Beiträge von °Avalon°

    Er trinkt weil er es muss, er ist abhängig von dem Zeug. Und egal ob du ihn darauf ansprichst oder nicht wird er eh machen, was er will.

    Er trinkt weil er muss... und dann macht er "was er will"? ...hm... also.. ich frage mich grad... müsste es dann nicht heissen, "oder er wird eh machen, was er muss"?...
    mag jetzt ne Spitzfindigkeit sein... und soll auf keinen Fall irgendwas entschuldigen... aber will man wirklich noch?..vordergründig will man ja noch saufen, ja.. aber nur weil man so extrem süchtig danach ist... einem Zwang unterliegt, quasi...

    ich weiss nicht...aber Uneinsichtige tun mir irgendwie leid... sie haben nicht das Glück des persönlichen Tiefpunkts... sie haben nicht das Glück der tiefgreifenden Einsicht - welche für einen erfolgreichen, trockenen Weg unabdingbar ist..

    Ich les' heute grad wieder vermehrt in den Vorstellungen und ersten Schritten rum... und verspüre Betroffenheit..

    Tragisch.

    Also ich kann der etwas zurückhaltenden Form mit dem Konjunktiv auch was abgewinnen. "mein ziel wäre...(...)"...

    Die Rückfallquote ist verdammt hoch. Man kennt sich zudem selber ziemlich gut - weiss, wie oft man zwar diese Idee hatte, sie jedoch nicht durchzusetzen vermochte. Der Konjunktiv drückt für mich somit die Angst vor dem Rückfall - die Angst vor Alkohol - aus.

    Angst kann durchaus eine wirkungsvolle Triebfeder sein. War sie für mich selber auch, am Anfang. Ich wollte nie wieder an meinen Tiefpunkt gelangen. (Schlaganfall)

    Das will ich zwar jetzt mittlerweile immer noch nicht, jedoch brauche ich nicht mehr die Angst zu Rate zu ziehen. Denn ich will gar nicht mehr trinken. Für mich ist Alkoholkonsumbereitschaft - tschuldige den Ausdruck - beinahe schon eine geistige Behinderung. Und die ziehe ich mir nie im Leben freiwillig rein.

    Cinderella... das liest sich alles wunderbar. Du hast alles, was Du brauchst für ein trockenes Leben. Du brauchst "nur" zuzugreifen, zu leben.... und Dich neu zu entdecken. Wirst sehen, Du triffst die beste Cinderella an, die Du je angetroffen hast, und wirst Dich auf der Stelle in sie verlieben. Und nicht mehr hergeben wollen. Weil... weil sie eben GUT IST. Saumässig gut sogar!!

    Hey, bin gespannt wie's sich bei Dir entwickelt.

    Wünsch Dir viel Kraft.

    Alles ist Liebe.

    Flo

    Salü Jasmin.

    Das hab' ich früher auch gesagt. Dass ich an Feiern sicher nicht nix trinken würde. Hierzu seien Feiern ja da, das täten alle.

    Es waren allesamt nur Erklärungen, damit ich hübsch weiter bechern darf.

    Das scheint ja sowieso ein Grundbedürfnis von Alkoholkonsumenten zu sein, sich zu erklären, warum sie jetzt da was trinken.

    Meine Werte waren auch stets in Ordnung. Trotzdem würde ich sagen, ich hab wirklich zu viel getrunken. Und ich, und mein Umfeld, wir haben allesamt dafür einen Preis bezahlt.

    Das ist weder schön, noch lebenswert.

    So wie Dein Partner argumentiert, ist es jetzt wohl bereits "zu spät". Er wird kaum "wenig" trinken können... respektive er kann das für eine gewisse Zeit, und dann gehts wieder von vorne los. Diese GARANTIE kann ich Dir zu 98% aussprechen. Also beinahe zu 100%. Es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Alkoholkonsument wieder bei der Menge angelangt ist, die er gewohnt ist/war, zu trinken. Nennt sich Suchtgedächtnis, und ist wohl einer der Hauptgründe, warum ein Alkoholiker die Fingerchen vom Alkohol lassen muss - für den Rest seines Lebens.

    Dein Partner weiss aber vermutlich gar nicht, wie schön ein Leben ohne Alkohol ist. Er sollte unbedingt herausfinden, warum er trinkt. Denn "Stress abbauen" kann man auf andere Weise besser.

