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Beiträge von Carl Friedrich
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Aber ich nehme Eure Warnungen ernst und werde die nächsten Tage noch mehr als sonst auf mich achten, daß ich nicht übermütig werde. Die Gefahr eines Rückfalls ist immer da, das weiß ich.
Hallo!
Genau so ist es richtig.
Viel Erfolg.
Gruß
C. Friedrich
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@sunshine: Danke für Deine zusätzlichen und zutreffenden Ausführungen.
LG
C. Friedrich
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Fortsetzung:
Ich bin heilfroh, wenn dieser Wahlkampf nun endlich sein Ende findet. Er nervt nur noch.
Ich las heute in der Tageszeitung ein interessantes Interview mit Jens Söring, der 33 1/2 Jahre in den USA in Haft einsaß. Vorab, ich kenne den Fall zu wenig, erst recht nicht die Akten und Beweismittel. Ich war nicht dabei und es gibt auch keine Videoaufzeichnung des Geschehens.
Mir gefallen hat eine Passage, die sich 1 zu 1auf unsere Krankheit übertragen lässt:
"Man muss für sich und seine Situation rigoros die Verantwortung übernehmen. In meinem Fall hieß es, zu akzeptieren, dass ich mich selber ins Gefängnis gebracht habe. Ich bin kein Opfer. Ich habe von Anfang an gesagt: Ich bin der Idiot. Mit meinem falschen Geständnis habe ich die Polizei belogen. Das hatte Konsequenzen, die ich seit 35 Jahren trage. Zu akzeptieren, dass man selbst verantwortlich ist, ist der Schlüssel, um sich freikämpfen zu können. Man muss sich konsequent weigern, sich in die Opferrolle zu begeben."
Gruß
Carl Friedrich
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Stern :
Alk von Borowiak
Lieber schlau als blau von Lindenmeyer
Suchtfibel (sehr umfangreich und detailliert, jedoch schwerer zu lesen)
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Earl Grey nehmen wir zum Mischen für den Frühstückstee: Auf 1l kommen 5 Teelöffel türkischer Tee und ein knapper Teelöffel Earl Grey. Auf diese Mixtur hat mich ein türkischstämmiger Mitbürger im Laden aufmerksam gemacht. Ist vergleichbar mit 'ner Scheibe Zitrone im Wasser. Pur ist er für mich nichts.
Unter der Woche, wenn es schnell gehen soll, gieße ich mir eine Tasse grünen Tee auf. Nicht im klassichen Beutel, denn da steckt nur der Abfall aus der Teeproduktion drin.
Tee als neuer Wein? Wenn er denn pur ist und nicht wie im Winter mit irgendeinem Schnaps gepanscht wird, ist doch alles ok, Nur da glaube ich nicht so recht dran, eher an die besagte Panscherei

Stern : Das Suchtgedächtnis schlägt dann zu, wenn Du es gerade nicht erwartest, zumindest in den ersten Jahren. Da kann es einen schon mal heftig durchschütteln.
Es piesackt einen gerne, wenn man in Situationen kommt, in denen man früher getrunken hat. Da verknüpft das Hirn den jeweiligen Augenblick automatisch mit Alkoholzufuhr z.B. eine Feier, Jubiläum, Treffen mit alten Freunden, Weihnachtsmarkt, Stadtfeste, Sommer-Herbstfeste.....
Lies dich mal in der Fachliteratur zu dem Problem ein. Eine spannende und zugleich aufschlussreiche Sache.
So lange man nicht rückhaltlos zu seiner Abstinenz steht und ihr absolute Priorität einräumt, hat es das Suchtgedächtnis verdammt leicht, einen zum Saufen zu bringen. Das beinhaltet auch den Irrglauben, man könne als Alkoholiker irgendwann mal wieder moderat was trinken. Dieser Gedanke muss aus dem Hirn raus, sonst wird es schwer. Mir hat es sehr geholfen, dass ich in meiner ambulanten Therapie mit Rückfälligen zu tun hatte und aus ihren Fehlern lernen konnte.
