Beiträge von Barthell

    Wir hatten in der Therapiegruppe (mich incl.) 4 von ca. 20 Leuten mit Rückfall.

    bei 3en davon als einzelner Vorfall, bei einem häuft sich das so jeden Monat mal.

    Der Therapeut hat immer wieder gesagt, er "verbietet" uns wieder von 0 an zu fangen den das tun wir nicht!


    Scham ... ja, Veragensgefühle, hatte ich auch zeitweise...

    Aber Angst davor verurteilt zu werden? das hatte ich ja weder im Forum noch in der Realen SHG noch in der Therapie...

    Ich habe da eher Respekt empfangen, dass ich mich gemeldet habe, dass ich schnell in die Entgiftung bin...

    Aktuell: wenn ich Rückfällig werde, würde ich mich hier melden.
    Wenn ich irgendwann so arrogant ware mich als "geheilt" zu sehen und doch wieder saufen würde, würde ich hier wahrscheinlich garnicht mehr schreiben....

    Hallo Luminance,

    Herzlich Willkommen im Forum.

    Die Grundbausteine:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php

    hast du schon gefunden?

    Ansonsten wünsche ich dir alles Gute! Da alleine "nix trinken" seltenst bis Nie nicht ausreichreicht:

    Was planst du den sonst noch an Veränderungen?
    Planst du einen BEsucht bei der Suchtberatung/Hausarzt? (war für mich extrem befreiend auch wenn ich, wie die Meisten wohl, höllische Angst davor hatte.)

    Ziehst du eine Therapie in Betracht (gibts auch Ambulant, also 1-2 Abende die Woche wie halt Fitness studio oder so) oder planst du dir mal die Selbsthilfegruppen in der Gegend an zu schauen?

    Ansonsten: schau' dich um lies die Themen von den Langzeitlern, das hat mir am Anfang und auch immer noch gut geholfen.

    Ein Monat ist wieder vergangen,

    Ich bin immer noch in Therapie habe Höhen und Tiefen und auch immernoch Stimmungsschwankungen.

    Allerdings nicht mehr soo heftig und vor allem Berechenbar.


    Ich fange am 1.3. mit dem "Arbeitsbuch" Pflanzliche Notnahrung an...

    AKtuell geht es mir richtig gut, das ist schön, ich versuche das Gefühl zu behalten um dann wenn es nicht so gut ist das wieder auf zu Rufen.

    [quote='Vollwaise'][..]
    Um es mal auf den Punkt zu bringen: Ich denke mal, Ihr hattet alle Eure Rückfälle und könnt es nicht ertragen, dass es eventuell möglicherweise vielleicht einen geben könnte, der die Sache ohne Rückfall bis ans Lebensende durchzieht, einfach so.... Ohne Ratschläge für 19,90 Euro im geschlossenen Forum, dies kann nicht sein....

    Für viele von Euch ist dieses Forum doch nur da, um den Tag kaputt zu kriegen. Mich würde echt mal interessieren, wer von Euch denn arbeiten geht? Ich arbeite, und das nicht zu knapp... Hab nach 4 Tagen in der Entgiftung schon wieder angefangen zu arbeiten, hat mir nicht geschadet, im Gegenteil...

    [...]quote]

    Also ich gönne es jedem dass er ohne Rückfall/Zwischenfall trocken wird, bei mir hat's nicht sollen sein und laut meinem Therapeuten der etwa 16.000 Patienten in seinem Leben hatte sind das ca. 10% die im ersten Anlauf trocken bleiben... Gut für sie, bei mir hat der Rückfall dafür gesorgt dass ich eben gelernt habe noch was mehr auf mich auf zu passen.

    Btw. Ich arbeite meine 40h/Woche bin froh damit, hatte in der Vergangenheit Wochen mit 90-120h ... so what, wenn jemand andres 25h/20h arbeitet und damit glücklich ist ... auch gut.

    Andere Ratschläge als hier im Offenen Forum gibts im Geschlossenen auch nicht. Wenn ich ehrlich bin habeich im Offenen schon lange nicht mehr soviel Aktivität gesehen wie grade in den letzten 4-5 Tagen.

    Du kommst halt recht "großspurig" rüber und die Leute hier im Forum haben einfach schon zuviele Leute kommen und gehen sehen aus den verschiedensten Gründen....

    Wegen Rückfall: aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht der "große Hammer" war der meinen Rückfall damals eingeleitet hat, bei den offensichtlichen Situationen ist man eher "auf der Hut"...

