Guten Morgen Wolkenbruch,
ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema in den offenen Bereich verschoben. Ich wünsche Dir einen guten Austausch.
Schön, dass Du hier her gefunden hast. Hier geht es nun für Dich weiter ![]()
LG Cadda
Guten Morgen Wolkenbruch,
ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema in den offenen Bereich verschoben. Ich wünsche Dir einen guten Austausch.
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LG Cadda
Guten Morgen Lana….
Dein Beitrag ist großartig. Zum Einen, weil er vielen helfen wird, motiviert nach vorne zu schauen und zum Anderen, weil ich mich für Dich persönlich sehr freue!!
Mir ging es damals auch so. Der Liebeskummer ließ mit der Zeit nach und ich wurde immer ruhiger und ausgeglichener. Natürlich lag das auch daran, dass ich selbst nicht mehr trank.
Aber es lag auch daran, dass ich nicht mehr mit meinem Ex zusammen war und vor allem kein Kontakt mehr hatte. Keine Gedanken mehr wie:
„Geht es ihm gut? Verschläft er gerade, weil ich ihn nicht wecke? Fährt er mit Restalkohol? Vergisst er Geburtstage? Nimmt er seine Tabletten? Geht er zum Arzt? Wie viel hat er getrunken? Kann ich ihm helfen? Kann ich ihn überzeugen, aufzuhören?“
Kein Verlangen mehr:
„Ich muss es bei den Freunden richtig stellen, dass es nicht stimmt, was er über mich behauptet“.
Keine Angst mehr:
„Was ist wenn ich WhatsApp öffne? Sind da wieder Beleidigungen? Ruft er meine Familie an um verdrehte Tatsachen zu erzählen?“
Einfach Ruhe!!!!
Bei Dir Lana, werden es vielleicht andere Dinge gewesen sein, die ein Zusammenleben unerträglich gemacht haben. Bei Anderen wird es auch anders gewesen sein, vielleicht schlimmer oder weniger schlimm.
Fakt ist aber, dass es unerträglich genug war, um sich in diesem Forum anzumelden.
Deshalb kann Ich nur raten, Abstand zu nehmen vom Alkoholiker.
es wird ja immer wieder versucht einen Alkoholiker darauf hinzuweisen, dass er ein Problem hat. Es wird versucht Hilfe zugeben, überzustülpen und Pläne zu schmieden, was er tut, oder was er tun „müsste“ Es werden Emotionen daruntergemischt, was erstmal auch „Wirkung“ zeigt. Bis die Realität die Hoffnung wieder einholt. Hoffnung ist das Arschloch bei Suchtkranken.
Genau so ist es!!! Auf den Punkt gebracht.
Hoffnung ist das Arschloch bei Suchtkranken.
Ruhe und Abstand sind die Helden ![]()
LG Cadda
Hallo,
ich kann mich Linde nur anschließen. Es ist völlig egal, ob es ein gemeinsames Kind, das alleinige Kind der Mutter, das alleinige Kind des Vaters, ein Bekannter, ein Freund, ein Onkel oder der Nachbar ist:
Niemandem sollte auferlegt werden, sich um den Alkoholiker kümmern zu müssen, denn genau das kann zu einer Co-Abhängigkeit führen, die niemand verdient hat.
Du selbst befindest Dich mitten drin im Teufelskreis, der immer noch aus Hoffen besteht, dass dieses Mal nun endlich der Tiefpunkt sein könnte.
Ich würde darauf nicht hoffen, denn manche Menschen erreichen ihren Tiefpunkt niemals, egal was passiert. Sie sagen es zwar, aber sie handeln nicht.
Ich kann Dir nur raten, Dich aus der endlosen Karussellfahrt zu befreien. Aber selbst wenn Du noch nicht so weit bist, auszusteigen, dann versuche bitte nicht, andere Menschen mit in das Karussell zu holen.
LG Cadda
Hallo Lulu,
ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und direkt dort hin verschoben. Hier geht es für Dich nun weiter ![]()
Ich wünsch Dir einen guten Austausch.
