Oh Linde, du hast zeitgleich fast genau das gleiche inhaltlich geschrieben wie ich
DANKE
Beiträge von Blume52
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vor 6 Wochen wurden meine großen aus dem Garten geschickt von der Schwiegermutter mit den Worten "Wer nicht im Garten mithilft oder arbeitet, hat im Garten nichts verloren"
Hui, das macht mich grade fassungslos! Sorry, aber das geht gar nicht! Bei solchen Menschen (sorry, dass ich das so hart sage) brauchst du Dir keinerlei Schuldgefühle auch nur im Ansatz einreden lassen!!! Die Dame sollte sich was schämen, so mit einem Kind umzugehen. Wenn ein Kind sich zu Hause, nicht zu Hause fühlen darf, nicht weiß, wo es hintreten darf, ohne einen Rüffel oder ein Bein gestellt zu bekommen, wo soll dann da ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit herkommen? Dein Kind, bzw. die beiden Kinder, die offensichtlich nicht von deinem Freund sind, leben in einem Haus, was weder Dir noch Ihnen "gehört", sprich sie haben da nichts zu melden sondern sind allenfalls geduldet (sowas lese ich aus so einem Verhalten zumindest raus), und das ist nicht gut für die kindliche Entwicklung. Angenommen sein, wertgeschätzt zu sein, so wie man ist, ist eines der Grundbedürfnisse eines jeden Menschen, aber grundlegend für eine gesunde kindliche Entwicklung.
Ach Mensch, Fabienne, es gibt natürlich so viele vergleichbare Schicksale, vergleichbar schlechte Familien, aber du hast das Richtie gemacht und dich hier angemeldet; ich hoffe sehr, es hilft dir hier weiter und du kannst daraus die richtigen Schlüsse ziehen! Bis dahin bleibt dir aber auf jeden Fall, dass wenigstens Du deinen Kindern eine gute, stabile und liebevolle Mutter bist. Für bestimmte Phasen kannst du damit derartige Demütigen auch ausgleichen, auf Dauer ist das aber nichts für Kinder...
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Hallo Fabienne,
ne, das siehst du nicht zu eng... zu allererst ist das was du fühlst für dich richtig, sonst würdest du es ja so nicht fühlen. Damit meine ich, wenn es dich stört, dann solltest du das für dich auch ernstnehmen (vielleicht gibt es Partner, die das nicht stört, keine Ahnung, aber du bist du, ich bin ich, xy ist xy) und du solltest nicht darauf schauen, was andere vielleicht für richtig halten und ob du vielleicht falsch bist. Vergleiche dich nicht, denn dir geht es damit nicht gut, punkt.
Und zweitens finde ich persönlich, das ist keine Beziehung, wenn der Partner die ganze Woche unterwegs ist (und ich unterstelle leider, dass er da in seinem LKW abends alleine auch seine Bierchen kippen wird) und dann am Wochenende, wenn er da ist, nur mit seinen Eltern rumsitzt, quatscht und säuft.
So, und nun? Wie kann es für dich weitergehen?
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Hallo Nika,
ich möchte dir gerne mein ganz ehrliches Bauchgefühl mitteilen...
Also erstens, du machst das ganz großartig!!! Ich lese aus deinen Beiträgen oft heraus, dass du schon ganz schön mit Hasso kämpfen musst und du hältst immer noch durch, das ist klasse! Auf Dauer befürchte ich aber, könnte das schief gehen, da immer nur kämpfen Kraft kostet, Energie raubt und irgendwann ist der Akku leer fürs Kämpfen. Ich habe jetzt nicht noch mal alle Beiträge durchgelesen, daher weiß ich nicht, ob du in Kürze eine Therapie startest, in SHG gehst oder ähnliches. Das wäre natürlich super, damit du nicht nur einfach kämpfen musst sondern auch andere Strategien erlernen kannst, um Hasso bereits vorm Kampf in seine Hütte zu verweisen...
Aber was ich eigentlich sagen wollte ist, dass mich das, was du über Deine Arbeitssituation schilderst, aufhorchen lässt und mein Bauch ganz arg anfängt zu sagen, geh da grade nicht mehr hin. Lass dich zum Beispiel krankschreiben; das ist m.E. völlig o.k. in dieser Situation und der ersten Zeit. Wenn man sich in eine stationäre Therapie begibt ist man ja auch erstmal einige Wochen aus dem Alltag rausgezogen, und krankgeschrieben, und das hat bestimmt auch gute Gründe. Man ist dann erstmal nicht mehr den ganzen Triggern ausgesetzt und kann sich auf sich, auf die Erkrankung konzentrieren, denn damit hat man denke ich erstmal genug zu tun. Ich bin zwar nun nicht alkoholabhängig aber ich denke mal, dass die ersten zwei, drei Monate schon die schwierigsten sein werden (ich weiß, auch da wird es auch Ausnahmen geben). Wenn man das aber erstmal durch hat, der Körper langsam auf dem Weg ist, sich an seine neue, giftfreie Zeit zu gewöhnen und diese auch anfängt zu genießen, der Verstand erstes Rüstzeug mit auf den Weg bekommen hat, dann ist der Weg in den Alltag besser möglich.
