Herzlichen Glückwunsch zu 18 nüchternen Monaten.
Man muss Einstellungen und Verhaltensweisen ändern, sonst rutscht man glaube ich schneller wieder rein als man gucken kann.
Inwieweit konntest du deine Einstellungen und Verhaltensweisen ändern?
Herzlichen Glückwunsch zu 18 nüchternen Monaten.
Man muss Einstellungen und Verhaltensweisen ändern, sonst rutscht man glaube ich schneller wieder rein als man gucken kann.
Inwieweit konntest du deine Einstellungen und Verhaltensweisen ändern?
Herzlichen Glückwunsch zu 16 nüchternen Jahren. 💐
Danke, dass du hier so erfrischend schreibst, wie schön dein nüchternes Leben ist.
Jetzt ist der Suchtdruck richtig gross.....das war unter der Woche immer die Zeit wo ich die Flasche aufgemacht habe zum Runterkommen, entspannen,belohnen
Und jetzt ist das genau die Zeit, gut für dich zu sorgen.
Zeiten füllen….das habe ich die ersten Wochen meines nüchternen Lebens mit Aufräumen gemacht. Im Außen aufräumen, sortieren, aussortieren, mich auf das konzentrieren, was ich von den vielen angehäuften Dingen wirklich noch brauche und (oder) noch haben möchte hat viel in meinem Inneren aufgeräumt, sortiert und aussortiert.
Indem ich stundenlang damit beschäftigt war, jedes einzelne Teil in meiner Wohnung auf seinen Wert für mich zu prüfen, war der Kopf so beschäftigt, dass Gedanken an Alkohol kaum Chancen hatten.
Abends war ich zufrieden über das Geschaffte, bin mit einem duftenden Schaumbad in die Badewanne gegangen oder habe es mir mit einem Eisbecher oder einem Kakao mit Sahne gemütlich gemacht.
Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich durch diese erste Zeit durch muss. Das ist jetzt so und das ist der Beginn vom Rest meines nüchternen Lebens.
Es gibt keinen Alkohol mehr.
Alkohol ist kein Seelentröster, kein Mittel zum Entspannen oder Vergessen…..Alkohol ist das Mittel, um mich in der Suchtspirale immer weiter runter zu ziehen und er bringt mich um. Und die einzige Alternative ist: Nüchtern bleiben, Ohne Ausnahme.
Ich habe ganz viel hier gelesen. Und dabei habe ich verstanden, dass mein Leben nur noch ohne Alkohol funktionieren kann. Weil ich Alkoholiker geworden bin und das nicht mehr ändern kann. Das ist jetzt so.
Akzeptieren, was ich nicht ändern kann….Und das ist: Ich bin Alkoholiker geworden. Und als solcher muss ich nüchtern bleiben, wenn ich leben will.
Das ist auch ein Muster von mir, mit viel Anstrengung meine Ziele schnell erreichen zu wollen oder gemocht zu werden....
Mit viel Anstrengung wird das nüscht, schnell schon mal gar nicht.
Das Ziel ist ja die lebenslange Abstinenz. Und da ist nicht viel mit schnell, denn jeder einzelne Tag hat nun mal 24 Stunden.
Für mich war es von Anfang an wichtig, dass ich mir meine Abstinenz in meinem Kopf schaffe, sie dort pflege und achtgebe, dass sie dort auch bleibt.
Jeder nüchterne Tag ist ein gelebter Tag und mit jedem nüchternen Tag verzeiht der Körper die Vergangenheit ein bisschen mehr.
Nüchternwerden und Nüchternbleiben ist ein Prozess.
Der Körper muss sich von der jahrelangen Misshandlung erholen, die Seele muss sich wieder finden und die Gedanken müssen neu sortiert werden.
Nimm dir Zeit….du hast sie, denn heute ist erst der Anfang vom Rest deines Lebens.
Und gemocht werden musst du hier auch nicht.
Das ist auch ein Vorteil einer Online-Selbsthilfegruppe, finde ich.
