Beiträge von Thalia1913

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Hallo Mari,


    ich freue mich, von dir zu lesen. Und darüber, was du schreibst. :)

    Ich bin ähnlich gestrickt wie du, scheint mir. Auch ich bin viel alleine in der Natur unterwegs, und wenn ich nicht regelmäßige längere Zeiten mit mir selber habe, geht es mir nicht gut. Ich hab ziemlich lange gebraucht, um das an mir zu akzeptieren, (arbeite immer noch dran), weil ich schnell dabei bin, Vergleiche zu ziehen mit anderen, die (vermeintlich!) anders ticken.


    Ich wünsch dir heute einen schönen Sonntag mit der für dich genau richtigen Mischung aus Distanz und Nähe, Rückzug und Austausch.


    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Twizzler,


    ich kann mich auch noch an dich erinnern, und ich freue mich, wieder von dir zu lesen, und dass du trocken bist.


    Gratulation zu den sieben Monaten (morgen) und weiterhin alles Gute!
    Ich finde es auch ganz toll, wieviel Veränderung / Lebendigkeit möglich ist, seit ich trocken bin.


    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Mari,


    was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen. Ich habe das Trinken in ähnlicher Funktion genutzt - gegen Stress und (eigene!) hohe Anforderungen. Auch ich bin in einem coabhöngigen Familiensystem groß geworden und habe auch von Anfang an gelernt, dass ich auf die Bedürfnisse der anderen immer achten muss und dass diese immer wichtiger sind als die eigenen. Das aufrecht zu erhalten half mir der Alkohol. Wenn ich trank, ließ die innere Anspannung nach. Und dieses extreme Gefühl, für alles verantwortlich zu sein.


    Nachdem ich den Alkohol weggelassen habe, hat mir geholfen, wenn ich mich in solchen Situationen quasi von außen beobachte: was macht mein Atem, mahlt mein Kiefer wieder; und ich habe mich an die ersten Worte einer Therapeutin bei der progressiven Muskelentspannung erinnert: „Einfach einmal fallen lassen.“ Die Schultern, die Hände, den Kopf sinken lassen und tief ausatmen.


    Ich hab jetzt nicht präsent, ob du eine Therapie machst oder beantragt hast.
    Nachdem ich trocken war, fand (und finde) ich ganz erstaunlich, welch positiven Entwicklungen jetzt auch durch eine Psychotherapie möglich sind. In all den Jahren zuvor verhinderte das Trinken, dass ich mit mir selbst weiterkam.


    Ja, und alles Gute für deine OP (Post-OP?) wünsche ich dir auch noch. Da sei mal ganz besonders gut zu dir!


    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Nala,


    Willkommen auch noch von mir und Glückwunsch zu deiner Entscheidung, ein trockenes Leben zu beginnen.


    Bei mir ist es einige Jahre her, und ich kann mich nicht mehr total genau daran erinnern, wie es mir in den ersten Wochen ging, außer, dass ich immer eine Flasche Sprudelwasser mit mir herumgeschleppt habe, weil ich gemerkt habe, dass das Wasser und die leichte Säure gut gegen Suchtdruck geholfen haben, oder eigentlich gegen die innere Unruhe, das Gefühl des Gehetztseins, das ich vorher immer mit Wein „wegmachen“ wollte. Innehalten, tief durchatmen, Wasser trinken.


    Und ganz wichtig war mir anfangs (und ist es noch), dass ich alles andere infrage stellen kann, nur nicht (mehr) meine Abstinenz. Das ist erstmal beängstigend, aber auch unglaublich befreiend. So eine klare erste Priorität zu haben hat sehr geholfen, gute Entscheidungen zu treffen. Wenn ich merkte, dass mich eine Situation so (über)forderte, dass ich glaubte, das nicht (ohne Wein) zu schaffen, dann habe ich mich dagegen entschieden, und somit für meine Abstinenz.