Zum Thema Rückfall: Ich habe leider einige beratungsresistente Herrschaften kennengelernt, die so drauf waren wie ich es beschrieben habe. Sie sind alle verunfallt. Aber einjeder hat das Recht, sich tot zu saufen. Können sie gerne tun, nur sollten sie sich besser vorher mal klar machen, dass das Ende dann eher ein elendes Verrecken als ein würdevolles Sterben ist.
Andere brauchen einen oder mehrere Rückfälle bis sie so weit sind wie ich es als Grundvoraussetzung ansehe (Priorität der Abstinenz).
Gruß
Carl Friedrich
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Fortsetzung:
Dann ziehe ich diesen thread mal etwas nach vorne, da ich in den letzten Monaten primär im geschützten Bereich unterwegs war.
Mir geht's gut.
Ich bin jedoch überrascht, wie leichtsinnig einige Neulinge hier vor sich herumwurschteln und jeden vernünftigen Rat von länger Abstinenten beiseite wischen.
Da ist jemand als ehemalige Weintrinkerin mächtig stolz, dass der Partner jederzeit zugänglich einen Weinkeller bevorratet, der ja für sie völlig ungefährlich sei, da die eingelagerte Weinsorte nicht ihrer Farbenwahl entspräche.
Der nächste teilt mit, wie der bewusste regelmäßige Gang zu Wein- und Spirituosenregalen in Supermärkten nebst eingehender Betrachtung der Objekte doch abhärte und sich das Alkoholproblem so in die Schranken weisen lasse. Die Frage nach der Reaktion des Suchtberaters zu diesem ungewöhnlichen Hobby, wird erst gar nicht beantwortet, warum auch.
Ich weiß, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, sich aus dem Griff des Alkohols zu lösen. Sich permanent in Schlagdistanz zum Stoff zu begeben oder gar zu leben, gehört sicherlich nicht zum Standartrepertoire der Abstinenz.
Sich selbst maßlos zu überschätzen und das eigene Suchtgedächtnis nebst Gefahren des Alkohols notorisch zu unterschätzen, dürfte diese Eigenstrategien besser und zutreffender kennzeichnen.
Mal schauen, ob und wann es zum Rückfall kommt und ob die Herrschaften dann die nötige Courage haben, es hier einzuräumen.
Ich kann Neulingen nur nachdrücklich empfehlen, sich in den ersten Monaten mal deutlich zurückzunehmen und dem Alkohol, insbesondere trinkenden Zeitgenossen -so gut es eben geht- aus dem Weg zu gehen und dem Alkohol nicht noch hinterherzulaufen.
Das gründliche Befassen mit dem Suchtgedächtnis und seinen Tücken sei ihnen wärmstens ans Herz gelegt. Aber wer eh alles besser weiß, weil es bei ihm/ihr alles komplett anders sei, den dürften selbst lichtvolle Ausführungen in diesem Forum nicht wirklich erreichen.
Gruß
Carl Friedrich
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Hallo!
Ich würde nicht so schnell den Stab über den Freund brechen. Was weiß er denn von der Krankheit? Wahrscheinlich sehr wenig.
Viele Zeitgenossen denken halt, sie könnten nach einer gewissen Karenz wieder von vorne anfangen und seien "geheilt" oder hängen dem Irrglauben an das Kontrollierte Trinken an, wobei ich nicht ausschließe, dass es einzelnen gelingen kann. Ich gehöre jedoch nicht dazu und kenne auch keinen Alkoholkranken, der sich mit 2 Pullen Bier die Woche begnügen kann.
Viele Neulinge haben erhebliche Schwierigkeiten, sich damit abzufinden, dass es zwischen ihnen und dem Alkohol nie mehr funktionieren wird.
Ich weiß nicht wie gut Du dich mit dem Kumpel verstehst, aber überleg mal, ob nicht ein klärendes Gespräch möglich ist. Dann kannst Du anschließend immer noch die nötigen Konsequenzen ziehen.
Gruß
C. Friedrich
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Es schadet nicht, wenn die nötige Motivation, was gegen die Krankheit zu unternehmen, zusätzlich von außen befeuert wird. Im Gegenteil, wenn der Partner mitzieht ist das schon mal ein gute Starthilfe.
