Beiträge von Sensual

    Hallo achelias,

    ich denke nicht, das es Dir an Empathie fehlt. Das mal vorweg. Ich denke vielmehr, jeder macht auf seine Art einen gewissen Prozess durch. Ich stand dem Thema oder besser meinem nassen Alkoholiker vor wenigen Monaten auch noch ganz anders gegenüber. Ich klebte förmlich an der Hoffnung, irgendwann wird alles gut werden und wir glücklich. Ich habe vieles relativiert und Verständnis aufgebracht, war er doch der arme Kranke. Ich wollte die Sucht verstehen, um ihn zu verstehen. Aber war oder ist das wirklich Aufgabe des Nicht-Süchtigen? Ich denke, das habe ich für mich falsch verstanden, unwissend, was da eigentlich wirklich auf mich zu rollte. Vllt auch weil er einsichtig war, bereits vor unserer Zeit eine LZT hinter sich hatte etc. Wobei ich auch hier mittlerweile so meine Zweifel habe, ob dies der Wahrheit entspricht, aber gut. Bisschen Werkzeug-Koffer / Bausteine waren da zwischenzeitlich vorhanden.

    Man wird auch derart vernebelt und eingelullt. Zumindest beherrschte meiner das erstklassig. Ich habe vertraut, glauben wollen und die Hoffnung nicht aufgeben. Zusehend wie dieser Mensch sich von Suff zu Suff mehr und mehr zu einer narzisstischen Persönlichkeit entwickelte. Und auch hier ist meine Sicht jetzt eine etwas andere…ich glaube, wenn sich derartige Züge im Suff zeigen, sind die in dir verborgen, auch ohne Sucht. Und meine Erfahrung ist, auch wenn er abstinent lebt, irgendwann trocken sein sollte, er wird nicht mehr der, der er mal war bzw den ich glaubte zu kennen.

    Ich weiß nicht, ob es zum trockenen Leben dazugehört oder auch wichtig ist, sich der Vergangenheit und der Wahrheit zu stellen, ehrlich mit sich selbst zu sein, sich für Gesagtes und Getanes bei den Menschen zu entschuldigen, sofern sie es überhaupt noch zu lassen. Mir kommt da der Gedanke „Frieden mit der Vergangenheit schließen“, um mit weniger Schuldgefühl ins „neue“ Leben gehen zu können.

    Er hat seine Ego-Tankstelle, seine perfekte Co. Jetzt erst begreife ich, wieso die mich und die Beziehung nie ernst genommen hat. Für sie hat er sich zusammengerissen etc. Heute blicke ich das alles, aber es hat echt seine Zeit gebraucht die Hoffnung und die Illusion los zu lassen.

    Ich bin kein Opfertyp, war ich nie, mich macht das fuchsig. Ich bemitleide mich auch nicht selbst. (Ok, selten), mich interessiert schon, welches meine Anteile daran waren dieser regelrechten Verkümmerung und Demütigung gefolgt zu sein und mich nicht habe trennen können. Das ist MEIN Anteil. Es gibt immer einen der macht und einen der machen lässt. Da muss man hinschauen. Wieso können Grenzen so übergangen werden, woran genau hält man fest etc… das ist wie o.g. ein ganz individueller Prozess, der möglicherweise für die Seite des Alkoholikers ebenso schwer nachvollziehbar ist wie für einen Angehörigen die Sucht.

    Wie man deutlich erkennt, sind Ausnahmefälle in denen eine Beziehung standhält eine arge Seltenheit. Jeder wünscht sich ein solcher Ausnahmefall zu sein…

    Ich bin noch immer am Wunden lecken, habe oft noch fassungslose Momente, sehe die Tatsachen aber so viel klarer und auch die gesamte Beziehung. Eine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker hat mit Liebe nichts mehr zu tun. Meine Erkenntnis. Das anzunehmen tut unwahrscheinlich weh.

    Jupp, der Klassiker! Obwohl er schwarz auf weiß hatte, was er gesagt bzw geschrieben hat. Auf die Frage „Kann man von dir nicht mal eine Entschuldigung für Dein Verhalten und Deine Beleidigungen erwarten?“ kam nüchtern die Antwort „Wann habe ich Dich bitte je beleidigt und gemacht habe ich auch nichts!“

    Chapeau!!!!

