Beiträge von Cadda

    Guten Morgen,

    Dem Suchthirn … das klingt immer so, als wäre es kein Teil von mir.

    Das Sucthhirn bin ich, es ist ein Teil von mir, ähnlich wie Gier, Appetit, Lust oder Angst und das kann ich sehr wohl beeinflussen, ich bin doch kein Volltrottel und bestehe nur aus Reflexen.

    Das klingt absolut logisch und richtig.

    Aber ich dachte auch genau DAS:

    Das klingt so einfach, aber das ist es ja nicht. Sonst hätte ich ja schon vorher nicht gesoffen.

    Erna, Du fragst Dich dann ja auch, woran es liegt. Ob es daran liegt, dass die Entscheidung einfach vorher noch nicht getroffen war. Also allein an der Entscheidung kann es tatsächlich nicht liegen, denn ich hatte die Entscheidung schon etliche Male getroffen und bin trotzdem auf MEIN Suchthirn hineingefallen.

    Ich hatte zwar keinen Rückfall, denn nochdem ich meinen endgültigen Entschluss gefasst hatte und diesen auch offen mitgeteilt hatte, blieb ich trocken. Aber innerlich hatte ich für MICH schon so oft ganz felsenfest die Entscheidung getroffen, aufzuhören und hab immer wieder und wieder angefangen.

    Deshalb denke ich, dass es zum Einen vielleicht damit zu tun hat, dass wirklich der Tiefpunkt dann endlich erreicht war und zum Anderen WIE bin ich mit meiner Entscheidung umgegangen?!

    In dem Moment, wo ich mich zum letzten Mal entschieden habe, aufzuhören, habe ich direkt mit der "Arbeit" begonnen.

    Ich bin zum Arzt gegangen. Ich habe mich als Alkoholikerin geoutet und habe meinen Liebsten Bescheid gesagt, dass ich nicht mehr trinken werde. Ich habe mich hier im Forum ausgetauscht. Durch meine Verhaltensweisen konnte ich zufrieden werden.

    Vorher einfach nur aufhören zu trinken und sonst nichts weiter, das hat nicht funktioniert. Da war mein Suchthirn also in der Lage, mich umzustimmen. Mit meinen Geschützen, die ich dann beim letzten Mal aufgefahren habe, die ich eben beschrieben habe, war es dem Suchthirn also nicht mehr möglich.

    Das ist so das, was mir als erstes an Erklärung durch den Kopf geht aufm Sonntag Morgen ohne groß drüber nachzudenken, aber ich finde, das hört sich gar nicht so unlogisch an :)

    LG Cadda

    Ich finde die Aussage von Dir, dass Du ein Problem mit Alkohol hast gar nicht so weit weg von der Aussage, Alkoholiker zu sein.

    Nach so kurzer Zeit schon so eine Offenheit an den Tag zu legen, find ich gut.

    Das haben so manch Andere nach Jahren nicht getan. Müssen sie auch nicht. Jeder entscheidet das selbst.

    Ich finde die Tatsache, ein Getränk abzulehnen, mit der Begründung ein Problem mit Alkohol zu haben völlig ausreichend und mutig und sehe hier kein Hintertürchen offen halten wollen. Das würde ich eher bei der Begründung „ich bin auf Diät“ oder „ich muss noch fahren“ so sehen.

    Was die Therapie angeht: Dich zwingt ja niemand dazu, wenn sich alles in Dir sträubt, wie Du schreibst.

    Entscheide doch in Ruhe.

    Ansonsten schließe ich mich der Frage von Alex an: Wie war es in der Gruppe?

    Guten Morgen,

    mit Deiner Offenheit bezüglich Deiner Krankheit hast Du einen sehr guten Schritt getan, der Dir helfen wird. ich habe es damals auch so gehandhabt. Das gibt einen Schutz. Klar hatte ich eh nicht vor, auf einer Veranstaltung bzw. bei einem Treffen mit anderen Leuten wieder etwas zu trinken. Bei mir hatte es geklickt und deshalb fühlte ich mich auch nicht unsicher bei solchen Dingen. Im Nachhinein betrachtet habe ich es mir komplizierter gemacht, indem ich mich nicht direkt aus solchen Anlässen für unbestimmte Zeit herausgezogen habe. In Gefahr habe ich mich aber nicht gesehen, denn dafür war ich zu glücklich, nicht mehr trinken zu wollen und ich hatte zwar Respekt, aber keine Angst.

    Jedenfalls selbst WENN es so gewesen wäre, dass ich wackelig geworden wäre (wie gesagt, den Gedanken hatte ich zu keinem Zeitpunkt, ob ich nicht doch etwas trinken könne)... Selbst WENN, dann wäre es gar nicht wirklich möglich gewesen, weil es ein Rückfall vor allen Leuten gewesen wäre, da jeder Bescheid wusste.

