Beiträge von Carl Friedrich

    Es kamen mehrere Punkte zusammen

    • familiärer Stress
    • Hunger/Durst
    • plötzliche und unvorbereitete Konfrontation mit früherem Saufort und Trinkern
    • Ergebnis: Saufdruck.


    Du hast es ausgehalten und Dich mitgeteilt. das nimmt schon mal Druck aus dem Kessel.


    Falls Ihr das nächste Mal eine solche Örtlichkeit aufsucht, bereite Dich mental darauf vor, dass Trink- und Verzichtsgedanken aufkommen können. So habe ich es im ersten Jahrgehandhabt, es hat mir geholfen. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

    Dazu der alt bekannte Rat, erst mal viel Wasser rein kippen und sofortiger Ortswechsel. Eine andere Umgebung setzt ganz andere Reize, raus aus der alten "Säuferwelt".

    ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und dann? Absagen oder hingehen und den anderen beim Saufen zuschauen und deren Gelaber zu hören. Ich sehe es als sehr vorteilhaft an, nicht mehr von ehemaligen Mittrinkern angesprochen oder eingeladen zu werden. Denn eins steht fest, die hätten eh gesoffen. Und so etwas optisch und akustisch zu ertragen, ist mir mittlerweile zu viel, das tue ich mir nicht mehr an.


    Im Übrigen handelt es sich bei den wehmütigen Erinnerungen um ziemlich direkte Grüße Deines Suchtgedächtnisses. Aus Dir spricht die Sucht und die will nur eins, Dich wieder ans Saufen bringen.


    Such Dir ein paar sinnvollere Beschäftigungen, die nicht mit Deinen früheren Mitsäufern verknüpft sind.

    Gestern kamen zwei Einladungen für große Feste hier im Dorf hereingeflattert.

    Mir wurde klar,welche Feier-Situation dort sein wird

    Ich habe mit meinem Mann gesprochen und ganz klar gesagt ,dass ich nicht mitfeiern werde.

    Gute und richtige Entscheiung. An Veranstaltungen, bei denen heftig getrunken wird und der Alk letztlich im Vordergrund steht, nehme ich nicht teil. Das ist der falsche Ort für mich. Und zwar nicht, weil ich mich für gefährdet halte, sondern weil ich den Anblick und den Lärm einer Sauferei im Kopf einfach nicht mehr aushalte. Dafür ist mir meine Zeit eindeutig zu schade. So was tue ich mir nicht mehr an.

    Zum Glück habe ich eine Frau, die keine "Feiernudel" ist und so was auch nicht mag.

    Wenn Deinem Mann nach Mitfeiern sein sollte, kann er ja alleine gehen.

    Die Unterscheidung ist mir bekannt. Als Rückfall soll es nur bezeichnet werden, wenn in alte Trinkmuster verfallen wird.

    Die Unterscheidung erinnert mich irgendwie an die Diskussionen


    • "Alki light" (habe nie mehr als 2 Pullen Wein täglich getrunken)
    • bin nur psychisch und / oder physisch vom Alk abhängig gewesen

      Ist jedoch letztlich egal.

      Ein Rückfall liegt für mich nur vor, wenn wissentlich Alkohol getrunken wird. Das ist der Unterschied zum versehentlichen Konsum wie z.B. das falsche Glas erwischt (ich würde es schon vorher riechen) oder Alk in Saucen, Desserts o.ä.

    Du warst mit der Einkaufssituation überfordert. Deine Denke ist noch schwer vom Alkohol geprägt, daher springt Dein Suchtgedächtnis sofort wieder an.

    Klar, zu den Feiertagen wird mehr auf den Alk in Läden und Prospekten hingewiesen. Der Alk dient den Läden als Lockmittel, denn viele Kunden tätigen neben dem Alkoholerwerb, noch ihre übrigen Einkäufe, und sei es zur Tarnung.

    Ich habe mich in der Anfangszeit mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet und bin schnurstracks und schnellen Schrittes zu dem übrigen Sortiment gelaufen. Auch an der Kassenzone habe ich den Blick auf die Flachmänner vermieden.

    Das hat sich bei mir mit der Zeit eingependelt. Mittlerweile ist es mir egal, was da so alles angeboten wird.