    Es wurde immer, wirklich immer so getan als sei nichts gewesen, als hätte er nichts getan etc. Wollte ich eine Aussprache war er wieder plötzlich krank, sagte kurzfristig ab oder fing wieder das Saufen an! Ich bin so froh all das nicht mehr in meinem Leben zu haben. Und so leid es mir tut…ich rechtfertige und entschuldige auch nichts mehr mit der Sucht! Das ist kein Freifahrtsschein derart Menschen zu terrorisieren, zu manipulieren, zu belügen, zu betrügen usw..! Was für Rechtfertigungen und Entschuldigungen man sich doch sucht und zurecht legt, um sich die Ist-Situation schön zu reden und um an der Hoffnung kleben zu bleiben…so erging es mir zumindest. Jetzt bin ich wach, sehe klar, bin wieder vollkommen bei mir…und wünschte, ich wäre ihm niemals begegnet. Traurig, aber wahr.

    Erik, wichtig ist, was für DICH richtig ist!!!! Alles andere ist nonsense…ganz vllt kannst du ihn damit in die richtige Richtung weisen, aber sollte das nicht eintreffen, kannst du dich anders lösen!


    Ich hatte heute quasi eine Art Erleuchtung. Durch seinen wiederkehrenden Narzissmus, von dem ich dachte, den gäbe es nur, wenn Atü im

    Blut sind, hat mir eine Situation heute sehr verdeutlich und die Schotten von den Augen fallen lassen…er ist auch nüchtern so boshaft und ekelhaft! Für mich heute wie ein Befreiungsschlag, ich kann dieses Gefühl und die innere Ruhe gar nicht in Worte fassen. Es hat mich zum ersten Mal nicht getroffen! Ich habe letzte Konsequenzen gezogen, den restlichen Schrott vor die Tür gestellt und lasse all das Leid, den Mist im alten Jahr. Du glaubst nicht, wie dankbar ich für dieses Gefühl heute bin. Wohlwissend, es kann mich wieder einholen…aber es gibt weder ein Zurück, noch eine Freundschaft. Ich möchte mit diesem toxischen Menschen rein gar nichts mehr zu tun haben. Das kann ich heute zum ersten Mal aus vollstem Inneren aussprechen und auch so meinen. Ohne Wehmut, ohne Tränen…

    Ich wünsche einem jeden von uns die innere Befreiung und einen guten Start ins neue Jahr!

    Schön, dass es Euch hier gibt!

    Ich hab mir darüber schon viele Gedanken gemacht. „Es ist ja eine Krankheit, und wenn er jetzt Alzheimer hätte, würde ich auch auf ihn aufpassen.“

    Würde ich. Aber ehrlicherweise geht das auch nur bis zu einem bestimmten Punkt.

    Ich stelle mir aber auch die Frage, inwieweit ich jemandem die Verantwortung für sein Leben überlassen darf, der diese Verantwortung gar nicht zu 100% übernehmen kann?

    Ober baue ich mir da nur eine Hintertür für mich selbst?

    Hallo lieber Erik,

    Ich war ebenfalls Angehörige eines depressiven Alkoholikers. Wir sind bereits getrennt, er war zwar irgendwie einsichtig, hat Therapien und Entzüge hinter sich, aber ich sah nur, es wurde schlimmer und schlimmer. Noch immer bewegt sich dieser Mensch in seiner Opferrolle…sie suchen oft die Schuld woanders, finden Gründe um trinken zu müssen und am Ende sind sie das arme Lämmchen. (Verzeih, aber in mir stecken noch so viele Emotionen was diese Beziehung und den Kerl angeht).

    Ich dachte all die Zeit, ich sei stark, ich kann differenzieren..er ist doch so ein guter Mensch…Erik, ich würde dir gerne Hoffnungen machen können, aber eigentlich will ich dir klar und direkt sagen „LAUF!!!“ es wird nichts besser! Und ehe du dich versiehst, liegst du auf dem Boden.

    Ich bin noch immer dabei mich wieder aufzusammeln, zusammenzukleben. Mich hat es erst nach der Trennung umgehauen! Aber so richtig.

    Lass das nicht zu! Tue Dir das nicht an!

    Ich wusste nicht, wie hart es ist, sich selbst zu vergeben. Vergeben, all das zugelassen und mitgemacht zu haben…Liebe, Freundschaft…Erik, Du bekommst am Ende nichts zurück. Gar nichts!

    Die vermeintlich „beste“ Freundin meines Ex unterstützt ihn unterschwellig bei seiner Sucht. Sie hat er immer geschützt, auf Händen getragen…heute verstehe ich weshalb. Eine bessere Co wird er niemals finden! Und jetzt machen sie einen auf Happy Family..beide sind derart krank, jeder auf seine Art!

    Ich konnte nur endgültig den absoluten Kontaktabbruch vollziehen, damit ich wieder heilen kann.

