Beiträge von Kiwi76

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Irgendwas ist definitiv mit mir passiert! Ich bin davon überzeugt, es zu schaffen! Das skurrile, kranke Verhalten seinerseits puscht mich in die richtige Richtung. Es scheint fast so, als wäre eine Last von mir gefallen und das ist gut so. Er hat mich nach alldem einfach nicht verdient!


    DANKE von Herzen allen, die mich lesen und insbesondere an die, die sich so intensiv damit auseinandergesetzt haben! Was würde ich nur ohne Euch machen!

    Er scheint Gefühle für Dich zu haben. Eine Beziehung mit Dir UND dem Alkohol ist nicht möglich. Da versucht(e) er die Quadratur des Kreises, also eine Unmöglichkeit. Deswegen gibt es KEINEN Grund, dass er mit Dir spricht. Das ganze hat nur Leidensverlängerung zur Folge.


    Dass er Gefühle für mich hat, habe ich nicht bezweifelt. Aber ich muss der Tatsache ins Auge sehen, dass er für die Prinzessin Alkoholina einfach mehr empfindet!


    Und danke dafür, dass er kein weiteres Gespräch verdient hat!

    Ich wollte und konnte mir das nicht mehr antun. Der Anblick einer volltrunkenen / rotzvollen asozialen, die sich zum Ende hin ungeniert weggeballert hat, hätte mir nur einfach noch mehr das Herz gebrochen. Tue es Dir also nicht mehr an. Stell den Kram vor die Tür, kurz bevor er kommt, und lass die Tür einfach zu. :thumbup:

    Ich habe schon so viele erschreckende Abstürze mitbekommen, dass mein Herz nicht mehr in zwei brechen kann, was diese Thematik angeht.


    Ja, den Kram wird er vor der Türe vorfinden und mich definitiv nicht zu Gesicht bekommen. Wer mich so behandelt, hat nichts anderes verdient und ich habe keine Lust mehr auf Spielchen, denn nichts anderes ist es, was er die letzten Tage veranstaltet hat. Er hatte x-Chancen und sie nicht ergriffen. Es ist und bleibt ab jetzt sein Problem, was er mit seinem Leben macht. Ich habe mich für LEBEN entschieden.


    LG

    Kiwi

    Warum hörst Du Dir das an? Hast Du neue Erkenntnisse gewonnen? Oder tat's einfach nur weh, und seitdem noch mehr weh?

    Was macht das mit Dir?

    Hallo Florian,


    nein, natürlich habe ich keine neue Erkenntniss gewonnen. Vielleicht war es für mich eine Art Genugtuung, dass er auch leidet, dass ich ihm nicht egal bin, dass er sich Gedanken macht.


    Nein, komischerweise tat der Inhalt des Gesprächs nicht weh. Darf ich das sagen? Ist das gesunder Egoismus? Wenn ich mir nach dem Gespräch ständig dachte: "Was für ein Jammerlappen von Mann. Wo ist denn da der Mann geblieben? Er hat ja keine Krankheit, die er nicht stoppen könnte".


    Ja, das spukte mir permanent im Kopf herum. Und irgendwie ist da was kaputtgegangen. Auch und gerade nach den gestrigen kranken Nachrichten. So will kein Mensch behandelt werden.


    Für mich steht seit gestern fest: Es ist sinnlos - in jeglicher Art auch immer - etwas zu sagen, zu schreiben oder sonst irgendwie darüber nachzudenken, ob er es irgendwann einmal raffen wird. Nein, er wird nichts raffen, er hat es 30 Jahre lang nicht kapiert und wird es auch zukünftig nicht kapieren. Da ist der Zug einfach abgefahren. Was er jedoch perfekt beherrscht sind perfide Spielchen. Und ich habe beschlossen, nicht mehr mitzuspielen. Er hat mit seinem Verhalten alles zerstört und meinen Respekt verloren.


    Ich habe für mich heute beschlossen, dass ich beim Abholen in keinster Weise zur Verfügung stehen werde. Er wird mich nicht zu Gesicht bekommen! Das habe ich mir heute versprochen!


    LG

    Kiwi

    das ist einfach ein ganz „normales“ und typisches Verhalten von Deinem saufenden Ex. Solche Aktionen ähneln wie ein Ei dem Anderen. Ich würde ihm hierfür gar keinen Raum mehr geben und ihm auch nicht immer wieder erklären, wo das Problem liegt (Alk), denn es verpufft in der Luft, bevor es wirklich bei ihm ankommt. Alles, was er zu raffen scheint, ist eh nur ne Momentaufnahme. Lass Deine Energie bei Dir.

