HannivsNanni - 2 die miteinander kämpfen

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  • Es ist echt super, dass ihr mir helfen wollt. Ich werde bei der Suchtberatung anrufen zwecks Arzt. Ich möchte ungern nochmal so angeschaut werden wie von meinem. Ja so ein bisschen fällt es mir schwer meine Zeit jetzt anders zu verbringen. Das scheint tatsächlich mit wieder lernen zu tun zu haben. Ich habe einen guten Freund der mir zur Seite steht. Aber Familie hab ich keine. Und durch das Gesaufe auch kaum noch wirklich Freunde.. Eher Bekannte. Im Moment ziehe ich mich zurück, denke viel nach und versuche eine Strategie zu entwickeln. Die beiden Artikel habe ich bereits gelesen 😅


    Keine Ausnahmen! Das weiß ich. Ich habe keine Kontrolle wenn ich erstmal anfange. Und ich möchte mich auch nicht mehr ständig schämen oder vor Angst nicht mal ins WhatsApp schauen. Ich bin ein anderer Mensch wenn ich trinke. Unausstehlich ist noch nett umschrieben. Die Hanni ohne Alkohol muss ich erstmal selber kennenlernen.


    Wie geht ihr mit der Traurigkeit um weil ihr anderen weh getan habt mit dem Suff?

  • Hi,

    es kommt darauf an, wem.

    Ich war verbal oft sehr gemein zu meinem Mann. Ich hab ihn immer wieder auf seine Fehler hingewiesen und ihn kleingemacht.

    Das ist etwas, das ich mir ganz schwer verzeihen kann. Er ist nämlich ein herzensguter Mensch. An seiner Stelle, wäre ich gegangen und hätte die Kinder mitgenommen.

    Ich hab mich immer entschuldigt, direkt danach. Damit ich in "Frieden" weitersaufen konnte.

    Seit ich ohne Alkohol lebe, hatten wir einige schöne, ruhige, positiv emotionale Gespräche. Diese Entschuldigungen hat er dann annehmen können, einfach, weil ich nüchtern war. Weil ich ich war. Die, die er lieben gelernt hat.

    Es gab aber auch Streitthemen, die ich nüchtern noch immer genau gleich sehe.

    Keine Mensch ist fehlerfrei.


    Zu meinen Kids war ich nie wirklich böse, aber oft genervt, hab sie wegen Kleinigkeiten angemotzt. Ich hatte immer weniger Geduld. Das war in der Homeschooling-Zeit echt grenzwertig. Wollte immer nur, daß es Abend wird und ich sie ins Bett schicken kann.

    Sie sind so gelöst, seit ich nicht mehr trinke und kuscheln gern mit mir, sagen mir oft wie lieb sie mich haben und auch das versetzt mir Stiche. Ich hoffe, sie verzeihen mir irgendwann. Wenn Sie älter sind, werde ich Ihnen alles erklären.

    Jetzt bin ich nicht die übertriebenste Helikopter-Mutter und lese Ihnen jeden Wunsch von den Augen ab, sondern bin einfach nur nett, geduldig (ich zähle echt bis 10 ;) ) und insgesamt liebevoller.


    Zu Freunden und Bekannten war ich oftmals fies, wenn sie, in meinen Augen, schlecht zu mir waren. Manchmal waren sie es tatsächlich. Man ist ja nicht immer an Allem schuld.

    Aber dann war ich wirklich bösartig, herablassend, ich kann mit Worten richtig schlimm verletzen, auch wenn ich keine Ausdrücke benutze. Eine Bekannte hab ich mal zum Weinen gebracht, als sie mich fragte, wie es mir geht.

    Auch bei Ihnen hab ich mich entschuldigt.

    Also bei denen, die mir wichtig sind.


    Puuuhhh...wenn ich das so runterschreibe, werd ich auch wieder traurig, aber das gehört zur "Inventur" dazu.


    Ich war nie gewalttätig, hab randaliert oder jemanden in Gefahr gebracht.

    Aber Kälte, Ignoranz und Schweigen schmerzen auch ganz schön.


    Fang bei den dir wichtigsten Menschen an.

    Auch wenn es eine scheiß Krankheit ist, darf man sich darauf nicht ausruhen.


    Lieber Gruß,

    Hera

  • Danke Hera, dass du so ehrlich zu mir warst. Ich hab das letzte Weihnachten im Suff ruiniert.. So richtig. Ich kann auch sehr verletzend werden (auch ohne Kraftausdrücke). Die Kinder waren "nur" und mit dabei. Böse war ich so nicht zu ihnen. Aber eine Mom war ich ebend auch nicht mehr. Ich habe alles dem Suff untergeordnet und mir eingeredet, dass ich ja auch "meine Zeit" verdient habe. Ich kann mit diesem Gefühl grad schlecht umgehen, ich war dafür vorher nicht lange genug nüchtern. Als ob meine Motte das riechen könnte, hat sie mir vorhin geschrieben. Von sich aus! Ich bin so glücklich und traurig zu gleich. Die Tränen laufen immer noch. Aber ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ich hoffe sie können mir irgendwann verzeihen. Sie sind meine wichtigsten Menschen.

  • Ich kann Euch nur den Rat geben, ehrlich mit Euren Kindern zu sein. Ich habe meinen Kindern nach und nach, wenn es passte, immer mal erzählt, wie es dazu gekommen ist, warum ich so war und offen mit ihnen geredet.

    Inzwischen sind sie 15 und fast 14 und haben mir das schon längst verziehen. Weil sie wissen, wie leid es mir tut und vor allem, weil sie wissen, dass es eine Krankheit ist und jeder da reinrutschen kann.


