Beiträge von Carl Friedrich

    In unsere Gesellschaft (Erwachsene) gehört Alkohol dazu wie das tägliche Brot.

    Ich weiß ja nicht, in welchen Kreisen Du verkehrst, in meinem Umfeld ist das anders. Und zu denjenigen, die zu jedem Anlaß gleich die Korken knallen lassen, ist der Kontakt eingeschlafen.

    In meinem Umfeld ist gerade nicht der abendliche Griff zum Suchtmittel die Regel, sondern die Ausnahme.

    Ich weiß, dass es auch andere Kreise gibt. Die habe ich jedoch verlassen.

    Dein Blick scheint mir (noch) zu alkoholfixiert zu sein. Du siehst fast überall nur Alkohol, weil dein Hirn darauf programmiert ist.

    Mein Blickwinkel ist inzwischen deutlich weiter. Ich erkenne wieder mehr als die "Flasche". Das ist eine Frage der persönlichen Reifung während der Abstinenz.

    Apropos: Zu Beginn meiner Abstinenz habe ich ähnlich wie Du gedacht. :grinning_squinting_face: Das hat sich glücklicherweise gelegt.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Die Gesellschaft im Allgemeinen findet es gut, nach Feierabend das "Gläschen in Ehren" trinken.

    Auch das sehe ich anders. Wer ist die Gesellschaft. Alle Bürger Deutschlands? Die finden es gut, jeden Abend Alkohol zu trinken? Das halte ich für ein Gerücht.

    Teile der hiesigen Bevölkerung trinken entweder gar nicht (Babys, Kinder, bestimmte Senioren, religiös Motivierte oder Abstinente) oder aber nur selten.

    Deine Äußerung ist m.E. eine Fehleinschätzung. Wie ich bereits schrieb, ist der Blick der Neueinsteiger noch getrübt. Irgendwie sind es "nasse Gedanken". Man redet sich Dinge wie den Alkohol einfach nur schön und strapaziert dazu noch die sog. Ehre.

    Der Blickwinkel verändert sich aber mit zunehmender Dauer der Abstinenz. So war es zumindest bei mir.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Das scheint so zu sein. Ich habe (wieder trocken seit dem 08.04.2020) auch stolze 6 kg zugelegt. Bei mir kommt es zu Schockoladenattacken und sonstigem Heißhunger auf Süssigkeiten. Der Körper (meiner) sucht nach nem Ausgleich.

    Klar, wird ein nichttrinkender Mensch i.d.R. argwöhnisch beäugt.

    Hallo!

    Das mit dem Schmacht auf Süßes kenne ich. Ich zwinge mich, ein paar Tage die Woche nichts von dem Zeug zu futtern. Das hilft. Sozusagen "Kontrolliertes Naschen", was beim Süßkram bei mir klappt.

    Klarer Widerspruch zur zweiten These: Ich bin jetzt mehr als 5 Jahre clean. Niemand beäugt mich argwöhnisch. Das dürfte eine Einbildung sein, da der frisch Abstinente noch etwas wackelig und unsicher unterwegs ist, während sein Blick noch durch den langjährigen Alkoholabusus getrübt ist.

    Wer soll mich denn beäugen? Die anderen Leute im Cafe/Bistro? Warum sollten sie es tun? Die meisten kennen mich doch gar nicht und trinken dort doch auch keinen Alkohol.

    Und mit alten Saufkumpanen, die vielleicht fragen und gucken könnten, habe ich keinen Kontakt mehr. Der ist eingeschlafen, weil das Bindeglied namnens "Suff" weggebrochen ist.

    ich rate, seid nicht zu kritsich, was das Interesse und den Blick anderer Leute anbelangt. Steht zu euch und eurer Entscheidung, wieder die Verantwortung und die Kontrolle über euer Leben - ihr habt nur das eine- zu übernehmen. Da können euch andere Leute, die angeblich gucken, doch glatt den Buckel runter rutschen, so meine Sicht der Dinge.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Ich weiß, dass ich krank bin, ja, aber in Ausnahmesituationen wie gestern zweifle ich dann immer noch zu sehr an meiner Stärke, frage mich, ob und was ich falsch mache, dass ich schon wieder so zu kämpfen habe, fange an mich mit anderen Alkoholikern zu vergleichen, die nicht so schlimmen Suchtdruck haben usw..

    Hallo Carmen!

    Bitte keine Vergleiche mit anderen. Die bringen dich kein Stück weiter. Woher willst Du wissen, dass andere keinen oder nur selten Saufdruck haben? Kennst Du alle anderen Aussteiger? Nein.