    Liebe Cadda,


    obgleich es ein "normales" und typisches Verhalten meines saufenden Ex sein soll, muss ich sagen, dass es mich zutiefst erschüttert hat. Nicht der Inhalt, sondern eben weil einmal gerade 1,5h zwischen diesen Nachrichten vergangen sind. Ich werde nichts mehr antworten und ich werde ihm auch keinen Raum mehr geben. So wie Du schreibst, rafft er nur eine Momementaufnahme.


    LG

    Kiwi

    Deine Worte - meine Schwester! Mit dir bzw. deinen Texten erlebe ich hier ein Déjà-vu der unschönen Art.


    Ich habe eine 5 Jahre ältere Schwester. Sie hatte einen Mann kennengelernt und dachte „er“ ist es, „Liebe auf den ersten Blick“. Bis dahin war ihr Leben vollständig in Ordnung und mit ihm geriet alles aus den Fugen. Der obige Kreislauf hätte sie beinahe zerstört, Schaden genommen hat sie auf alle Fälle - bis heute.

    Lieber Ste,


    jetzt verstehe ich erst, weshalb mir Deine Zeilen von besonderer Bedeutung sind. Erstens Deine überaus intelligente Art zu schreiben, die mich stets zum Nachdenken animieren und zweitens wohl aus Deiner Lebenserfahrung. Ich danke Dir sehr für jedes einzelne Wort!


    Ja, ich dachte auch "er" ist es und auch bis dahin war mein Leben im Großen und Ganzen in Ordnung. Ich habe mir bewusst hier Hilfe gesucht, da ich merkte, dass diese Bezieung irgendwas mit mir macht, was mich in eine Abwärtsspirale zieht und ich das Gefühl hatte, dass etwas gewaltig aus den Fugen geraten ist und ja, auch und gerade für mich Hilfe suche, denn ganz rund agiere ich ja auch nicht. Das weiß ich. Jede "gesunde" Frau wäre schon längst über alle Berge. Nein, Kiwi routiert ein paar Runden mehr. Auch wenn ich der Meinung bin, dass ich trotz Co-Abhängigkeit mich Wacker schlage. Wir sind jetzt 6 Wochen getrennt und ich seit 3 Wochen hier in diesem Forum, das mir unglaublich hilft! Ich bin stolz, dass ich nicht weinend an seiner Tür geklopft habe, dass ich keine Sehnsuchtsnachrichten geschrieben habe oder sonst irgendwelche Aktionen gestartet habe. Ja, ich könnte den Weg auch etwas geradliniger gehen, ohne dass ich gefühlsmäßig einen Zick-Zack-Weg einschlage. Aber wäre dem so, bräuchte ich ja keine Unterstützung. Nichtsdestotrotz ist es eben Kopf vs. Herz. Der Kopf hat es verstanden!


    Das Herz ist jedoch mittlerweile auf dem besten Weg auch zu begreifen, dass ich jeden Tag dankbar sein muss, dass ich aus diesem Wahnsinn ausgestiegen bin.


    Ich habe ihm nicht geantwortet und ich werde darauf auch nicht antworten, kommentieren, schreiben oder sonst irgendein Lebenszeichen von mir geben. Mich haben diesen Nachrichten regelrecht erschüttert! Nicht der Inhalt an sich, sondern die Tatsache, dass zwischen "ich werde alles tun, Liebe meines Lebens, Du bist der Mensch, mit dem ich alt werden möchte" und der Adieu-Nachricht genau genommen nur 1,5 Stunden lagen!!! Das ist einfach krank, Alkoholiker hin oder her. Das ist Spielen in der Champions League mit den Gefühlen von Menschen. Das hat für mich sadistische Züge. Und Charakter sowie Stärke zeigen, sieht für mich einfach anders aus!


    Irgendwas ist seit dem selbstbemitleidende Geheule vom Mittwoch und dieser Abschiedsnachricht in mir kaputtgegangen. So verhält sich kein Mensch mit Werten, mit einer Moral und mit einem gewissen Verantwortungsbewusstsein einem Menschen gegenüber. Wo ist denn da eine Vertrauensbasis, wenn ich nicht einmal 1 - 2 Stunden dem vertrauen kann, was mein Gegenüber mir mitteilt? Gerade ich, die Beständigkeit und Vertrauen braucht. Dem glaube ich einfach überhaupt nichts mehr.