    Es war eher eine Kleinigkeit, eine Unsicherheit die ich besser nicht als unwichtig abgetan hätte...

    Es ist halt so, dass wir keine Entscheidungen für dich treffen können (und ich für meinen Teil auch garnicht will)...

    Zitat von Sunshine_33

    [...]Ich geb Dir mal n kleinen Tipp:
    Einfach mal nett, freundlich und unvoreingenommen den Leuten hier gegenüber treten und zuhören, wäre ne gute Idee :)
    [...]LG Sunshine


    Ich schließe mich da Sunshine einfach mal an weil es auch gestern Teil meiner Einzelstunde war:

    nimm' es als das was es ist: wir lassen dir Informationen zukommen

    Zumindest von mir kann ich sagen, dass ich niemandem hier etwas böses will, oder böse werde wenn mein Ratschlag nicht angenommen wird.

    Ich übermittle Informationen die auf MEINEN Erfahrungen (und den Forenregeln) basieren.
    Einfach mal sacken lassen, drüber nachdenken... vielleicht ist ja was für dich dabei

    Hallo Maskottchen,

    freut mich sehr für dich und es tut mir eigentlich echt Leid das jetzt schreiben zu wollen:

    Denk' halt dran, dass es nicht immer so rasant weitergehen kann und sein nicht enttäuscht!
    Alles in Allem bis du grade auf so einem schönen Weg, ware schade wenn du in 3-4 Wochen dich ärgerst dass es nicht so schnell passiert wie du es gerne hättest.

    Klar, wenn der Kopf und das Verständnis rennen will, lass' es rennen, genauso wenn es eher schlendern will und die Blumen am Wegesrand anschauen möchte, darf es das auch ;)

    Zitat von Vollwaise

    [...]Ich jedenfalls hatte seit der Entgiftung noch keinen, und Ihr?
    [...]
    Mit NIEMAND vermittelt einem, dass es kein Verzicht ist.... sind die Therapeuten und alle sonstigen Gestalten gemeint, die einem in der Entgiftung begegnen. Anstatt einem Mut zu machen und Optimismus zu verbreiten, wird einem eingeredet, dass alles schlimm ist und der Weg schwer ist. Abstinenz=Verzicht=Traurigkeit, Entbehrung etc.

    [...]
    Konkret zu Hartmut: Es ist egal, ob jemand Alkoholiker ist oder nicht, wenn es um die Fragestellung geht, ob man trinken muss. Die Antwort ist bei beiden Gruppen NEIN! Umgekehrt stellt sich die Frage, ob man denn atmen muss, hier lautet die Antwort JA. Atmen ist essentiell zur Lebenserhaltung, Alkohol trinken nicht. Es spielt keine Rolle, ob jemand Alkoholiker ist, denn er wird nicht sterben, wenn er nicht mehr säuft. [...]

    Ich hatte einen Rückfall nach dem ersten kalten Entzug und bin dann in eine Entgiftung (ich durfte übrigends die ersten 4 Tage nicht raus obwohl ich keine Medikamente bekam und dort mit genau einem Satz Klamotten und Zahnbürste aufgeschlagen bin.

    Zum "Verzicht" habe ich im geschlossenen grade was geschrieben: Ich sage ganz gerne den Satz "Ich habe mein Lebenspensum schon voll" ... Ist halt so, es ist eben kein Verzicht nicht zu trinken ich habe getrunken, bin erkrankt, ... Es ist ja auch kein verzicht keine Honigmelonen zu essen ...

    Zu "er wird nicht sterben, wenn er nicht mehr säuft." Tja ... Alkohol Entzug ist tasächlich einer der wenigen Entzüge die tötlich verlaufen können...

    Ich persönlich bin übrigends der Meinung dass eine Langzeittherapie (ich mache grade eine Ambulante seit über einem Jahr) egal ob ambulant oder Stationär 16 Wochen (gibt auch Kliniken die direct neben einem Weihnachtsmarkt aufgebaut sind, also nix Käseglocke) durchaus mehr helfen kann das Denken in die trockene Richtung zu führen und eben das Leben anders wahr zu nehmen ...

    bei mir sind es jetzt grade mal etwas mehr als ein Jahr, darin ein Rückfall, aber ich habe mich in der Zeit mehr verändert als ich mir hätte Träumen lassen.

    Mein Therapeut ist übrigends selbst Suchtkrank, seit über 40 Jahren clean und man merkt ihm an dass er a) Weiss was Suchtdruck ist, b) Selbst auch merkt dass er auch nur einen Schritt vorm Rückfall steht wenn es hart auf hart kommt und c) auch nach 40 Jahren noch nicht "geheilt" ist.

