht hat.Ich konnte mich auch durch das Schreiben und mich Öffnen hier auch erst richtig hier verankern, und das ist zu meinem wichtigsten äußeren Pfeiler meiner Abstinenz geworden, dass ich durch meinen Austausch hier Teil dieser SHG bin, nicht nur durch mein hier angemeldet sein.
Ich habe gelesen, dass du für dich wichtige Weichenstellungen vornimmst dieses Jahr. Ich könnte mir - vor meinem eigenen Erfahrungshintergrund - vorstellen, dass dir das Schreiben hier auch in diesem Prozess hilfreich sein kann. (Da ist nur immer daran zu denken, dass dies hier offen für alle im Internet lesbar ist.)
Viele Grüße und ich würde mich jedenfalls freuen, mehr von dir zu lesen.Thalia
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Hallo Shawn,
für mich war dieses Forum damals das erste (und bisher auch das einzige), in dem ich regelmäßig schreibe.
Durch den Austausch, gerade, wenn er einigermaßen regelmäßig ist, werden die einzelnen Namen auch ohne Mimik für mich zu konkreten Menschen.Das findet sich schon mit der Zeit, wie es für dich passt.
Viele Grüße
Thalia
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Hallo Shawn,
herzlich Willkommen, und vielen Dank für deinen Bericht über deinen letzten Rückfall. Damit kann ich viel anfangen!
Ich bin seit Ende 2013 trocken und habe seither auch einen alkoholfreien Haushalt. Auch aus genau dem Grund, dass ich für mich so eine Situation, wie du sie beschrieben hast, ausschließen können möchte.
Ich freu mich, dass du dich hier im Forum / in dieser Online-SHG beteiligen willst.Viele Grüße,
Thalia
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Hallo Perdita,
ich kann das, was du schreibst, total gut nachvollziehen. Erst das Lösen von vermeintlichen äußeren Zwängen / unveränderlichen Umständen, und dann auch diese Befreiung und Akzeptanz, dass es eben kommt, wie es kommt. Und die Stärke, die darin liegt, Prioritäten zu meinen Gunsten neu zu setzen.Ich dachte, wenn ich nicht mehr trinke, löst sich von selber alles in Wohlgefallen auf. Das war eine naive Hoffnung, wie ich nun weiss. Ich selber muss die Dinge ändern.
Ich finde es nicht naiv. Es geht zwar nicht ganz „von selber“, aber die Trockenheit ermöglicht Handlungsfähigkeit. Und vorher das genaue Hinschauen; und die eigene Befindlichkeit nicht nur wahrzunehmen sondern auch zu benennen und daraus dann Handlungsoptionen zu entwickeln.
Ich wünsch dir für 2026 ein gutes Jahr, aber die Weichen hast du ja gestellt dafür.
Viele Grüße
Thalia
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Hallo liebe Lebensmut,
ich hoffe, du hattest eine schöne Weihnachtswoche.
Am Sonntag schriebst du dies:[…] habe ich natürlich etwas bammel, denn eine trockene Feier wird es nicht sein. Mein Notfallköfferchen ist aber gepackt und meine Strategie auch. Meine Eltern richten das Fest aus und es wird vor 18 Uhr keinen Alkohol geben, das haben wir besprochen. Das heißt für mich um 16 Uhr zum Kaffee und dann schauen ob ich vor 18 Uhr abhaue.
Magst du davon schreiben, wie es dir ergangen ist?
Auf der Geburtstagsfeier, und überhaupt diese Woche?(Ich stelle mir das so schwierig vor, mit trinkendem Partner. Aber dazu vielleicht an anderer Stelle mehr.)
Viele Grüße
Thalia
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Hallo Somadi
für mich ist das Forum immer eine gute Möglichkeit, mich selbst, indem ich von mir schreibe, auch so ein bisschen von „außen“ zu betrachten. Wenn ich die Gefühlssuppe in mir in Worte fasse, kann ich sie manchmal erst richtig erkennen und unterscheiden.
ich formuliere all diese Sache hier und jetzt zum ersten Mal.
Und merkst du bereits, dass sich dadurch bei dir irgend etwas Kleines verändert hat?Hier zu schreiben (statt nur im eigenen privaten Tagebuch) bedeutet ja auch, gelesen zu werden und eine Verbindung zu spüren mit (anonymen) anderen Menschen, die vielleicht Ähnliches erleben / erlebt haben. Das finde und fand ich auch immer sehr hilfreich am Austausch hier im Forum.
Ich habe in diesem Zusammenhang eine generelle Bitte: Wenn du bei anderen schrieben möchtest, bleib bitte auch bei dir.Wir denken alle an Dich.
Das hast Du heute in einem anderen Thread geschrieben, und das ist bestimmt nett gemeint, aber ich möchte dich bitten, nicht von „wir“ und damit für andere zu sprechen.
Ich wünsche dir hier weiterhin einen hilfreichen Austausch!Herzliche Grüße
Thalia
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Hallo Mattie,
so ging es mir in der ersten Weihnachtszeit ohne Alkohol auch, und auch jetzt noch kann ich mich natürlich daran erinnern oder werde durch das Forum daran erinnert, wie es - nass - bei mir war.Bei all diesen Tätigkeiten kommt die Erinnerung:
Du sagst es ja selbst, das muss erst noch was überschrieben werden, neue Erinnerungen und neue Verknüpfungen geschaffen / entstehen gelassen werden.