    Ich war heute den ganzen Tag unterwegs und weißt Du was, ich habe kaum über ihn nachdenken müssen, aber ich habe permanent über Deine und die Zeilen der anderen User nachdenken müssen. Vor Wochen habe ich mich wie im Schleudervorgang bei 1600 Touren gefühlt, das macht auf Dauer einen Menschen regelrecht kaputt! Was ich relativ schnell realisiert habe, dass ich absolut von den Erfahrungen aller User hier profitiere und mir es unglaublich hilft, mit der Vergangenheit abzuschließen und das auch zu verarbeiten.


    Ich habe gestern meinen Sommerurlaub gebucht. Meiner Tochter ihren Geburtstagswunsch mit einem Kurztripp Wellness in den Bergen erfüllt, indem ich ein verlängertes Wochenende gebucht habe. Ich werde mich nicht verkriechen! Ich will endlich wieder das Leben mit vollen Zügen genießen!


    Ich kann nur sagen, dass ich mich seltsamerweise gut fühle. Vielleicht brauche ich so kranke Verhaltensweisen von ihm, die es mir erleichtern, meinen Weg weiterzugehen und nicht mehr zurückzuschauen.


    LG Kiwi

    Nachsendeantrag hat er angeblich am Mittwoch in Auftrag gegeben. Sachen soll ich ja laut Mittwoch wegschmeißen und das Rad meinem neuen imaginären Freund schenken...


    Ganz ehrlich? Ich werde hierzu nichts mehr antworten! Es ist alles gesagt. Mir ist das Verhalten zu crazy, fast schon schizophren und ich lass mich nicht mehr als emotionalen Fußball missbrauchen!


    Aus, Basta, Finito und Ende im Gelände. Game over sozusagen.

    Meine Güte, in welchem Film bin ich eigentlich? Ich falle mittlerweile wirklich vom Glauben ab!!!


    Ist das ein „typisches“ Verhalten eines Alkoholikers oder ist das eine Art psychische Auffälligkeit oder werde ich nur massivst manipuliert?


    Heute hat er wieder geschrieben in der Art, dass er mir ein schönes Wochenende wünscht mit einem Kuss-Smiley. Ich habe irgendwann geantwortet, so nach dem Motto dass wir nicht einfach da weitermachen können und dass er sich überlegen soll, was er wirklich möchte und dass für mich eine Dreierbeziehung definitiv nicht in Frage kommt und er nicht erwarten kann, dass ich ihm zuschaue, wie er sich mit Alk vernichtet.


    Seine Antwort: Liebesbekundungen rauf unter runter, Liebe seines Lebens, er jetzt durch den Abstand merkt, wie sehr er mich doch lieben und ihm fehlen würde und für die Liebe kämpfen wird und er alles dafür tun wird!


    Dass wir nur eine Chance haben können, wenn er adäquat gegen die Krankheit etwas unternimmt und ich nur unter diesen Voraussetzungen für ihn da sein könnte, waren in etwa meine Worte.


    Und wisst Ihr, was als Antwort kam? Eine Abschiedsnachricht, dass es dann kein wir mehr geben wird, er mich immer lieben wird und er mir quasi alles gute wünscht....


    Leute, was ist das???? Das ist doch Psychoterror per excellence...

    Hallo Cadda,


    über Jahre? Oh Hilfe, das hört sich verrückt an. Ich denke mir, wenn er ernsthaft nachdenken und an sich arbeiten würde, hätte er mich


    a) nicht im betrunkenen Zustand angerufen und

    b) wäre in seiner Denke und seinem Handeln - wenigstens - einen Schritt weiter!


    So ist es nur das selbstbemitleidende Geheule geworden, wo er ein bisserl merkt, dass er alleine ist und dass er etwas vermisst. Aber kein Wort „ich unternehme etwas, ich habe nachgedacht, ich will weg vom Alkohol“. Wenn ich höre, dass er meint „wer sagt das, dass ich nie wieder Alk trinken kann“, dann wird mir schlecht!!!


    Komischerweise geht es mir etwas besser, vielleicht weil ich immer mehr realisiere, wie aussichtslos jeglicher Keim von Hoffnung ist! Das ist so aussichtslos...


