Beiträge von Carl Friedrich

    Ich zähle nicht die Tage, nur wenn bestimmte User wie z.B. Stern mal wieder auf ihre Zahlen hinweisen, rechne ich gelegentlich auch mal nach. Die Jahreszahl ist mir dagegen sehr gegenwärtig, weil sie durch den 01.05. sehr prägnant ist.


    Daraus etwas herauszulesen oder gar zu psychologisieren und dann noch von jemand, der mit so was normalerweise nichts an der Backe hat, erstaunt und erheitert mich schon. Aber sei es drum, diese Begrifflichkeiten kann m.E. jeder so verwenden wie er will.

    Ich bleibe für mich beim "abstinent", weil es mir besser gefällt.

    Einfache Lösung: Der Einladende kann doch schon im Vorfeld mit der Einladung klar kommunizieren, dass bei ihm nichts getrunken wird und alkoholische Präsente daher unerwünscht sind. Das kann doch so schwer nicht sein.

    Klar dürfte nur sein, dass dann Nachfragen kommen, insbesondere wenn der Gastgeber früher als Schluckspecht vor dem Herrn unterwegs war und nunmehr seine Metamorphose vom Saulus zum Paulus erklären darf.;)

    Wer das nicht möchte, darf halt improvisieren.

    Anfangs waren mir zufällige Treffen mit Saufkumpeln auch peinlich. Erzähle dem Burschen beim nächsten Treffen doch einfach wie gut es Dir jetzt ohne den Stoff geht, da Du viel fitter bist. Wenn der weiter saufen will, dürfte er spätestens dann ruck-zuck weg sein. Denn so was will kein aktiver Säufer hören.

    Und wenn ein anderer anfängt, das Saufen zu verherrlichen: "Ist der Suff für Sie so wichtig, dass Sie unentwegt davon erzählen? Komisch."

    Ich kann nur von mir berichten, dass sich die ganze Anspannung und Peinlichkeit mit der Zeit legt. Heute gehe ich da sehr locker mit um.

    Ich will jetzt nicht die Erleuchtete geben :) Ich habe früher auch Sekt und Whiskey verschenkt,

    Und daher wäre die Sache tiefer zu hängen. Ich kann als Alkoholiker nicht erwarten, dass Nichtalkoholiker meinen Wissensstand haben, insbesondere wenn der Beschenkte früher diese Art von Zuwendungen zu schätzen wusste.


    Ich mache Besuchern keinerlei Vorgaben oder Vorschriften. Wird etwas Alkoholisches mitgebracht, dann reiche ist es weiter. Ist es ein guter Wein, dann erbarmt sich meine Frau.


    So regeln wir es, ganz pragmatisch.;)

    Ich bin jetzt mehr als 10 Jahre clean und habe manche Rückfälle beobachten dürfen. Es ist mir noch nie jemand begegenet, der in der Kneipe trocken wurde. Warum? Du bist viel zu nah am Stoff dran.


    Ein Rückfälliger meinte, er sei genau so stark wie Du. Als die Saufkumpanen Runden warfen griff er bei der driten oder vierten zu.

    Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Fortune geht in die Kneipe, bis er wieder säuft, so meine Einschätzung der Situation.


    Du wirst hier keine guten Ratschläge erhälten, wie Du weiterhin unter Trinkern hocken kannst. Lies Dich mal gründlich in die Grundbausteine ein. Da steht viel Wissenswertes drin.


    Zum gegenwärtigen Zeitpunkt klingst Du für mich wie jemand, der zwar sein Problem erkannt hat, aber noch nicht so weit ist, die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Scheinbar bist Du noch nicht so weit und musst erst noch ein paar (Sauf-)runden drehen. Dies ist schade, jedoch vermeidbar.