    "Alkohol - die (vermeintliche) Lösung der Probleme, die wir ohne ihn nicht hätten"

    Gerne würde ich ihm von meiner Begeisterung, die ich jetzt nach über 20 Monaten neuen Lebens in Trockenheit erfahren habe, schenken. Denn wenn er diese erfahren würde, spüren würde, wüsste er: Diesen Scheissdreck braucht kein Mensch. Wirklich nicht. Alkohol nimmt nur weg, gibt nicht, unterm Strich gesehen...

    Aber eben.. das muss er alles selber erfahren wollen... leider...

    Zitat von Hartmut

    Hier tauschen sich bekennende trockene Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Eigentlich ein banaler Satz. Aber er schickt mich auf eine kurze gedankliche Reise.

    Denn ich habe mich eigentlich noch nie irgendwo dazu gezählt. Fühlte mich stets als Aussenseiter, als Randgruppe, als "nirgendwo wirklich dazugehörig", wenn es um Gruppen / Ansichten etc. geht. Als Gast, quasi.

    Das ist hier vielleicht zum ersten mal in meinem Leben anders. Ich fühle mich dazugehörig, als einen Teil von denen hier da. Von "uns".

    Ich glaube, das bin ich auch. Ein Teil dieses "uns"'es...

    Und das ist schön so. Fühlt sich wundervoll an. Ich bin gerne hier.

    Also da gibt es ja Parallelen zwischen Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit. Mir fehlt da die "psychologische Erfahrung", der Weitblick, insofern weiss ich jetzt gar nicht, ob es gut ist, wenn ich das folgende jetzt sag'. Ich sag's aber trotzdem.

    Wärst Du Alkoholikerin, würde Deine Geschichte - übersetzt - so aussehen:

    Du kommst hier im Forum an, teilst mit, dass Du Alkoholikerin bist. Du beschreibst, schilderst äusserst blumig und "lesenswert", dass Du so nicht mehr weiter willst. Dann werden Dir Ratschläge erteilt, mal besser, mal weniger gut, aber doch aufrichtig, und so ziemlich alle hier drücken dasselbe aus. Du sollst nicht mehr saufen, geh zum Arzt, mach' ne Entgiftung. All das unbequeme, "neue", anstrengende Zeug halt.

    Und was tust Du: Du findest "Ja, wenn ich das jetzt aber so und so mach', dann ist mein Zustand doch wieder erträglich.... ich ändere einfach meine Strategie"... aber wirklich ändern tust du das, worauf's ankommt, nicht. Du säufst weiter. Und schreibst dann wieder, wie leid Dir das tut, wie blöde Du bist, wie beschissen die Situation doch ist.

    Wärst Du Alkoholikerin, hätte man Dir dies längst mitgeteilt, dass Du wiederkommen sollst, wenn Du Dich dazu entschieden hast, etwas wirklich angehen zu wollen. Da nunmal die Teilnahme am Forum an eine Trockenheit / ernsthaft angestrebte Trockenheit gebunden ist.

    Wärst Du Co-Abhängig, würde Deine Situtation so aussehen:

    Du kommst hier im Forum an, teilst mit, dass Du einen Alkoholiker als Mann hast. Du beschreibst, schilderst äusserst blumig und "lesenswert", dass Du so nicht mehr weiter willst. Dann werden Dir Ratschläge erteilt, mal besser, mal weniger gut, aber doch aufrichtig, und so ziemlich alle hier drücken dasselbe aus. Du sollst Konsequenzen ziehen. Da Dein Mann weder Einsicht noch dauerhaft Besserung erfährt, gehen diese Konsequenzen halt leider genau dorthin, wo Du Dich nicht hinhaben willst. All das unbequeme, "neue", anstrengende Zeug halt.

    Und was tust Du: Du findest "ja, wenn ich das jetzt aber so und so mach', dann ist mein Zustand doch wieder erträglich. Ich ändere einfach meine Strategie"... aber wirklich ändern tust du das, worauf's ankommt, nicht. Du lässt weitersaufen, und lebst Deine Opferrolle weiter. Und schreibst dann wieder, wie leid Dir das tut, wie blöde Du bist, wie beschissen die Situation doch ist.

    Wärst Du Co-Abhängig, hätte man Dir dies NICHT mitgeteilt. Man würde Dir nicht sagen, dass Du wiederkommen sollst, wenn Du Dich dazu entschieden hast, etwas wirklich anzugehen. Weil man so mit Co-Abhängigen nun mal nicht umgeht. Nein.... die können bleiben, und im Grunde ihre Jahre in den Boden texten, ohne was zu ändern. ABER ES IST DEINE ZEIT, die Du da verschwendest.