LG Cadda
Hallo Almdudler,
bevor es in den eventuellen Austausch geht (hier ist nur der Vorstellungsbereich) mal etwas Grundlegendes:
Wir sind ein Forum, das sich an bekennende Alkoholiker richtet, die ein Leben lang abstinent leben möchten.
Du schreibst davon, dass Du eigentlich kontrolliert trinken kannst. Ich frage mich dann allerdings, warum Du dann hier im Forum landest. Kontrolliert trinken können ist ein Widerspruch in sich. Wenn man kontrolliert trinken könnte, wäre man ja kein Alkoholiker und müsste sich über seinen Konsum absolut überhaupt keine Gedanken machen, weil man diesen ja unter Kontrolle hätte.
Mit einem Arztbesuch ist kein Durchchecken gemeint, sondern ein Besuch beim Arzt, bei dem der Arzt konkret darauf hingewiesen wird, dass man Alkoholiker ist, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um keinen kalten Entzug zu riskieren. Schau mal folgender Artikel, darum geht es:
Artikel
Kalter Entzug
Unter einem kalten Entzug versteht man das plötzliche Absetzen von Alkohol (oder anderer Drogen) ohne medizinische Begleitung.
Regelmäßiger Alkoholkonsum führt dazu, dass sich der Körper psychisch, physisch und hormonell auf den Suchtstoff einstellt. Einmal daran gewöhnt, kann er mit Entzugserscheinungen reagieren, wenn die Zufuhr von Alkohol ausbleibt. Diese Entzugserscheinungen können recht heftig sein und sogar tödlich verlaufen.
Typische Entzugserscheinungen bei Alkoholentzug sind Schwitzen,…
Das Forenteam
Die Frage ist also konkrekt, ob Du Dich überhaupt als Alkoholiker siehst, wenn Du meinst, Du könntest kontrolliert trinken?
LG Cadda
Es haben übrigens viele den Gedanken: "Ich kann ihn doch nicht im Stich lassen".
Du lässt ihn aber nicht im Stich. Er hat DICH schon längst im Stich gelassen, indem er trinkt.
Er kann sich Hilfe suchen und aufhören zu trinken. Tut er aber nicht.
Die Schuld hierfür hat allein er, nicht Du.
LG Cadda
Hast Du es mal anders herum betrachtet? Du unterstützt seine Sucht. Du kümmerst Dich um alles und deshalb muss er gar nichts ändern. Es läuft doch alles. Was könnte denn im schlimmsten Fall passieren, wenn er ohne Dich völlig vor die Hunde geht?? Es könnte sein, dass er dann früher erkennt, dass es so nicht weiter gehen kann.
Natürlich kann es auch sein, dass er am Boden bleibt und nichts ändern möchte. Da gelangt er aber durch seine Abhängigkeit sowieso hin, auch mit Dir. Nur etwas langsamer, weil Du ihn unterstützt.
Du kannst ihn nicht retten.
LG Cadda
Hallo und schön, dass Du hier bist.
Auch wenn er körperlich nicht übergriffig wird, es ging auch psychische Gewalt und die Schuld auf Dich zu schieben, ist auch ein typisches Merkmal.
Leider kannst Du Deinem Partner nicht helfen, sondern nur Dir selbst.
Ich schalte Dich zunächst für den offenen Bereich frei, Deine Bewerbung hast Du ja schon abgesendet.
Ich verschiebe Dich dann direkt in den richtigen Bereich, so dass es hier für Dich weitergeht.
Du wirst hier viele ähnliche Geschichten finden.
LG Cadda
Es ist zwar nicht meine Art andere Sichtweisen zu haben und sie zu vertreten, aber bei dir versuche ich es mal.
