Hallo Erna,
Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist.
Das ist nicht nur für Dich nicht machbar, sondern für keinen Alkoholiker. Nicht, dass Dein Suchthirn Dir noch einredet, es könnte irgendwann mal wieder machbar sein.
Wenn erst einmal eine Grenze überschritten ist, dann ist kontrolliertes Trinken grundsätzlich nicht möglich. Könnte man kontrolliert trinken, wäre man kein Alkoholiker. Das gilt also nicht nur für Dich, sondern insgesamt. Die Hintertür kannst Du also mit Schwung zuknallen, bevor Du auf die Idee kommst, Du könntest da eine Ausnahme sein.
Dass Du die Kontrolle bereits verloren hast, kannst Du ja in Deinem Vorstellungsbericht nachlesen.
Welches Gefühl ist denn schlimmer für Dich? Nach einem Kinderfest mit dem Wissen nach Hause zu gehen, nicht mehr betrunken den Tag beenden zu können oder einen Tag später irgendwo aufzuwachen und erstmal abzuchecken, mit wem Du was genau gemacht hast und wem Du so alles geschrieben hast, um dann verkatert zu schauen, was davon Dein Kind mitbekommen hat?
Ich habe am Anfang in einer Situation, wo ich einen Verzichtsgedanken hatte immer umgedacht und mir vor Augen geführt, was ich gewinne.
„Wenn das Kinderfest vorbei ist, gehe ich mit klarem Verstand nach Hause. Ich kann den Tag so beenden, wie ich es möchte. Morgen früh werde ich -ebenfalls bei klarem Verstand- wach werden und gut gelaunt ohne mich zu schämen in den neuen Tag starten“.
LG Cadda