    Bist Du dir sicher, dass diejenigen, die behaupten, sie hätten alles problemlos im Griff, wirklich die Wahrheit berichten?

    Ich kann dir aufgrund meiner bisherigen Zeit der Abstinenz und den Leuten, denen ich begegenet bin, nur vergewissern, dass nahezu alle, insbesondere in der Anfansgzeit, von Suchtdruck heimgesucht wurden. Die einen häufiger, die anderen etwas weniger. Das Fehlen von Craving ist da eher die Ausnahme.

    Wo soll denn sonst die hohe Rückfälligkeit herkommen?

    Übrigens, mit der Zeit wird das mit dem Druck besser. Die Schübe werden seltener und die Abstände immer größer.

    Also Kopf hoch, was Du durchmachst, haben auch schon andere hier ausgehalten. Warum sollte es dir nicht auch gelingen?

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Nobby.

    Kleine Ergänzung zu deinen absolut zutreffenden Punkten:

    Ab- und an stecken hinter Saufdruck auch ganz profane Dinge wie Hunger oder Durst. Wasser ist der Klassiker, ich nehme dann immer eins mit viel Kohlensäure, dass der Magen schön aufgepumpt ist.

    Aber den Hunger sollte man auch mal im Blick haben und ggf. was essen. Sich genüsslich 1-2 Äpfel schälen, portionieren und langsam essen, nur so als Beispiel, muss ja nicht gleich 'ne Tafel Süßes sein. Ich nehme auch schon mal Möhren oder Kohlrabi.

    Mir hilft es, mich ausreichend zu ernähren. 3 Mahlzeiten und nach Möglichkeiten keine weiteren Snacks, von dem Apfel oder sonstigem Obst/Gemüse mal abgesehen. Und gegen überflüssige Pfunde hilft so eine Strategie neben körperlicher Betätigung und Bewegung auch.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich für meinen Teil fände es zumindest zu einfach, sich dann vielleicht zu sagen, ach ich bin ja genetisch vorbelastet...ich hatte ja kaum eine Chance, nicht zum Alkie zu werden.

    Das wäre dann die prima Ausrede. Erinnert mich an andere Krankheitsbilder.

    Der Vorteil meiner Situation ist, dass ich mich mit der Krankheit auseinandergesetzt habe und auch die mögliche genetische Belastung im Blick habe. Jedoch wird nicht jedes Kind eines Alkoholikers ebenfalls alkoholkrank. Der Bogen ginge mir zu weit.

    Ich habe meinem Nachwuchs zu einem sensiblen Umgang mit Alkohol geraten und bin erstaunt wie wenig er konsumiert. Er mag das Zeug einfach nicht, weder Bier noch Wein oder Sekt.

    Auch habe ich ihm nochmals verdeutlicht, dass es in unserer Familie eine gewisse Vorbelastung gibt, die im Blick zu behalten sei.

    Vielleicht ist es mir gelungen, das Problem des Alks in unserer Familie dauerhaft zu lösen, na ja ich kann es ja zumindest mal hoffen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Eine interessante Frage, denn der Alkohol war in meiner Familie in der Eltern- und Großelterngeneration stark verbreitet und mein Vater hat sich de facto tot gesoffen.

    Wenn ich zurückdenke, als ich zwischen 5 und 15 Jahre alt war, wurde auf Feiern schon tagsüber schwer gesoffen. Das gehörte zu einem Treffen einfach als "normal" dazu.

    Ich befürchte, ich bin da beileibe kein Einzelfall. Ob es wirklich eine genetische Disposition zu Suchtstoffen gibt, vermag ich nicht zu beantworten, halte es jedoch für möglich.

    Mein ehemaliger Therapeut meinte nur, entscheidender sei die jeweilige Sozialisierung. Wer in "alkoholischen" Kreisen aufwächst, dem wird das Vorbild suggeriert, der Stoff sei absolut normal und gehöre wie selbstverständlich dazu. Das verleite einen dazu, es ebenfalls genau so zu praktizieren.

    Wobei sich die Frage anschließt, dass in den besagten Kreisen halt neben der entsprechenden dauernden Übung, auch die Gene eine Rolle spielen dürften.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ach Hansjürgen,

    lass mal gut sein. Ich versuche hier einen möglichst respektvollen -da hat Hartmut genau das richtige Wort gewählt- Umgang mit den anderen Mitgliedern. Mit dem einen klappt's besser und mit anderen weniger. So ist nun mal das Leben. Aber bloße persönliche Angriffe entsprechen nicht meinem Niveau und daher möchte ich nicht näher auf deinen Einwurf der "Beweihräucherung" eingehen.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Es gibt leider aber auch Menschen die konträre Erfahrungen als persönlichen Angriff ansehen . Obwohl mein Opportunismus sicherlich nicht ausgeprägt ist, hatte ich bei dir nie das Gefühl, das du es persönlich nahmst oder wurdest.

