Zeit, fortzusetzen:
Es gibt keine besonderen Vorkommnisse. Mein abstinentes Leben verläuft geradlinig mit den üblichen Hochs und Tiefs. Mein Suchtgedächtnis lässt mich gottlob zumeist in Frieden, obwohl der Gedanke an den Konsum von Alkohol nach wie vor immer wieder mal hochkommt. Heute nervte mich eine Radiowerbung einer bayerischen Weißbiermarke, die ich früher konsumiert habe. Ich habe sofort den Sender gewechselt. Dennoch hatte ich den Geschmack des Gebräus irgendwie auf der Zunge, aber der verging binnen 1-2 Minuten.
Fazit: Ich versuche, so gut es eben geht, dem Alkohol aus dem Weg zu gehen. Zugleich halte ich mir nahezu täglich vor Augen, dass ich niemals mehr auch nur ein Gläschen probieren darf, da ich dann binnen kürzester Zeit in alte Saufmuster zurückfallen werde. Der Kontrollverlust bleibt ein Leben lang. Das Rad der Zeit lässt sich halt nicht zurück drehen, so gerne man es manchmal auch möchte.
Meine reale SHG-Gruppe besuche ich weiterhin. Ferner genieße ich den Frühling. Die Tage sind "länger". Man kann abends mal aufs Rad steigen, in die Joggingschuhe zu schlupfen und ein paar Ründchen drehen oder einfach nur stramm spazieren zu gehen. Ich habe mir angewöhnt, mich jeden Tag mindestens eine Stunde, besser mehr, irgendwie in der frischen Luft zu bewegen. Das verschafft mir innere Ruhe und einen Ausgleich zum Job.
Alles in allem halte ich meinen Kurs. Ich hoffe, es bleibt so.
Gruß Carl Friedrich