    Gestern in der Früh kamen noch Nachrichten, aber m.E. waren das nur ein Austesten, ob und wie ich reagiere. Er schustert sich damit eine Scheinwelt zurecht, in der seiner Meinung nach alles wieder in Ordnung kommen wird. Diesen Wunsch werde ich nicht erfüllen können und ich hoffe sooooo sehr, dass ich weiter stark bleibe!!!


    LG Kiwi

    Puh, nach dem gestrigen Telefonat, das eigentlich nur davon geprägt war, wie er 1 Stunde durchgeweint hat und mir erzählt hat, wie sehr er mich doch vermisst und wie schrecklich es ohne mich ist und was er alles hatte, empfinde ich heute so eine Art Genugtuung. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Er hat sich in den letzten Wochen dermaßen „wirr“ verhalten, dass ich ihm die gestrige „Reue“ gar nicht richtig abkaufe. Er ändert nichts an der Situation, bemitleidet sich und hat gestern vermutlich Einsamkeit verspürt und war im Eifersuchtswahn, da ich auf seine Nachrichten nicht reagiert habe. Zuerst wurde ich via Nachricht beschimpft und am Telefon kam das große Geheule...


    Eins habe ich definitiv verstanden: Er hat sich in keiner Weise verändert, er bereut vielleicht ein bisschen, weil er jetzt sieht, dass es alleine doch nicht so toll ist. Aber mir irgendwelche Lieder schicken, weinen und x-mal sagen, wie er mich vermisst und liebt, können mich nicht zur Umkehr überzeugen. Da müssen eindeutige Taten folgen und nicht nur Blabla... Das kenne ich mittlerweile nur zu gut! Dass ich Mitleid mit ihm verspüre, können meine Freunde , nachdem er mir ständig wehtun würde, absolut nicht nachvollziehen.


    Nach gestern ist es eindeutig besser für mich, ich stelle ihm sein Zeug vor die Türe. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass er mich einlullen könnte und ich wäre wieder am Anfang und überzeugt, dass die Hölle von vorne beginnt. Er hat rein gar nichts verstanden und Therapie oder dergleichen hört er sich zwar an, aber gesagt wird absolut NICHTS! Das sagt doch schon alles...


    LG Kiwi

    Hallo Lütte,

    vielen lieben Dank für Deine Zeilen!


    Ja, das bescheuerte Gedankenkarussell, das ist das, was mich fast wahnsinnig macht!!! Obwohl ich ständig versuche, mir Stopp zu sagen oder gedanklich versuche, umzuschwenken, holt es mich immer wieder ein. Ich lenke mich ab, treffe mich mit Freunden, gehe wandern, telefoniere mit Family & Friends, gehe shoppen, zum Friseur, zur Fußpflege, räume meine Wohnung um usw. Ich versuche alles, was mir möglich ist und suhle mich nicht im Mitleid! Ich denke vordergründig an mich!


    Nein, alles vor die Türe zu stellen, das kann ich mir nicht vorstellen, vor allem weil ich gar kein Schlüssel vom Fahrrad habe. Am Ende fehlt was, seine Post ist weg oder dergleichen. Wie der dumme Zufall so will...


    Heute hat er mich mit Nachrichten im Minutentakt bombardiert, dass ich sicherlich deshalb keine Zeit hätte, weil ich ein Date habe, mich mit jemandem anderen treffen möchte usw., er enttäuscht ist. Ich solle alles wegwerfen oder dem Neuen schenken 😳. Nachdem ich darauf nicht reagiert habe, hat er munter weiter wirres Zeug geschrieben. Leider hat er dann angerufen und ich bin ans Telefon gegangen. :-(


    Ihr könnt es Euch schon denken! Und ich habe es auch oft hier lesen können: Er weinte ohne Ende, Liebesbekundungen, wie schlecht es ihm doch ohne mich ginge usw. und fragte mich, wann ich ihn besuchen komme. Er war sichtlich betrunken! Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nicht helfen kann, er sich für den Alkohol entschieden hat und er sich mal überlegen soll, was er eigentlich von sich gibt und wohin ihn der Alk immer wieder bringt! Dabei musste ich allerdings weinen.


    Ob er zur nun Besinnung kommt? Nein, das glaube ich einfach nicht! Zu tief steckt er im Schlamassel und weit entfernt sein wirkliches Problem anzunehmen.


    LG Kiwi







    Liebe Solea,


    vielen lieben Dank für Deine Zeilen!


