Zitat von Sunshine_33
Hallo Trinkula,
ich frage mich, warum man sich überhaupt vom Partner abgrenzen "muss"?
Und das auch noch wider Willen ?? 
Ist das eine gute Beziehungsgrundlage, wenn ich mich von meinem Partner abgrenzen muss, mich gar vor ihm in Sicherheit bringen muss, wenn er wieder säuft.
Ich kann ja nur für mich sprechen, aber so eine Beziehung würde ich überhaupt nicht wollen.
Das hört sich für mich sehr nach "zu zweit einsam" an, wenn jeder nur noch sein Ding macht.
Falls Du die Hoffnung hast, das Abgrenzung Deinen Mann zur Einsicht bringen könnte... das funzt selten bis gar nicht.
Er hat kein Problem mit seinem Trinkverhalten, aber ich. Ich lasse zu, dass er meine Grenzen überschreitet, wenn ich bei ihm bin und seinen Suff ertrage...das will ich ändern. Ich will ihn nicht mehr um mich haben, wenn er sich ausgeknipst hat. Das ist für mich eine Grundvoraussetzung mal wieder in die Lage versetzt zu werden, die ganze Situation aus meiner Sicht bewerten zu können; ohne die ständigen Gedanken an sein Verhalten.
Es könnte ihm tatsächlich etwas ausmachen, wenn ich mich zurückziehe, denn er sucht meine Nähe, auch ihm Suff. Die Stimmung kippt natürlich irgendwann, und ich werde abgewertet, aber da ist er dann schon so weit weg, dass er nichts mehr mitbekommt.
Zitat von Sunshine_33
Und mal im ernst, warum sollte ich mich denn dauerhaft mit einem Zimmerchen irgendwo unterm Dach oder sonstwo begnügen in meinem eigenen Heim ??
Nur weil mein Partner saufen will oder muss?
Glaub es hackt...
Ja, das ist allerdings wahr. Es stinkt mir auch, der Gedanke daran, dass er im Wohnzimmer thront, während ich...
Aber das wäre keine dauerhaft Lösung. Mir ist vollkommen klar, dass ich durch diesen räumlichen Abstand - der im übrigen nur seinem Rückzug entspricht - mehr Distanz in unsere Ehe bringe. Aber es kann auch sein, dass ich diese Distanz brauchen werde, da dann der letzte Schritt - die Trennung - nicht mehr so groß sein wird. Es bricht mir das Herz soetwas zu schreiben, zu denken...meine Liebe, meine Lebensplanung, mein zu Hause ...all das zerfällt. Quälend langsam, weil ich ständig versuche alles zusammenzuhalten. Jetzt möchte ich den Prozess nicht mehr aufhalten. ER muss das tun und die Verantwortung dafür, gebe ich ganz an ihn. Dazu gehört ein Stück weit, mein Leben ohne ihn zu führen.
Gestern abend schon hat er sich wieder für seine Bierchen entschieden und ich habe mich ausgeklinkt! Das wird jetzt erstmal der Weg für eine Weile sein...ich sehe, ob das was auslöst oder nicht und ob es mich etwas zur Ruhe kommen läßt.
Manche Beziehungen lassen sich nicht so einfach beenden, Sunshine, auch unabhängig davon, ob Alkoholismus im Spiel ist oder nicht. Wir stehen nicht am Anfang unserer Lebensplanung, sondern am Ende, sind beide 50. Unser Heim ist noch gar nicht fertig..wir renovieren gerade den letzten Raum..auch das geht nur sehr langsam, liegt ja auf der Hand. Der Gedanke etwas hinter mir zu lassen, was ich - zum ersten Mal in meinem Leben - als MEIN zu Hause angesehen habe. Was ich so gestalten konnte, wie ich es wollte. Mit einem eigenen Garten ( ich bin ein besserer Mensch, wenn ich in der Erde wühlen kann) ...nur der Gedanke daran kostet mich endlos Kraft, und Kraft musste ich ihn den letzten 10 Jahren genug lassen. ( Scheidung, Probleme mit den Kindern, Patchwork-Chaos, Mobbender Chef...)
Andererseits ..was soll das für ein zu Hause sein, in dem frau ihremMann beim Saufen zuguckt.
Das ist mir alles klar; aber ich möchte noch ein paar Dinge versuchen um ihm einen Anstoß zu geben. Er ist noch nicht ganz unten; vielleicht hat ein Einsehen und lässt sich helfen ( nicht von mir, sondern professionell; er war schonmal in Thera, wg. einer PS und ist nicht grundsätzlich unzugänglich) Und ich muss mich aufbauen mit Hilfe der SH-Gruppe und einer Therapie, die ich für mich anstrebe.
So wie die Beziehung jetzt ist, will ich sie nicht, das steht fest.