    Ich musste mir keine Ausrede überlegen, weil ich die Wahrheit gesagt habe.

    Trotz meines Bekanntenkreises, den ich damals hatte, in dem sehr viel getrunken wurde (in anderen Bekanntenkreisen muss man nämlich gar keine Ausrede suchen, da wird ein "ich trinke nicht" einfach akzeptiert, wie ich inzwischen hier im Forum und auch aus eigener Erfahrung lernen konnte) haben die Leute positiv auf meine Abstinenz reagiert. Sie haben miterlebt, wie weit es bei mir schon war und fanden es richtig, dass ich nichts mehr trinken möchte.

    Obwohl in diesem Bekanntenkreis selbst viel getrunken wurde, bin ich unterstützt worden. Jeder hat es akzeptiert und positiv reagiert. Dennoch habe ich mich von Zeit zu Zeit immer mehr rausgezogen aus diesen Kreisen. Das kam nicht, weil ich es mir vorgenommen habe, sondern weil ich nichts mehr mit einigen Dingen anfangen konnte.

    Allerdings habe ich auch weiterhin noch Treffen, wo der Alkohol nicht im Vordergrund steht. Das ist für mich der entscheidende Punkt. Habe ich das Gefühl, die Menschen treffen sich, um zu saufen und wollen nur "nebenbei" Zeit verbringen und klönen, dann bin ich raus.

    Treffen die Leute sich zum Karten spielen und trinken über den Abend verteilt vielleicht 2 Getränke oder auch gar nichts, dann ist das für mich in Ordnung. Dann geht es WIRKLICH um das Treffen, um das klönen, um das Kartenspielen, Fahrradfahren und miteinander reden.

    Und das meine ich. Wie es bei Dir und der Band ist, das kannst nur DU wissen. Wichtig ist dabei, dass Du ehrlich zu Dir bist.

    Und dass Du auch immer vorher schaust "wie geht es mir?". Bei mir gab es Tage, da war mir total egal, ob ich gesehen habe, dass da irgendwo in der Stadt beim Vorbeilaufen jemand gerade im Biergarten sitzt und etwas trinkt. An anderen Tagen hätte man mich hinterher fragen können "Du Cadda, da wo wir gerade vorbeigelaufen sind, was wurde da getrunken" und ich hätte es nicht beantworten können, weil ich es gar nicht gesehen bzw. wahrgenommen habe.

    Immer auf sich selbst achten. So wie Du jetzt mit dieser Zeltgeschichte. Wenn Du vorher weißt, dass es Dir nicht gut tut, dann lassen.

    Ich wünsch Dir eine schöne Zeit :)

    LG Cadda

    Hallo Erna,

    Du bist letztendlich doch diejenige, die am besten erkennen kann, ob etwas heikel ist oder Dir gut tut. Wie die Leute sind, was die Situation mit Dir macht usw.

    Ich habe hier am Anfang auch Einiges gelesen, was mich verunsichert hat. Manchmal zu Unrecht!

    Manchmal aber auch zu Recht.

    Ich habe es gelesen damals und dann für mich selbst entschieden.

    Fakt ist, dass es niemand böse meint, im Gegenteil.

    Treff eine Entscheidung und denke nicht, dass Du hier nichts drüber schreiben solltest, um kein Meckern zu lesen.

    Du bekommst Gedanken zum Lesen und was Du für richtig empfindest, entscheidest Du für Dich!!

    Einen schönen Abend für Dich (und nimm Dir nicht vor, bewusst weniger zu schreiben. Mach wie Du möchtest) :)

    LG Cadda

    ich hoffe, es fühlt sich niemand genervt, wenn ich hier jeden Tag meinen Senf reingebe

    Genau dafür ist das Forum u.a. doch da :)

    Ich find es gut, dass Du auf Dich achtest und dadurch entschieden hast, in Deinem sicheren Umfeld zu bleiben.

    Ich lese Dich übrigens sehr gern, aber das nur am Rande (denn selbst wenn es anders wäre, könntest Du jeden Tag Deinen Senf ablassen :mrgreen:)

    LG Cadda

    Ich kann Euch nur den Rat geben, ehrlich mit Euren Kindern zu sein. Ich habe meinen Kindern nach und nach, wenn es passte, immer mal erzählt, wie es dazu gekommen ist, warum ich so war und offen mit ihnen geredet.

    Inzwischen sind sie 15 und fast 14 und haben mir das schon längst verziehen. Weil sie wissen, wie leid es mir tut und vor allem, weil sie wissen, dass es eine Krankheit ist und jeder da reinrutschen kann.

    Meine Kinder mussten viel mitmachen, als sie klein waren. Sie konnten sich nicht richtig auf mich verlassen. Fanden es schrecklich, wenn Mama wieder mal so „komisch/anders“ war. Als ich aufhörte zu trinken, waren sie 11 und 9. Viel zu lange Zeit mit einer oft besoffenen Mutter.