Nein, wir haben diesbezüglich keine unterschiedlichen Sichtweisen
Ich hab zwar geschrieben, dass er kaputt aussieht, klar.... Gefängnis ist wohl sicherlich nicht der angenehmste Aufenthaltsort, aber vorrangig finde ich wie gesagt auch, dass er viel, viel gesünder aussieht. Es ist eine krasse (positive) Veränderung, die einem wirklich sofort ins Auge springt.
Mich erstaunt eigentlich, dass es von der sonst so schonungslosen Presse noch nie zum Thema gemacht wurde in der Vergangenheit. Spätestens jetzt, nachdem er um so vieles gesünder aussieht, würde mich echt wundern, wenn das nicht zur Sprache kommt.
Ich nehme dir mal die Weihnachtspäckchen ab. Da bin ich selbstlos, uneigensinnig und wenn ich helfen kann, dann gerne damit
Ich könnte Dir einige Weihnachts-Speckchen abgeben. Ich schätze nämlich, dass ich gut gepolstert aus den Tagen herauskommen werde ![]()
Guten Morgen,
bevor ich auf Seite 2 rutsche, mal wieder etwas von mir... Weihnachten steht vor der Tür. Wie ich hier schon erzählt habe, werde ich mit meinen Kindern abends allein sein, was mich richtig freut. Allerdings habe ich Nachmittags eine Einladung angenommen, auf die ich mich auch sehr freue.
Vorhin habe ich eine bekannte Klatschzeitung gelesen und aktuelle Bilder von einem bekannten Tennisspieler gesehen und mein erster Gedanke war sofort: "Oh, es gab im Gefängnis offensichtlich nichts zu Saufen".
Ja, er sieht kaputt aus. Klar, er war ja auch nicht im Urlaub. Ich möchte auch gar nicht über das Thema an sich sprechen, dass er im Knast war. Aber diese Veränderung!! Wahnsinn. Schmaler, kantiger und wie gesagt etwas mitgenommen. Aber meiner Meinung nach viel, viel, viel gesünder sieht er aus. Dieses Gesicht, was für mich früher so aussah, als wäre es komplett vom Alkohol gezeichnet... weg.
Da fallen mir spontan direkt einige Bilder von mir ein, die ich am liebsten alle löschen möchte. Aber ich kann ja nicht zwei Jahre aus meinem Fotoalbum komplett entfernen.
Neulich sagte eine Kollegin zu mir, die mich auch früher schon kannte, aber von dem ganzen Ausmaß des Trinkens nichts wusste, dass sie in der Zeit es gar nicht so empfunden hat, dass ich versoffen aussah. Sie meinte, ich sah manchmal etwas fertig aus, aber ansonsten normal.
Jetzt im Nachhinein sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Das Gesicht verändert sich schon sehr extrem.
Ansonsten geht es mir soweit ganz ok. Es passieren ein paar Dinge um mich herum, die mir Sorgen bereiten, aber das ist denke ich normal. Jeder hat halt sein Päckchen zu tragen. Von der Grundstimmung her geht es mir aber gut. Ich bin auch nach über 5 Jahren immer noch glücklich und erleichtert, dass Alkohol trinken nicht mehr zu meinem Leben gehört. Ich nehme ihn wahr, gerade um diese Zeit ist es auch unmöglich, das nicht zu tun, aber es stört mich nicht, sondern ist mir über die Zeit einfach egal geworden. Es fühlt sich normal an, dass mich diese Dinge, die mit Alkohol zu tun habe, einfach nicht mehr betreffen.
Ich wünsche Euch jetzt schon mal schöne Weihnachten. Macht es Euch gemütlich und setzt Euch nicht zu sehr unter Druck, wie etwas an Weihnachten sein sollte. Es einfach so nehmen, wie es kommt....
LG Cadda
Hallo Joschi,
das hier fand ich so interessant, dass ich hier mal bei Dir hängen bleibe ![]()
Hallo Dagmar!
Du schreibst 2 sehr markante Stichworte "nie mehr".
Ich wähle für mich persönlich genau diese markanten Stichworte, wenn ich mir Gedanken über das Thema mache oder mich darüber mit Jemanden unterhalte.