    Was hat mir meine Loyalität, meine Hoffnung und meine tiefe Liebe gebracht?? Nichts außer Leid, Schmerz, tiefe Verletzungen, Verlust des Selbstwertgefühls, Verlust von Vertrauen usw…

    Ende vom Lied: ich befinde mich nun in professioneller Hilfe, da ich davon richtig einen wegbekommen habe. Während der Beziehung hatte ich bereits einen Therapeuten, auch wenn der alles schlimmer gemacht hat bzw überhaupt keine Stütze für MICH war. Lass das bitte nicht so weit kommen. Ich wünsche das niemandem.

    Bzgl deines Zitats, es ist eine Krankheit, bei Alzheimer würde ich ja auch helfen…nun. Dieser Vergleich hinkt gewaltig…ein Alkoholiker KANN sich selbst helfen, Hilfe bekommen, wenn er es denn will! Und genau da liegt der entscheidende Faktor…

    Herzlichst,

    Sensual

    Guten Morgen Stern,

    Schöner und zugleich trauriger Post. Auch meine Gedanken kreisen trotz der Trennung immer immer wieder darum. Geht es doch einfach nicht in meinen Kopf.

    Ich versuche zu verstehen, irgendwie begreifen zu können, was Alkohol mit einem Menschen anrichten kann. Mir fehlen Antworten, die ich von ihm nie bekommen werde. Immer wieder taucht die Frage auf, hat er jemals wirklich so empfunden, wie er mir zeigte und sagte? Wollten wir jemals das Gleiche? Oder war ich nur eine Art Notanker? Oder der Wunsch nach etwas Normalem, es endlich zu schaffen? Nur was hat er dafür getan?…Getrunken, immer und immer wieder…trotz Einsicht und Therapien zuvor, trotz Entzugsklinik…alles wurde schlimmer und der Mensch war nicht mehr der, den ich mal kennenlernte. Plötzlich ist alles anders, nichts mehr wie es mal war. Gepaart mit der Depression…wir konnten immer über alles reden, doch mehr und mehr war kein rankommen mehr an ihn. Er hat sich bis heute verschlossen. Bis heute keine Erklärungen für etwaiges, was mich zutiefst verletzt hat, warum er das getan hat etc. Ich muss mir selber sagen, es hat nichts mit mir zu tun. Ich trauere noch immer um den wundervollen Menschen, der irgendwo in ihm vergraben ist. Ich denke jeden Tag an, vermisse ihn, den Menschen.

    Und dennoch ist es ein Stück leichter für mich, da ich das mögliche Elend nicht mehr erleben muss bzw. nicht mehr am verzweifeln bin, wie die Beziehung weitergehen soll…

    Diese Erfahrung sitzt so tief…gerade in der jetzigen Zeit, stimmt es mich sentimental.

    Trotzdem dreht sich das Leben weiter, wissentlich, es wird eines Tages wieder Gutes passieren und ich wieder aus dem Bauch heraus glücklich sein. Ich wünsche mir, ich kann eines Tages auf die Narben meiner Seele blicken ohne zu weinen, ohne diesen Schmerz.

    Ich wünsche allen die Kraft und den Mut zu heilen, zu verarbeiten, irgendwann wieder frei in der Seele zu sein. ❤️

    Liebe Helena,

    Bei allem Verständnis, dass du ihn nicht hängen lässt…ich wünsche dir von Herzen, Du verrennst Dich nicht dabei. Der Mann gehört ins KH auf Entzug!!! Sofern er denn will…wie willst du ihn denn mit der Promilleanzahl zur Suchtberatung bewegen?! Unabhängig davon, dass er das offenbar auch gar nicht will…

    Er ist nicht versichert? War er nicht erst kürzlich im KH wegen des Darmverschlusses oder habe ich das falsch verstanden?

    Gib acht auf Dich! Auch wenn du hier relativ stark und gefasst wirkst…du kannst nur Dir selbst helfen.

    Alles Gute!

    Guten Morgen Schmetterling,

    Bitte glaube mir, ich bin alles andere als ein Pessimist. Was du gerade beschrieben hast, kenne ich beinahe zu 100%!!! Außer die Art, wie er seine Sucht verharmlost und Dich damit in die Irre führen will. Meiner war immer einsichtig, hat viele Tränen gelassen und beteuert, er will da raus. Aber wirklich darüber reden, wie jetzt der Weg da raus aussieht, Entschuldigungen für das, was vorgefallen war…Fehlanzeige!

    Wie du an seinen Aussagen erkennen kannst, für IHN gibt es kein Problem. Bzw wenn bist Du für ihn das Problem, denn du „störst“ seine Sucht. Somit kannst du dir sicher sein, der nächste Absturz kommt garantiert, leider.