    Meine Kinder mussten viel mitmachen, als sie klein waren. Sie konnten sich nicht richtig auf mich verlassen. Fanden es schrecklich, wenn Mama wieder mal so „komisch/anders“ war. Als ich aufhörte zu trinken, waren sie 11 und 9. Viel zu lange Zeit mit einer oft besoffenen Mutter.


    Sie haben mir aber schnell Vertrauen entgegengebracht und sich auf mein Wort verlassen. Das ist nun fast 5 Jahre her und unser Verhältnis ist großartig. Dadurch, dass wir so ehrlich und offen reden, schafft man auch eine sehr starke Verbindung. Das macht wenigstens ein bisschen wieder gut von dem, was so war.

    Was damals viel kaputt gemacht hat, schweißt nun eher zusammen. Wenn man denn etwas Positives aus dem Negativen ziehen möchte, dann sicherlich, dass ein wirklich gutes Verhältnis entstehen kann durch ehrliche Gespräche.


    Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern, aber die Gegenwart und Zukunft können wir in der Sache selbst bestimmen.


    LG Carina

  • Danke Carina, ich möchte das auch irgendwann machen. Aber im Moment werden sie mir dahingehend noch nicht trauen. Dafür werde ich es erstmal beweisen müssen, und das werde ich.


    Heute ist der erste Tag, in der ich die Nacht recht gut geschlafen habe und ohne Kopfschmerzen wach geworden bin. Klingt jetzt vllt eigenartig aber selbst mein Hund erscheint mir glücklicher. Naja beschäftige mich natürlich sehr mit ihr und bin ja im Homeoffice. Aber ich glaube Tiere merken auch wenn es uns nicht gut geht. Sucht druck hält sich aktuell in Grenzen, allerdings bin ich auch sehr auf der Hut. Ich kenne den Mistkerl :)

  • Hallo HannivsNanni,

    hast du konkret etwas im Sinn, was du bei aufkommendem Suchdruck tun kannst? oder vorbeugend?


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo HannivsNanni,

    hast du konkret etwas im Sinn, was du bei aufkommendem Suchdruck tun kannst? oder vorbeugend?


    Lieber Gruß, Linde

    Aktuell halte ich mit Lesen (hier oder Bücher) über Wasser. Ich plane sorgfältig mein Essen und werde Sport treiben. Bin eh ziemlich aufgedunsen in letzter Zeit. Ich trinke sehr viel (Kaffee und Wasser). Ich habe mir überlegt wieder mit dem zeichnen anzufangen und zu putzen ist auch genug.


    Für weitere Vorschläge bin ich aber sehr dankbar. Ist tatsächlich gar nicht so einfach umzustrukturieren, aberes macht auch Spass. Trotzdem ist Alkohol in den Gedanken präsent und das gruselt mich.

  • Schau mal hier die ganzen Tipps durch. Die sind alle von den länger Trockenen über die Jahre gesammelt worden:



    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Wie geht ihr mit der Traurigkeit um weil ihr anderen weh getan habt mit dem Suff?

    Da gibt es leider kein Rezept, da kann man nur am Anfang aushalten und warten, bis die Wunden langsam wieder heilen, das benötigt Zeit, so meine Erfahrung.

    Ähnlich war es bei mir auch, als ich aufhörte zu trinken, meine eigenen Wunden brauchten Zeit, ich brauchte Zeit, bis ich mir selbst vergeben konnte, bis ich mir selbst wieder vertrauen konnte, dazu brauchte ich Stabilität, Sicherheit.

    Den Anderen geht es ähnlich, sie können erst nach und nach wieder Vertrauen fassen.

    Mein Selbstbewußtsein musste wieder reifen, die Scham war übergroß, auch hatte ich Angst mich wieder meinem Bekanntenkreis zu nähern.

    Gib dir Zeit, arbeite an deiner Trockenheit.

    Gerade am Anfang half mir viel Trinken, bei mir was es Tee, literweise, so nach und nach verschwanden die Gedanken an Alkohol, der Schlaf wurde zunehmend besser und ich mir immer sicherer.

  • Guten Morgen, ich dachte ich schreib mal wieder ein bisschen. Ich bin immer noch sauber! Und es wird tatsächlich jeden Tag ein bisschen besser. Vor allem der Schlaf. Ich arbeite viel daran mit mir selbst ins Reine zu kommen und damit natürlich auch mit anderen.

    Es ist schön ohne Kater auf Arbeit zu kommen. Auch die Leistungsfähigkeit wird besser!


    Ab und zu ist natürlich der Suchtdruck da, und dann mache ich es hier wie einige: "Heute trinkst du nicht!". Das klappt ganz gut, ich rufe auch immer die Erinnerungen ab, wie beschissen ich mich benommen hab, das ich nichts mehr richtig im Griff hatte. Nach wie vor ist es seltsam, dieses volle Spektrum an Gefühlen zu haben.

    Auf einer Party war ich auch, und ich habe gelernt, ich kann ohne Alkohol tanzen! Seitdem mach ich es auch viel für mich zu Hause. Die ganzen Betrunkenen haben mich weder gestört noch wollte ich so sein. Eklig empfand ich nur den Geruch nach Alkohol.

    Und man muss echt tierisch aufpassen, wir waren eine Eisschokolade trinken, statt Schokososse hatte ich Likör drauf. Stand nicht so in der Karte. Ich habe es natürlich nicht gegessen, allerdings ist mir bewusst geworden, dass man wohl doch sehr aufpassen muss. Auch rechtfertigen musste ich mich, warum ich denn nichts trinke, das hätte ich nicht gedacht.

    Das war es erstmal wieder, entschuldigt die vielen Worte :)

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