Hier hatte ich am Anfang auch den Satz "Ich trinke nie mehr Alkohol" notiert. Ich haba dann im Laufe der Zeit und vielen Einzel- und Gruppensitzungen festgestellt, daß "nie mehr", oder "nie wieder" eine völlige Utopie ist.
Für mich ist das zum jetzigen Zeitpunkt keine Utopie.
Ich kann total verstehen, dass manche am Anfang dieses "für den Rest meines Lebens keinen Alkohol mehr trinken" verunsichert, so dass sie sich vornehmen "HEUTE trinke ich keinen Alkohol". Das ist eine gute Methode und wenn Jemand damit super zurecht kommt, dann finde ich das völlig ok.
Für mich persönlich wäre das absolut gar nichts und ich habe auch zu keinem Zeitpunkt so gedacht. Ich wusste in der Theorie schon sehr, sehr lange, dass ich Alkoholikerin bin und habe mich mit der Krankheit schon auseinandergesetzt, bevor ich aufgehört habe zu trinken. Ich habe das zunächst vor mir hergeschoben und zwar aus genau dem Grund: Ich wusste, wenn ich aufhöre, dann wird es so sein, dass ich bis an mein Lebensende nichts mehr trinken kann/will/werde (die Begriffe haben sich im Denken mit der Zeit verändert).
Ich persönlich brauche für mich die Realität. Und die Realität ist nun einmal, dass es nicht reicht, wenn ich HEUTE nichts trinke, sondern dass es ewig so bleiben muss, weil ich sonst einen Rückfall erleide und alles wieder von vorne beginnt.
Das ist wirklich nur mein ganz persönliches Empfinden, aber für mich war es hilfreich, eben da völlig so ranzugehen, wie es eben ist und da trockene Alkoholiker eben nie mehr etwas trinken dürfen/sollten/wollen, hab ich mich auch genau mit dem Gedanken auseinandergesetzt.
Ansonsten hast Du in Deinem Text aber viele Dinge stehen, die ich genau so unterschreiben würde, wie sie dort stehen und wie gesagt:
Ich finde es auch völlig ok, mit der anderen Herangehensweise da ran zu gehen.
LG Cadda
Auch wenn ich es schon geahnt hatte, hat mich die Nachricht heute sehr betroffen gemacht. Ich mochte Sunshine und mit ihren Beiträgen sprach sie mir sehr oft aus der Seele. Ja, ich hätte es manchmal milder formuliert, aber wir Menschen sind unterschiedlich. Ihr war es wichtig, ungeschönt und direkt zu sein und letztendlich hat sie damit hier sehr, sehr vielen Menschen geholfen und zwar auch mir!!!
Sie wird mir hier sehr fehlen...
Cadda
Ein liebes Hallo zurück Struppi ![]()
da hast Du aber wirklich ein riesiges Päckchen zu tragen. Es ist immer schlimm, wenn ein Angehöriger trinkt und selbst wenn es "nur" der Partner ist. Da zu sagen "Nimm Abstand, das tut Dir nicht gut", das ist schon eine Hausnummer. Aber beim eigenen Sohn... Ganz schwer, wirklich.
Das Problem ist wirklich, dass Du ihm nicht helfen kannst, egal wie sehr Du Dich dazu hergibst. Er muss selbst vom Alkohol weg wollen. So hilflos daneben zu stehen, ist stelle ich mir unfassbar schwer vor.
Aber auch mit so einem Schicksal bist Du nicht allein. Du wirst weitere solcher ähnlichen Geschichten finden.
Wenn Du Dich hier gern mit Betroffenen austauschen möchtest, dann könntest Du kurz den Bewerbungslink anklicken, kurz ausfüllen und absenden, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.
https://alkoholiker-forum.de/bewerben/
Liebe Grüße
Cadda
Guten Morgen Stefan,
100 Tage Abstinenz sind ein super Anfang und auch, dass Du diejenigen, die ein "Problem" damit hatten, hinter Dir gelassen hast, find ich klasse.