    Seine kurze Zündschnur und schlechte Laune hängt sicher mit dem Entzug zusammen. Hatte meiner auch immer, er hat mir offen gesagt, das hängt mit Entzug und Saufdruck zusammen.

    Lieber Schmetterling, deine Wahrnehmungen sind DEINE, auf die kannst und solltest Du immer vertrauen und dein Innerstes, wie du traust dem Ganzen nicht, sagt dir die Wahrheit! Ich bin alles andere als ein Pessimist, jedoch kenne ich dieses Verhalten und „Beruhigen“…das ist auf Kurs halten bzw bringen, nichts anderes. Zumal deiner ja meint, kein Problem zu haben. Er ist nicht einsichtig!!

    Ich kann dich so so gut fühlen. Du fühlst dich nicht gehört und nicht gesehen von ihm..er spielt alles runter und wird dann noch so blöde…er rennt vor sich selbst weg, will es nicht sehen, will seine Ruhe.

    Auch wenn wir hier „nur“ virtuell sein können, Du bist nicht allein Schmetterling. Weder mit Deinen Gedanken, noch mit Deinen Gefühlen.

    Ich weiß wie schmerzhaft und unbegreiflich das Alles ist… ich habe meinen zum Ende überhaupt nicht mehr wieder erkannt. Er ist fast ein Fremder.

    Du kannst dir dieses Leid nur ersparen, wenn du klare Konsequenzen ziehst, für dich! Du tanzt nur um ihn herum, fragst dich, ob du überhaupt noch was ansprechen sollst…das ist keine Partnerschaft. Mit einem Alkoholiker dreht sich alles nur um ihn, seine Befindlichkeiten und die Sucht.

    Leider kann die größte liebe ihn nicht retten, etwas ändern…das muss er ganz allein erkennen und dann ins Handeln kommen.

    An meinem siehst du, was es sogar bedeuten kann, WENN er einsichtig ist. Das war er die Jahre vor mir auch schon, kämpft seit langer Zeit gegen die Sucht, um ihr dann wieder zu verfallen…ich wünschte, ich wäre gegangen und hätte nicht gewartet, bis er es tut bzw hätte mich nicht einfangen lassen sollen. Auch wenn ich weiß, er hatte ebenfalls die Hoffnung es zu schaffen.

    Weißt du, manchmal denke ich immernoch, wenn er es wirklich schafft, können wir sehen, ob wir wieder zueinander finden…er ist nur ein anderer Mensch. Das hat das Gift aus ihn gemacht. Ich weiß nicht, wer er ist, wenn er irgendwann über den Berg ist…wenn…

    Wichtig ist, loslassen. Nur wer Altes loslässt, kann Neues empfangen. Ob dieser Mensch es dann irgendwann wieder ist, steht in den Sternen.

    Du aber Schmetterling musst zuerst Dir wieder vertrauen! Bleib weiter bei Dir. Taten sprechen mehr als Worte! Er kann Dir noch so viel erzählen, schau auf das, was er tut! Wenn er für sich etwas ändern will, wirklich einsichtig ist, was er nachdem, was du schilderst, absolut nicht ist, denn er meint ja, einfach aufhören würde reichen…dann kannst du ihm höchstens Unterstützung dabei anbieten, wenn er es denn möchte. Tut er all das nicht, bleibt dir nichts als das zu akzeptieren und deinen Weg zu gehen-ohne ihn. Für Dich wird er nichts ändern, würde auch nichts bringen.

    Ich wünsche Dir eine große Ladung Vertrauen in Dich selbst. Lass Dich vor lauter Liebe nicht verunsichern, traue dem, was du siehst und fühlst und stelle vor allem Dir die Frage, was willst du! Schreibe es auf, schreibe auf, was du fühlst, was dich verletzt, was das alles mit Dir macht. Dies kann auch helfen, wenn du mal wieder verunsichert bist.

    Es tut mir schrecklich leid, wie hilflos und leer du dich fühlst…ich kenne das sehr gut und bin auch nach der Trennung noch immer nicht wieder die Alte.

    Ich umarme Dich fest aus der Ferne! Und wann immer Du Dich einsam, hilflos oder sonst wie fühlst…komme hier her. Wir sind da! ❤️

    Ich verstehe deine totale Verzweiflung, deine Sorge und Angst….um dich, um ihn, um euch.

    Wie du geschrieben hast, war euer Gespräch heute morgen „gut“, er sieht alles ein…meinst du, du wirst morgen etwas anderes hören? Auch die Hoffnung dahingehend verstehe ich sehr gut.

