Beiträge von Twizzler

    Schlag ihm doch einfach mal Meetings im online Format vor. Einige shg's bieten dies seit corona an und sind auch dabei geblieben.

    Dann sucht er vielleicht schon mal ganz anders im Netz als wenn er sich auf ein forum konzentriert.

    Edit: gibt es übrigens auch im e-mail Format. Da kann man ei fach entweder nur lesen oder auch ab a und an über sich schreiben.

    Hallo Berta,

    1 1/2 Jahre Rückfall sind eine sehr lange Zeit. Hab Geduld mit dir. Du weisst, dass es möglich ist zufrieden trocken zu sein.

    Nach meiner zweijährigen "Trockenheit/Saufpause" vor vielen Jahren, musste ich erstmal sechs lange Jahre weitertrinken.

    Das erste Jahr in Trockenheit war hart für mich. Ständige Müdigkeit, wiederkehrender Suchtdruck etc.

    Aber nach und nach stellte sich auch Stolz ein. Ich wurde ruhiger und hatte auch wieder Spaß an Dingen ohne Alkohol.

    Der Körper und vor allem die Psyche arbeiten gerade mit Hochdruck in dir. Das dauert seine Zeit.

    Ich wünsche dir Geduld und gute Gedanken.

    Kennst du noch die Halt-Regel?

    Die hat mir am Anfang so unglaublich geholfen.

    Niemals zu

    H ungry

    A angry

    L onley

    T ired

    sein.

    Genug essen und alkoholfreies trinken hat mir vor allem sehr geholfen. Mit vollem Magen wurde der Suchtdruck kleiner.

    Die Kilos die dann erstmal draufwanderten waren mir egal. Daran habe ich angefangen zu arbeiten , als die erste schlimmste Zeit bzgl Suchtdruck vorbei war.

    Viele Grüße

    Twizzler

    Aber die die Kraft haben es zu wollen brauchen kaum Hilfe, Anleitung dort hin zu kommen ist das was in meinen Augen Sinn macht, denn von alleine schaffen es diese kranken Menschen nicht!

    Ich bin jetzt seit mehr als 2 1/2 Jahren trocken und brauche weiterhin hilfe. Denn ich habe die krankheit des vergessens. Ich lese in diesem forum, gehe in shg's und verbinde mich mit anderen trockenen alkoholikern. Diese hilfe werde ich auch mein leben lang benötigen.

    Vielleicht hast du schon mal den Spruch gehört: nur nicht trinken reicht nicht.

    Trocken werden ist ein Prozess. Es bedarf viel Arbeit an sich selbst und seinem Umfeld. Meine Trockenheit ist mir nicht zugeflogen, ich habe dafür gearbeitet heute zufrieden und glücklich abstinent zu sein. Und ich arbeite weiterhin daran.

    Den Wunsch dort hin zu kommen, konnte mir aber niemand anders geben. Das musste ich für mich ganz alleine erkennen.

    Das eben zitierte ist mir auch in dem anderen thread ins Auge gefallen. Dazu möchte ich dir gerne sagen: du könntest den besten Arzt der Welt nehmen. Auch dieser wird einen alkoholiker nicht vom Alkohol losbekommen, wenn der Patient es nicht möchte.

    Es liegt nicht an den Therapeuten oder Ärzten. Es liegt am alkoholiker. Da kannst du dir ein Bein ausreissen, es bringt gar nichts.

    Was dir bewusst werden sollte ist, dass du ebenfalls krank bist. Bei deiner Frau ist es der Alkohol, bei dir ist es deine Frau. Du erwartest, dass deine Frau etwas ändert. Was bist du bereit zu ändern bzw an deiner Krankheit zu arbeiten.

    Das musst du übrigens nicht mir beantworten, sondern nur dir selber.

    Doch Schratte, das Recht hat sie. Sie darf mit ihrem Leben anfangen was sie möchte.

    Du hast aber das Recht zu sagen, dass du dich nicht mehr einschränken lassen möchtest, und du darfst gehen und dein selbstbestimmtes leben führen.

    Jeder darf leben wie er möchte, muss aber halt nun mal mit den Konsequenzen leben.