    Er vermittelt übrigends sehr gut dass nicht-Konsum kein Verzicht ist... Ebenso war es auf der geschlossenen Suchtabteilung in der ich meine Entgiftung gemacht habe... Ist halt was anderes gewesen als einfach nur "körperlich" entgiftet zu warden sondern eben "echte" Hilfeangebote und eben aufzeigen welche Wege es gibt die erfolgsversprechend sind (Garantien gibts halt keine) ...

    Hallo Thomas,

    auch von mir, willkommen im Forum!

    Ich finde es sehr stark wie offen du hier schreibst und zeigst wie facettenreich der jeweilige persönliche Tiefpunkt sein kann.

    Auch die Beschreibung was Alkohol im Kopf anrichtet (Alkohol wichtiger als Kinder/Familie)

    Danke dafür!

    Wie sieht es sonst bei dir aus? hast du eine "normale" Entgiftung gemacht oder gab es eine qualifizierte Entgiftung wo man eben neben dem rein körperlichen auch die psychischen Dinge anfängt auf zu arbeiten um dann im Anschluss weiter machen zu können?

    (Habe beides schon gelesen, darum frage ich, bei meiner Klinischen Entgiftung lag ich glaube ich 4-5 Nächte auf dem Gang ....


    Was hast du bisher sonst ausser der Entgiftung den noch in Angriff genommen für deine "neues" Leben?

    Grüße

    Barthell

    Zitat von Emma2010

    [...]

    Nun, anscheinend ist das Thema für die meisten hier doch nicht interessant, oder seit ihr alle so figurbewusst, so sportlich und von daher ganz sorglos?

    [...]

    Sorglos bin ich sicher nicht, Sportlich schon würde ich sagen, nichtmehr so wie früher wo ich 12 mal die Woche trainiert habe...

    Figurbewusst?

    Naja ich möchte mir selbst im Spiegel gefallen...

    Ich vermute einfach, dass trockene/nüchterne Alkoholiker gelernt haben sich selbst anders wahr zu nehmen und auf sich zu achten, also das Leben allgemein Aufmerksamer angehen und einfach Methoden entwickelt haben Probleme die sie erkennen direkt an zu gehen statt auf die Lange Bank zu schieben, oder eben gelernt haben mit dem was man hat glücklich zu sein...

    Quasi ein Nebeneffekt des Selbst-bewussteren Lebens. (Im Sinne von sich selbst bewusst sein)

    Ich habe mich immer recht viel mit Sport und Ernährung beschäftigt und trotzdem gesoffen obwohl ich im Kopf wusste wie blöd das ist.


    Darum mache ich das ganze auch nicht an der Waage oder einem bestimmten Körperfettanteil fest sondern einfach daran, dass ich mich wohl fühle...
    Das setzt aber vorraus, dass ich lernen musste (und es immer noch tue) auf den eingenen Körper und seine Bedürfnisse zu hören...

    nur aufpassen dass es nicht zur Routine wird...

    wie sagen die Extremsportler:

    "Wenn du das was wir hier tun nicht machen willst weill es gefährlich ist:
    probier's mal mit Routine, die ist tötlich"

    da ist en bischen was wahres dran... nicht, dass man keine Rituale haben darf oder immer wiederkehrende Handlungen, ich denke aber wenn man sie bewusst ausführt und vielleicht immer mal wieder was kleines verändert, macht es mehr Spass ;)

    Im Kampfsport sagt man, dass es etwa 10.000 Wiederholungen braucht bis eine davon automatisch stattfindet, und weitere 90.000 bis es ein Reflex warden kann.

    Also bei mir hat sich da recht viel geändert,

    Einfach auch weil ich auch während der Saufzeit viel Sport getrieben habe und das jetzt immernoch tue.

    Allerdinsg muss du sehen, dass ich während der Saufzeit im Schnitt 2000kcal über Alkohol und Energy-drinks (also ca. 1,5l Zuckerwasser auf ne Flasche Vodka) zu mir genommen habe die ich jetzt gesund "auffüllen" muss.

    Ein typischer Tag sieht jetzt ernährunsgmäßig etwa so aus:

    Morgends Müsli oder Brot mit Aufschnitt und Obst (Pomelo, Apfel, Trauben, Blaubeeren bzw. was ich halt so sammeln konnte im Herbst z.B.)

    Mittags: Kantine oder wenn ich vorgekocht habe eben das was ich gekocht habe.

    Abends: meist Brot und Bananen bzw. Quark mit Obst.