Es ist völlig ausreichend, dass du dich magst. 😀
Ich bewundere Deine 4 jährige Abstinenz und den Willen dazu
Zu bewundern gibt es da nicht so viel. Aber ich muss auch sagen, dass ich anfangs auch aufgeschaut habe zu denen, die schon so lange nüchtern waren. Weil das ja auch völlig außerhalb meiner Vorstellungskraft lag, dieses nicht mehr trinken müssen.
Mit dem Willen ist das so eine Sache. Wenn das Nüchternsein alleine mit dem Willen funktionieren würde, wäre ich schon viele Jahre eher nüchtern geworden. Glaub mir, ich wollte nichts mehr als nicht mehr saufen zu müssen. Und ich habe wirklich einen sehr starken Willen.
Dass ich Alkoholiker geworden bin, wusste ich auch schon ganz lange. Ich wollte ja nicht mehr trinke und trotzdem musste ich trinken, ich konnte gar nicht anders.
Ich lernte hier, dass die Alkoholsucht eine Krankheit ist, die zwar nicht heilbar ist, aber durch absolute Abstinenz zum Stillstand zu bringen geht. Das machte mir Mut. Als ich das akzeptieren konnte, dieses: Ich bin Alkoholiker und das werde ich auch immer bleiben und es gibt eine Möglichkeit, diese Sucht mit absoluter Abstinenz zu stoppen, konnte ich nüchtern werden.
Da wie Du sagst viele Rückfaller aus dem Forum gehen, bleibt mir nur die Möglichkeit standhaft zu bleiben, um mich mit Dir und anderen weiterhin austauschen zu können.
Naja, hier tauschen sich ja nur bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben und dabei nüchtern ihren Weg gehen. Von den anderen lesen wir ja nix mehr hier, wenn sie sich nicht trauen, von ihrem Rückfall zu erzählen und verschwinden oder wenn sie den Ausgang aus der Suchtspirale nicht noch einmal finden.
Ich würde das auch nicht als ‚standhaft bleiben‘ bezeichnen. Vielmehr ist es doch die Einsicht in die Notwendigkeit.
Leben wollen und das geht für einen Alkoholiker (für jeden Alkoholiker) nun mal nur nüchtern oder trinken und damit ist die Chance auf Leben verbaut. Irgendwas dazwischen gibt es nicht. Das zu akzeptieren macht es mir leicht, meinen nüchternen Weg zu gehen.
Mir haben anfangs hier diese ‚harten Ansagen‘ auch ziemlich zugesetzt. Ich habe oft gedacht: Ja, sach ma, wie redest du denn mit mir? …. Aber ich konnte das schnell sehr sachlich sehen. Mich kannte ja keiner, warum also sollte mich jemand persönlich angreifen?
Dann las ich hier einen Satz, der mich noch heute begleitet: Da, wo es piekt, da geht es lang. Darüber nachzudenken lohnt sich wirklich.
Wir sind hier eine Selbsthilfegruppe, ich verstehe das so: Hilf dir selbst.
Es wird hier niemand sagen können: So und geht das nüchterne Leben. Was es hier aber gibt, sind Unmengen Erfahrungsberichte von Leuten, die ihren nüchternen Weg schon viele Jahre gehen. Mir daraus mitzunehmen, was für mich passt, hilft mir, meinen nüchternen Weg zufrieden gehen zu können.
Hallo Biene,
herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
Vielleicht noch ein paar Worte zu meinem Trinkverhalten....ich trinke überwiegend Wein. Bier schmeckt mir nicht...und wenn ich anfange,unter der Woche abends am Wochenende manchmal schon ab 16.00Uhr ist eine Flasche Wein schnell leer,obwohl ich Sie mir immer einteilen möchte,es aber nicht kann...und das täglich...seit meiner Reha im Dezember 24 habe ich / konnte ich keine Trinkpause mehr einhalten....trotz wiederholter Vorsätze....wenn ich das so aufschreibe fühle ich grosse Scham ,finde es erbärmlich,dass es mir bisher nicht gelungen ist
Das ist so ziemlich genau das, was ich vor fast 4 Jahren hier geschrieben habe.