    Hallo Luna,

    vielen Dank für deinen Bericht, der bestimmt nicht einfach zu schreiben war. Ich hoffe auch, dass ihn viele lesen und etwas davon mitnehmen können.

    Nur eine Idee an die Mods:

    Diesen Beitrag könnte ich mir sehr gut als angepinnt im Vorstellungsbereich vorstellen. Vor allem als Warnung für alle, die einen kalten Entzug starten wollen.

    Vielleicht kann man ihn dorthin ja auch kopieren?

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Das interpretierst du richtig. Ich war noch in der Phase eine Entscheidung zu Fällen, während er sie getroffen hat. Ich denke aber, meine Entscheidung wäre genau die gleiche gewesen.

    Meine sponsorin hat zu dem Thema zu mir gesagt, dass selbst wenn ich den Kontakt jetzt beende, nichts davon in Stein gemeißelt ist. Vielleicht kann ich in einigen monaten/Jahren wieder Kontakt aufnehmen, weil ich mich dann soweit verändert habe. Vielleicht aber auch nicht.

    Wichtig für mich dabei ist nur: was tut mir gut und was eben nicht?

    Eine gesunde selbstliebe für mich zu entwickeln um nicht in einer krankhaften Beziehung zu verweilen.

    Genau ins Detail kann ich leider nicht gehen. Aber er hat eine sehr genaue Meinung, warum ich die Pause wollte. Das ist nur ein Aspekt von vielen ist, weiss er nicht. Er ist von einer Sache die ich vor einigen monaten gesagt habe sehr verletzt.

    Er hat mir einfach Dinge erzählt, die wie ich finde, nicht für die Ohren der Tochter bestimmt waren. Es ist alles wirklich sehr verstrickt. Und genau darum ist es für mich auch besser keinen Kontakt zu haben.

    Es war einfach keine gesunde Vater-Tochter Beziehung.

    zu sehr haben mich seine Eskapaden belastet, an dieses Gefühl der Hilflosigkeit kann ich mich leider nur zu gut erinnern.


    Am Ende habe ich nie wahrgenommen, dass ich ihm irgendetwas bedeute. Seine Bedürfnisse standen immer an erster Stelle.

    Sehr ähnlich fühle ich mich in meiner beziehung zu meinem vater auch.

    Vor drei Monaten hatte ich eine Pause erbeten, vor einem Monat hat er diese Pause quasi mit einem kontaktabbruch kurz beendet.

    Es tut mir nach wie vor weh, aber ich weiss, dass es das richtige ist. Diese Beziehung war belastend für mich.

    Jada , so etwas darf auch weh tun. Immerhin ist es ein Elternteil. Dennoch möchte ich mich auch vor negativen Gefühlen schützen.

    In mir gibt es das Gefühl des Schmerzes aber auch ebenso das Gefühl der Erleichterung. Und der Schmerz wird immer etwas weniger.

    Hallo Lulu,

    Als ich damals noch getrunken habe und dazu noch im höchsten Maße co-abhängig war, habe ich meiner Therapeutin genau diese Frage gestellt. Warum gerate ich denn immer an solche Männer?

    Ihre Antwort war: weil Sie genau nach solchen Männern suche um ihre eigene Krankheit ausleben zu können.

    Ich meinte dann, dass diese Männer doch kein Schild auf der Stirn kleben haben "ich saufe, ich bin aggressiv".

    Aber heute mit klarem Kopf kann ich sagen, daß sie absolut recht hatte. Diese Männer, und nur diese Männer, haben etwas ausgestrahlt, was ich sehr anziehend fand und sie fanden mich aus dem gleichen Grund anziehend. Weil sich unsere Krankheiten wunderbar miteinander ergänzt haben.

    Erst als ich mich langsam auf den Weg der Genesung gemacht habe, konnte ich dieses kranke Muster erkennen.

    Und ich musste vor allem eines lernen: glücklich alleine zu sein. Ohne Partnerschaft.

    Vielleicht magst du dich ja auch weiterhin mit deiner Krankheit co-abhängigkeit auseinander setzen. Dann wirst du sehr viele Muster erkennen können.