In dem Bereich wo du arbeitest (nach deinen Schilderungen) ist die psychische und emotionale Belastung enorm hoch. Eine Freundin von mir arbeitet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie; auch wenn sie recht stabil ist und keine Suchtproblematik hat, sagt sie selber, dass sie das alles oft belastet und sie möchte raus aus dem Bereich. Sie baut sich gerade eine Selbständigkeit auf, um in dem Bereich irgendwann aufzuhören. Was ich damit sagen will, es soll ja nicht jeder aufhören, wir brauchen natürlich Menschen, die in dem Bereich arbeiten, aber umso besser muss man da auf sich achten.
Aber in deinem Fall sehe ich die Belastung, ständig mit dem Thema Alkohol und Drogen konfrontiert zu sein, als zu hoch ein, als dass du das im jetztigen Moment gut schaffen kannst. Du hast noch nicht annähernd eine stabile Trockenheit erlangt, du hast (so denke ich) noch keine verinnerlichten Strategien bei Stress/Druck/Überforderung etc. angemessen zu reagieren. Das ist ja meistens der Grund, warum dann zum Alkohol gegriffen wird; weil es die einzige verfügbare Strategie ist, mit den belastenden Faktoren umzugehen. Das gilt es ja zu erlernen, wie kann ich meine Probleme/Konflikte/Stress lösen, ohne Alkohol.
Ich glaube sogar, dass der Bereich in dem du arbeitest, irgendwann sogar dazu beitragen könnte, trocken zu bleiben (weil du die ganzen negativen, abschreckenden Beispiele siehst was Alkohol anrichten kann). Aber im Moment sehe ich das noch überhaupt nicht, im Gegenteil, im Moment riskierst du dort eher deinen Weg in die Trockenheit.
Das ist zumindest mein Gefühl. Natürlich kennst du dich selbst am besten, aber vielleicht hinterfragst du dich selber, und die Arbeitssituation nach meinen Worten noch mal kritisch...
Ich finde es nochmal wichtig zu sagen, es ist keine Schande sich krankschreiben zu lassen! Grundsätzlich nicht (ich finde viel zu viele Menschen schleppen sich manchmal krank zur Arbeit, obwohl sie lieber daheim bleiben sollten und gesunden sollten). Es geht um dich, und deine Gesundheit, da wäre mir persönlich der Arbeitgeber im Moment für eine gewisse zeit erstmal egal...
ich wünsche Dir weiterhin einen guten Weg in eine stabile Trockenheit!
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Es tut mir so leid, jetzt hatte ich es endlich gecheckt. Bin bei sowas manchmal echt deppert 🙈
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Aaahh beim Handy sind da drei Punkte. Sorry!
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Ok sollte pc sein

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Hm, kann das sein dass das nur am ok zu sehen ist? Schreibe grad auf dem Handy, daher auch die vielen Fehler, aber ich sehe keinen Bleistift. Oder ich sehe grad wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht
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Oh man, noch einen Fehler entdeckt… blöd
„Ich wünsche es mir auch anders und beweine es jeden Tag „
Soll es im Text weiter unten heißen
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Ich weis nicht, wie ich etwas in einem geschrieben Text ändern kann…
An der einen Stelle sollte es heißen
Man bekommt im Leben nicht immer das, was man sich wünscht (die satzstellung war falsch und so hörte sich das komisch an)
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Liebe löwenmama,
Du wünschst dir, dass sich dein Sohn sich verändert, dass er eine bessere Beziehung zu deiner Familie aufbaut. Diesen Wunsch kann vermutlich jeder, vor allem jede Mama absolut nachvollziehen ( ich bin auch Mama eines erwachsenen Sohnes und er entwickelt sich auch in eine Richtung, die ich mit Anders wünschen würde).
Irgendwie habe ich das Gefühl, das ich mittlerweile oft sehr harte oder vielleicht besser ehrliche Worte spreche (wo kommt das wohl her -überlegender Blick -, vielleicht ist das eine gewisse Entwicklung die ich die letzten Monate durchgemacht habe, und Fortschritte mache…?)