    Und noch eins: Bisherige Trinkgefäße wie Weißbiergläser können gewaltig triggern. Ich habe in der Anfangszeit mal eine Apelschorle in so was eingeschenkt. Schon nach wenigen Sekunden begann mein Suchtgedächtnis, gewaltig zu zicken. Warum? Verknüpfung zwischen dem Glas und dem speziellen Stoff.

    Seitdem trinke ich keine Getränke aus Gläsern, die für den klassichen Alkoholausschank bestimmt sind (Bier-, Wein-, Sektgläser, Cognacschwenker ...)


    Bei mir noch alkoholfrerie Mixgetränke aus Longneckflaschen. Das habe ich auch mal wegen des Inhalts gekauft, der für mich ok war, aber die Flasche hat mich "verrückt" gemacht.

    Weihnachten wird in aller Ruhe verbracht. Wir gehen da keinerlei Verpflichtungen ein und haben uns von Ritualen wie Familienfeiern verabschiedet. Statt dessen war ich heute im Fitnesstudio und ich war nicht der Einzige, der die freie Zeit sinnvoll nutzte. Einzig die An- und Abfahrt auf dem Rad erwies sich als lausig kalt. Aber daheim erst mal einen heißen Tee gekocht und etwas gegessen, dann ging es wieder.

    Gedanken an den Konsum von Alk habe und hatte ich keine. Die Verknüpfung in meinem Suchtgedächtnis zwischen den Feiertagen und dem Suff ist (hoffentlich dauerhaft) gelöst. OK, ich bin ja auch schon mehr als 10 Jahre dabei, da wäre es verwunderlich, wenn ich jetzt auf einmal Schmacht auf ein Weißbier hätte. Jedoch habe ich grundsätzlich auf dem Schirm, dass mein Suchtgedächtnis mir jederzeit etwas vorgaukeln kann, um mich wieder an die Flasche zu bringen. Ich nenne es Respekt vor dem Alkohol, andere bezeichnen es als Demut.

    Falls das mal der Fall sein sollte, weiß ich was zu tun ist.

    In diesem Sinne wünsche ich allen schöne und alkoholfreie Festtage.

    Ich halte sog. alkoholfreie oder -arme ´Biere aus den von Hartmut beschriebenen Gründen für brandgefährlich. Mit dem Zeug habe ich früher meine selbst auferlegten Saufpausen überbrückt, bis dann der Schmacht auf ein richtiges Bier zu groß wurde.

    Lass das Zeug besser mal weg.

    Ich bin ein wenig stolz, dass ich vorgestern nicht versucht habe, es auszusitzen, sondern aktiv wurde, auch wenn letztendlich nur die Flucht geholfen hat, aber es hat geholfen.

    Alles richtig gemacht. In den ersten Jahren habe ich mich auch sofort rausgenommen, als es unangenehm wurde. Die Alternative lautet: Wie das Kaninchen vor der Schlange zu hocken.

    Du musst Dir nicht beweisen, wie stark Du bist. Es zählt nur eins, Deine Gesundheit und für die ist Deine Abstinenz unabdingbare Voraussetzung.

    Hier im Forum las ich zu meinem Beginn vor mehr als 10 Jahren: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht."

    Da steckt alles Wichtige drin. Nur wir selbst können für unser Wohlbefinden sorgen, das nimmt uns niemand ab. Und manchmal gehört halt ein sofortiger Ortswechsel dazu, um neue Reize zu setzen, sich abzulenken und sich aus einer Gefahrenzone zu nehmen.

    Weihnachtlicher Gruß

    Ich nenne es mal Perversion des Suchtgedächtnisses:

    Heute erhielt ich eine Weihnachtsgruß-email eines deutschen Fereinfliegers. Zur Kenntnis genommen und erledigt. Dann dachte ich plötzlich daran, wie ich mich zu Saufzeiten über den Weihnachtsgruß eines Weißbierproduzenten gefreut habe: " Der .... Weißbräu wüncht allen seinen Freunden eine frohe Weihnacht."

