Der ewige A Kreis- bzw. Leerlauf:Alles anzeigen
1. Sie löst seinen Griff, aber für wie lange: Nach gestern ist es eindeutig besser für mich, ich stelle ihm sein Zeug vor die Türe. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass er mich einlullen könnte
2. Er greift nach ihr: Seine Antwort: Liebesbekundungen rauf unter runter, Liebe seines Lebens, er jetzt durch den Abstand merkt, wie sehr er mich doch lieben und ihm fehlen würde und für die Liebe kämpfen wird und er alles dafür tun wird!
3. Sie reichst ihm ihre Hand: Dass wir nur eine Chance haben können, wenn er adäquat gegen die Krankheit etwas unternimmt und ich nur unter diesen Voraussetzungen für ihn da sein könnte, waren in etwa meine Worte.
4. Er hat sie im Griff: Ich würde mir wünschen, dass ich, sobald ich an ihn sehnsuchtsvoll denke, an die schlimmen Zeiten zurück erinnert werde. Heute musste ich oft daran denken, dass er es überhaupt nicht verdient hat, dass ich so oft an ihn denke. Er macht sich sicherlich nicht einmal ansatzweise die Gedanken.
5. Er stellt Bedingungen: Und wisst Ihr, was als Antwort kam? Eine Abschiedsnachricht, dass es dann kein wir mehr geben wird, er mich immer lieben wird und er mir quasi alles gute wünscht....
6. Sie ist außer sich: Leute, was ist das???? Das ist doch Psychoterror per excellence...
... und zurück auf Feld 1
Hallo Kiwi
Deine Worte - meine Schwester! Mit dir bzw. deinen Texten erlebe ich hier ein Déjà-vu der unschönen Art.
Ich habe eine 5 Jahre ältere Schwester. Sie hatte einen Mann kennengelernt und dachte „er“ ist es, „Liebe auf den ersten Blick“. Bis dahin war ihr Leben vollständig in Ordnung und mit ihm geriet alles aus den Fugen. Der obige Kreislauf hätte sie beinahe zerstört, Schaden genommen hat sie auf alle Fälle - bis heute.
Ich war damals 19 Jahre alt und meine Eltern baten mich bei meiner Schwester (sie hatte eine kleine Stadtwohnung) einzuziehen. Nur für kurze Zeit, bis meine Schwester ihren Liebeskummer überwunden hätte und der Typ nicht kurzfristig wieder einziehen könne. Ich traf sie noch etwas dünner als sonst, aber okay - sie war gerade wieder einmal auf Feld 1 - wie sich später herausstellte. Dann kam das obligate Telefonat (das Internet und Mobile waren noch nicht erfunden) und schon bald war Feld 2 angesagt, und hoffnungsvoll brachte sie Feld 3 ins Spiel usw.. Wir kreisten Monate, sie kämpfte mit sich und ihrer Gesundheit, sie war nie die Stärkste - ohne physische Reserven eben.
Im Zeitraum von Feld 5 und Feld 6 war’s schlicht ein Horror mit ihr. Sie wollte nicht mehr das Bett verlassen, sei weinte leise vor sich hin oder starrte Löcher in die Wände und sah durch mich hindurch, aß kaum noch und erbrach das Wenige - einzig rauchen ging noch. Und da waren noch diese immer gleichen, nie enden wollenden Gespräche, Umarmungen, Versprechen und Anläufe ...
Den Ausgang fand meine Schwester, als er sie vor die Wahl stellte, er oder unsere Familie - und da hat sie Familie gewählt. Wir zwei entschlossen uns anschließend spontan für eine mehrwöchige Reise an die Westküste der USA. Es war der Abstand, die Sonne, das Meer und die gute Stimmung der Leute, die meine Schwester wieder einigermaßen herstellte.
Liebe Kiwi - gewiss ist dies eine alte, andere Geschichte, aber deine Sätze könnten von meiner Schwester stammen.
Ich habe ihr u.a. die gleichen Fragen wie dir aus meinem Text vom Dienstag (#61) gestellt, es war hoffnungslos!
Bist du auch ein hoffnungsloser Fall?
So - das war’s - ich habe alle Karten gespielt!
Ich hoffe, du kommst zeitnah aus diesem Leerlauf heraus - wirf deine kostbare Lebenszeit nicht weg! Ich traue dir nämlich nach all dem hin und her nicht wirklich mit „Aus, Basta, Finito und Ende im Gelände. Game over sozusagen“, so sehr ich es dir auch wünsche!
Liebe Grüße Ste