    Aus jetziger Sicht, hätte ich mir für mich gewünscht, meine Liebe für den Mann beiseite zu schieben, mich mehr zu lieben und eine Konsequenz gezogen zu haben.

    Alles andere macht Dich nämlich nur noch kaputt. 😔

    Liebe Helena,

    Selbst wenn er mit dir einen Plan bespricht, welche Ernsthaftigkeit hätte dieser?! Wie lange glaubst du, wird dieser verfolgt?

    Dieser Mensch muss dringend in ärztliche Behandlung, wenn es überhaupt irgendwann einen Plan geben soll.

    Verzeih, wenn ich dir das so direkt vor den Latz knalle, aber du drehst und wendest Dich mit ihm, was ich absolut verstehen kann. Ich habe mich auch auf jedes Gespräch eingelassen und was hatten wir alles für Pläne etc… Es ist nichts passiert! Nur nicht mehr trinken wird nicht reichen…

    Liebes, natürlich schiebt er dir SEINEN Part in die Schuhe! Hat meiner auch versucht, glaube sogar, die glauben sich das selber. Auch daran siehst du…sie stellen sich nicht der Wahrheit, nicht ihrer Wahrheit. Denke Schuldgefühle, Selbsthass und Scham spielen da ebenfalls eine gewaltige Rolle.

    Sowas äußerte mein Ex immer und immer wieder.

    Auch diese Wut, die sich gerade jetzt packt, kann ich soooo gut nachempfinden. Ich habe mich auch gefragt, was er wohl seiner „besten“ Freundin und anderen erzählt haben wird…schließlich hat er mir ja auch das ein oder andere von den Frauen vor mir erzählt…immer wieder gesagt, er möchte nicht, dass noch eine Partnerschaft daran zerbricht etc.. tja, nur wirklich was dagegen getan hat er nicht.

    Als er in der Klinik zum Entzug war, wusste ich schon, er wird nichts ändern. (Dies war nicht sein erster Entzug, er kämpft seit mehreren Jahren gegen Sucht und Depressionen, inkl Tagesklinik, Langzeittherapie etc…) er hat selbst dort dermaßen von sich und seinem Problem abgelenkt, als würde es nicht existieren. Die klassische Flucht!

    Ich weiß, es ist in der Theorie viel so leicht gesagt, aber ein Kranker kann dich nicht kränken!

    Du siehst, er sucht Punkte, die dich triggern, um dich auf Spur zu bekommen! Du bist aber stärker!

    Auch hier kannst du im Grunde die Geschichte mit der „Neuen“ bereits zu Ende schreiben…es wird sich nichts ändern!!!! GAR NICHTS!

    Weil er für sich noch immer nichts begriffen hat!

    Ich frage mich die letzten Tage immer häufiger, ob diese Art Eingeständnisse, der Wahrheit ins Auge blicken, sich vielleicht sogar irgendwann dafür bei den Angehörigen zu entschuldigen, für das, was sie einem während ihrer nassen Zeit angetan und zugemutet haben, zum Trocken werden / sein dazu gehört. Tut man dies nicht, lastet das nicht ewig auf einem?

    Wir alle sind Menschen und machen Fehler, egal ob krank oder gesund. Aber ich könnte niemals damit leben, wenn ich einen Fehler gemacht habe oder einem Menschen etwas angetan habe, ohne mich je dafür in aller Form zu entschuldigen.

    Hmm…ich werde diese Erkrankung und das, was sie aus einem macht einfach nicht begreifen…

    Oh Liebes…als ob der Schmerz noch nicht gereicht hat. 😔

    Es tut mir unglaublich leid, dass nun auch noch durch diesen musst. Das ist hin und wieder auch meine Angst. Das dies der wahre Grund für seine Trennung war bzw er bereits eine Neue kennenlernt….aber weißt du…ich bin mir sicher, viel verändert wird sich nicht haben. Mir kommt eher der Gedanke der Flucht, sich nicht stellen wollen. Ich weiß, das nimmt dir den Schmerz in keinster Weise, zumindest noch nicht.

    Er wird nicht fähig sein für eine andere Frau da zu sein. Weder sie, noch Du kannst ihm helfen. Von einer Beziehung in die nächste zu rennen, hinzukommt sein Gesundheitszustand…was soll dabei rauskommen?! NICHTS!

    Was er dir gesagt hat, ist nicht nur respektlos, sondern sicher auch wunschdenken…wie du bereits sagtest…sie kennt ihn nicht!

    Lass ihn los Liebes! Schau genau hin, was er auch jetzt wieder mit Dir tut….er hat Dich immer gut behandelt? Da bist du dir ganz sicher?