Tja, entweder hatte Dein Bekannter vor Deinen Augen einen Rückfall oder aber er ist gar nicht mehr trocken und hat das dann vor Dir als "Ausnahme" hingestellt. Bei einem trockenen Alkoholiker gibt es keine Ausnahmen, sprich: Dein Bekannter trinkt, egal wie wenig es (angeblich) war.
Sei nicht enttäuscht. Das kommt leider oft vor. Wichtig ist, dass DU nicht trinkst und genau weißt, dass es bei einer Abstinenz keine Ausnahmen gibt.
LG Cadda
Guten Morgen Tardis,
Habe mich jetzt einfach mal quer durchlesen und es scheint wohl wirklich so zu sein, dass man als Angehöriger nichts machen kann um seinem Partner zu helfen...
Aber ist das denn wirklich so?
Ja, das ist wirklich so. Solange Dein Partner nicht aus tiefstem Herzen für SICH selbst aufhören möchte zu trinken, kannst Du machen was Du willst: Es bringt absolut nichts. Deine ganze Energie wird in der Luft verpuffen. Es liest sich nicht so, als ob Dein Mann überhaupt etwas ändern möchte und Du wirst ihn dazu auch nicht bewegen können.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es nicht mal klappen muss, selbst wenn er wollen würde. Mein Ex-Partner war eine Zeit lang sehr einsichtig, wollte den Weg, den ich gegangen bin (nicht mehr trinken) mitgehen und hat irgendwann offen zugegeben, dass er auch Alkoholiker ist und sich informiert, wie er es am besten angeht. Das ist jetzt über 5 Jahre her und er säuft immer noch. Die Einsicht ist ganz weit nach hinten geschoben worden und irgendwann hieß es: "So schlimm ist es bei mir doch nicht, kann alles so bleiben".
Was ich damit sagen will: Verplempere nicht Deine Energie, es ist einfach sinnlos, darauf zu warten, dass Dein Partner Dich erhört und es auf einmal klickt.
Schon seit 6 Jahren sagt er jetzt, dass er mich gar nicht mehr will, ich ihm als Frau egal bin, unsere Ehe nur noch eine Zweckgemeinschaft sei..usw..
aber wenn dem so wäre, warum ist er dann noch da? Ist es nicht eher so, dass er durch den Alkoholkonsum so abgestumpft ist?
Tardis, ich frage Dich jetzt einfach mal ganz ehrlich, was mir durch den Kopf geht, auch wenn es vielleicht etwas verletzend für Dich sein könnte:
Warum glaubst Du, dass dieses Empfinden Deines Mannes nur dem Alkohol geschuldet ist?
Machst Du es Dir damit nicht etwas leicht?
Es gibt etliche Alkoholiker, die so etwas niemals zu ihrer Frau sagen würden, ganz einfach, weil sie es nicht so empfinden. Nur aufgrund der Tatsache, dass er noch da ist, davon auszugehen, dass er das nicht so empfindet, wie er sagt... Da redest Du Dir das glaube ich etwas schön.
Denn mal eine Gegenfrage:
Warum sollte er denn nicht mehr da sein (obwohl er das so sieht wie er sagt)? Aus seiner Sicht läuft doch alles. Es gibt Menschen, die haben nicht viel Bock auf Veränderungen. Ich werfe einfach mal in den Raum, dass nasse Alkoholiker erst Recht wenig Motivation für eine Veränderung haben. Die sind froh, wenn sie in Ruhe gelassen werden und sich zusätzlich nicht noch mit dem Stress einer Trennung oder Wohnungssuche auseinander zu setzen.
Es mag ja sein, dass er direkter und offener ist, weil er trinkt und Alkohol enthemmt ja bekanntlich auch und lässt auch mal Sätze fallen, die nicht so gemeinte sind. Aber so etwas Grundlegendes??? Nee, tut mir leid, aber das wird nicht nur dem Alkohol geschuldet sein.