    Ich bin eigentlich kein Brechstangen-Typ, und nicht wirklich Fan von harten Worten.

    Aber in Deinem Fall mache ich da - wenn auch ungerne - eine Ausnahme. Denn Dein "Fall", Deine Geschichte, die ist dermassen eindeutig für mich, dass es als Lesender beinahe weh tut. Sogar einem Alkoholiker tut das weh.

    Darum, ganz kurz: Bist Du Co-Abhängig?

    (hier abhauen gilt nicht, gell.. schon gar nicht wegen meinen Worten. Das täte mir SEHR leid. Denn hier ist ein guter Ort, mit dem korrekten geistigen Material um Dir zu helfen.)

    Ich habe das Gefühl, als würde ich heimlich planen. Tu ich das?

    Nein. Du stehst still und suchst nach Wegen, mit dem Ist-Zustand umzugehen. Also so liest's sich zumindest, was Du schreibst.

    Aber verständlich. Man muss ja irgendwie überleben.(Ist ja nicht gerade ein hoher Anspruch an Deine restliche Lebenszeit, grad mal so zu überleben. Da wäre mehr. Tic-tac...tic-tac..)

    Ich wünsch Dir viel Kraft, gesundes Selbstwertgefühl und ein besonnenes Köpfchen.

    Nachtrag: Guck mal den Faden hier von Kiwi an.....

    Kiwi76
    11. Juni 2021 um 19:29

    So geht Freiheit erkämpfen. Meinen tiefen Respekt an dieser Stelle sei ausgedrückt. Bravo.

    Cayenne... Du sagst "wir müssen weiter daran arbeiten".

    Frage: Wen meinst Du mit "wir"?

    Für mich sieht das eher nach "ICH muss weiter daran arbeiten" aus. D.h. es wird darauf hinaus laufen dass Du Dich selber kaputt machst. Weil ER säuft.

    Das ist kein Leben, Cayenne.... Und Du weisst das.

    Sei unbequem! Ziehe Deine Konsequenzen. Du darfst jetzt mal an DICH DENKEN. (und dementsprechend handeln)

    Ich gehe davon aus dass Dir Dein Psychiater/Psychologe dasselbe sagen wird.

    Einfach soviel (meine Meinung zumindest):

    Wenn Dir vorgeschlagen wird ,deswegen irgendwelche Medikamente einzunehmen, damit Du's aushältst:

    RENN WEG! GANZ SCHNELL!

    Weil das kann's nicht sein. Du würdest nur DEIN Leiden erträglicher machen. Dann leidest Du nur ein wenig weniger, damit ER ungehindert weitersaufen kann, und musst ebenso Substanzen zu Dir nehmen, die sich u.a. auf die Lebenserwartung auswirken.

    .... ist es möglich, einen Moment zu treffen, in welchem er noch nicht getrunken hat? Ein solcher Moment wäre gut, um das mal anzusprechen.

    Mach' Dir erst mal klar, was DU willst. (realistische Ziele)

    Sinne nach Möglichkeiten, wie die Erreichung dieser Ziele vonstatten gehen könnte.

    Diskutier' das mit Deinem Mann.

    Wenn er dabei ist, und das Problem einsieht: klasse, es kann los gehen.

    Wenn er es nicht einsieht: klasse, es kann losgehen.

    Wenn Du es nicht einsiehst: shit, da geht gar nix los.

    Du siehst: Du bist derzeit die einzige, die Dein eigenes Schicksal in die Hände nehmen kann und wird. Ändern willst Du sowieso was.

    Fragt sich nur noch: Wann wirst Du was auf welche Weise ändern?

    Salü Sunnyday

    Willkommen hier im Forum.

    Deine Geschichte liest sich so wie viele hier. Gut, hast Du Dich hier registriert.

    Es hat hier einige Betroffene, und ein Austausch mit ihnen, aber auch mit "uns" abstinenten/trockenen Alkoholikern kann Dir einige Fragen beantworten oder Sichtweisen aufzeigen sowie bestätigen.

    Du hast dies mit Deinem Mann thematisiert. Gut.

    Da er ebenso zu leiden scheint: Habt ihr schon mal das Thema Therapie angesprochen? Also professionelle Hilfe? Wie hat er darauf reagiert?

    Was denkt er, wo er steht?