Aber ich gebe trotzdem mal einen Satz weiter, den meine Ärztin grade vor wenigen Wochen in unserer Sitzung gesagt hat. „Frau xy, man bekommt im Leben nicht immer das, was man sich wünscht „
Bam, das hat natürlich erstmal gesessen. Aber sie hat natürlich recht… da gibt es halt auch immer noch die Grenzen der anderen, die Lebensentwürfe der anderen, sprich jeder einzelne entscheidet für sich, was er möchte. Mir fällt das in Bezug auf meine Sohn auch mega schwer, aber wenn ich das nicht lerne, dann müsste ich mich damit abfinden, dass ich den Rest meines Lebens traurig oder enttäuscht oder wütend usw bin. Weil es immer passiert, das andere nicht das tun, was ich mir wünsche.
Ich bin der Meinung, das wirklich einzige was du tun kannst, ist zu lernen, die Situation anzunehmen. Loszulassen. Ich schreibe das so explizit, weil das nämlich auch grade mein Thema ist. Etwas womit ich sehr zu tun habe und ich für mich persönlich jeden Abend bete, Gott möge mir die Geduld, Kraft und Einsicht geben, die Situation anzunehmen und, in meinem fall, meinen tiefsten Wunsch nach einer großen Familie (ich hätte gerne Eltern, und Großeltern für meinen kleinen, oder Verwandte wie Schwester, Bruder, Tante etc) loszulassen. Ich habe außer meinem Mann und meinem Baby niemanden an Familie, auf die ich mich verlassen kann, die interesse an mir oder dem Kind haben, mit denen man Feste zusammen feiern könnte (Weihnachten zum Beispiel, da sind wir auch alleine, mein erwachsener Sohn kommt mich auch nicht besuchen). Ich wünsche es mir auch anders und beweine das fast jeden Tag. Aber ich bin nun auch dabei, diesen Traum loszulassen, weil es diese Familie nun mal nicht gibt. Meine Eltern wollen keinen Kontakt und da könnte ich jetzt weitere 20 Jahre drüber weinen, aber es ändert nichts. Es würde mir nur weitere 20 traurige Jahre meines Lebens kosten!
Du kannst deinen Sohn nicht zwingen, nicht überreden sich zu ändern. Du kannst eigentlich nichts dazu tun, was sein Verhalten betrifft,. Du kannst nur DEINES ändern. Feiere Weihnachten mit deinem Mann und deiner Tochter. Es ist, wie es ist!
Ich meine das alles nicht böse, im Gegenteil, aber ich lese deine Beiträge und habe das Gefühl, es kommt nichts bei dir an. Du willst unbedingt etwas, was nicht geht und kannst nichts anderes mehr zulassen.
Fühl dich bitte umarmt und sei nicht verletzt durch meine Worte!
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Liebe Tami,
sorry das ich jetzt erst antworte, aber im Moment ist bei mir grade die Hölle los (also zeitlich gesehen, bin sehr eingespannt). Aber ich möchte dir jetzt trotzdem kurz ein paar Worte da lassen.
Wie so oft hoffe ich, dass ich die richtigen Worte finde, und es nicht zu gemein rüber kommt oder ich jemanden verletze; aber das erste was mir bei Deinem Beitrag durch den Kopf ging war, oh nein, ich möchte eigentlich gar keinem Mut machen, weil sich derjenige sonst an eine falsche Hoffnung klammert... Nun ist es ja bei uns ersten schon mal so, dass ja noch gar nicht gesagt werden kann, ob das alles so bleibt (also, warum an etwas Hoffnung hängen, wo der Ausgang doch auch noch ungewiss ist...?). Mut könnte es meiner Meinung nach wenn überhaupt machen, wenn ich hier in 2 Jahren berichte, mein Mann ist immer noch trocken.
ABER zweitens, jede Konstellation, Partnerschaft, Alkoholkrankheit, also das gesamte Gefüge ist so individuell, dass man meiner Meinung nach gar keine Vergleiche ziehen kann; man sollte sich besser an Fakten halten, oder daran, wie ist es derzeit gerade bei Dir (nicht bei mir). Zum einen habe ich überhaupt nicht das Gefühl, dass dein Mann an der Stelle ist, an der mein Mann vor 6 Monaten war. Was ich da lese ist, ich will nicht mehr trinken und ich schaffe das alleine. Fakt ist da eher, dass das alle Alkoholiker irgendwann mal sagen bzw. sogar oft sagen. Aber kurze Zeit später kommt er ja schon wieder "hackedicht aus seinem Zimmer" wie du schriebst. Wäre das so bei uns gewesen, wäre ich weg gewesen!
