Beiträge von lalu14

    Danke an alle Gratulanten ☺️

    Gefeiert wird ganz still im Garten. Ich sitze bei dreißig Grad im Schatten unter meinem Kirschbaum, habe die Füße auf den Tisch gelegt und lasse es mir bei Brause gut gehen. Denn: „Tanzen kann man auch auf Brause“ 😉

    Auf geht es ins nächste halbe Jahr!

    Nein! Es hat sich nie wie Verzicht angefühlt und tut es heute auch nicht. Ich fühle keinen Verzicht, kein Bedauern oder bin traurig, weil ich nie wieder Alkohol trinken kann.

    Ich weiß, dass ich eine nicht zu heilenden Krankheit habe. Ich und nur ich kann diese stoppen, in dem ich keinen Alkohol mehr in mich reinschütte.

    Ich bin jetzt ein halbes Jahr nüchtern. ( okay, ein Tag fehlt noch 😉).

    Was hat sich geändert, habe ich mich verändert?

    Nun, ich habe einiges an Gewicht verloren, meine Haut ist besser geworden und der Blutdruck ist wieder im Normalbereich. Die Laborwerte sind nach Aussage der Ärzte wieder alle normal. Soweit die Äußerlichkeiten.

    Drinnen verspüre ich auch Veränderungen. Ich bin wesentlich produktiver, kann mich besser konzentrieren und fühle langsam wieder Gefühle. Oder besser gesagt, ich nehme das als Gefühle war. Gute wie schlechte. Wahrnehmen, nicht bewerten.

    Was habe ich gemacht, um bis hierher zu kommen?

    - meine SHG hier täglich besucht und gelesen und geschrieben

    - jede Woche gehe ich in meine reale SHG

    - kein Alkohol im Haus!!!

    - keine Veranstaltungen besucht, wo Alkohol getrunken oder angeboten wird (außer mein Geburtstag. Hier war ich zuhause im geschützten Raum und fast jeder kennt meine Sucht)

    - meinen Arbeitsweg geändert

    - mich über Podcasts, Bücher und hier im Forum über Suchterkrankungen informiert

    Last but not least:

    - Ich kämpfe nicht, ich habe aufgegeben. Dieser Gegner ist nicht zu bekämpfen. Kapitulation. Ich überlasse dem Alkohol das Feld. Ich spiele nicht mehr mit. Lass die anderen mit ihm „spielen“. Ich habe neue Freunde gefunden. Nüchtern und Trocken, Klarheit und Gelassenheit, Ruhe und Frieden. Die Freunde gefallen mir zunehmend besser. Bei denen mag ich bleiben.

    Bleibt dran! Es lohnt sich. Versprochen!

    Lalu

    ….Ich hab zwar viel geschafft. Geschafft, ja, mehr auch nicht. Von Lebensqualität keine Spur. Es war eine Lebensquälerei!

    Das finde ich richtig gut!

    Ich kenne das von mir auch. Ich war zwar stolz ( oder so was ähnliches) das ich so fleißig war. Aber keine Freunde über das Geschaffte. Und zum Schluss in den letzten Monaten schaffte ich eigentlich nix mehr. Nur noch arbeiten, trinken, schlafen. Das war’s. Gruselig!

    Bleib dran. Es lohnt sich wirklich!

    Grüße

    Wenn dein Körper nach Ruhe schreit, dann gönne sie ihm. Und wenn es nur wenige Stunden sind. Dein Körper zeigt dir eigentlich immer, was er braucht. Nur mit dem Alkohol haben wir das super weggespült. Jetzt kannst du das nüchtern wahrnehmen und es besser machen.

    Bei mir war das übrigens genau umgekehrt. Ich musste mich immer bewegen in den ersten Wochen ( ich glaube sogar Monaten)

    Jetzt nach über fünf Monaten wird es ein wenig besser.

    Mach weiter. Es lohnt sich. Versprochen!

    Du machst die richtigen Schritte. Bleibe bitte dran.