    Du machst gerade alles richtig. ❤️

    Liebe Yuna,

    Vielleicht schaffst du es, deinen Blick etwas von ihm weg- und auf dich hinzulenken. Mitgefühl mit dir selbst zu haben, für all das was du die letzten Jahre ertragen hast.

    Ich höre sehr oft vom kleinen Kind in mir selber. Und das Kind in dir darfst du jetzt mal fest in den Arm nehmen und ihm sagen, dass es jetzt eine große Chance hat frei zu werden.

    Du hast deinen Mut zusammen genommen und bist gegangen. Und das ist das beste was du für dich und dein Kind tun konntest. Ihr habt jetzt die Möglichkeit frei zu werden. Frei von Manipulation, frei von Beschimpfungen und Vorwürfen.

    Er muss dir nicht leid tun. Denn erst hat sein Leben selber in der Hand. Es liegt an ihm, heute zur Suchtberatung zu gehen und sein Leben zu ändern. Er will es aber nicht. Es ist sein selbstgewählter Weg. Das muss aber nicht dein Weg sein. Du darfst die Verantwortung für dich und dein Kind übernehmen und selber über deinen weiteren Weg entscheiden.

    Das leben an seiner Seite, würde dich immer weiter mit in den Abgrund ziehen.

    Sei stolz auf dich, dass du den Weg aus diesem Kreislauf gefunden hast.

    Alkoholismus betrifft niemals nur den alkoholiker alleine. Es betrifft auch immer sein nahestehenden Umfeld. Und die gehen mit dem alkoholiker zusammen unter.

    Fühl dich mal gedrückt.

    Ich wünsche dir, dass du jetzt erst einmal Ruhe finden kannst. Dass du dich abgrenzen kannst.

    Blockiere ihn zur Not erstmal überall, damit er dich nicht überreden kann zurückzukommen.

    Hallo caro,

    Herzlich willkommen hier und vielen Dank für deine Offenheit.

    Es ist super, dass du dich getraut hast, deine Geschichte hier nieder zu schreiben. Denn ab jetzt bist du mit deinem Problem nicht mehr alleine.

    Meine persönliche Meinung dazu: es ist nie zu spät sich aus solch einer Beziehung zu lösen und ein glückliches und freies Leben aufzubauen.

    Es gibt für alles Lösungen.

    Du musst es aber wollen und auch bereit sein.

    Hier wirst du sehr viele ähnliche Geschichten finden.

    Komm in ruhe an und fühle dich verstanden.

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Hallo Flower, das klingt nach schrecklichem psychoterror. Hast du vielleicht die Möglichkeit bei deinem Kind im Zimmer zu schlafen? Hast du die Befürchtung, dass er aggressiver wird?

    Falls dem so sein sollte, bitte nicht zögern die Polizei zu rufen.

    Hallo Be_happy,

    Ich hatte auch wahnsinnige Angst damals. Als wenn meine komplette Lebensfreude am Alkohol hing. Das ist natürlich Quatsch. Heute weiss ich das. Aber damals wusste ich nicht, wie ich je wieder schön leben sollte ohne meinen Stoff.

    Das kam erst mit der Zeit.

    Gerade im ersten Jahr hat sich so unglaublich viel und schnell verändert. Diese Entwicklung zu sehen war für mich richtig schön.

    Je mehr Tage vergingen, desto leichter wurde es für mich.

    Und was ich an Lebensqualität geschenkt bekommen habe ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Es ist tatsächlich für mich wie mein zweiter Geburtstag. Der Tag, an dem ich endlich wieder anfangen durfte zu leben und zu fühlen.

    Ich kann mir gut vorstellen wie es dir geht. Mir tut es auch um viele Dinge leid, die ich in der Vergangenheit nicht gemacht habe, weil ich zu sehr mit dem saufen beschäftigt war.

    Aber der Blick zurück bringt mich nicht vorwärts. Ich lebe jetzt und kann heute beeinflussen.

    Wie ich es hier schon manches Mal gelesen und bei den AA oft gehört habe:

    Das Leben sollte rückwärts verstanden aber vorwärts gelebt werden.