    Ja, ich muss durch diese Situation, wie andere eben auch. Ich weiß nicht, ob ich mich vielleicht unverständlich ausgedrückt habe: Ich erwarte nichts von ihm und schon gar nicht hege ich Hoffnung an dieses Treffen, wenn er sein Zeug abholen möchte. Nein, ganz und gar nicht! Ich habe eher Sorge, dass es mich zurückwerfen würde! Ich habe ihm per Nachricht mitgeteilt, dass ich an diesem Tag keine Zeit habe. Ich habe keine Lust oder vielleicht auch keinen Mut, mich der Situation auszusetzen. Er hat schließlich auch Wochen verstreichen lassen.


    Natürlich könnte ich ihm die Sachen vor die Türe stellen. Aber das kommt mir so charakterlos vor. Ich weiß nicht warum, aber so etwas zu machen, fände ich irgendwie "schwach". Ich kann mir bis dahin immer noch überlegen, ob ich nicht einen Freund bitte, an dem Tag anwesend zu sein. Andererseits denke ich mir, er hat sich teilweise ziemlich schäbig mir gegenüber verhalten. Aber so bin ich nun einmal nicht. Ich will das gütig und mit Anstand über die Bühne bekommen, ohne dass ein schlechter Nachgeschmack bleibt.


    Natürlich hatten wir nicht nur rosige Zeiten, das habe ich ja nie behauptet, aber vielleicht stelle ich ihn und die Beziehung auf ein Podest, wo weder er noch diese Verbindung hingehört. Vermutlich beherrsche ich die perfekte Projektion auf das Schöne und Gute und blende die schlimmen Sachen viel zu schnell aus.


    Dass ich weiter an mir arbeiten muss, das weiß ich! Momentan habe ich das Gefühl, ich gehe zwei gute Schritte und einen gedanklich wieder zurück. Ich verspreche, ich werde weiter an mir und meinen Gedanken arbeiten. Das bin ich mir schuldig.


    LG

    Kiwi

    Lieber Ste,


    die Art und Weise, wie Du schreibst, beeindruckt mich sehr und lässt mich definitiv tiefgründig über mich nachdenken! Ich danke Dir hierfür sehr!


    Nein, ich werde nicht zurückkehren, das war weder zu Beginn der Trennung mein Wille noch jetzt! Dann heule ich lieber ein paar Tage oder wenn es denn sein muss, ganze Wochen!


    Mein Verstand weiß es, dass es keine Hoffnung gibt. Allein wenn ich zurückdenke, wie ich angeschrieen oder belogen worden bin oder wie er mich mit meiner Vergangenheit hat versucht, zu qäulen, helfen mir sehr, nicht rückfällig zu werden. Der Gedanke, mich zu schützen, überwiegt der Sehnsucht, die mich nun einmal leider noch überkommt. Ich muss es einfach nur noch besser hinbekommen, diese Gedanken in die Realität zu leiten, dass es keine Zukunft mit einem uneinsichtigen Alkoholiker gibt. Ich würde mir wünschen, dass ich, sobald ich an ihn sehnsuchtsvoll denke, an die schlimmen Zeiten zurück erinnert werde. Heute musste ich oft daran denken, dass er es überhaupt nicht verdient hat, dass ich so oft an ihn denke. Er macht sich sicherlich nicht einmal ansatzweise die Gedanken.


    Ich gehe weiter, jeden Tag einen weiteren Schritt und ja, ich weiß, dass ich es schaffen werde, mich endlich wieder frei zu fühlen!


    LG

    Kiwi

    Hilfe!


    Ich komme aus dieser Gedankenspirale einfach nicht raus. Mal geht es mir zwei Tage gut, dann wieder verfalle ich in totale Sehnsucht, denke an die schönen Zeiten und vermisse ihn einfach. Ich habe es bis dato geschafft, keinen Kontakt aufzunehmen.


    Heute hat er allerdings eine Nachricht geschrieben, dass er diese Woche seine restlichen Sachen holen möchte und ich ihm Bescheid geben soll, ob es passt.


    Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits denke ich mir, besser wäre es, ich würde ihm die Sachen vor die Türe stellen, andererseits denke ich mir, "das kannst echt nicht machen". Ich weiß, dass es mich zurückwerfen wird, wenn ich ihn sehe, er womöglich reden möchte. Andererseits denke ich mir, ihn interessiert es ja nicht einmal die Bohne, wie es mir geht. Wäre ihm an mir gelegen, würde er alles unternehmen, um gesund zu werden und so wenigstens eine Chance auf Beziehung zu haben. Auch wenn es schwierig wird, wenn jemand de facto 30 Jahre lang trinkt und auch nach 3 LZT immer noch nicht wirklich realisiert hat, dass er nie wieder Alk trinken darf.