    Mir hat es immer sehr geholfen, hier zu lesen und zu schreiben. Es gibt viele Anregungen, wie du den Tag und manchmal auch nur die nächsten Minuten „überstehst“.

    Schau mal in den Notfallkoffer. Der ist gut bestückt.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Mir geht es gut.

    Ich richte mich in meiner Nüchternheit Schritt für Schritt ein.

    Ich versuche meine Woche zu strukturieren, da ich jetzt viel mehr Zeit habe. Kein planen mehr, wann ich wieviel konsumiere, wie ich an Alkohol komme, wie ich die Flaschen entsorge. Damit möglichst niemandem was auffällt. Und ich hänge nicht mehr antriebslos rum. Ich gestalte meine freie Zeit mit angenehmen Dingen. Garten, lesen, Sudoku, Selbsthilfegruppe, Kino, im Forum lesen und noch viel mehr ( wenn ich nicht arbeite oder schlafe)

    Bleibt stark. Es lohnt sich!

    Mir geht es gut.

    Die Geburtstagsfeier mit meiner Familie konnte zum Glück stattfinden. Der Wettergott war gnädig.

    Es gab von mir keinen Alkohol, dass hatte ich meinen Gästen im Vorfeld gesagt. Ein paar haben sich ein wenig was mitgebracht. Und die Reste am Schluss auch wieder mitgenommen.

    In meiner Familie wird kaum Alkohol getrunken und fast alle wissen um meine Suchterkrankung. Somit ist es kein großes Thema und ich muss in diesem Rahmen nicht befürchten, dass mir jemand was aufdrängen würde.

    Und da ich im ersten Jahr keine Veranstaltungen besuchen werde, bei denen ich befürchten müsste mit Alkohol konfrontiert zu werden, schau ich weiter optimistisch in meine nüchterne Zukunft.

    Es geht mir weiter gut und ich kümmere mich um meine weiteren Baustellen.

    Habt alle eine gute Woche.

    Lalu

    Gibt es da tragbare oder wegweisende Erkenntnisse, welche Du gern loswerden würdest?

    Hm?

    Von mir gibt es da keine neuen Erkenntnisse. Ich profitiere eindeutig von den Erfahrungen der Menschen hier. Da bediene ich mich schamlos an allem, was hier im Forum geschrieben steht.

    Die zwei wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse sind für mich: alkoholfreies Zuhause und in den ersten Monaten alle alkoholgeschwängerten Veranstaltungen meiden. Dazu kommt noch hier im Forum lesen ( und aktiv sein) und eine reale SHG besuchen.

    Letzteres habe ich heute ganz spontan gemacht. Ich bin zu meiner alten SHG gegangen und das war eine gute Entscheidung. Ursprünglich wollte ich ja erst ab September wieder in die Gruppe gehen. Aber heute passte es einfach.

    Vielleicht kann ich in ein paar Monaten noch mehr dazu schreiben. Dann bin ich ja noch ein wenig erfahrener und kenntnisreicher.

    Lg Lalu

    und wenn es dir mal schlecht geht, ohne Alkohol? Was passiert dann?

    Dann geht es mir schlecht ohne Alkohol!

    So wie gestern. Mein Sohn rief mich an und hat mit seinen 25 Jahren nach Mama gerufen, weil er mit hohem Fieber und Schüttelfrost im Bett lag. Da schießt bei mir das Adrenalin hoch, wenn es einem meiner Kinder schlecht geht. Da kann Frau nix machen, außer in den Hilfemodus zu schalten. Bis vor kurzem hätte ich erstmal Alkohol getrunken um mich zu beruhigen. Gestern habe ich mich mit Fieberthermometer, Medizin und einer Kuscheldecke aufs Fahrrad geschwungen und zum Kind geeilt. Kein Gedanke an Alkohol als Problemlösung.

    Nachdem ich mein Kind bemuttert und versorgt hatte gab es für mich zur „Belohnung“ ein paar Blümchen für meine Stube.

