Ich habe gerade eine nicht ganz einfache Zeit - nichts wirklich Dramatisches, aber mehrere „Baustellen“ gleichzeitig (und gleichzeitig ist ja immer so eine Sache), und als ich heute wie jeden Tag das Forum aufrief, fiel mir ein, dass ich hier im Offenen gerne meinem früheren Ich was schreiben will.
Der Thalia vor 14 Jahren, die sich nicht vorstellen konnte, „das alles“ ohne Alkohol bewältigen zu können. Ich will mir sagen, dass das nicht nur geht, sondern dass eine Zeit kommen wird, in der schwierige (oder schöne, oder langweilige, oder beängstigende …) Phasen kommen, ohne dass auch nur einmal der Gedanke an Alkohol aufkommt.
Ich bin so unglaublich froh und dankbar - auch wenn ich das immer und immer wieder schreibe, so ist es auch jedesmal tief empfunden - dass ich damals nach dem Aufhören nicht wieder angefangen habe, obwohl es sich zu Beginn noch gar nicht normal angefühlt, sondern mir viel Angst gemacht hat, die ich aber keinem mitteilen konnte, weil es eine Angst war, die kein Nichtsüchtiger versteht.
Das Verständnis hab ich hier im Forum gefunden (und in der SHG vor Ort), aber da hatte ich die ersten Monate schon hinter mir.
An die ersten trockenen Monate kann ich mich nicht gut erinnern, bzw. ich erinnere mich aus der Zeit an andere Dinge, die mich zu der Zeit sehr beschäftigt haben. Daher habe ich auch bei neu Trockenen nicht viel beizutragen, weil ich einfach nicht mehr weiß, wie ich mich nach vier oder acht oder zwölf abstinenten Wochen in Bezug auf Alkohol gefühlt habe.
Aber an die verzweifelte noch trinkende Thalia kann ich mich erinnern und fühle mich ihr auch noch immer verbunden. Und da komm ich nochmal auf die Gleichzeitigkeit, denn ich bin ja auch meine vergangenen Ichs, und da fühlt es sich heute einfach gut an, mir selber sozusagen die Hand durch die Zeit zu reichen und mich spüren zu lassen, dass es alles gut werden kann.