    Hartmut : Danke für die Blumen.

    Das ist halt ein Problem unserer Gesellschaft, das nichts mit unserer gemeinsamen Krankheit zu tun hat.

    Es gibt bekanntlich 2 Ebenen der Diskussion, die sachliche (gerne auch emotional und emphatisch) und die persönliche. Es ist nie gut für alle Beteiligten, wenn sachliche Argumentation durch persönliche Angriffe ersetzt wird.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Danke Correns!

    Mal Dinge kritisch zu hinterfragen, ist nie verkehrt, sei es im Hinblick auf die derzeit grassierende Seuche, die Politik im Allgemeinen oder aber unsere gemeinsame Krankheit.

    Wir sind alle so unterschiedlich, in den Genen, der Sozialisierung, der Begabung, der Bildung, der körperlichen Gegebenheiten, der wirtschaftlichen und finanziellen Situation, da kann es niemals nur eine allein richtige Antwort geben.

    Im Hinblich auf unsere Sucht habe ich das in den letzten Jahren gelernt, anfangs war ich da engstirniger.

    Ich werde weiterhin ab- und an hier kommentieren :wink:

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ein erfahrener Therapeut sagte stets zu mir:“Man steht kurz vor einem Rückfall, wenn man sich nicht mehr mit der Krankheit beschäftigt“

    Hallo!

    War der besagte Satz des Therapeuten wirklich so formuliert? Oder hast Du ihn nur so aus deiner Erinnerung zusammen gereimt? Du bist ja schon ein paar Jahre trocken, da kann man ein paar wesentliche Nuancen schon mal vergessen oder später einfach anders zusammen setzen :wink:

    Mir sagte mal ein Suchtmediziner: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr mit der Krankheit befasst."

    Das ist schon mal ein gewaltiger Unterschied. Bis zum Rückfall müssen dann noch ein paar, nicht ganz unwesentliche Zwischenakte gesellen. Und das Nichtbefassen ist auch nur ein erster Schritt, mehr auch nicht.

    Gruß
    Carl Friedrich

    ich denke, dass die Reaktion der Leute auch stark davon abhängt, wie klar und deutlich man seinen Standpunkt, keinen Alkohol zu trinken, vertritt.


    Vertrat ich meinen Standpunkt aber mit voller Überzeugung und Selbstsicherheit, was seltener vorkam, kamen keine Fragen oder Überredungskünste mehr.

    Hallo Carmen!

    Da, das stimmt. Betrifft aber nicht nur das Thema Alkohol, sondern alle möglichen menschlichen Bereiche, sich nicht drängen oder etwas aufschwätzen zu lassen.

    Und zum Thema Arbeitskollegen und Vorgesetzte: Wer auf der Arbeit nicht als Trinker aufgefallen ist, der sollte sich gut überlegen, ob er dort schlafende Hunde weckt. Es gibt durchaus Bereiche und Kreise, in denen eine Suchterkrankung gleich mit dem Stempel "Ende der Karriere" versehen wird, da der- oder diejenige halt, wie es so schön heißt, "ein Problem hat" und somit als nicht uneingeschränkt belastbar gilt (Rückfallgefahr).

    Vordergündig wird gerne "Verständnis geheuchelt" und hinten herum abgelästert, in der Erwartung, einem möglichen Konkurrenten zu schaden oder seitens der Vorgesetzten, den Erfolg eines Projekts möglichst nicht zu gefährden, indem Nicht-Vorgeschädigte mit leitenden Aufgaben betraut werden.

    Aber wie gesagt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und sollte seine eigene Vorgehensweise behutsam Schritt für Schritt entwickeln.

    ich bin mit mir und meiner Vorgehensweise, die ich mit meinen Therapeuten abgestimmt habe, im Reinen und fahre ausgesprochen gut damit.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich bin nicht zum Außenseiter geworden, nur weil ich keinen Alkohol mehr trinke.

    Und blöde Fragen habe ich in meiner ganzen Zeit so selten zu hören bekommen, an die letzte kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, so lange ist es her.