    Mit zunehmender Dauer der Abstinenz wird auch die Einkaufssituation sich bessern, ist halt nur eine Frage der Zeit und somit der persönlichen Reifung.

    Rumaroma

    Schmeckt nach Rum und ist daher (für mich) obsolet.


    Ich habe mich immer gefragt, was der Schnaps in Torten soll. Wird der etwa reingepanscht, um eine vermeintlich mindere Qualität zu kaschieren? Ich habe das schon zu Saufzeiten nicht kapiert, damals habe ich nur sehr selten Kuchen gefuttert, sondern lieber gleich ein Weißbier aufgemacht.

    Meine Abstinenz hat sich eingeschliffen und ich weiß worauf ich zu achten habe. Das läuft bei mir ganz automatisch ab, das muss ich mir gar nicht mehr extra vornehmen.

    Und wenn mal irgendwo was Alk drin ist und ich habe es unwissentlich verzehrt, dann verfalle ich nicht gleich in Panik. Ich will gar nicht wissen, ob und ggf. wie oft ich in Restaurants mal etwas alkhaltiges in Saucen, Dressings oder Desserts verspeist habe. Ich achte schon darauf, aber absolut ausschließen kann ich es nicht. Bislang hat das bei mir in all den Jahren keinerlei Irritationen ausgelöst.


    Wer sich unsicher ist, sollte konsequent fragen, aber selbst dann ist durchaus möglich, dass die Küche infolge von Eile und Arbeitsstress aus purer Gewohnheit irgendwas Alk hineinmengt.

    Ich versuche gerade, einen Weg zu finden, wie ich nüchtern bleiben kann und trotzdem wichtige Menschen in meinem Leben behalte.

    Das liegt nicht an Dir, sondern an ihnen. Du hälst trinkenden "Freunden" letztlich einen Spiegel vor. Ob der Anblick sie erfreut, steht auf einem anderen Blatt. Ein Nichttrinker unter Trinkern, stört ungemein und zwar die Trinker.


    Gleichzeitig merke ich auch, dass ich neue Wege und vielleicht auch neue Kontakte brauche, die besser zu meinem neuen Leben passen.

    So ist es. Mein Lebensstil passt nicht zu den früheren Bekannten/Freunden, die immer noch bechern. Das gemeinsame Bindeglied war der Alkohol. Ich habe den Kontakt zu früheren Mittrinkern komplett einschlafen lassen.

    Ich habe zu Beginn meiner Abstinenz mal irgendwo gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es mal war." Das trifft auf mich voll und ganz zu.

    Schau mal bei Alex auf dem Weg nach. Frühere Kumpels wollten sich mal melden, wenn was ohne Alkohol läuft. Läuft aber nicht.

    Wo Alk alles verbaut sein kann. Da ging ich heute nach dem Training zu dem stadtbesten Konditor, um ein paar Kalorien nachzuladen. Mein Blick fiel auf eine interessant aussehende Torte mit dunklem Kakaoüberzug. Auf meine Frage, was das für eine sei, gabs zur Antwort: " .... mit Rum." Dabei hatte die gar keinen alk-typischen Namen. Ich habe sie nicht bestellt.


    Gerade für die Neulinge, immer Augen auf, manchmal ist Alk dort hinein gepanscht, wo es nicht sofort vermutet wird.

    gestern Abend war für mich anstrengend. Ich hatte Saufdruck war unruhig und nervös.

    Du hättest Dich auch hier mitteilen können, hier ist immer jemand, der bei aktutem Suchtdruck "zuhört" (mitliest) und Beistand leisten kann. Ist der Druck erst mal nieder geschrieben, ist schon mal ein gutes Stück von ihm aus dem Kessel gelassen.


    Ich bin bei Suchdruck gerne raus in die Natur, entweder mit dem Rad anständig kurbeln oder strammen Schrittes durch die Landschaft gelaufen bzw. auch ins Fitnesstudio gefahren. Der Druck war meist schnell wieder verschwunden. Mir hat also Aktivität und nicht passives Verharren geholfen.


    Dies nur mal als kleiner Anstubser.


    Ich wünsche ein ruhiges Wochenende.