    Dennoch verstehe ich sehr gut, dass du weiterhin an deiner, eurer Liebe festhalten willst, nicht annehmen und begreifen kannst, das all dies vorbei sein soll… ich ertappe mich auch immer wieder dabei. Fragen werden mehr, dann wieder weniger…das Meiste an allem ist so unfair.

    Für Dich bzw. uns sieht es so aus, als würden die jetzt einfach ein neues, „glückliches“

    Leben starten und wir? Wir müssen mit allem gerade irgendwie fertig werden, den Schmerz verarbeiten, erkennen, das all unsere Loyalität, unsere Energie für den A…. war.

    Ich glaube, dies gelingt uns aber nur, wenn wir aufhören auf „unsere“ Männer zu schauen und endlich konsequent anfangen auf uns zu schauen.

    Gerade dieser Tage kommen mir viel die Tränen, ich denke jeden Tag an ihn. Frage mich, wie es ihm geht, ob er wohl auch an mich denkt und zitterte der Nachricht „ich habe jemanden kennengelernt“ entgegen. Das würde mich nochmal brechen…das darf es aber nicht. Ich will loslassen! Ich will es wirklich! Die Achterbahnfahrt dieser Emotionen macht mich fertig. Und Dich ebenfalls.

    Ich drück dich fest.

    Hallo lieber Schmetterling,

    ich würde Dir so gerne Zuversicht und Hoffnung zusprechen. Habe ich doch selbst so lang an jedem Zipfel „jetzt meint er es ernst, jetzt zieht er es durch“ festhalten und dem neuen Glauben schenken…

    Meiner war bzw ist vermutlich auch Quartalstrinker. Hatte während unserer Beziehung etliche Versuche, alles als alkoholfreie Zone erklärt, jedes Mal nicht mehr getrunken nach 5 Tagen bitteren kalten Entzug, war sogar zwischendrin für 21 Tage in der Entzugsklinik. Aber geändert, lieber Schmetterling, hatte sich rein gaaaaar nichts. Seine Flucht etwas nicht zu ändern war ja, er würde seinen Weg kennen, er kennt ja alle Bausteine etc pp…er hat ja bereits mehrere Entzüge und Therapie hinter sich und bekennt sich auch als Alkoholiker. Tja…ein einziger Trugschluss.

    Ich und ich denke auch eigentlich niemand außer er selbst kann beurteilen, ob es wirklich Klick gemacht hat und er etwas ändern will, für sich.

    Ich wünsche es dir von ganzem Herzen. Die Erfahrungen, die es hier zu lesen gibt, sowie auch meine eigenen, sprechen für sich…

    Ich wollte auch glauben, nach all seinen Tränen, all seinen Worten, jetzt schaffen wir es. Das taten wir nicht. Es wurde eigentlich nur noch schlimmer und grausamer, die Abstände kürzer, sowie die Konsumphasen länger.

    Vertraue bitte nur auf Dich, aber nicht ihm. Versuche für dich genau diesen Funken Hoffnung gerade nicht zu packen und all deine Energie dafür zu nutzen. Es ist SEIN Weg, SEINE Arbeit.

    Ich wünsche Dir den Mut & die Kraft für DICH!

    Liebste Grüße

    Sensual

    Liebe Lykka,

    vertraue darauf, es wird dir besser gehen. Es braucht Zeit. Zeit irgendwie greifen zu können, dass da eine Vision, ein Traum zerplatzt ist. Und das nicht, weil sich der Mensch als A…. entpuppt hat, sondern weil eine furchtbare Erkrankung zugrunde liegt, mit der es sich nicht und niemals glücklich und unbeschwert leben lässt. Für Niemanden. Ich persönlich empfand diese Machtlosigkeit als das Schlimmste daran. Wollte ich dich glauben, Liebe würde alles schaffen.

    Warum dieses Schicksal Dich und viele andere von uns getroffen hat…Ich weiß nicht, ob es darauf je eine Antwort gibt. Zumindest keine, die den Schmerz und die Enttäuschung nimmt.

    Dennoch wirst du eines Tages für dich erkennen, daran gewachsen zu sein, für Dich.

    Gib dir die Zeit, die du brauchst, um dich wieder leichter und gut zu fühlen. Schließlich haben wir uns auch die Zeit gegeben das Leid zu er- und mitzutragen…

    Ich fühle deine Enttäuschung, deine Verletzlichkeit…sie ist berechtigt. Du hast geliebt, gehofft und gekämpft…tue dies jetzt nur für dich.