Mein Mann kam nach seinem Absturz, als er mit ärztlicher Begleitung (also unsere Ärztin, die uns seit langem betreut, wusste Bescheid, sie hatte ihm auch ein Medikament zur Verfügung gestellt) angefangen hatte zu entgiften und wieder einigermaßen nüchtern war von sich aus auf mich zu und sagte mir, dass er mir und dem Kind das so nicht mehr antun möchte, und dass er jetzt alles an Hilfe annehmen möchte, um dauerhaft nüchtern zu bleiben. Er hat dann den Termin bei der Suchtberatung gemacht und er ist dann in die SHG gefahren usw.
Ja, vielleicht gehören wir zu den glücklichen, die es dauerhaft schaffen werden, aber die Statistiken sprechen da nun mal auch eine eindeutige Sprache; nämlich dass das eher selten ist (und ich glaube den alten Hasen hier da einfach mal). Das ist zum Beispiel auch ein Grund, warum ich eher vorsichtig optimistisch bin. Aber ja, natürlich bin ich das auch irgendwie, denn wenn ich dauernd nur negativ denken würde, das klappt sowieso nicht, dann wird das durch meine negative Energie zusätzlich erschwert (ich setze mich seit kurzem auch mit dem positiven Denken/der Autosuggestion auseinander und höre da ein Hörbuch; vielleicht kennt es jemand, kurz gesagt, wenn ich meinem Unterbewusstsein positive Sachen eingebe, dann werden die auch passieren. Andersrum, wenn ich immer nur negativ denke, dann tritt das auch mit hoher Wahrscheinlichkeit ein "self fulflling prophecy")
Puh, jetzt bin ich etwas weit abgedriftet... was ich dir eigentlich sagen wollte, schau nicht darauf, ob es vielleicht doch bei euch klappt, was du doch eventuell noch tun könntest, damit dein Mann trocken wird usw.
Du solltest Deinen Weg, den du eingangs in deinem Thread auch genannt hast, weiter verfolgen. Wie gehe ich meinen Weg alleine... Konto eröffnen hast du ja schon gemacht; Wohnung suchen, mache dir ein eigenes schönes Leben. Und sollte dann dabei bei rum kommen, dass dein Mann aufwacht und es dann doch schafft trocken zu werden: Wunderbar! Wunderbar vor allem für ihn! Vielleicht dann auch wunderbar für Euch; aber das kann man jetzt auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass ihr dann einfach mit Eurer Ehe weitermacht. Das würde sich dann aber zu gegebener Zeit zeigen, ob es noch ein Wir geben kann. Aber da seid ihr ja noch nicht!!! Also darüber keine weiteren Gedanken machen, sondern auf heute, morgen, übermorgen usw. schauen und Schritte gehen!
ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht nur demotiviert sondern auch motiviert

VG Blume
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Meine erste ganz konkrete Frage in die Runde ist also, was kann ich aktuell tun?
Hallo Optimistin,
die Frage lässt ein wenig offen, für wen... du brauchst aber darauf nicht antworten denn es gibt darauf sowieso nur eine Antwort
Du kannst Dein Leben leben! Schaue nur auf Dich und nicht darauf, was Dein Mann grad macht, was du tun könntest, was soll ich denn bloß machen; abwarten, Krankenwagen rufen, die Firma retten (das war jetzt etwas überspitzt gesagt und nicht bös gemeint!); also kurz gesagt, hör auf dir Gedanken um IHN zu machen, mach dir Gedanken um DICH. Du brauchst gar nichts für ihn tun, das kann er schon alles alleine, wenn er denn überhaupt will. Und um es mal ganz hart zu sagen, selbst wenn er ins Koma fällt oder stürzt und dabei drauf geht, du kannst ja nicht die ganze Zeit in seiner Nähe sein und aufpassen. Tu dir das nicht an! Ich spreche grade so klare Worte, da ich das alles kenne und mein Mann auch ein Quartalstrinker ist (bzw. war, auf dem Weg befindet er sich grade) und sein letzter Absturz auch eine Qualität hatte, die ich vorher so noch nicht kannte. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich hier das erste Mal gemeldet habe. Allerdings war ich da schon soweit, dass ich ihn nicht in meinem Wohnbereich haben wollte wenn er trinkt und es wäre mir auch "egal" gewesen, wenn er in seinem Wohnbereich ins Koma gefallen wäre! Also egal nicht im Sinne von, der Mensch ist mir egal und ich habe keine Gefühle, auch wenn ihm was passiert, sondern egal, um mich zu schützen und nicht kaputt zu machen. Weil er erwachsen ist und es seine Verantwortung ist, was er mit seinem Körper macht, selbst wenn er daran stirbt. Das konnte ich Gott sei es gedankt wenigstens aus meiner Zeit als Kind mit alkoholkranken Eltern mitnehmen, da hatte ich immer Angst, dass meinem Vater im Vollrausch was passiert, ich habe als Kind immer aufgepasst auf ihn (zumindest versucht) und irgendwann in meiner damaligen Therapie von meiner Ärztin immer wieder gehört "Es ist sein Leben! Wenn er sterben will bzw. das in Kauf nimmt, dann ist das seine Entscheidung!" Es gehört nicht bei mir hin, ich muss mich damit nicht kaputt machen. Und das habe ich zuletzt auch in meiner Ehe gut umsetzen können. Ich schaute nicht mehr nach ihm, was er da macht, wie es ihm geht oder ähnliches.