Wie gesagt gibt es etliche Alkoholiker, die ihre Partnerin oder ihren Partner trotzdem sehr lieben und niemals solche Sätze von sich geben würden, egal wie voll sie sind.
Ich kann Dir nur raten, Dir das nicht weiter anzutun. Das hat niemand verdient, sich so etwas Verletzendes sagen lassen zu müssen. Und wenn der Liebeskummer noch so groß ist... ich schwöre Dir, es kommen bessere Zeiten. Viel besser, als aktuell.
Ich wünsche Dir wirklich, dass Du da raus kommst.
LG Cadda
Hallo Mimi,
Du musst Dich nicht überzeugen, es war richtig und das weißt Du auch. Im Grunde genommen geht es mir darum, es zu schaffen, bei der (richtigen) Entscheidung zu bleiben.
Du hast ihn nicht im Stich gelassen. Die Trennung war doch letztendlich eine Konsequenz für SEIN Verhalten.
Möchtest Du Dich mit anderen Betroffenen austauschen? Falls ja, kannst Du nachstehenden Bewerbungslink anklicken und kurz ausfüllen und absenden. Dann können wir Dich für den offenen Bereich freischalten.
Gerade wenn emotionaler Missbrauch ein Thema war, ist es wichtig, dass Du Dich weiterhin abgrenzt.
Momentan ist das sicherlich schwer, aber Du kannst es schaffen, dass es Dir besser geht.
LG Cadda
Ich denke sogar ganz oft, dass ich dankbar für meine Alkoholabhängigkeit bin (auch wenn das schräg klingt). Denn das Trockenwerden hat mein ganzes Leben umgekrempelt und in wirklich jeder Hinsicht verbessert!
Das finde ich überhaupt nicht schräg! Ich freue mich gerade, dass Du das so "aussprichst". Ich hatte auch schon Momente, wo ich dachte "wenn ich nicht abhängig gewesen wäre, dann würde ich jetzt diese oder jene Situation/Zeit/Tatsache nicht so positiv empfinden, wie ich es jetzt mache".
Cadda : Du schreibst ja, dass es für Dich heute keinen einzigen Grund mehr zum Trinken gibt. Hat sich Dein Wesen verändert? Weil das ja, so wie Du geschrieben hast, früher die Erklärung war, wieso Du getrunken hast?
Mein Wesen hat sich dahingehend verändert, dass meine Scham weniger geworden ist und mein Selbstbewusstsein stärker, allein durch die Tatsache, dass ich nicht mehr trinke.
So grundsätzlich bin ich aber einfach so wie ich bin und es steht mir immer noch bevor, wenn ich in Situationen gerate, die nicht zu meinem alltäglichen Ablauf gehören. Da ich aber nicht mehr trinke und mich somit nicht durch Alkohol enthemmen kann, fällt das nun einmal weg und ich bin halt auf mich allein gestellt, die Situation zu meistern. Es ist einfach keine Option mehr und dass seit nun über 5 Jahren nicht mehr.
Ich habe somit auch keine Angst, dass ich in der Zukunft plötzlich denke "Ach, früher hab ich das ja so und so gelöst, ich werde das mal wieder so machen".
Das meine ich damit, dass ich durch das Bewusstsein, Alkoholikerin zu sein, natürlich kein Hintertürchen mehr offen habe.
Hallo Sue,
naja, inzwischen weiß ich doch aber, dass ich alkoholabhängig geworden bin. Dadurch, dass ich mir das Bewusstsein geschaffen habe, verändert sich doch der Zustand.
Ich denke da auch inzwischen nicht mehr drüber nach. Ich bin halt in die Sucht geraten und fertig. Aber am Anfang hab ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Hat es auch etwas damit zu tun, was ich alles schon so früh durfte (Party machen)? Ich möchte ja auch bei meinen eigenen Kindern keine eventuellen Fehler machen. Ich möchte einfach ein Wissen haben über die Sache, was in die Sucht führen kann.