    Ich darf jetzt nicht nur (besser) auf mich achten, sondern ich mache es mir zur Pflicht. Ich verpflichte mich mir selbst gegenüber. Auch zur Ehrlichkeit, übrigens. Das war eine der größten Baustellen, mich selbst wieder achten zu lernen. Nach all den Lügen und der Scham. Aber das hat länger als ein paar Monate gedauert.


    Was ich aber feststellte war, dass Veränderung stattfand, dass „es“ besser wurde, und heute bezeichne ich mich als glücklichen Menschen, immer noch mit Baustellen, (auch noch in Therapie), aber auf eine Weise glücklich, wie ich es in den Jahren meiner Trinkzeit nie für möglich gehalten hätte.


    Ich wünsche dir Geduld mit dir und freue mich, hier weiter von dir zu lesen, wenn du den Austausch hier nutzen möchtest.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.
    Thalia
    W, 51, trockene Alkoholikerin

    Hallo Mari,


    auch von mir herzlichen Glückwunsch. :) Und schön, dass du hier schreiben willst.


    Ich bin w, Anfang fünfzig und seit ein paar Jahren zufrieden trocken, und ich erinnere mich an eine ganz ähnliche Situation, als ich mich damals bei meiner Hausärztin „outete“. Sie beglückwünschte mich auch, stand richtig auf und gab mir die Hand, und das hat sich bei mir tief eingeprägt und war einer der kleinen Momente, die mich getragen haben.


    Dir weiterhin alles Gute, und einen schönen Start ins Wochenende.


    Thalia

    Hallo Thena,


    schön, dass du „mal anfängst“. :) Damit geht‘s doch los.


    Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen:


    Zitat

    Ich fühle mich nicht mehr allein. Das mag äußerst makaber klingen aber ich bin froh, dass es so viele gibt die die gleiche harte Zeit durchmachen oder gemacht haben. Ich fühlte mich so lang als Sonderling und gefangen. Ich kann endlich aufatmen und mal durchatmen.


    So ging es mir auch, als ich in meiner anfänglichen Abstinenz dieses Forum fand, und so ähnlich geht es mir noch immer, weil ich es nicht mehr so weit kommen lasse, dass ich mich so alleine und gefangen fühle wie damals in der nassen Zeit.


    Ich finde es auch ganz super, dass du deinem liebevollen Herzen eine Stimme gibst. Diese Selbstfürsorge ist in meiner Erfahrung unglaublich wichtig.


    Ich wünsche dir hier einen weiterhin guten Austausch.


    Herzlich,
    Thalia

    Liebe Inka,


    Ein Umbruch in deinem Leben passiert da gerade, so lese ich das. Du veränderst dich, deine Perspektive auf deine Beziehung verändert sich, das schafft bestimmt ganz viel Unsicherheit. Umbrüche, auch wenn sie gewollt sind, sind ja immer mit Angst verbunden, weil wir eben nicht wissen, was kommt.


    Und wenn man emotionale Regulierung lange durch Alkohol betrieben hat wie du (und ich), dann ist es nicht überraschend, dass du das Bedürfnis spürst, zu trinken, bzw. Suchtdruck bekommst.


    Allerdings bin ich in einer Hinsicht anderer Meinung:

    Zitat

    Ganz ehrlich... es wäre ein wahrhaftiges Wunder, wenn das gut ginge. :(


    Du bist ja jetzt schon ein paar Tage (10? 14?) abstinent. Wenn du jetzt wieder trinkst, ist es deine Entscheidung. Es nicht zu tun, ist auch kein „Wunder“, sondern ebenfalls deine Entscheidung. Du bist diejenige, die entscheidet.


    Die Frage ist doch, was bringt es dir, wenn du wieder Alkohol einsetzt? Benebelung? Und was bringt dir Benebelung? Glaubst du, die Situation/deine Gefühle anders nicht aushalten zu können? Wird etwas besser sein, wenn du getrunken hast? Hinterher? Und wenn nicht, wäre es nicht sinnvoller, die Situation/deine Gefühle anders zu be-/verarbeiten, durch Gespräche, schreiben, lesen, Therapie?