Wenn du also unbedingt was für ihn tun willst, dann tu nichts für ihn, sondern für dich
Gruß Blume
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Liebe Nannie,
Warum, was habe ich ihm getan... Warum lässt er uns alleine. Es ist sehr schmerzhaft zu sehen, das er es offensichtlich seit der Klinik schafft, trocken zu bleiben, aber wir nun nicht mehr an seinem (neuen) Leben teilhaben dürfen ... er hört mir zwar zu, ja wir reden mittlerweile einigermaßen wieder miteinander, aber er will nicht mehr von einem UNS wissen... und das verstehe ich leider gar nicht . 😥😔
Haben wir es nach so langer Zeit nicht verdient endlich einigermaßen gesund miteinander weiter zu leben? Ich meine, es kann doch nur besser werden? Wovor hat er Angst !?
ich möchte Dir auch ein paar Worte da lassen. ich lese deinen Schmerz aus jeder Zeile heraus, deine Traurigkeit, Hilflosigkeit, die Frage nach dem Warum. Ich kann Dich sehr gut verstehen; es darf auch einfach grade so sein, weil Trennungen sowieso immer Schmerzhaft sind und man oft nicht das Warum, Wie konnte es so weit kommen, versteht (egal ob wegen Alkohol oder was anderem). Nun kommt natürlich die Alkoholkrankheit deines Partners dazu und dass er es jetzt schafft trocken zu werden, er aber mit Dir nicht mehr zusammen sein möchte. Das tut natürlich weh! Ich könnte mir aber vorstellen, dass es nun bei ihm so ist, dass er ja Emotionen, Gefühle, Empfindungen neu spüren kann oder vielleicht jetzt erst nüchtern endlich erfahren kann und da muss er natürlich auch drauf schauen, um für sich eine stabile Trockenheit zu erreichen. Und so hart es jetzt vielleicht klingt, vielleicht fühlt er jetzt, dass er Dich nicht mehr liebt, nicht mehr so liebt wie Du es verdient hast... Ich möchte dich damit auf keienen Fall verletzen! Es ist natürlich eine harte Aussage. Aber das ist ja meistens der Grund, warum Beziehungen grundsätzlich beendet werden. Die Liebe ist, warum auch immer, nicht mehr so da, wie es mal war. Das wäre eine mögliche Idee. Und das heißt nicht, dass er die letzten Jahre getrunken hat, um das alles zu ertragen! Das auf keinen Fall. Er war seiner Krankheit erlegen und konnte vermutlich das alles für sich selber gar nicht fühlen und sortieren. Nun ist er auf einem neuen Weg (was ja für ihn gut ist) und er schaut auf sich. Und wenn er vielleicht das Gefühl hat, an Deiner Seite funktioniert es für ihn nicht mehr, das würde seine Trockenheit gefähren, weil er nur Dir zuliebe bei dir bleiben würde, dann ist das (so schmerzlich das für dich ist) eine gute Entscheidung für ihn und seine Trockenheit.
Es ist Mist! Es tut mir sehr leid für dich. Man weiß aber auch nicht was die Zukunft noch bringt... daher ist es bestimmt am besten, du schaust jetzt auf Dich und Deine Kinder und versuchst nun erstmal, für Euch neu zu starten und was aufzubauen. Ich muss jetzt leider los, sonst hätte ich noch ein paar mehr Worte geschrieben. hab trotzdem einen guten Tag und erfreue dich an Deinen Kindern.