Ich finde es - wie ich weiter oben geschrieben habe - auch völlig normal, dass ich mich das gefragt habe. Nicht ewig, nicht jeden Tag, aber ich bin grundsätzlich ein Mensch, der sich Gedanken über die Psyche macht.
Es würde überhaupt nicht zu meinem Wesen passen, mir zu sagen, dass die Sucht einfach mal eben so vom Himmel gefallen ist und mich zufällig getroffen hat. Das wäre mir zu wenig.
LG Cadda
Ich habe für mich allerdings die Gründe gefunden, die unter anderem dazu geführt haben, weshalb ich in die Sucht gerutscht bin.
Nachdem ich heute morgen diesen Text geschrieben habe, ging mir das noch durch den Kopf auf dem Weg zur Arbeit und ich hatte mir schon vorgenommen, das nochmal etwas besser zu erklären.
Dann las ich (zu Recht) eben das hier zu meinen oben genannten Zitat:
( Dibbelscheißer Modus an
)
irgendwas beißt sich da bei meinem Verständnis. Vielleicht kann mich da mal einer aufklären. Kann ja sein, dass ich es über 15 Jahre verkehrt verstanden habe. Bitte mal die Langzeittrocken zu mir.
Wenn es heute keinen Grund zum Saufen gibt, dann gab es früher vor der Sucht auch kein Grund. Wenn ich während der Sucht es als Grund ansah, dann sprach doch die Sucht aus mir? Oder nicht?
(Dibbelscheißer Modus aus)
Also ich unterscheide das etwas. Zu der Zeit, als ich gesoffen habe, suchte ich vermeintliche Gründe zur Erklärung. Das sind diese Gründe, die ich hier aufgeführt habe, wie z . B. Trennungsschmerz, Tod eines Familienmitgliedes, Krankheit usw. Das sind selbstverständlich keine Gründe und ich sehe mich im Nachhinein betrachtet auch nicht als Opfer. Im Grunde genommen war es auch schon in dem Moment klar, dass es Quatsch ist. Aber ich redete mir die Situation eben schön bzw. versuchte mich vor mir selbst und Anderen eine Rechtfertigung zu bauen, weshalb ich zu viel trank.
In der Therapie (und auch außerhalb, einfach weil es mit interessierte) versuchte ich dann am Anfang, als ich aufhörte zu trinken, mir zu erklären, weshalb ich tatsächlich in die Sucht gerutscht war. Vielleicht sollte ich nicht schreiben, dass ich nach Gründen suchte, sondern vielmehr nach Erklärungen, wie es dazu kommen konnte.
Die Erklärungen waren dann weniger äußere Umstände, sondern mein Wesen. Ich war nach außen hin schon immer sehr locker, lustig und hatte immer einen Spruch drauf. Doch im Grunde genommen war ich innerlich früher sehr schüchtern, gehemmt und fühlte mich zwischen fremden Menschen extrem unwohl, manchmal sogar zwischen mir bekannten Menschen. Ich hatte regelrecht Angst vor Veränderungen. Da ich seit meiner Jugend schon viel Alkohol trank (mein ganzer Freundeskreis hat zu viel getrunken und ich fühlte mich normal) wusste ich mein eingeschüchtertes Wesen zu enthemmen. Ein paar Sekt waren da ein super Hilfsmittel. Da ich mich betrunken aber grundsätzlich daneben benahm, wurde mein Selbstbewusstsein immer kleiner, anstatt größer und so konnte ich irgendwann solche Situationen nur noch mit Alkohol meistern.
"Schuld" daran sind also keine äußeren Gründe, die mich dazu gebracht haben, mich als Opfer zu fühlen. Diese offensichtlichen Gründe in Form von Trennung, Tod, Krankheit waren dann also willkommen, um es einfach plausibler zu rechtfertigen.
Für mich wäre wirklich nichts auf der Welt ein Grund, wieder zu saufen.