    Was mir die Tage mal wieder beiläufig auffiel, es wird gerne mal von relativ frisch Abstinenten unterschieden zwischen


    • psychischer Abhängigkeit
    • körperlicher Abhängigkeit
    • Problemtrinkern
    • Belohungstrinkern


      Ich kann damit selbst jetzt nach all den Jahren nichts anfangen, denn

    • ich habe getrunken, als ich Probleme hatte,
    • ich habe getrunken, um mich zu belohnen,
    • ich habe getrunken, als ich das Verlangen nach dem "Sprit" verspürte,
    • ich habe getrunken, als ich zittrig wurde,
    • ich habe schlichtweg jederzeit getrunken und das nur aus einem einzigen Grund: Ich war und bin ein Alkoholiker.

      Meine Sucht hat mich immer wieder ans Trinken gebracht.


      Da gibt's nichts zu beschönigen oder zu verniedlichen, einen "Alki light" gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die ganz weit nach unten gesunken sind, die viel schlimmer dran waren und sind, als ich es jemals war.


      Allen hier eine gute Zeit.

    Also ich hab ja mal Tiramisu gegessen

    Tiramisu ist nicht zwangsläufig mit Alkohol versetzt. Es können auch bloße Aromen verbaut sein. Ich lasse allerdings die Finger davon, weil es mir zu heikel ist.


    Schnapspralinen mochte ich noch nie, bei denen käme ich nicht mal ansatzweise auf die Idee, sie zu verzehren. Die sind natürlich nicht für Alkis zu empfehlen.

    Ich nehme alles nicht, was klassischerweise alkoholhaltig ist, z.B. Sachertorte, Herrentorte, Schwarzwälder Kirschtorte...

    Auch bei Soßen im Restaurant gebe ich obacht, dass sie nicht mit Schnaps oder Wein gepanscht sind.

    Das hat sich bei mir mit der Zeit eingeschliffen, da muss ich nicht mehr besonders darauf achten, das spule ich automatisch ab.

    Was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist für mich tabu.

    Genau so ist es. Das wurde uns seinerzeit in der ambulanten Therapie "eingebleut".


    Kleine Anekdote von mir: Mit dem alkoholfreinen, zumeist nur alkoholarmen Surrogat habe ich früher meine sauffreien Phasen überbrückt. Das ging so lange gut, bis der Schmacht auf ein "richtiges" zu groß wurde. Es blieb dann selbstverständlich nicht nur bei einem.

    Daher habe ich das Zeug auch nie mehr angerührt.

    Und noch eins: Früher hatte ich mal eine stattliche Sammlung Weißbiergläser. So im zweiten oder dritten Monat meiner Abstinenz goß ich mir mal beim Grillen eine Apfelschorle in so ein Glas. Oh, das war ein Fehler, ich wurde schlagartig von Suchtdruck heimgesucht. Das falsche Getränk im vermeintlich richtigen Glas. Die Gläser habe ich anschließend entsorgt.

    Als Motivationshilfe für die Neulinge, um ihnen zu zeigen, dass ein Ausstieg aus der Trinkerei möglich ist, ein paar aktuelle Zahlen von mir (angestoßen durch Userin Stern):


    Bin heute bei 10 + 10 (10 Jahre,10 Monate). In ein paar Wochen bei 4.000 (Tage) und 18 Tage später 11. Manchmal häuft es sich halt.


    Allen eine gute Zeit und lasst Euch nicht so sehr von tagespolitischen Großwetterlage einnehmen. Wir alle haben darauf exakt gar keinen Einfluss.;)

    Solange ich mich mit meiner Sucht beschäftige, kommt auch kein Zeitpunkt, an dem ich gar nicht mehr daran denke, dass ich Alkoholiker bin. Ich werde ja praktisch mit jeder Anmeldung hier daran erinnert, wo ich mich gerade anmelde: In einem Alkoholikerforum.

    So ist es. Ich bin ja schon ein paar Jährchen unfallfrei dabei, aber ich befasse mich regelmäßig mit unserer Krankheit, die für immer bei mir bleiben wird. Das regelmäßige Befassen soll mich daran hindern, mich für geheilt zu halten. Denn das wäre fatal.