Gruß Blume
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Hallo Sporty,
Vielleicht doch erst mal in die eigene Wohnung? Ihr hattet doch schon eine gefunden oder? Da könnt ihr erstmal Abstand bekommen und zur Ruhe kommen. Eine Finanzierung, Hauskauf, Wohnung suche für deine Eltern und Kauf und So weiter dauert ja sowieso seine Zeit. Bis die das richtige gefunden haben… das kann auch dauern bei dem derzeitigen Immobilienmarkt. Davon mal abgesehen hab ich irgendwie so ein leises Gefühl im Bauch, ob das alles nicht eine hinhaltetaktik deiner Eltern sein könnte, damit ihr nun erstmal die Wohnung nicht nehmt und nicht auszieht und mal sehen, was dann so kommt. Bis ihr merkt, dass sie es gar nicht ernst meinen, könnte ja einige Zeit vergehen, und vielleicht seht ihr dann ja schon alles anders und zieht doch nicht mehr aus oder es gibt dann grad keine passende Wohnung usw… könnte das sein? Ich kenne deine Eltern nun nicht und möchte euch auch nicht zu nahe treten! Ich mag völlig falsch mit meinem Gefühl liegen und zu misstrauisch sein…?
Gruß Blume
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Guten Morgen Harley
Denkt ihr ich lüge mich gerade selbst in die Tasche?
Ich denke ja... sorry für die harte Antwort, hoffe das ist ok... aber nach allem was du geschrieben hast,ist es doch bisher immer das gleiche gewesen (wie sowieso fast immer, auch in anderen Partnerschaften). Er gelobt aufzuhören, du fängst dadurch wieder an zu überlegen, vielleicht ist es ja dieses Mal wirklich ernst...? Und dann hat er dich wieder und es geht von vorne los. Von außen betrachtet würde sagen, dass das einzige sinnvolle ist, dass du deinen Weg weiter gehst, alleine. Wenn er nun grade jetzt trocken werden sollte, ist doch gut für ihn, denn es geht ja um ihn. Er sollte für sich trocken werden (werden wollen) und nicht, um dich halten zu können. Das hätte sowieso keine Aussicht auf Erfolg dann. ER muss den Weg jetzt gehen, und das sowieso auch alleine. Die nötigen Schritte, das durchhalten, das erlernen, ohne Alkohol zu leben, muss er alleine machen. Ich schrieb schon mal an anderer Stelle, das kann Frau ja ggf. kommunizieren (wenn sie es denn möchte), dass sie weiterhin bereit ist, zu schauen, wo beide stehen, wenn eine längere Phase der Abstinenz geschafft ist (und nicht nur einfach ein paar Wochen zusammen reißen, dann kommt sie schon wieder), sondern wenn ernsthaft zu sehen ist, da wird was getan. Arzt, Entgiftung, Entwöhnung, LZT, Selbsthilfegruppe usw.
Aber bis dahin denke ich, lass ihn mal seins machen, geh du deinen Weg. Grade weil, wie ich gelesen habe, du ja auch noch Kinder hast und alleinerziehnde Mutter bist. Deine Kinder brauchen Dich; aber sie brauchen definitiv keinen betrunkenen "Stiefvater" bei sich im Haushalt. Und keine Mutter, die große Energie und Aufmerksamkeit auf diesen wendet; und diese Aufmerksamkeit dann bei den Kindern fehlt! Mutter, und dann auch noch alleinerziehend zu sein, ist einer der schwersten Jobs! Ich weiß das, denn ich war selber alleinerziehend. Da hast du eigentlich keine Zeit und Kraft, für einen alkoholkranken Partner.
Bleib stark!
Gruß Blume
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Hallo liebe Leser/innen
heute pflege auch ich mal meinen Thread 😊
Ich schreibe mal wieder, da heute ein kleiner, erster „Meilenstein“ erreicht ist. Mein Mann ist heute seit einem halben Jahr trocken bzw. seit einem halben Jahr abstinent (mit dem Begriff trocken tue ich mich noch ein bissel schwer, weil das bei mir gefühlt frühestens nach einem Jahr überhaupt erst beginnt, Sinn zu machen). Ist so ähnlich wie wenn jemand verstorben ist, da ist es auch irgendwie so, dass man erstmal ein ganzes Jahr hinter sich haben muss, mit allen Feiertagen, Festen usw. um zu sehen, wo man steht. Wie hat man jede einzelne Jahreszeit, Geburtstage, Weihnachten, Ostern u.a. überstanden, wie fühlt man sich nach einem Jahr ohne den geliebten Menschen; oder eben ohne den Alkohol. Was gab es für Hürden, was gab es für leichte Zeiten/Momente. Also so fühle ich das zumindest. Lange Rede kurzer Sinn, vor genau einem halben Jahr hatte mein Mann seinen ersten alkoholfreien Tag nach dem letzten heftigen Absturz und diese alkoholfreien Tage haben bis heute angehalten.