    Ich habe für mich festgestellt, dass mich die ganze Wut, der ganze Groll auf ihn, auf den sch…. Alk, auf die Sucht, auf die Depression, auf seine idiotischen Aktionen im Rausch, mich nur noch trauriger und verletzter zurückgelassen haben. Es gehört sicher zum eigenen Prozess, diese Wutphase zu durchleben, danach kommt der emotionale Fall und was bleibt ist die Traurigkeit.

    Die hatte ich satt. Ich habe ihm einen Brief geschrieben, ihn aber nicht abgeschickt. Von anfänglicher Wut und etlichen Vorwürfen, habe ich ein liebevolles Ende finden können, da mir während des Schreibens viel von der Seele ging, ich mich und sogar auch ihn mehr verstehen konnte und schlussendlich damit meinem Frieden deutlicher näher gekommen bin. Ja, auch ein großes Stück loslassen kann. Hast du schon mal versucht, Dir deinen Schmerz, deine Wut, einfach alles von der Seele zu schreiben? Es geht nicht darum, den Brief abzuschicken. Es geht darum alles loszuwerden ohne ein Echo, ohne eine Antwort. Lass alles raus. Das schlechte und auch das gute.

    Fühl dich umarmt, gehört und verstanden.

    Liebe Nannie,

    Mir ergeht/ erging es ziemlich ähnlich wie Dir.

    Ich hatte auch die Hoffnung, den Mut und die Kraft das mit ihm gemeinsam durchzuziehen….so war unser Plan zuletzt…neue Wege, andere Therapieform…bevor es überhaupt wirklich losging, kam die plötzliche Trennung seinerseits. Hatte ich mich doch gerade erneut dazu „überzeugen“ lassen mit ihm an einem Strang zu ziehen…Boom hats gemacht. In meinem Kopf, in meinem Herzen, in meiner Seele.

    Das zunehmend erschwerende daran, du hast lauter Fragen, du brauchst Antworten und täglich kommen neue Fragen in dir dazu…

    Mir ging und geht es teilweise noch immer so…es gibt Tage an denen geht es mir wirklich richtig gut. Dann kommen andere an denen ich weine, die frage warum, was war das alles etc droht mich zu ersticken. Mir hilft es den Schmerz rauszulassen, mich befreit das. Aber ich verliere mich darin nicht, ich habe genug gelitten während der Beziehung mit ihm. Ich sehe es für mich als Heilungsprozess, deute es als „da ist was in Gange“. Es zeigt nur, dass du liebst, geliebt hast, reflektierst und es verarbeiten willst und das ist wichtig!

    Was ich dir sagen möchte…du kannst von einem kranken Menschen, der sämtlichen Bezug zu sich selbst und auch die damit einhergehende Selbstachtung, sowie Selbstwert keine klaren Antworten bekommen. Er kann das nicht. Vllt will er es auch nicht, weil er sich dadurch noch mehr hasst. Ich kenne deinen nicht.

    Ich versuche das auch täglich zu begreifen…wie man einen so in etwas mit reinziehen kann und dann Zack, tschüss…auch hierbei ein bisschen das Schema „es ist nichts gewesen“…dieses Muster kennst du doch auch oder? Nach Beleidigungen etc so getan zu haben?

    Dieser Mensch ist derzeit unfähig für so so vieles…bezieh das bitte niemals auf dich! Es klingt pragmatisch und es gelingt nicht immer, aber betrachte ihn mal durch objektive Augen. Behalte die guten Zeiten im Herzen, in Erinnerung, führe dir aber gleichzeitig vor Augen wie lange diese her sind und ob es wirklich noch eine Partnerschaft war…

    Ich kann meinem mittlerweile ganz anders begegnen. Will nicht sagen, ich fühle mich ihm überlegen, aber ich betrachte ihn anders. Meine Liebe ist noch da, für ihn als Mensch, aber als Mann kann ich ihn mir derzeit nicht vorstellen, ich möchte was unbeschwertes, was freies.

    Keiner weiß, ob sie es wirklich schaffen. Und wenn…vllt gibt es irgendwann einen Zeitpunkt an dem man sich völlig neu und anders begegnen kann, wird, wenn es dann sein soll und beide es noch wollen.

    Wichtig ist, begib dich auf deine eigene Reise. Dein Herz, deine Seele wollen heilen und wachsen. Du wirst für dich wachsen, wenn du Stück für Stück loslässt. Das geht auch in Liebe, damit auch Du Deinen inneren Frieden finden kannst. Das braucht Zeit, aber mach dich auf Deinen Weg. All dein Schmerz darf sein, lass ihn frei.

