Hallo Wegsuchende,
die Dinge sind hier natürlich anders, bei mir waren es kleine Kinder, bei Dir erwachsene "Kinder". Ich wollte damit aber einfach zum Ausdruck bringen, dass es immer Gründe gibt, etwas nicht machen zu können.
Bei mir hätten es diese hier sein können: "Wir sind verheiratet, wir haben gerade ein gemeinsames Haus gebaut, ich werde in dem Kreditvertrag weiterhin hängen bleiben. Meine Kinder sind beide noch klein, sie haben ihren Vater unglaublich lieb und brauchen ihn doch gerade in den ersten Jahren so sehr. Ich habe gerade mein Traumhaus auf mein Traumgrundstück gebaut, die Kinder haben ihre liebevoll eingerichteten Zimmer. Ich habe momentan nur ein Einkommen auf 400 Euro Basis, ich kann nicht mehr arbeiten, da beide Kinder noch klein sind und noch nicht einmal in der Schule sind. Ich bin finanziell komplett abhängig. Ich kann mich nicht trennen, wohin denn mit den beiden Kleinen?!"
Das zählte aber nicht. Denn wenn man gehen WILL, dann funktioniert das auch. Egal wie.
Ich war mal in einer langjährigen Beziehung, da hatte mein Partner eine erwachsene Tochter, die arbeitslos war (sie hatte allerdings auch keine Lust). Ihr Vater (mein damaliger Partner) war weder gewalttätig, noch alkoholabhängig oder sonst etwas. Aber sie wollte dennoch nicht mit ihm zusammenleben und er auch nicht mehr mit ihr.
Ich bin nicht mehr mit diesem Mann zusammen, aber ich weiß dass sie inzwischen eine Wohnung vom Amt finanziert bekommt, weil es nicht zumutbar für Beide ist, dass sie zusammenleben müssen, wenn sie das nicht wollen.
Es sollte also auch da Mittel und Wege geben.
Wie gesagt: Ist in der Familie ein Angehöriger alkoholabhängig, worunter gelitten wird, dann gibt es mit Sicherheit erst Recht Mittel und Wege.
Ob Dein Sohn nun vorher depressiv war oder nicht, spielt ja letztendlich auch keine Rolle. Fakt ist, dass er psychisch krank ist und da ist es nicht gerade hilfreich, mit einem Alkoholiker unter einem Dach leben zu müssen.
Ich sage nicht, dass es einfach ist. Ich kann auch verstehen, dass Du erstmal die Dinge siehst, die es für Dich quasi "unmöglich" machen, Deinen Weg mit den Kindern ohne Deinen Partner zu gehen. Aber Du solltest zumindest auf dem Schirm haben, dass es eben nicht unmöglich ist.
Vielleicht könntest Du Dich - ohne nun konkret einen Entschluss fassen zu müssen - einfach mal an sämtliche Beratungsstellen wenden und Dich informieren, wie Dir hier auch schon vorgeschlagen wurde. Wenn man Hintergrundwissen hat, dann fühlt man sich auch nicht mehr ganz so ausgeliefert und kann sich vielleicht doch mit dem Gedanken anfreunden, in absehbarerer Zeit konkreter daran zu arbeiten, sich aus der Familienkrankheit Alkoholismus zu befreien.
LG Cadda