Die Erinnerung ist bei der Sucht ja durchaus auch eine Körpererinnerung, also bei mir ist das so, und da liegt auch eine gewisse Gefahr, dass ein Suchtdruck entstehen kann. Aufmerksam sein und verstehen, was da abläuft, ablaufen kann, ist für mich (!) hilfreich.
Viele GrüßeThalia
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Hallo Nikki,
ich habe sehr lange gegen die Erkenntnis angekämpft, Alkoholikerin zu sein.So lange habe ich weiterhin trinken müssen, mal mehr, mal weniger.
Zufrieden abstinent lebe ich, seit ich mir selber nichts mehr vormache, meine Suchterkrankung akzeptiert und den Erhalt meiner Trockenheit zu meiner obersten Priorität erklärt habe.
Und niemand kann mir sagen, ob ich Alkoholikerin bin oder nicht. Das kann nur ich alleine wissen.
Wie sieht es bei dir aus?
Viele GrüßeThalia
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Hallo Abstinenzler,
Weihnachten und Silvester kommen noch, da werde ich mich abstinenztechnisch noch vorbereiten.
Wie denn konkret?
Grüße, Thalia
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Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Bibi! 💐
Es liest sich so, als würde das heute ein schöner Tag für dich (und deine Gäste) werden.
Für dein kommendes (trockenes!) Lebensjahr alles Gute. 🍀
Herzliche GrüßeThalia
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Hallo Bibi,
das ging mir auch so früher .. Stress (durch Vorbereitungen z.B.) mit Alkohol „bekämpfen“.In einer solchen Situation wurde ich auch nach meiner ersten längeren Nüchternheitsphase rückfällig bzw. beendete die (jahrelange) Trinkpause.
Umso mehr kann ich mich beim Lesen bei dir darüber freuen, dass es dich jetzt nicht unruhig macht und keinen Druck auslöst.
Ich wünsch dir einen entspannten Vorbereitungstag voller Vorfreude und morgen natürlich ganz viel Freude mit deinen lieben Menschen.Viele Grüße
Thalia
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Liebe Chapa,
Nun wollte ich dir gerade noch was über deinen Weihnachtsmarktbesuch neulich schreiben, und da lese ich, dass dein Partner wieder trinkt, und dass du gewillt bist, entsprechende Konsequenzen zu ziehen, für dich selbst, um deine Trockenheit zu schützen.
Was kannst du heute Abend noch tun, was dir gut tut? Hast du jemanden zum Reden?Du kannst ja auch hier weiterhin schreiben, wenn du magst. Du wirst hier gelesen.
Viele GrüßeThalia
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Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich mit, und ich lese dich auch jeden Tag.
💐
Viele GrüßeThalia
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Hallo Hartmut,
dein Titel ist ja „Unterschied Abstinenz und Trocken?“ und für mich hat Bibitor 66 es genau so ausgedrückt, wie ich es für mich auch empfinde.Abstinenz beschreibt den Zustand der Enthaltsamkeit, während trocken den Zustand einer Person beschreibt. […]. Abstinenz alleine kann eine Trinkpause sein.
Es stimmt ja alles für mich: Ich lebe abstinent, ich lebe nüchtern, etc., aber mich trocken zu nennen / zu fühlen beinhaltet mehr, da geht es um meine Grundhaltung. Daher hilft mir das zusätzliche Wort „trocken“, dieses Mehr, das Grundlegende auszudrücken, was (für mich!) im Wort abstinent eben nicht enthalten ist.
Viele Grüße
Thalia
P.S. Hat sich mit deinem letzten Post überschnitten.
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Hallo Abstinenzler,
Ja, war ich. Sollte ich das nicht bzw wann kann ich ins Restaurant? Nach 3 Monaten, nach 6? Das verwirrt mich.
Was verwirrt dich daran?
Wem stellst du deine Fragen?
Nur du kannst doch entscheiden, wieviel Wichtigkeit du deiner Abstinenz einräumst.Du kannst auch immer weiter kämpfen, so wie bisher.
Das ist komplett deine Entscheidung und deine Verantwortung.
Viele Grüße
Thalia
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Guten Morgen Abstinenzler,
für mich liest es sich so, als wolltest du den „Kampf“ noch nicht so ganz hinter dir lassen bzw. glaubtest, du könntest ihn gewinnen?
Nach deiner letzten Trinkphase schriebst duNoch mehr Orte meiden, Selbstfürsorge, wachsam bleiben, nicht wieder übermütig werden, Gruppe besuchen, Forum nutzen, Notfallkoffer packen, die Krankheit täglich im Auge behalten, gucken wann es mir wieder so gut geht das die Saufgedanken sich langsam wieder einschleichen und hier schreiben etc.
Aber jetzt warst du im Restaurant?
Hast du die einzelnen Punkte der Grundbausteine bei dir umgesetzt? Und die Punkte, die du selber genannt hast?
Viele Grüße
Thalia