    Es kommt auch immer auf die jeweiligen Kreise an, in denen man verkehrt. Zechfreudige Herrschaften gehören nicht (mehr) zu meinem Umgang.

    Falls mich mal jemand fragt, erkläre ich, dass ich den Stoff nicht vertrage, er mir nicht bekommt und ich ohne ihn wesentlich besser klar komme. Und damit ist das Thema für mich erledigt. Mich fragt dann niemand mehr. Und was der- oder diejenige sich dann womöglich zusammenreimt, das interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin ich, ich weiß was ich kann, wer ich bin, wo ich herkomme und wo ich nicht wieder hin will.

    Es gibt Herrschaften, die scheinen recht großzügig damit umgehen, wen sie alles einweihen. Ich habe den Kreis bewusst eng gezogen und bin damit bislang hervorragend gefahren.

    Und die sog. Bekannten geht es schon mal gar nichts an, genau so wenig wie die so "netten" Arbeitskollegen.

    So meine Meinung zu dem Thema "Outing".

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Carmen!

    In den ersten Monaten grüßte mich mein Suchtgedächtnis regelmäßig mit irgendwelchen Versuchen, mich wieder an die Flasche zu bringen. Mal charmant und einschmeichelnd, wie nett doch 1-2 Weißbiere wäre, mal rabiat und brutal, ähnlich wie bei deinen Schilderungen. Die brachiale Methode war und ist für mich viel gefährlicher.

    Der charmanten Methode habe ich innerlich erwidert: "Ach Du schon wieder, lebst Du auch noch? Du hast keine Chance bei mir." Das wirkte rasc h und zeitnah.

    Die Abstände, in denen sich das Suchtgedächtnis meldet, werden immer größer. Später liegen Wochen und Momnate dazwischen. Meinen letzten heftigen Suchtdruck hatte ich vor 1 1/2 Jahren in der Adventszeit.

    Bleib am Ball, Du bist in der Lage, dem Druck zu trotzen.

    Der gute Dante schrieb mir bei meinem ersten richtig heftigen Anfall nach ca. 3 Monaten Abstinenz (sinngemäß): "Jede Trigger-Abwehr macht dich für die Zukunft stärker." Ja, das stimmt. Du merkst, der Druck dauert nicht ewig und ist letztlich auszuhalten. Wenn er erst mal abgeklungen ist, fühlte ich mich gleich, als hätte ich ein wichtiges Match gewonnen. Das waren dann Glücksormone pur und unverfälscht, nicht durch eine bio-chemische Substanz bewirkt.

    Weiter so.

    Gruß
    Carl Friedrich


    ich habe immer unbedacht sachen mit brandweinessig konsumiert, bis ich mal oliven erwischt habe die sowas von nach brandwein geschmeckt haben .................................. hatte danach aber paar tage echt probleme. das braucht kein mensch. deswegen macht es so ab und zu sinn mal punkte aufzuzeigen die evtl in eine stolperfalle führen an die man schlicht nicht denkt.

    Dem stimme ich zu. Nur bei dem Namen "Branntweinessig" hätte ich von vorne an die Finger gelassen.

    Ich habe mal in 'ne Praline gebissen, die mir zu schnapslastig war. Die habe ich auch nach draußen befördert. Das hat mich überhaupt nicht getriggert.

    Aber es stimmt schon: "Augen auf" ist jedem Neuling, der sich noch nicht an ein trockenes Leben gewöhnt hat -auch das dauert mindestens 1 Jahr, eher länger- anzuraten.

    Zum Thema Rückfall: Ob wirklich der einmalige Kontakt mit Essig oder einer Soße zu einem Rückfall führen, das man wieder das Saufen beginnt, überzeugt mich nicht wirklich. Da müssen zusätzlich noch andere , sehr individuelle Umstände eine Rolle spielen. Monokausale Ursachen sind im Leben, zumindest bei komplexen Sachverhalten, eher untypisch.

    Gruß
    Carl Friedrich

    mal ne andere frage, wieso soll die soße denn so schmecken? hast du nicht bedenken das dich das evtl triggern könnte?

    Hallo!

    Was so alles dem Einzelnen schmeckt, sollte ihr/ihm selbst überlassen bleiben. Geschmäcker sind nunmal verschieden und das ist gut und richtig so.

    Was im Einzelnen triggern kann, ist bei jedem unterschiedlich. Mich lassen Balsamico, Dressings und Saucen kalt. Sie reizen mein Suchtgedächtnis nicht. Ich habe ja schließlich nicht Soßen & Co. missbräuchlich getrunken, sondern ganz andere Sachen. Wein in Soßen können jedoch für ehemalige Weinfreunde -ich bin keiner- durchaus 'ne kritische Provokation sein.