Warum es für mich ein Meilenstein ist? Weil er es zwar schon einmal 5 Monate ohne Alkohol geschafft hatte, aber seit wir uns kennen sind 6 Monate wirklich der längste Zeitraum. Und noch etwas ist anders; diese sechs Monate fühlten sich leicht an, einfach. Also nach meinen Beobachtungen von ihm. Da war nichts mit der „Faust in der Tasche“ wie es hier die alten Hasen oft nennen. Es gab zwar mal zwei Situationen, wo ich dachte, na mal sehen, wie er nun damit umgeht (Streit zwischen uns, das war dann meist der vorgeschobene „Grund“ für das saufen), aber ich hatte nicht den Eindruck, dass er am wanken war. Das war vorher zumindest immer anders. Da hatte ich, wenn er es denn mal länger als die normalen 4 bis 6 Wochen Trinkpausen versucht hatte aufzuhören, immer mal wieder das Gefühl zwischendurch, jetzt ist er arg am kämpfen und war manchmal auch nicht sicher, ob er nicht doch irgendwie was getrunken haben könnte. Die letzten sechs Monate waren irgendwie anders. Sie waren insgesamt schön; meistens harmonisch (bis halt auf die zwei Streits), ja ich weiß nicht, irgendwie war die Zeit bisher gut!
Trotzdem bin ich immer noch vorsichtig mit meiner Hoffnung. Oder anders, das Vertrauen in eine lebenslange Abstinenz ist noch nicht soo groß. Aber das war mir vorher ja schon klar, dass sich das Vertrauen darin nur über einen längeren Zeitraum aufbauen kann. Es hat sich einiges geändert, ja, besonders, dass jetzt offen mit dem Thema umgegangen werden kann und es auch immer mal wieder thematisiert wird, finde ich schon richtig entspannend (also für meine Seele entspannend, da ist nicht mehr der Druck, wie kann ich was ansprechen, oder lasse ich es lieber usw). Ich tue es einfach, wenn ich es möchte bzw. wenn ich dazu was auf dem Herzen habe. Da kommt bei mir aber leider auch das kleine „aber“. Eigentlich geht das nur von mir aus; ich habe nicht so sehr das Gefühl, dass mein Mann sich aktiv immer wieder mit seiner Sucht auseinander setzt. Und ich finde einen Satz, den ich hier bereits zweimal gelesen habe, mega gut (von Carl Friedrich kam der glaube ich). Sinngemäß „ ein Rückfall beginnt dann, wenn man sich nicht mehr mit seiner Sucht beschäftigt/auseinandersetzt“. Diesen Satz finde ich sehr sinnvoll und habe ihn auch schon mal daheim zitiert.
Mein Mann hat sich mit dem Thema beschäftigt, er war in seiner Selbsthilfegruppe und steht mit der immer noch im Kontakt (vor ein paar Wochen war er für die Suchthilfe bei einem Marathon mit am Start). Hingehen tut er leider nicht mehr, es fehlt leider die Zeit (das tut sie wirklich, da könnt ihr mir ausnahmsweise mal glauben, das ist keine von den typischen Ausreden) denn er hat eine Stunde Fahrtzeit hin und auch eine Stunde zurück und derzeit bin ich beruflich an dem Tag wo die Gruppe stattfindet grade eingebunden und mein Mann muss das Kind übernehmen. Eine Gruppe vor Ort oder in der näheren Umgebung geht auf keinen Fall, das liegt in seinem Beruf begründet; ich könnte dazu gerne mehr schreiben, aber das kann ich nicht im offenen Bereich machen, weil man sonst wirklich darauf schließen könnte, wer wir sind. Ebenso kann ich auch nicht so gut im Detail über meine familiären Hintergründe sprechen und wie da die Situation und auch Wohnsituation ist. Das könnte ich nur im geschützten Bereich machen (vielleicht werde ich dafür irgendwann mal zugelassen, dann gerne mehr und detaillierter dazu; einiges versteht man sonst vielleicht nicht so gut oder kann es nicht nachvollziehen). Aber weiter im Thema; er hat Strategien bzw. sowas wie euren Notfallkoffer erarbeitet (wir hatten ja über einen langen Zeitraum eine Therapeutin an unserer Seite, die dahingehend auch unterstützt hat; da war eine Sitzung mal Thema, was tun Sie Herr XY, wenn Sie merken, Sie möchten jetzt gerne losfahren und was zu trinken besorgen…) allerdings denke ich da eben, er kommt ja gar nicht dazu sie anzuwenden und einzuüben, weil bisher keine Situation eingetroffen ist, wo es notwendig gewesen wäre. Und das macht mir ein bissel, ja nicht Sorge, aber da sehe ich das Risiko, wenn es soweit ist, dass Saufdruck kommt, bekommt er das dann hin, weil er sich eben nicht jeden Tag damit beschäftigt.