    (Ich merke gerade, dass ich beginne, auf dich einzureden, und das ist natürlich Quatsch. Entschuldige bitte. Nur du weißt, wie es ist, in deiner Situation zu sein, und deine Gefühle zu haben. Und die Entscheidung, zu trinken oder auch nicht, ist ganz allein deine.)


    Ich wünsch dir sehr, dass du dir deine Selbstbestimmtheit nicht selber nimmst.


    Herzlichen Gruß,
    Thalia

    Liebe Inka,


    wenn du dies vor deinem Feierabend noch liest, dann wünsche ich dir Kraft - und die richtigen Mittel - um dem Druck nicht nachzugeben.
    Kannst du heute Abend mit einer Freundin telefonieren? Hier schreiben? Sport machen? Dich anderweitig irgendwie ablenken?


    Oder dich mit ner Kiste Wasser hinsetzen und weinen? Wenn „alles Mist“ ist, dann hilft es manchmal auch nicht, sich abzulenken, sondern dann müssen die Tränen, die Trauer, die Hilflosigkeit, die Wut, oder was da noch so ist, einfach mal raus.


    Ich wünsch dir, dass du dem Druck, dem Suchtgedächtnis, nicht nachgibst, weil es ja absolut rein gar nichts besser macht.


    Ich schicke einen ganz herzlichen Gruß!
    Thalia

    Liebe Inka,


    ja, ich fand (und finde) es auch hilfreich, mich nicht so alleine zu fühlen. Es ist ja beides wahr: nur du allein kannst es schaffen, aber du brauchst es nicht alleine zu schaffen. (So ähnlich.)


    Du schriebst neulich, dass du einen Termin in der Suchtambulanz vereinbart hast. War der schon?


    Deine Frage, ob „man“ automatisch irgendwann nüchtern bleiben will, kann ich nur aus meiner Perspektive beantworten. Für mich war nach einigen (vielen) Monaten der Abstinenz, in denen ich mich intensiv mit meinem Trinken und der Funktion (den Funktionen), die das Trinken für mich hatte, auseinandergesetzt hatte, irgendwann klar, dass ich abhängig war und dass es kein Zurück in ein nicht abhängiges Trinken mehr gab. Und das abhängige Trinken war (nüchtern betrachtet) wirklich schrecklich und (selbst)zerstörerisch. Das wollte und will ich nicht mehr.


    Aber an dem Punkt war ich auch noch nicht von Anfang an. Wie gesagt, gib dir (nüchterne) Zeit. Und nutz die Hilfen, die es gibt. Hier schreiben und lesen. Gespräch in der Suchtberatungsstelle. Nutze alle Möglichkeiten, dich zu öffnen und „es“ nicht mit dir alleine auszumachen.


    Zu deinem Freund: Warum sollte er denn denken, dass „die Hütte brennt“, wenn du ihm sagst, du willst (zumindest eine Weile) abstinent leben, weil du das Gefühl has, dein Trinken ist nicht gesund?


    Ich hatte in der Vergangenheit auch manchmal den Plan, aufzuhören, ohne es jedoch jemandem mitzuteilen, und da hat dann durchaus der Gedanke mitgespielt, dass ich mir dann ja auch keine Blöße gebe oder Erklärungen liefern muss, wenn es „nicht klappt“. Spielt das bei dir auch eine Rolle?


    Aber ich hab gut reden, ich konnte erst (endgültig, hoffe ich) aufhören, als ich mich von meinem Mann getrennt hatte. Daher musste ich „nur“ ehrlich mir selbst gegenüber sein und nicht noch gegenüber einem Partner.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende dir!
    Thalia

    Liebe Inka,


    Zitat

    Wann wird das leichter...?


    Bald. :-)


    Dein Bild, einen (trockenen) Tag an den anderen zu reihen wie Perlen ist schön!


    Und darauf kommt’s am Anfang vor allem an - abstinente Zeit ansammeln. Ich kann mich noch gut erinnern an die Stimmungsschwankungen, die innere Unruhe, auch Aggression und Frustration in den ersten Tagen.


    Überhaupt fühle ich mich durch einiges, was du von dir beschreibst, an mich erinnert.