    Alkoholfreies, genauer alkoholarmes Bier wäre für mich viel gefährlicher. Mein Therapeut meinte nur: "Finger weg von allem, was riecht wie Alkohol, schmeckt wie Alkohol und aussieht wie Alkohol." Eine Sauce oder Dressing, wenn sie nicht klar und eindeutig auf Schnaps oder Wein basieren, erfüllen für mich diese Voraussetzungen nicht.

    Jedoch achten wir darauf, unsere Gerichte alkoholfrei zuzubereiten. Im Restaurant kann durchaus mal Alk in Soßen gewesen sein. Ich bestelle jedoch keine Soßen, die klassischerweise auf Alkoholbasis entstehen. In Salaten verwenden wir durchaus mal Essig oder Balsamico.

    Letztlich muss es jeder selbst austesten, was einen triggert. In den ersten Monaten sollte jedoch große Vorsicht gelten. Da rate ich von Tests ab. Erst sollte eine gewisse Festigung eingetreten sein.

    Mit dieser Strategie, die nicht für jedermann geeignet ist, fahre ich bislang gut und unfallfrei.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ja, Doro, genau so sehe ich das auch.

    Eine ganze Weile mal raus aus der Gefahrenzone, das Risiko, so gut es eben geht zu minimieren, zur inneren Ruhe kommen und vor allem Abstand vom Alk gewinnen, die eigene Geschichte aufarbeiten und sich mit der Krankheit auseinandersetzen, sie zu verstehen, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist.

    Der Jahreszeitpunkt ist ein gutes Beispiel, dann hat der Proband/ die Probandin mal im Laufe eines Jahres alles an Herausforderungen, die sich im Laufe eines Jahres regel mäßig einstellen, schon mal trocken durchlaufen und hat gelernt, dem Suchtverlangen erfolgreich zu begegnen.

    Leider sind viele Neueinsteiger dazu nicht bereit. Es soll weiter so gehen mit den Kumpels, Kollegen, Nachbarn, Freunden, nur halt ohne Alk. Das klappt leiden nur selten.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Carmen : Jedem Risiko kann man nicht aus dem Weg gehen, es sei denn man begibt sich in Quarantäne und lässt sich beliefern. Gemeint ist, dem Alkohol nicht hinterher zu laufen und Situationen erst mal -so gut es geht- zu meiden, in denen Alk konsumiert wird. Und zwar mindestens so lange, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist. Zur Zeit hast Du es es etwas leichter. Großartige Umtrünke zu Geburtstagen, Jubiläen, Hochzeiten, Taufen, Schützenfeste, Saisonabschlussfeiern und was weiß ich noch alles, dürften eh nicht anstehen. Denn dort hat ein frisch Abstinenter m.E. (noch) nichts verloren.

    Genau so habe ich es betrieben und genau so haben einige herrschaften hier im Forum den Weg in eine zufriedene Abstinenz gefunden. Erst mal raus aus der Gefahrenzone, zur Ruhe kommen, sich mit dem Thema auseinandersetzen z.B. durch Fachbücher, dieses Forum, eine Therapie... Und dann mal tief in sich hinein horchen, ob da noch irgendwo der Gedanke schlummert, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Stoff. Um zu der Überzeugung zu gelangen, wirklich rückhaltlos zu meiner Abstinenz zu stehen und ihr alles unterzuordnen, habe ich schon eine Weile gebraucht. Diese Überzeugung hat mich jetzt über 5 Jahre weit getragen.

    Später, sicherlich nicht nach wenigen Wochen, sind, so wie jetzt zur Coronazeit, Lockerungen angezeigt. Aber auch das sollte sehr behutsam und nicht überstürzt angegangen werden. So weit dürftest Du noch nicht sein.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Mit Demut muss ich

    Hallo!

    Noch so ein Ausdruck, den ich auch mal für mich verwendet habe, den ich aber mittlerweile nicht mehr gebrauche.

    Demut klingt für mich mittlerweile zu unterwürfig. Ich habe ihn durch "Respekt " ersetzt.

    Aber nichts für ungut. Du arbeitest an dir, das ist doch schon mal hervorragend. Du wirst mit zunehmender Abstinenz wahrscheinlich auch gewisse Dinge im Nachhinein etwas anders sehen. Der Standpunkt verschiebt sich halt etwas. Und es sind ja nur Begrifflichkeiten.

    Gruß
    Carl Friedrich