Manche kommen nur zur Einsicht, nachdem ihnen vom Arbeitgeber, der Familie oder der Führerscheinstelle Feuer gemacht worden ist. Aber diesem Zeitpunkt sollte sich jedoch beim Probanden ein Entwicklungsprozeß beginnen.
ich hatte anfangs auch Probleme mit dem Gedanken, ich könne nie wieder was trinken. Ich hatte tief hinten im Hirn den Gedanken verankert, ich mache mal ein Jahr Pause, dann hat sich alles wieder eingenordet. Erst das Befassen mit der Krankheit, der Kontakt zu Rückfälligen in meiner ambulanten Therapie nebst Fachliteratur und dieses Forum haben meinen Horizont erweitert und mir die Augen geöffnet.
Der Proband muss jedoch schon selbst aktiv werden. Wie habe ich es hier irgendwo im Forum mal gelesen: "Man hilft einer Omi nicht über die Straße, wenn sie partout nicht will".
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Was sagt denn Deine Suchtberaterin zu deinem neuen "Hobby"?
Mein Hobby ist Motorrad fahren, mit der Suchtberaterin bespreche ich Strategien, Notfallkoffer und Ursachen meiner Abhängigkeit.
Deshalb hatte ich das Wort Hobby auch in Anführungszeichen gesetzt. Das eingehende Betrachten von Alkohol in Läden könntest Du mal unter dem Punkt Strategie ansprechen.
Bin auf ihre Reaktion gespannt.Gruß
C. Friedrich
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Hallo!
Was letztendlich geholfen hat: essen. Ich hatte einfach Hunger. Eine Viertelstunde nach dem Essen war jeder Gedanke an Alk verflogen.
Hinter Suchtdruck stecken manchmal ganz profane Dinge wie Hunger oder Durst. Da knüpfe ich stets zuerst an.
Ferner siehst Du, dass so ein blöder Druck nie lange andauert. Auf die Erfahrung kannst Du dich jetzt stützen.
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Abi-Treffen weiß ich noch nicht genau. Das findet nur alle 5 Jahre statt, und ich muß mal unbedingt aus meinem Schneckenhaus, deshalb würde ich schon gerne hin. Wenn ich mich zu 100 % sicher fühle, dann gehe ich auch. Der Fluchtweg ist ja schon geplant.
Und schön in beiden Händen was festahalten: Wasser und Handy/Zigarettenschachtel, was weiß ich. Dann drückt dir wenigstend niemand mal eben einen Sekt oder Bier in die Hand.
Denk bitte daran, dass sich Suchtdruck auch nach der Veranstaltung einstellen kann, z.B. auf dem Weg nach Hause oder anschließend daheim, da eine solche Veranstaltung schon eine enorme Provokation für das Suchtgedächtnis darstellt.
Demnächst ist von der Firma noch ein Sommerfest auf einem Schiff geplant. Da werde ich definitiv absagen, denn vom Schiff kann ich nicht abhauen, wenn es mir zu langweilig oder zu kritisch werden sollte.
Gute Entscheidung. Keine Fluchtmöglichkeit, keine Teilnahme.
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Mir tut es sehr gut mich vor den Alkohol zu stellen und die Flaschen zu betrachten, nicht zuzugreifen.
Was sagt denn Deine Suchtberaterin zu deinem neuen "Hobby"?
Ich fürchte, es wird nur eine Frage der Zeit und der passenden Stimmung sein, bist Du zugreifst, wo doch der Stoff so nahe ist. Du gehst aktiv auf ihn zu, das halte ich für gefährlich.
So ein Forum dient auch dazu, Verhaltensweisen, die für Viele hochriskant sind, auch genau so zu benennen.
Gruß
C. Friedrich
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Hallo!
Da hat Hartmut völlig recht.
Dein Konfrontationsversuch, dass Du alles scheinbar so toll im Griff hast, kann sich zum Rohrkrepierer entwickeln. Mein Therapeut, ein sehr erfahrener Mann, pflegte zu sagen, so was geht ein paar Male gut, dann kommt es zum Rückfall.