Kontrollverlust war das sicherste Zeichen gewesen, dass ich Alkoholiker geworden bin. Das war mir vollkommen klar. So oft ich mir auch ganz fest vorgenommen habe: Ab morgen trinkst du nichts mehr, so oft bin ich am nächsten Tag wieder mit Alkohol nach Hause gekommen und ich habe erst aufhören können zu trinken, als alles alle war (und das noch nicht mal immer, oft bin ich abends noch mal rüber zum Supermarkt….) oder ich ins Bett gefallen bin.
Ich habe mich so sehr geschämt, dass ich mich getraut habe, irgendwem von meiner Sucht zu erzählen. Diese Scham hielt mich gefangen, viele Jahre lang.
Hier las ich von so vielen Frauen, die auch Alkoholiker geworden sind. Da fiel so eine unglaubliche Last von mir, dass ich oft einfach da saß und geweint habe ….. Ich bin nicht die einzige Frau, die sich so weit in die Sucht gesoffen hat. Es gibt so viele. Und es gibt so viele, die jetzt nüchtern sind. Da wusste ich: Das schaffe ich auch.
Ich konnte endlich akzeptieren, dass es jetzt ist wie es ist: Ich bin Alkoholiker und das werde ich bis an mein Lebensende bleiben.
Es gibt zwar keinen Weg aus der Sucht raus, die Alkoholsucht ist nicht heilbar. Aber sie geht mit absoluter Abstinenz zum Stillstand zu bringen. Das war für mich auch eine ganz wichtige Erkenntnis. Das wusste ich ja gar nicht. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich für den Rest meines Lebens in meinem Lügengerüst weiter saufen muss.
Ich habe hier alles gelesen und die Erfahrung der Anderen aufgesaugt als müsste ich sie in mir drin archivieren. Es gibt so viel hilfreiches hier.
Hier findest du eine wahre Schatzkiste an Erfahrungen. Lies dich in Ruhe ein, nimm dir mit, was dir passend erscheint und hinterfrage ruhig, was unklar ist. So konnte ich meinen Weg finden.
Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.
Hallo Chewie,
Herzlichen Glückwunsch zu nun schon über einen nüchternen Monat.
Ich kann doch nicht davor Angst haben dass ich in ner woche wieder saufdruck bekomme Oder sich mein Hirn wieder meldet!? Ich muss für mich gut darauf vorbereitet sein und was dagegen tun können damit ich stark bleibe um die Abstinenz zu stärken.
Das musst du auch gar nicht.
Angst ist selten ein guter Ratgeber. Mit Angst im Nacken kannst du dich nicht genügend auf dein nüchternes Leben konzentrieren, weil sich deine Gedanken ständig im ‚ vielleicht‘ verlieren.
Kennst du schon unseren Notfallkoffer?
Artikel
Der Notfallkoffer
Craving, starkes Verlangen Alkohol trinken zu müssen, kann jeden Alkoholiker ereilen und da ist es ganz wichtig, für diesen nicht zu unterschätzenden Notfall vorzusorgen. Wie der Apothekenschrank im Haus, so sollte auch ein Hilfsmittel für den aufkommenden Suchtdruck schnell greifbar sein:
Der „Notfallkoffer“ für Alkoholiker.
Dazu gehört eine Liste mit Notfallnummer von Menschen, die im Vorfeld informiert wurden, Adresse und Ansprechpartner der realen Selbsthilfegruppe bzw. eure Login-Daten für…
Das Forenteam
Ich habe mir daraus rausgesucht, von dem ich denke, dass es mir im Notfall helfen könnte. Da schaue ich ab und zu mal rein. Gebraucht habe ich ihn noch nicht, aber es gibt mir ein Stückchen Gewissheit, dass er da ist und ich vertraue mir inzwischen auch soweit, dass ich mich an ihn erinnern werde , sollte ich ihn mal brauchen. Du kannst da auch gern dazulegen, was dir helfen könnte. So wurde unsere Sammlung immer größer und jeder kann sich draus bedienen.