    Allein der Gedanke: "Ich bin es ihm nicht wert", zieht mich total runter. Andererseits hat er auch jahrelang getrunken, als seine Kinder noch klein waren. Also hat das ja nichts mit mir als Person zu tun.


    Oh Gott, wie komme ich da nur raus? Obwohl ich das WE komplett verplant war, einmal bei einer Freundin, dann mit Tochter den ganzen Tag in den Bergen, muss ich ständig an ihn denken und sehe nur noch glückliche Pärchen um mich herum und ja, das zu sehen, tut mir sehr weh. Ich fühle mich so unaufgeräumt...


    Obwohl ich weiß, wie häßlich teilweise die Zeiten mit ihm waren, springen meine Gedanken ständig auf die schöne Zeiten und das vertraute Miteinander.


    Wie werde ich diesen doofen Schmerz nur los? Wenn ich an ihn denke, könnte ich nur noch heulen.


    LG

    Kiwi

    Hallo Ste55,


    vielen Dank für Deine Zeilen! Ich muss gestehen, dass mir die Tränen gekommen sind und ich einfach nur noch weinen musste, als ich Deine Zeilen gelesen habe... Warum? So ganz weiß ich es nicht, vielleicht weil mich ein "Fremder" wertvoll bezeichnet und ich das Gefühl habe, für ihn nicht wertvoll genug gewesen zu sein. Ich weiß es nicht.


    Seit seiner Absage letzter Woche (als er die restlichen Sachen holen wollte) haben wir keinerlei Kontakt! Es kommt zwar weiter Post von ihm hierher und ich frage mich, weshalb er bis heute keinen Nachsendeantrag gestellt hat, aber ich werde es unterlassen, nachzufragen! Es ist und bleibt sein Problem! Zu Beginn der Trennung hatte ich die Post an seine Eltern geschickt, wo er 3 Wochen war, aber da kam ja nicht einmal ein Danke zurück. Er weiß, dass seine Post hier weiter eintrudelt.


    Ich lenke mich so gut es geht ab, indem ich Sport mache, viel mit Freunden spreche, für mich und meine Tochter neue Rezepte ausprobiere, aber meine Gedanken hängen schon noch relativ oft bei ihm. Manchmal sage ich mir selbst "STOPP". Jeder Gedanke an ihn ist verschwendet, das weiß ich. Es kommen immer mehr Gedanken, dass er es überhaupt nicht verdient hat, dass ich so oft an ihn denke. Mich ärgert etwas, dass er jetzt überall behaupten würde, er hätte die Reißleine gezogen, weil alles zu stressig wurde (Job, Pendelei, Stress mit seinem Kind usw.) !!! Daran erkenne ich ein bisschen, dass er eigentlich nur verdrängt und die Tatsache, dass der Alkohol das Streitthema Nr. 1 war, komplett ausblendet.


    Gestern war ich lange mit dem Auto unterwegs und habe so über mein Leben nachgedacht, auch und gerade darüber, warum ich so an ihm hänge. Sicher lag es auch daran, dass ich mich unglaublich zu ihm hingezogen gefühlt habe. Es war irgendwie wie "im Leben ankommen". Auch wenn sich das relativ schnell als trüger Schein herausgestellt hat. Plötzlich musste ich es laut aussprechen: "Ich war als Kind emotional einfach vernachlässigt worden! Plötzlich schossen mir die Tränen in die Augen und ich verspürte einen unglaublichen Schmerz. Danach ging es mir definitiv besser. Aber das scheint mein Problem zu sein! Daran muss ich ansetzen, das verarbeiten und einfach nach vorne schauen und dankbar sein für alles, was ich erreicht habe und wie ich leben darf. Ich weiß, dass es als Alleinerziehende keine Selbstverständlichkeit ist, welch ein priviligiertes Leben ich führen kann. Ich habe mir alles selbst erarbeitet und ja, viele sagen, darauf kannst du stolz sein. Vielleicht kann ich das gleichsetzen mit "ich bin wertvoll"... Du hast mich sicher gut eingeschätzt: Ich bin ne Mischung aus allem: selbstbewusst, verletzlich, robust, zögerlich und nachdenklich. So sehe ich mich auch jeden Tag: ständig anders! Aufgeben ist aber keine Option für mich!