    Allgemein esse ich so 1-2 mal die Woche Fleisch, 1-2 mal Fisch und sonst halt extrem viel Gemüse und Salat.

    Komme im Schnitt auf 2800kcal-3500kcal am Tag und nehme immernoch ab... fahre aber auch jeden Tag 40km Rad auf dem Arbeitsweg (20 hin, 20 zurück) und bin 3-4 mal die Woche sonst noch im Sport.

    Das ware auch mein Tipp für den Abend am Fernseher:

    Möhren, Gurken, Salat etc.

    nach 500g Möhren bist auch ziemlich satt und die "knacken" auch wie Chips.

    Allgemein würde ich grade beim Kochen empfehlen den Anteil Fleisch gering zu halten, dafür eher Fisch, Geflügel und eben viel Gemüse dazu zu nehmen.

    Also z.B.

    Reis, Gemüse und eine kleine Portion Fleisch.

    Zumindest in der Klinik in die ich gehen würde wenn ich stationäre Entwöhnung machen würde (bin aktuell ambulant) steht Ernährung mit auf dem Kursplan, ich denke da wird man sich schon bewusst mit auseinander setzen.

    Ansonsten eben auch einfach mal ausprobieren, das Internet ist voll mit super leckeren Rezepten die einfach und "gesund" sind.

    Abnehmen an sich ist recht einfach:
    Weniger Energie zu dir nehmen als du verbrauchst...

    am Einfachsten ist das finde ich wenn man beginnt etwas mehr zu verbrauchen und etwas weniger zu mir zu nehmen. Da ist Gemüse echt klasse, hat recht wenig kcal, füllt den Magen, regt die Verdauung an...

    "Gesunde ernährung" heist übrigends nicht dass man damit abnimmt!

    Hallo Maria,

    Schön von dir zu lesen,

    deinen Faden hatte ich am Anfang gelesen, dürfte jetzt so knapp anderthalb Jahre her sein, damals noch weil er ja "nur" 3 Seiten hatte.

    Jetzt wo er wieder hochgeholt wurde erinnere ich mich wie ich mich noch gefragt habe ob ich da schreiben "darf" weils ja deiner ist...

    freut mich, dass du den Weg noch einmal gefunden hast und zeigst, dass jemand der aus dem Forum "wegbleibt" nicht unbedingt verloren ist :)

    Grüße

    Barthell

    Hallo Torosta,

    also ich habe für mich festgelegt, dass wenn Donnerstag Nachmittg das Fass angeschlagen wird oder es mir zuviel wird, ich einfach weg bin, fertig.
    Kann ich mir nicht aussuchen, klar, aber niemand zwingt mich dort zu bleiben, wenn's mir zuviel wird bin ich weg. Davon fällt niemand tot um.

    Allerdings musste und muss ich lernen auf mich zu hören um eben zu erkennen wann es mir zuviel wird, das ist im ersten halben Jahr auch schief gegangen auch weil ich soviele andere Baustellen hatte.

    Akzeptieren, dass 80% der Bevölkerung Alkohol trinken und trinken wollen ist das Eine, das dürfen sie auch, ich werde da niemanden bekehren

    dann dürfen 80% der Bevölkerung aber auch akzeptieren, dass ich mal nicht dabei bin.

    Das hat nichts mit "Einschließen" zu tun, sondern erst einmal damit sich Zeit zu verschaffen darüber klar zu werden was ich will und eben Selbstschutz.

    Mittlerweile kenne ich meine Pappenheimer und wenn wir nach dem Training am "Tresen" (im Fitnesstudio) stehen fragt niemand nach Alkohol, den gibts dort auch garnicht ;) ist trotzdem eine super gesellige Runde.

    Hallo Torosta,

    ich muss mich da Hartmut anschließen, es hat absolut nix mit Stärke oder Standhaftigkeit zu tun.

    Wenn die Runde Sekttrinker oder deine Frau Trinken wollen, dann besser ohne dich.

    Fändest du es schäbig im Krankenhaus zu liegen mit Krebs während deine Frau zuhause sitzt?


    Auch das ist ein Teil der Lebensveränderung, grade am Anfang würde ich die Gelegenheiten minimieren, wozu unnötig Risiko eingehen.
    Im Endeffekt geht es UM DEIN LEBEN!

    nicht um das deiner Freunde, nicht um das deiner Frau, wenn sie schon sagt sie hätte drauf verzichtet, darfst du sie auch Bitten das dir zuliebe zu tun, das tut einem Guten Essen absolut keinen Abbruch.