    Dieser Gruß bedeutete mir damals mehr als einer aus der Nachbarschaft oder im Kollegenkreis. Ich sagte mir selbst damals: "Oh, darüber freue ich mich wirklich."

    So sehr hatte mich die Sucht mit ihrem Stoff im Griff, dass ich mir so eine Dämlichkeit einbildete.

    Wie sehr doch die Sucht meine Gefühle und meine Denke pervertierte. Es wurde haarklein unterschieden zwischen den "normalen" Wünschen und Grüßen und solchen, die mir die Fortsetzung meines Konsums ermöglichten und farbig schön ausmalten.

    Eine ganz wichtige Aufgabe für mich war es, die alten Verknüpfungen zwischen einer bestimmten Situation und dem Alkoholkonsum zu lösen. Diese Verknüpfung ist durch das Suchtgedächtnis bestimmt.


    Beispiel: Pünktlich am Freitag deckte ich mich immer mit genügend Stoff für das WE ein. Die ersten Freitage war ich nachmittags etwas wackelig unterwegs, die Sucht forderte halt ihren flüssigen Tribut. Nach ein paar Freitagen war das erledigt.

    Ich habe damals analysiert, wann und unter welchen begleitenden Geschehnissen ich besonders heftig getrunken habe und mich innerlich darauf vorbereitet, dass sich Trinkgelüste einstellen können. Immer, wenn ich auf eine Situation vorbereitet war, blieb der Druck dann aus.

    Vieleicht kannst Du ja damit etwas für Dich anfangen.

    Hallo und willkommen!

    Du hast die ersten Schritte in die richtige Richtung gemacht. Du stehst zu unserer Krankheit und möchtest aus Dich dem Griff der Flasche entziehen.


    Die großen Herausforderungen warten aber schon in den nächsten 2 Wochen auf Dich: Weihnachten und Silvester. Wie sicherst Du Dich da ab? Ich habe in dieser Zeit früher immer besondersd heftig getrunken. Daher war der erste Jahreswechsel für mich eine Herausforderung.

    Ich bin mir absolut sicher, dass ich in einem Jahr ein Alkoholiker bin, der ein Jahr keinen Alkohol getrunken hat.

    Du bist entschlossen, das liest sich gut.


    Aber so weit lehne ich mich nach mehr als 10 Jahren nicht aus dem Fesnter. >ich kann nur versprechen, alles zu geben, das ich auch nächstes Jahr unfallfrei abstinent bin d.h. ich habe mir den respekt vor der Sucht, die sehr tückisch ist, bewahrt.


    Dies ist keine Kritik, sondern nur ein kleiner Hinweis.


    Alles Gute.

    Wieg Dich bitte nicht in falscher Sicherheit. Suchtdruck kann immer wieder aufkommen. Richtigen Druck hatte ich zuletzt vor ca. 5-6 Jahren, genau um diese Zeit herum.


    Ansonsten blitzen ab- und an Trinkgedanken auf und können von mir rasch zugeordnet und erledigt werden. Mittlerweile empfinde ich sie nicht mal als negativ, denn sie erinnern mich daran, dass das was ist, was nie mehr vergeht.

    Und noch ein Tipp: Bereite Dich auf die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel vor. Leider sind beiden Ereignisse in D von Alkohol durchzogen. Da könnte es evt. den einen oder anderen Gruß vom Suchtgedächtnis geben.

    Ich hab bemerkt das mich das Wort, alki, ex alki oder eben Alkoholiker nervt wenn es von anderen benutzt wird.

    Das legt sich mit der Zeit. Du bist ja gerade auch erst mal 1 Jahr, wenn ich es richtig sehe, dabei.