Mich mit mir und meiner Alkoholsucht auseinandersetzen, ist das Eine, mich mit mir und meinem nüchternen Leben auseinandersetzen das Andere. Klar, mein ‚Heute’ ist schon auch auf dem ‚Gestern’ aufgebaut, mein Nüchternsein auf die Sucht, aber ich gucke, dass ich im ‚Jetzt’ lebe. Denn nur das ‚jetzt‘ kann ich aktuell beeinflussen und wenn ich jetzt keinen Alkohol trinke, ergeben viele ‚jetzt‘ den Rest meines Lebens.
Hier in den Erfahrungsberichten zu lesen ist eine großartige Möglichkeit, von den Stolpersteinen der Anderen zu lernen. Wie machen die das, wie gehen die an dies und jenes ran, wo haben andere Probleme, wie meistern sie diese….. Nicht gucken, was haben andere riskiert und was ging bei denen gut….das halte ich für den falschen Weg, die größtmögliche Risikominimierung für sich finden für den sichersten.
Nicht alles passt für jeden, dafür sind die Menschen viel zu verschieden. Ich fände es auch ziemlich anstrengend, mir alles hier zu Eigen zu machen. Darum nehme ich mir mit, was mir für mich passend erscheint, lasse liegen, was nicht passt und schaue mir das Liegengelassene immer mal wieder an….einiges passt später dann doch ganz gut.
Ich habe hier bereits ziemlich viel gelesen und bin von einigen Schicksalen oder Lebensgeschichten wirklich sehr ergriffen und erstaunt. Es gibt ja unglaublich viel positive und negative Erfahrungsberichte hier. Hätte ich niemals so gedacht. Das macht mir in gewisser Weise Angst, mahnt mich zur absoluten Wachsamkeit, gibt mir aber auch zugleich Hoffnung und Zuversicht.
Das alles kann ich so auch von mir sagen.
Ich lerne aus den vielen Berichten hier sehr viel für mich und für meinen Umgang mit meiner Alkoholsucht.
Mir helfen dabei die mahnenden Beiträge bald noch mehr als die Erfolgsgeschichten. Es ist ja nun mal eine Tatsache, dass es 95 % aller Alkoholiker eben nicht schaffen, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Hier schreiben ja nur die, die tatsächlich nüchtern werden konnten. Die wenigsten bleiben nach einem Rückfall hier. Das ist schade, denn hier kann jeder Hilfe zur Selbsthilfe finden.
Mich und meinen Weg immer wieder kritisch beobachten, kritische Anmerkungen zu meinem Weg nicht als persönlichen Angriff zu sehen, sondern diese zu hinterfragen. lässt mich nun bald 4 Jahre zufrieden nüchtern sein.
Ich möchte dich sensibilisieren für das, was die Sucht in uns drin macht. Das Suchtgedächtnis bleibt und es ist immer wach. Es arbeitet nicht so wie wir das von unserem logischen Denken her gewohnt sind, es hat praktisch ein ‚Eigenleben‘, welches mit Wissen und Wollen nicht zu steuern ist. Deshalb ist die Risikominimierung keine Floskel, sondern vielmehr eine gute Möglichkeit, sich selbst in seiner Nüchternheit zu festigen.
Klar kann man da einen Bogen machen. Ich verstehe ja was Ihr meint, nur was wäre Euer alternativer Vorschlag?
Hatte ich:
Vielleicht kannst du andere Tätigkeiten als Alkohol ausschenken übernehmen?
Warum leider?
Ganz einfach, weil: "Super ich bin Alkoholiker " sicher die falsche Antwort auf die vorher gestellte Frage wäre.
Nee, nicht: Super, ich bin Alkoholiker.
Aber super, dass ich das erkannt habe und super, dass ich akzeptiert habe, dass ich daran auch bis zum Lebensende nichts mehr ändern kann. Und super, dass es eine Möglichkeit gibt, diese Krankheit zum Stillstand zu bringen, wenn ich für den Rest meines Lebens achtsam bleibe, mich vom Alkohol fern halte und vor allem nie wieder auch nur einen einzigen Tropfen Alkohol trinke.
War dein Trinkverhalten wirklich ‚nur‘ kritisch?