    Sie haben mir aber schnell Vertrauen entgegengebracht und sich auf mein Wort verlassen. Das ist nun fast 5 Jahre her und unser Verhältnis ist großartig. Dadurch, dass wir so ehrlich und offen reden, schafft man auch eine sehr starke Verbindung. Das macht wenigstens ein bisschen wieder gut von dem, was so war.

    Was damals viel kaputt gemacht hat, schweißt nun eher zusammen. Wenn man denn etwas Positives aus dem Negativen ziehen möchte, dann sicherlich, dass ein wirklich gutes Verhältnis entstehen kann durch ehrliche Gespräche.

    Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern, aber die Gegenwart und Zukunft können wir in der Sache selbst bestimmen.

    LG Carina

    Hallo John,

    schön, dass Du hier hergefunden hast!

    Wie Seeblick schon schrieb, wäre es richtig, zum Arzt zu gehen, da ein kalter Entzug gefährlich ist.

    Hast Du denn schon aufgehört zu trinken bzw. wann hast Du das letzte Mal etwas getrunken?

    LG Cadda

    Liebe Sarala,

    Du verlierst nicht gegen eine blöde, wertlose Flasche. Du verlierst gegen eine Krankheit, die Alkoholsucht.

    Dich trägt da keine Schuld, es geht nicht darum, dass Du nicht gut genug bist.

    Leider steckt Dein Partner schon sehr tief drin in der Sucht. Das Problem ist, dass Du ihm nicht helfen kannst. Nur er selbst kann etwas tun.

    Möchtest Du Dich hier gern austauschen? Hier wirst Du sehr viele Geschichten lesen können, die Deiner extrem ähnlich sind.

    Ich schicke Dir mal den Bewerbungslink. Falls Du Dich austauschen möchtest, könntest Du diesen kurz ausfüllen.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    LG Cadda

    Aber dieses bodenlose ist nur am Anfang. Du kannst Dir einen neuen, stabileren Boden schaffen.

    Dein jetziges Leben neben einem Alkoholiker ist ja letztendlich auch nicht bodenständig.

    Wenn ich daran denke, wie bodenlos ich mich zunächst fühlte und nun? Bodenständiger und beständiger, zufriedener und trotzdem freier als je zuvor.

    Mit ein wenig mehr Antrieb kannst Du das schaffen.

    Guten Morgen Andrea,

    Ich habe mir vorgenommen nichts mehr zu sagen, nicht unnötig zu streiten - aber nichts sagen heißt ja nicht, dass man mir meine Stimmung (desillusioniert trifft es gerade wohl am besten) nicht anmerkt… Das ist das größte Problem für mich: MEINE emotionale Reaktion, das es MICH fertig macht….

    :( :huh: ?(

    Das kennen wohl die Meisten hier. Schön still halten, um Streit zu vermeiden.

    Verbessern tut man damit nichts, im Gegenteil, denn die negativen Gefühle bleiben dadurch in einem drin, so dass es sich meist noch schlechter anfühlt.

    Dass Du innerlich schon einmal etwas mehr Klarheit für Dich geschaffen hast, finde ich gut. Planlos steht man ja einfach nur da und lässt alles über sich ergehen. Wer schon mal Pläne macht, sich gedanklich vorbereitet und erkundigt, wie man was regeln könnte, schafft es besser, sich abzugrenzen.

    Hab keine Angst vor einem Schritt, bei dem Du nicht weißt, ob er Dir wirklich so gut gefällt (Ortswechsel oder ähnliches).

    Eines ist klar: Es wird in jedem Fall besser werden, wenn auch nicht ideal.

    Denn mit einem Alkoholiker an der Seite wirst Du nicht glücklich.

    LG Cadda

    Und jetzt sag nicht, dass er das nur getan hat, um Diskussionen zu vermeiden. Das ist so eine lächerliche Ausrede, dass ich nicht aufhören kann, den Kopf zu schütteln.

    Niemals würde ein Mann OHNE Alkoholproblem seine Flaschen mit Wasser füllen, weil er „Angst“ vor Diskussion mit der Frau hat.

    Ein Mann OHNE Alkoholproblem, der wirklich „Angst“ vor Diskussionen mit seiner Frau hat und dermaßen unterm Wind steht, würd das Bier einfach nicht trinken.

    Als ich anfing, meine Sektflaschen mit Wasser nachzufüllen, weil ich mich vor Anderen geschämt habe, da saß ich schon ganz schön tief in der Abhängigkeit.

    Weißt Du… wenn Du damit leben kannst, ist es doch ok. Akzeptanz der Situation soll es auch geben. Aber schön reden bringt Dir auf Dauer nichts.

    LG Cadda