    Und wie ich schon geschrieben habe, wird der Notfallkoffer raus geholt, wenn es zu Situation kommt, die nicht so gut sind. In denen es mir nicht gut geht. Und Alkohol als Lösung im Raum steht.

    Lg Lalu

    Das letzte Urlaubswochenende ist nun leider vorbei. Morgen laufen die Uhren wieder anders.

    Ein paar mehr Gedanken wollte ich schon hier lassen. Aber irgendwie war mir die Zeit draußen zu sein wichtiger.

    Mir geht es weiterhin gut ohne den Alkohol. Jedoch bleibe ich bei meiner täglichen Routine und beschäftige mich jeden Tag mit meiner Sucht. Es sind nicht täglich die gleichen Gedanken. Manchmal ist es die Vergangenheit ein anderen Tag die Zukunft. Oft aber auch die aktuelle Situation. Zum Beispiel: warum kommt gerade in diesem Moment der Gedanke an Alkohol. Dann horche ich in mich rein und versuche den Gedanken und das Gefühl zu verstehen. Oft ist es der Belohnungsgedanke. Ich habe was gemacht und könnte mich ja anschließend belohnen. Oder es gibt Situationen, in denen ich Alkohol getrunken habe. Also so eine Art Verknüpfung.

    Ich werde sicherer im Umgang mit solchen Situationen und Gedanken.

    Aber manchmal habe ich keinen Bock, mich in diesem Moment mit dem Thema auseinander zu setzen. Dann schiebe ich alles weg aus dem Kopf. Ich lenke mich ab. Das dauert wenige Sekunden.

    Später schau ich dann nochmal hin. Aber dann hat es nicht mehr so die Relevanz.

    Und ich kann dann entspannt über mich und meine Sucht nachgrübeln.

    Lg Lalu


    Die Sucht wird immer da bleiben. Du wirst immer Alkoholiker bleiben. Du wirst nie wieder Alkohol trinken können…nicht, wenn es dir gut geht, nicht, wenn es dir schlecht geht, nicht, …

    Ja!

    Nie wieder Alkohol zu brauchen ist doch eine sehr beruhigende Aussicht. Ich empfinde es inzwischen immer mehr als beruhigt. Nicht als Verlust oder Verzicht.

    Nur bin ich mir aus eigener Erfahrung recht sicher, dass ich vor bestimmten Situationen gewappnet sein muss. Und daran muss ich heute arbeiten. Nicht erst, wenn ich mittendrin stecke. Dafür ist doch der Notfallkoffer. Und der muss sicher sitzen und sozusagen griffbereit stehen. Ich möchte das jetzt schon durchdenken, das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.

    Und ich als Kontrollfreak kann da nicht aus meiner Haut.

    So nun genug für heute.

    Lg Lalu

    Alkohol ist nie die Lösung.

    Denke anders!

    Ja, das weiß ich, das ist mir bewusst und wird vollkommen akzeptiert.

    Jedoch ist das „Denk anders!“ ein Prozess, der von mir täglich geübt wird. Und Zeit braucht. So einfach den Schalter umlegen funktioniert doch nicht. Ich habe akzeptiert, dass ich den Alkohol nicht mehr brauche, um zufrieden zu sein. Aber ich möchte mich mit wappnen für die Momente, in denen mein Suchtgedächtnis anspringt und mir vorgaukelt, das es doch eine so tolle einfache Lösung gibt. Wenn Stress aufkommt, wenn Ausweglosigkeit droht.

    Ich habe ja bereits die Erfahrung, dass das Wissen um die eigene Abhängigkeit nicht ausreicht, um vor Rückfällen verschont zu bleiben.

    Und ist der Notfallkoffer nicht das Instrument, dass in schwierigen Situationen helfen soll. Das meine ich damit, wenn das anders denken eben gerade mal nicht klappt. Weil andere Gedanken sich als stärker erweisen. Und ich will einfach vorbereitet sein. Bis jetzt geht ja alles gut, fast leicht. Das macht mich doch irgendwie misstrauisch. So einfach kann es nicht sein, mit dem trocken werden. Noch bin ich nur nüchtern. Und das erste Jahr will erstmal geschafft sein. Bis es soweit ist -und ich glaube fest daran, das ich dieses erste Jahr schaffe- werde ich sehr vorsichtig mit mir umgehen und misstrauisch sein, ob ich die neuen Wege auch „richtig“ gehe.