Nun gut, wir werden es sehen. Für heute wollte ich eigentlich hauptsächlich mal berichten, dass es eine gute abstinente Zeit war, definitiv mit Potenzial, dass es so bleiben könnte, aber auch Risiken, dass es zu einem Rückfall kommen könnte. Ich drücke unserer kleinen Familie auf jeden Fall alle Daumen und große Onkel, und was man sonst noch so drücken kann, dass der Alkohol weiterhin bleiben kann, wo der Pfeffer wächst!
Und das wünsche ich natürlich allen anderen, die auf ihrem trockenen Weg sind, auch!
Viele Grüße
Blume
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Hallo Nika,
Therapieplatz ist schon mal gut. Hast du mehrere Therapeuten abtelefoniert? Ich habe das auch grade hinter mir (möchte meine Kindheitstraumata nun mal angehen und hoffentlich ad Acta legen können) und habe dafür nach einem Platz gesucht. Von "versuchen Sie es gar nicht mehr wieder, ich nehme auch in einem Jahr nichts mehr an" über "die Wartezeit beträgt ein Jahr", via "rufen Sie alle drei Wochen an, dann sehe ich dass Sie es Ernst meinen und bekommen dann irgendwann eine Platz" bis hin zu "übernächste Woche kann es losgehen" war alles dabei
Also meine Geduld hat sich ausbezahlt, ich kann schon ganz bald starten (dafür habe ich aber auch einige Zeit im Internet und am Telefon gehangen...)Gruß Blume
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Sind unter euch eigentlich Christen?
Ja hier (Hand heb)

Warum fragst Du? Schöpfst Du selber Kraft aus dem Glauben? Wenn ja, hast du das Allerbeste an Deiner Seite, um diese Situation zu meistern!!!
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Liebe lananana,
Ich versuche es mal in kurz und prägnant…
Doch, es ist sein Problem! Lass es bei ihm, da gehört es hin. Es ist nicht dein Problem!!!
Du sagst doch selber du kennst diese Endlosschleife, das ist doch nur wieder die Masche dich emotional unter Druck zu setzen und ins „bitte einsteigen und türen schließen, nach dieser Runde wissen sie wieder nicht, wo ihnen der Kopf steht“ Karussell zu bekommen.
Du lässt ihn nicht im Stich, im Gegenteil, ohne dich hat er eine größere Chance, aufzuwachen, als wenn du wieder einknickst und er sagt sich, prima, wieder etwas Zeit zum saufen gewonnen, sie kommt ja doch immer wieder.
Ich bin schon ein Freund davon, demjenigen der Hilfe sucht auch in bestimmten Dingen zu unterstützen. Aber da ist er ja noch lange nicht. Meiner Meinung nach müssten erstmal eine Reihe von Taten folgen. By the way, durch den Entzug muss er eh alleine durch, was willst du ihm da abnehmen, die entzugserscheinungen? Geht nicht…
So schwer es auch ist, diesen Weg kann jeder alkoholiker nur alleine gehen, und wenn er den ersten großen Weg geschafft hat, Arzt, entzug, Entwöhnung, dann kann man oder Frau ggf. Schon auch stärkend, in bestimmten Situationen unterstützend sein, so meine Meinung. Aber die ersten Wochen… ich meine, das einzige was man helfend machen kann, ist denjenigen wissen zu lassen, dass wenn er diesen Weg gegangen ist, man dann wieder bereit ist zu schauen, wo man helfen kann. Hm, weis nicht ob das letzte verständlich war. Also aktiv helfen kann man meiner Meinung nach nicht, aber schon eine entsprechende Hilfe nach begangenen Taten in Aussicht stellen ( oder so ähnlich 😅)
Also, nimm die Bratwurst am Wurststand aber lass das Karussell links liegen. Oder hol dir nen Crêpes. Lose ziehen und einen anderen Hauptgewinn ziehen wäre auch möglich 😁 um mal bei der kirmesmetapher zu bleiben.
Gruß Blume