    Ok…ich bin nicht esoterisch oder wirklich spirituell 😅 auch wenn es sich gerade so liest.

    Fühl dich ganz ganz fest umarmt und gedrückt.

    Du bist einzigartig und wundervoll wie du bist! ❤️

    Dummchen ja, so ist es. Es fällt mir an vielen Tagen noch immer sehr schwer. Ich musste ja nochmal nach meiner Trennung eine Ehrenrunde drehen, wollte ein letztes Mal glauben, weil er offenbar endlich bereit war von sich aus andere Wege zu gehen und die Trennung nicht wollte, mich im eine letzte Chance bat. Bevor überhaupt was geschah, kam unerwartet und plötzlich die Trennung seinerseits… so sehr es auch weh tut, es ist langsam auch irgendwie eine Erleichterung.

    Wenn 2 Menschen zusammen gehören, finden sie immer wieder zusammen. Aber so bitte niemals wieder. Rückblickend habe ich viel über mich selbst gelernt. Ich wollte diese Liebe, diese Beziehung so so sehr. Ich war ab Tag 1 all in. Trotz allem was war, war ich bereit mit ihm zu kämpfen.

    Heute verstehe ich, er kann diesen Kampf nur allein eingehen, auch wenn ich meine, eine starke Person an der Seite kann durchaus unterstützend sein…die Trennung an sich war mir zu wischiwaschi, es ging nur um ihn dabei, wollte mir noch eine „Teilschuld“ zusprechen…habe ich nicht zugelassen, zumal es auch gar nicht um Schuld gehen sollte. Was das alles mit mir gemacht hat, was ER mit mir gemacht hat, das war nebensächlich und mit einem zarten „tut mir leid“ abgetan. Weiß nicht, ob es diese Stumpfheit durch die starke Depression war, ob der Mensch schon so blind war oder ob es nicht auch wieder dieses Vermeiden und Leugnen von Wahrheit und Tatsachen war. Vermieden hat er immer, nie wurde über das, was vorgefallen war geredet. Nie hat er mir diese miesen Gefühle genommen oder richtig gestellt. Als hätte all das nie stattgefunden, es wäre nie was passiert. Wie oft hat er mir gesagt „wo habe ich dich jemals beleidigt?!“ Ähh…schau in deine Nachrichten etc. Somit wurde mir mehr und mehr das tatsächliche Ausmaß bewusst. Er wollte es nicht sehen, er will es heute noch immer nicht sehen und ich denke, die Art durchs Leben zu gehen kann nicht der richtige Weg sein. Aber….das muss er alles selber wissen, ebenso an welchen Menschen er festhält…und auch das begreife ich heute, nachdem ich viele Geschichten von anderen Erkrankten gelesen habe..nur so wird niemals eine Veränderung stattfinden.

    Mir hilft dieses Bewusstmachen ungemein bei der Verarbeitung der Beziehung. Er hat sich all diesen Fragen leider nicht gestellt und ich finde es immer so unfair, wenn man Antworten braucht, denn so ein Mensch bin ich, ich will verstehen, und der, der die antworten geben kann, macht es sich so leicht „ich kann gerade nicht…“ ja, und dann wenn du irgendwann kannst, dann ist es für mich nicht mehr wichtig! So einfach. Allerdings bin ICH dann für mich gewachsen…;-)

    Hallo zusammen,

    Auch ich habe bei meinem Ex-Partner starke Narzisstische Züge kennenlernen „dürfen“ und das im wirklich ganz krankem, toxischem Ausmaß! Von emotionaler Erpressung bis hin zu ganz demütigenden Aussagen, besonders wenn er merkte, es geht mir gut oder ich habe mich über etwas gefreut, da ich mein Leben immer weitergelebt habe. Das konnte er in seinem Saufkopp scheinbar nicht ertragen. Die Trinkpausen wurden kürzer, der Konsum mehr und mehr…und mehr und mehr wurde er zu einem absoluten Narzissten.

    Ich habe das live erlebt, bin mehr als froh, dass wir nicht zusammen gewohnt haben. Hatte Kontakt mit seiner Ex…zu ihrer Zeit war er auch so. Ich weiß nicht, ob er es jemals wirklich schafft. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen.

    Ich bin noch immer geschockt, dass von dem Menschen, den ich mal kennengelernt habe, so gut wie nichts mehr über ist. Fast wie ein Fremder und ich habe das von Konsum zu Konsum bewusst wahrgenommen. Einfach furchtbar und traurig.

    Ich weine oft dem Menschen nach, den ich liebte oder noch immer liebe, im Herzen. Aber nicht mehr dem, zu dem er geworden ist…