    Zitat

    Morgens ist es immer besonders schlimm, jedenfalls wenn ich alleine, also daheim aufstehen muss.
    Ich fühle mich dann richtig nackt und schutzlos und den ganzen negativen Gefühlen hilflos ausgeliefert.
    Der Kokon, in den ich mich immer eingesponnen habe, fehlt.


    Auch hier wieder: Ich kann dich so gut verstehen!


    Es braucht Geduld mit dir selbst. (Das fällt mir oft auch heute noch schwer!)
    Und ich habe auch in solchen Situationen, wenn ich dachte „Ich schaff das nicht“, und mir alles zu viel wurde, und ich dachte, „wie soll ich meinen Alltag nur ohne Wein meistern“, eine Sprudelwasserpause gemacht. Wasser getrunken, tief durchgeatmet, vielleicht vor mich hingemurmelt „Eins nach dem anderen“ (das hat mir oft geholfen, wenn ich mich von den Anforderungen, die an mich gestellt wurden - oder die ich an mich stellte - überrannt fühlte.) Ganz ruhig. Eins nach dem anderen.


    Ich habe übrigens erst nach einem halben Jahr Abstinenz den Weg in eine reale SHG gefunden (in der ich jetzt noch bin). Ich mag, ähnlich wie du, auch solche Situationen mit fremden Leuten gar nicht gerne (auch hier hatte mir der Alkohol zuvor “geholfen“, meine sozialen Ängste überspielen zu können. (Nicht überwinden, das geht erst ohne!)


    Wenn du dich doch hin traust, kannst du ja auch, wenn du dich vorstellst, gleich sagen, dass du sehr unsicher bist und beim ersten Mal noch nicht so viel sagen möchtest. Ich bin ziemlich sicher, dass das respektiert wird.


    Ich wünsche dir hier weiterhin einen guten Austausch und für die nächsten Tage eine wachsende Ruhe im Bauch.


    Alles Gute!
    Thalia

    Radio-Tipp: Jetzt live aus der Hamburger Staatsoper:


    „Nabucco“ (Premiere)


    Inszeniert (von Ferne) von dem unter Hausarrest stehenden russischen Regisseur Kirill Serebrennikov.
    Gesendet in NDR Kultur.


    Viel Spaß!


    Thalia

    Hallo Karamasow,


    Zitat von „Karamasow“

    Heute, also nach über 2 Jahren Abstinenz, fällt es mir immer noch schwer, Sachverhalte zweifelsfrei zu bewerten. Damit meine ich nicht Probleme auf Arbeit, sondern persönliche Belange. Bevor ich Entscheidungen treffe, fahre ich meistens gedankliche Extrarunden und muss mindestens einmal drüber schlafen. Warum? Ich erwische mich dabei, wie ich im Verlaufe eines Tages den gleichen Sachverhalt unterschiedlich bewerte. Ich vertraue meinen Rückschlüssen nicht.


    Ich kenne das. Diese Extrarunden habe ich, denke ich, schon immer gedreht, auch vor der Trinkerei, aber ich hab es mir nicht so bewusst gemacht, war nicht so achtsam (mir selbst gegenüber aufmerksam) wie heute.
    Ich sag mir heute, dass es zwar oft nervig ist, so ambivalent zu sein, aber andererseits auch eine Stärke sein kann, wenn ich dadurch zum Beispiel nicht so schnell Urteile fälle und offener bleibe für die Welt außerhalb meiner selbst.


    Viele Grüße!


    Thalia

    Hallo Motek,


    ich freue mich über den Lebenszeichen! :)


    Schön, dass es dir insgesamt gut geht. Und dass du weiterhin auf dich achtest.


    Das mache ich auch.


    Viele herzliche Grüße,
    Thalia

    Hallo Ernest,


    die Feier von neulich kann auch noch „nachgewirkt“ haben. Da ist vielleicht unbemerkt ein Türchen im Hirn aufgegangen. Nur so ein Gedanke.


    Frohe und weiterhin trockene Weihnachten dir.


    Thalia