    Ich bin mir auch sicher, dass ich mich sicher irgendwann wieder einmal verlieben kann. Priorität Nr. 1 ist für mich momentan, die Beziehung zu verarbeiten und diesen seltsamen Schmerz, wenn ich an ihn denke, nicht mehr zu spüren.


    Es gibt kein zurück zu ihm. Nein, nach all dem Leid, den Lügen, den Beschimpfungen, den Schmerz und der Uneinsichtigkeit von ihm, gibt es keine gemeinsame Zukunft. Und ja, ich bin mir absolut sicher, dass ich es schaffen werde und meinen Weg weitergehen werde! Sonntag geht es in die Berge, Sonne und Aussicht und See genießen. Ich merke, wie mir Aktivitäten - gleich welcher Art - sehr gut tun und meine Gedanken von ihm weglenken.


    Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich bestärken, meine Zeilen lesen und mir Ratschläge geben oder mir Tacheles schreiben. All das hilft mir unglaublich viel!! :-)


    LG

    Kiwi

    Hallo Florian,

    hallo Lütte,


    vielen Dank für Eure Zeilen! Und nein, ich sehe Florian nicht als Schlaumeier an... ;-) Mir helfen harte Worte eher, als dass ich in Watte gepackt werde.


    Zu Beginn war ich absolut davon überzeugt, ihm in irgendeiner Art "helfen" zu können. Sei es mit Liebe, mit Verständnis, mit Mut und Zuversicht, ihm Wege aufzuzeigen, wie man sich von außen Hilfe sucht, wo es sie gibt usw. Ich dachte immer, wenn er sieht, was für ein schönes Leben er leben könnte, dass er aufwacht, dass er um Hilfe betteln wird, dass er alles tun wird, um gesund zu werden. Ich musste relativ schnell erkennen, dass, solange er nicht will (!), es nichts geben wird, was ihn dazu bewegen würde, an seiner Sucht zu arbeiten.


    Ich habe viel im Forum gelesen, mir Fachliteratur geholt und erkannt sowie für mich akzeptiert, dass ich (!) ihm definitiv nicht helfen kann und egal, was ich alles mache und versuche, es nichts bringen wird. Er hat sich mit Händen und Füßen, mit Beschuldigungen, mit Verdrehungen, mit Lügen und leeren Versprechen regelrecht gewehrt. Irgenwann habe ich ihm unmissverständlich klar gemacht, dass ich ihm nicht helfen kann und er saufen soll, so viel er möchte, aber ich so definitiv nicht leben möchte.


    Es war ja nicht nur der Alkoholgestank, betrunken Autofahren, das wirre Verhalten, seine verbalen Entgleisungen, die Lügen, seine Beschimpfungen und Beschuldigungen, sondern eben dass extrem verbal aggressive Verhalten mir gegenüber. Er versuchte im betrunkenen Zustand ständig, mich klein zu machen, dass ich ein Nichts und Niemand wäre, wollte mich mit Erzählungen, die ich ihm aus der Kindheit vertraut hatte, regelrecht weh tun und hat auch gefragt, ob es schön weh tun würde und hämisch dabei gelacht. Was habe ich mir übelste Schimpfwörter anhören müssen. Da war mir klar, dass Alk wohl nicht das einzige Problem sind. Auch die Tatsache, dass jemand nach drei LZT immer noch der Meinung ist, kontrolliert trinken zu können, haben mich regelrecht erwachen lassen, dass hier noch ein langer Weg bis zu einer eventuellen Gesundung bevorsteht. Heute weiß ich, dass er mit dieser Einstellung keine Chance haben wird.


    Ich habe mich getrennt und bleibe dabei, dass wir keine Zukunft haben.


    Das Verstehen wollen bezieht sich weniger darauf, dass ich ihm helfen kann, sondern eher, dass ich mit der Trennung und eben des Nachvollziehens besser abschließen kann. Er hatte ja auch Trockenphasen von 2-8 Wochen und es waren eben auch schöne Zeiten, die wir miteinander hatten. Träume und Wünsche, die wir uns erfüllen wollten und die eben jetzt geplatzt sind. Mein Kopf weiß, dass es zu Ende ist und dass es gut ist, mein Herz hinkt eben noch nach.