    Ich frag' das alles, weil ein Alkoholiker ohne Einsicht zu gar nichts zu bewegen ist - alles leider Zeitverschwendung, getränkt in SEHR viel Leiden. (Beiderseits)

    Lieber Gruss

    flo

    Gibt es denn hier im Forum auch Leute, bei denen es auch ohne Trennung geklappt hat?

    Ich hab von einem einzigen Fall gelesen hier, ja. Das gib't tatsächlich. Allerdings war's nicht ein Betroffener, sondern ein Alkoholiker, der das erzählt hat. Er ist immer noch mit seiner Partnerin zusammen, wenn ich das richtig gelesen habe.

    ABER: er war einsichtig. ER hat das geändert, er hat sich seine Sucht eingestanden und DANN NICHT AUFGEGEBEN, sondern dies als (guten) Grund gesehen, sofort damit aufzuhören. Er hat's geschafft. (ich glaub es ist sogar jemand von den LZT's hier... ggf. wird er sich ja melden)

    Was aber wohl nirgendwo zu finden ist: Ein nicht-einsichtiger Alkoholiker, der offenkundig Alkoholiker ist, und der seinen Konsum nachhaltig in eine geordnete Bahn lenken konnte. Das wär auch für mich ein absolutes Novum.

    Darum: Gehe davon aus, dass Du die räumliche Trennung an die bereits geistig vollzogene Trennung anpassen musst. Die Emotionen werden es Dir schlussendlich zeigen dass Du richtig gehandelt haben wirst.

    Hast Du ihm schon gesagt, dass Du nicht so weiter machen möchtest/kannst?

    Also so unmissverständlich, sodass er gewusst hat, dass er jetzt die Beziehung auf's Spiel setzt?

    ja. es ist normal, dass derart kindische Spielchen (auto einschliessen) zu Rate gezogen werden. Das macht er, damit Du Dich so verhältst wie Du es getan hast. Du spielst brav mit. Gehst durch die Hölle - er weiss das - doch sein Alkohol ist ihm wichtiger. Sollte Dir zu denken geben. Das ist keine Liebe..

    A propos normal:

    aber es wäre auch normal, dass da bei der Betroffenen irgendwann genug ist, sie all ihre Ängste überwindet, und ihr Schicksal in positiver Weise für sich in die Hand nimmt und entscheidet.

    Wie geht das, dass er heult, und danach findet, er habe keine Probleme? Das ist ja nicht mal leugnen, das ist einfach nur noch kindisch.

    Lass das nicht mit Dir machen. Reagiere. Zu Deinem Schutz. Den brauchst Du dringender als Du Dir anscheinend bewusst bist.

    JETZT!

    ... und worauf wartest du jetzt genau?

    Denk daran, dies wird NIEMAND für dich tun können. Auch er nicht. Du bist die einzige, die hier für Dich entscheiden kann/wird.

    Lass Dich nicht hängen.

    Heeeeyyyy... Petter.... das is' ja voll der Brüller... freut mich RIESIG für Dich !!

    Fünfzehn Jahre... 5zehn....fünf10.... f.ü.n.f.z.e.h.n'chen..... krassjamin, Alter..

    Das ist ne richtig lange Zeit.... ich hab grad mal einen Zehntel davon zusammen.. also am 14. Juni dann... :)

    Feier' Dich...

    Joschi : das mache ich ähnlich, mit dem Notfallkoffer. Der kommt zwar selten zum Zug.. vorher läuft das erst mal so ab:

    1: Der Gedanke "trinken" kommt in irgendeiner Form in meinem Gehirn an.

    2: Ich lasse ihn zu, mit einem Schulterzucken. Denn: Ja, ich möchte jetzt grad trinken. Aber ich hab's mit mir schon zig mal durchdiskutiert, immer mit demselben Ergebnis: ich werde nichts trinken. Somit bleibt der Gedanke das, was er ist: Eine Erinnerung an eine starke Gewohnheit von früher - mehr nicht. Und dieser Gedanke beginnt mich zunehmend (und absichtlich) zu langweilen.

    Erst wenn Punkt 2 nicht greift, kommt das "was wäre wenn" Spiel. Und dieses gewinne ich sowieso.

    Was ich NICHT tue: Ich weise den Gedanken nicht ab, versuche ihn "abzutöten", "abzustellen".. nein, den lasse ich kommen, und durch mich hindurchdenken, bis er von alleine wieder geht. Ohne Druck, ohne Schubbsen, ohne nix.

    Damit verhindere ich, dass ich da etwas aufstaue, was dann beim nächsten Mal heftiger kommt.