    Gratuliere zu den 18 Tagen! bleib dran.

    Erstmal Hartmut: finde ich ne tolle Idee

    Zitat von Emma2010

    Servus Hartmut,

    hätte da schon mal eine Frage an dich.

    Es würde mich interessieren, was ist heute anders zu früher?
    Wie erklärt sich am besten, der Unterschied von nassen Gedanken zu
    den trockenen?
    [... ]

    Ich bin zwar nicht Hartmut und noch nicht so lange dabei, aber ein ganz großer Unterschied für mich ist:

    Statt mich zu fragen was ich MUSS,

    frage ich mich was ich WILL und was ich darf.


    An sich ist das alles sehr kompley, ein Anderer Punkt war, dass ich mich oft gefragt habe quasi den tag über wann ich wieder trinken kann, wie ich es am besten time und welche Menge damit ich morgen nicht zuuuu kaput bin, was ich mit den leeren Flaschen/Dosen machen soll damit es niemand merkt.

    Wenn ds wegfällt hat man plötzlich viel mehr Zeit und quasi eine "Lücke" an Zeit die man Wahrnehmen kann... statt sich weg saufen zu "müssen" um damit X Stunden "weg" zu sein, habe ich zeit mich mit mir selbst zu beschäftigen und habe überhaupt die Möglichkeit mich zu fragen was will ich eigentlich... Und habe auch die Sicht, dass ich eben auch eine Entscheidung wieder in Frage stellen kann weil ich eben nichtmehr "MUSS".

    Ich habe viel mehr als eine Wahl... nur im "nassen" Denken gab es eben nur die Einbahnstraße mit vielleicht ganz kleinen Blicken nach links und rechts aber bloß nicht von der Straße abkommen, das würde ja Veränderung bedeuten.
    Veränderung macht Angst, die will betäubt warden, ich kenne da eine schnelle, zuverlässige Lösung -> Zack ist die Pulle offen.

    Jetzt macht Veränderung immer noch Angst, aber die will betrachtet werden, untersucht werden, neugierig erfahren werden, und dann finden sich soviele Lösungen die mögen vielleicht "anstrengender" sein und das Ergebnis unsicher, aber dafür ist es MEINE Lösung und nicht die des Alkohols.


    Ja es ist mehr geworden und nicht so klar wie ich es gerne beschrieben hätte... aber so fühlt sich das bei mir eben an.

    Es ist eine andere Qualität von Glücklichkeit die sich einstellt, eben auch weil der Körper wieder lernt selbst Glückshorme zu produzieren als eben durch stumpfen Anreiz aus zu schütten.

    Und damit es nicht einreißt...

    Ja die letzten Tage waren turbulent, ein Krankheitsfall in der näheren Familie, etwa mein Alter.


    Ja da kommt das Gehirn ans rotieren, da zeigt sich auch das Suchtgedächnis und meldet sich zu Wort, getreu dem Motto: "siehste, es bringt doch garnix nüchtern zu leben"

    Tja, ich finde solche Gedanken gehören zum Prozess und zum Leben dazu, sind nichts wofür man sich schämen muss.

    Ich nehme es als Anlass meine Situation noch einmal etwas aus der Distanz zu betrachten, fest zu stellen wie sehr ich mich in den letzten anderthalb Jahren verändert habe.

    Ein ganz großer Brocken ist es immernoch vom Leistungsgedanken weg zu kommen. Dinge weniger in gut und schlecht zu unterteilen sondern eben in "so" und "anders".

    Ich darf auch Fehler machen, es fällt niemand tot um wenn ich mir mal etwas Zeit für mich nehme.

    Jetzt steht die Verlängerung der Therapie an. kaum zu glauben, dass ich schon ein Jahr hier bin.
    Auf der einen Seite fühlt es sich an als ware es eine kleine Ewigkeit die ich grade im Beruf jetzt gemacht habe, auf der Andern Seite ist es wie ein Wimpernschlag vergangen.

    Also werde ich noch einmal But abgeben (so viel Blut wie ich dieses Jahr abgenommen bekommen habe ...) Blutwerte warden OK sein davon gehe ich mal aus, höchstens etwas Eisen könnte fehlen ... mal sehen.

    Vor einem Jahr hätte ich mir nicht wirklich vorstellen können da zu sein wo ich jetzt bin, es waren viele Veränderungen die in mir passiert sind, und hey, es können noch viel mehr werden... und das Gute ist ... ich darf mich verändern und ich darf auch sehen, dass eine Veränderung mir vielleicht nicht gut tut und sie dann weiter verändern ;)