Bild dir also bloß nichts auf deine Standfestigkeit ein. Je nach Stimmungslage wandert die Pulle demnächst in deinen Körper.
Du scheinst dich selbst massiv zu überschätzen. Mit der Einstellung dauert es wahrscheinlich nicht mehr lange, bis Du wieder trinkst.
Mein Rat: Lies dich mal gründlich hier und in Fachliteratur ein z.B. in das Werk "Alk von Borowiak" und "Lieber schlau als blau von Lindenmeyer".
Gruß
Carl Friedrich
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Aber ich werde ihn aus meinem leben verbannen . gleich morgen wird er dem anderen Müll in der Tonne Gesellschaft leisten . 🙏
Und? Hast Du Wort gehalten?
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Hallo!
Lass dich dennoch mal vom Arzt komplett durchchecken. Ein großes Blutbild incl. Schilddrüsenwerte gehören auch dazu. Die Müdigkeit kann auch andere Gründe haben, als das Weglassen des Alkohols. Ich schlafe eher weniger als zu früheren Saufzeiten.
Wieg dich jedoch nicht in falscher Sicherheit. Die Entzugserscheinungen können immer noch auftreten und dich kräftig durchschütteln. Es läuft nicht bei jedem so glimpflich ab wie bei mir, der gar nichts hatte und dem es von Tag zu Tag besser ging.
Gruß
Carl F.
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Carl Friedrich ich wäre nicht mal auf den Gedanken gekommen darüber nachzudenken das es ein Problem sein/werden könnte
Wie einfach manche Dinge doch sein können 🤗
So ist es. Ich habe in der Anfangszeit mal eine Apfelsaftschorle in einem Weißbierglas getrunken und es fing an zu kribbeln. Warum? Das Suchtgedächtnis wird von dem blöden Glas provoziert und es beginnt zu agieren: "Hurra, endlich wieder Weißbier", um es mal einfach auszudrücken.
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Es gibt keine Standartlösung. Jeder muss seinen eigenen Weg finden wie er es mit der Einweihung Dritter hält.
Ich habe nur den engsten Kreis in Kenntnis gesetzt. Das sind genau die Personen, die ich auch von anderen "intimen/ernsten" Krankheiten unterrichten würde. Und dazu gehören die so scheinbar lieben Arbeitskollegen nicht.
Falls ich mal überhaupt gefragt werde, das letzte mal ist schon Ewigkeiten her, gibt's die absolut zutreffende Anwort: "Weil mir das Zeug nicht mehr bekommt, ich den Alk nicht mehr vertrage und es mir "ohne" einfach bedeutend besser geht." Das war's.
Mit diesem Kurs, den ich mit meinem Therapeuten abgestimmt habe, bin ich über 6 Jahre unfallfrei und zufrieden unterwegs.
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Olivia : Brauchst Du wirklich einen Thermobecher? Ich habe alle meine Bier- und Schnapsgläser entsorgt. Sicher ist sicher. Die Dinger können triggern und zwar genau dann, wenn Du es gerade nicht erwartest.
Zur Not kauf dir einen anderen Becher, in einer anderen Farbe und einer anderen Form.
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Hallo!
Jetzt hast Du schon den erfsten Monat geschafft, das ist doch mal ein guter Anfang.
Setz dich mit der Qualmerei nicht unter Druck.
Mein ehemaliger Therapeut riet immer: Erst den Alk erledigen, dann das Nikotin. Beides zusammen dürfte den probanden überfordern und zu sehr stressen, dass er gleich doppelt rückfällig wird. Wenn Du wegen des Alks gefestigetr bist, kannst Du dir das Nikotin vorknöpfen, wobei es mich jetzt nicht überraschte, wenn Du jetzt als Abstinenter automtisch weniger qualmst, da der Glimmstängel zum Stoff wegfällt.
Was macht dein Abi-Treffen? Willst Du hin? Wie sicherst Du dich ab?
So ein Treffen kann enorm triggern, selbst wenn Du den Abend scheinbar schadlos überstehst, kann das Suchtgedächtnis schon auf dem Weg nach Hause brutal zuschlagen, wenn Du es gerade nicht erwartest.
Gruß
Carl Friedrich