    Heute habe ich angefangen ein Buch über das sogenannte innere Kind zu lesen. Mal schauen, ob es für mich neue Erkenntnisse bringt. Das ich meine Vergangenheit nicht ändern kann ist okay. Aber vielleicht gibt es Antworten auf die Fragen, warum ich bin wie ich bin.

    Mal schauen.

    Habt einen schönen Freitag Abend

    Lalu

    Hallo Stern,

    Nun ich habe ja vor sieben Jahren schon einmal eine Entgiftung und Entwöhnung gemacht. Medikamentenabhängigkeit. Mit Klinik und Rehaklinik ( nur 16 Tage, dann bin ich da abgehauen).

    Ich war einige Zeit sehr gut im Programm, keine Tabletten, kein Alkohol. Gesund gelebt.

    Doch als ich meine Sucht nicht mehr ernst genommen habe und nicht mehr aufmerksam war, sprich, meine Trockenarbeit vernachlässigt habe…

    Es hat einige Jahre also bis März diesen Jahres gebraucht, bis ich für mich endlich die Reißleine gezogen habe.

    Ich weiß genau, dass es Zeit geben wird, in denen ich die scheinbar schnelle Lösung als Alternative sehe. Darauf will und werde ich vorbereitet sein. Wenn ich also wieder beginne, meine Sucht zu verharmlosen und nicht konsequent meine Trockenarbeit mache….

    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausdrücken können.

    Lg Lalu

    Hallo Elly,

    Wir sind ein guter Jahrgang! 🤭

    Nun ich habe meiner Hausärztin bereits vor über einem Jahr gesagt, dass ich süchtig bin in die Droge meiner Wahl zu diesem Zeitpunkt der Alkohol ist. Habe klar gesagt, dass ich trinke und wieviel ich trinke und nicht weiß, wann ich mal aufhören werde.

    Ich habe nur darum gebeten, regelmäßig die Werte zu kontrollieren. Das war für sie auch in Ordnung. Sollte ich bei was auch immer Hilfe benötigen, könnte ich jeder Zeit kommen.

    Als ich dann im März meine Entgiftung machte, habe Bescheid gesagt. Mehr nicht.

    Mein nächster Termin wird im August sein, da bin ich dann fünf Monate nüchtern.

    Ich werde das Thema mit der Belastbarkeit ansprechen. Ich danke dir für de Tipp.

    Ich könnte aber damit leben, wenn es das Alter ist. Muss ich halt ein wenig kürzer treten. Oder um Hilfe bitten…. (Ich glaube, das muss ich noch lernen)

    Heute bin ich froh, dass der Tag rum ist. Viel zu viel zu erledigen. Ich habe doch eigentlich noch Urlaub.

    Nach heute 140 Tagen Nüchternheit bin ich ein bisschen stolz auf mich und aber vor allem dankbar, bis heute gut durch die Zeit gekommen zu sein.

    ABER ich bleibe aufmerksam, denn es werden sicherlich andere Zeiten kommen. Da bin ich mir, auch aus eigener Erfahrung, sicher.

    Also weiter trocken arbeiten. Also Trockenarbeit.

    Habt einen guten Abend

    Lalu

    Hallo Freisein,

    Ich musste heute auch immer wieder an dich denken. So toll, wie du gestern um Hilfe gerufen hast. Hier und auch bei dir vor Ort. Ganz große Leistung! Sei stolz auf dich, denn was du gestern für dich geleistet hast , schaffen nur wenige.

    Ich wünsche dir, dass du jetzt in der Klinik die Hilfe bekommst, die brauchst. Das du Hilfe annehmen kannst, hast du gestern gezeigt.

    Ich wünsche dir einen ruhigen Abend

    Lalu