    Ich kann nur anraten, ganz bei Dir zu bleiben. Was andere über Alkoholkranke von sich geben, ist irrelevant für Dich. Du brauchst Dich nicht rechtfertigen oder gar schämen. Im Gegenteil, Du hast angefangen, Dein Problem zu lösen und zwar mit der einzigen Möglichkeit, die es bei Drogen gibt, der Abstinenz. Diese allein dient Deiner Gesundheit und allein die ist der Maßstab. Alles andere, insbesondere das Gelaber von Schwätzern, Ignoranten oder Unwissenden ist völlig unmaßgeblich.


    In diesem Sinne, sei stolz auf Dich, weil Du die reale Chance hast, etwas aus Dir und Deinem Leben zu machen und zwar völlig losgelöst vom Alkohol.

    Hab 'ne gute Zeit.

    Ich ziehe es mal hierher, um den anderen thread nicht zu stören:

    Eine ist, bei weitem nicht jeder Penner ist Alkoholiker.

    Dem stimme ich zu, allerdings haben die meisten Obdachlosen, die ich gesehen habe, ein deutlich sichtbares Alkohol- und/oder Drogenproblem.

    Eine andere, ziemlich gesichert: je höher der Bildungsgrad, desto höher auch der Alkoholkonsum.

    Und genau das bezweifele ich. Ich habe auch mal ein paar Jahre die Uni von innen gesehen und beruflich viel mit "Studierten" zu tun. Diese Gruppe säuft nach meiner Einschätzung nicht mehr, als die Unter- oder Mittelschicht. Sie trinkt nur anders, nämlich unauffälliger.

    Und noch eins, sie raucht weniger.

    Das sind meine rein persönlichen Beobachtungen in den letzten Jahrzehnten in meinem beruflichen und privaten Umfeld. Sie erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

    Weihnachten und Silvester kommen noch, da werde ich mich abstinenztechnisch noch vorbereiten.

    Gute Idee. Das war für mich früher die absolute Hochsaison des Saufens. Im ersten Jahr war es für mich dann etwas ungewöhnlich, aber machbar.


    Wichtig ist, sich eine Strategie gegen aufkommenden Suchtdruck zurecht zu legen und einen großen Bogen um saufende Gesellschaften zu machen.

    Ich habe mir mit meinem Ausstieg aus dem Suff angewöhnt, an Weihnachten und Neujahr auch noch einen Abstecher ins Fitnesstudio zu machen, dies nur mal als Anregung. Ansonsten bin ich auch viel draußen unterwegs mit dem Rad oder zu Fuß. Freunde des Alkohols laden wir nicht ein und meiden wir.

    Da las ich heute in der Zeitung ein Interview mit dem Präsidenten der Kassenärzte, Herrn Gassen.

    Er meinte ebenfalls, die Steuern auf Alkohol und Tabak müssten deutlich angehoben und eine Zuckersteuer eingeführt werden, was insbesondere für Softdrinks relevant wäre.

    Mein Vorschlag: Kippen 20 für die Schachtel und Kiste Bier 40. Den Schnaps nicht unter einem Fuffi pro Pulle.


    Jetzt das große ABER: Es wird so nicht kommen. Es sind zu viele Lobbyisten unterwegs und die Anbieter der Produkte haben so ihren Einfluss.

    Eine Bitte: Jetzt hier nicht gleich anfangen zu "plärren" von wegen Selbstverantwortung und Schwarzbrenner. ;)

    Das macht bitte in Eurem thread und nicht hier. Danke.

    In solchen Situationen hab ich mir immer gesagt, jetzt erst recht.Euch zeig ichs.

    Genau die richtige Einstellung, obwohl es mega-ärgerlich ist, dass nahe Personen sich so verhalten. Aber ein Stück weit muss sich der Kritisierte auch an die eigene Nase packen und mal überlegen, woher diese Einschäztungsprognose wohl kommt.


    Das Erforderliche lässt sich den Herrschaften zu gegebener Zeit eröffnen, beispielsweise nach mehreren Jahren Abstinenz. Jetzt gilt es: behutsam Schritt für Schritt weiter zu gehen, bis sich die Abstienz eingeschliffen hat.