    So ein richtiges Helfersyndrom habe ich m.E. nicht, ich habe ihm weder Alk gekauft, noch etwas schön geredet, verdeckt und verheimlicht oder so getan, als wäre als in Ordnung. Dass es mich enttäuscht hat, dass er gelogen hat, heimlich getrunken hat, immer wieder leere Versprechen abgegeben hat, heute Einsehen hatte, morgen wieder alles vergessen, ja, das muss ich zugeben und das hat auch irgendwo eine Narbe hinterlassen.


    Ich hatte ja im Vorstellungsbereich bereits geschrieben, dass ich bei ihm zum ersten Mal die Nähe und die Verbindung gespürt habe, dass wir miteinander reden und lachen konnten und all' das hatte ich in meiner Ehe vor 11 Jahren nicht, weswegen ich mich auch nach 12 Jh. Beziehung von meinem damaligen Mann getrennt hatte. Vielleicht war es diese magische körperliche Anziehung zu ihm, die mich diese Nähe hat spüren lassen. Ich weiß es nicht. Heute weiß ich, dass ich besser auf mein Bauchgefühl hätte hören müssen. Es gab so einiges, was mich damals hat aufhorchen lassen, aber es wurde schnell von mir verdrängt.


    Wir sind jetzt fast 5 Wochen getrennt. Ich bin seit 3 Wochen hier im Forum und ich denke, ich schlage mich ganz Wacker. Natürlich wäre mir lieber, mein Herz wäre weiter. Aber de facto trauere ich auch ein bisschen um den Menschen, der das Potential für sein Leben in die Tonne tritt.


    Ich weiß, dass mein Weg der richtige ist und dass mir nichts besser passieren konnte, als dass er freiwillig dann auszog. Ich habe keine Achterbahnfahrten mehr Zuhause, ich kann planen und mich verlassen und zwar auf mich!


    Meine Gedanken haben sich ein wenig gebessert und ich denke nicht permanent an ihn und an das warum, aber ich glaube, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ich komplett abgeschlossen habe. Ich frage mich auch, ob es nicht vielleicht doch Sinn macht, eine Therapie zu machen, auch um meine Kindheit zu verarbeiten und vielleicht auch ein bisschen, dass ich mich hinterfrage, warum ich an jemanden hänge, der mir doch ordentlich weh getan hat und mich teilweise wie Dreck behandelt hat. Ein Freund sagte mir vor kurzem: er hat dich in der Beziehung wie Dreck behandelt und er tut es immer noch.


    Ich kann und werde nicht zu ihm zurückkehren, denn ich weiß jetzt schon, dass die Abwärtsspirale mit ihm nur noch nach unten geht und zwar schneller, als mir lieb wäre...


    Vielen Dank an alle! :-)


    LG

    Kiwi

    Ich glaube schon auch, dass er zunächst einmal erleichtert war, dass die Diskussionen ein Ende hatten und er in Ruhe trinken kann, wann, wie viel und was. Ich habe mir monatelang anhören müssen, dass er wieder in eine eigene Wohnung ziehen will, dann muss er sich niemanden gegenüber rechtfertigen!


    Auch denke ich, dass ich ihm als Partner nicht so wichtig bin. Seine Nr. 1 ist einfach der Alk!! Sonst würde er sich einfach anders verhalten! Oder aber er hat realisiert, dass ich ihn mit Alk nicht zurücknehme! Er weiß es: Er & Alk = no go für mich.


    Mich besänftigen, leere Versprechen abgeben, das hat vielleicht zu Beginn noch funktioniert und diese Möglichkeit ergibt sich eben nicht, weil er weiß, dass ich mir nicht mehr auf der Nase herumtanzen kann.


    Therapie ja. Ohne: Game over

    Cadda: Ich warte nicht darauf, dass er aufhört und sich Hilfe sucht! Er war schon 3x in LZT und hat einfach alles verloren und glaubt immer noch (!!!) den Alk im Griff zu haben, wenn er keinen Stress hat... Daran erkennt man, dass er überhaupt nichts kapiert hat!

    Er hat bereits die rote Karte beim Arbeitgeber und eine zwangsweise Umschulung aufgebrummt bekommen. Die Gefahr, dass er komplett abrutscht ist immens! Das Trinken begann ja morgens um 6 Uhr und wurde sozusagen fast 24h betrieben und das an allen freien Tagen. Sein angeblicher Stress war seine Freikarte zum Saufen!!