Genau an diesen Punkt, den Du beschreibst, möchte ich nicht erst kommen. Ich habe mich nie ins "Koma" gesoffen, noch fehlte mir am nächsten Tag der berühmte Film. Trotzdem habe ich regelmäßig getrunken, habe nachts schlecht geschlafen, ärgerte mich über mein Trinkverhalten. Das ist aber alles gar nicht wichtig. Ich bezeichne mich als Alkoholiker. Dafür gibt es keinen Gradmesser. Ist kritisch nicht schlimm genug?
Alleine die gedankliche Unterscheidung zwischen verschiedenen Trinkerhalten finde ich gefährlich. Weil es der Sucht nämlich völlig wurscht ist, mit was, mit wieviel und wo man sich in die Sucht gesoffen hat. Die Sucht bleibt für immer im Kopf, auch wenn mögliche körperliche Symptome längst weg sind.
Mit der Erkenntnis, dass ich Alkoholiker geworden bin, war ‚kritisch‘ lange überschritten.
Ich habe mir wirklich sehr genau überlegt was ich will und wo meine Ziele liegen
Hast du dir auch schon überlegt, wie du deine Ziele erreichen kannst?
Hallo Tomte,
auch von mir noch ein herzliches Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu dem Entschluss, nun endlich ein nüchternes Leben zu haben.
Ein Jahr mit Unterbrechungen ist schon ein Erfolg, aber auch nur ein Anfang.
Hmmm, ist das wirklich schon ein Erfolg?
Du hast geschrieben, dass du beim Rückfall alles Wissen und alle Einsicht komplett ausgeblendet hast. Du wolltest trinken. Kannst du dafür einen bestimmten Auslöser ausmachen? War der Alkohol zu nah?
Für uns Alkoholiker ist nicht nur kontrolliertes Trinken unmöglich geworden, für uns geht gar kein Alkohol mehr.
Für Alkoliker gibt es nur ein absolutes und konsequentes ‚Nein‘ zum Alkohol.
Du hast Freundschaften einschlafen lassen, weil dir der Alkohol wichtiger war. Ich finde das total klasse, dass du da wieder ansetzen willst.
Hast du schon eine Idee, wie du da vorgehen willst?
Hallo Rene,
auch von mir herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
leider finde ich mich als bekennender Alkoholiker wieder
Warum leider?
Mich als Alkoholiker sehen zu können, war der erste Schritt in die richtige Richtung. Allerdings reichte diese Erkenntnis allein bei mir nicht, um den Ausgang aus der Suchtspirale zu finden. Ich habe noch jahrelang weiter gesoffen. Ich benutze bewusst das Wort ‚gesoffen‘, weil es kein trinken mehr war.
Erst, als ich akzeptiert habe, dass ich mich in die Alkoholsucht gesoffen habe und dass nur die absolute Abstinenz ein Weg zurück ins Leben ist, konnte ich endlich mit dem Alkohol aufhören.
Es gab auch Tage ohne Alkohol. Trotzdem war mein Trinkverhalten sehr kritisch. Es muss auch ohne gehen.
War dein Trinkverhalten wirklich ‚nur‘ kritisch?
Kritisch war mein Alkoholmissbrauch ….vor der Sucht.
Als ich Alkoholiker geworden bin, musste ich Alkohol trinken. Ich hatte die Kontrolle über ‚kritisch‘ verloren. Ja, heute muss es ohne Alkohol gehen, und es geht ganz wunderbar ohne Alkohol.
Diese Wahl, ob ich jemals wieder ein Glas Alkohol trinken kann, gibt es nicht mehr. Diese Wahl gibt es für keinen Alkoholiker mehr. Es gibt nur noch: kein Alkohol und leben oder Alkohol und elendig daran verrecken.
Vielleicht denkst du (noch), dass es so schlimm ja noch nicht bei dir war? Glaub mir, es wird bei jedem Alkoholiker so schlimm, die Suchtspirale dreht sich immer nur nach unten….und es geht früher oder später nach ganz unten.
Ich werde versuchen verschiedene risikobehaftete Gelegenheiten zu umgehen, wenngleich das bei mir schwierig wird, da ich selbst Inhaber eines Restaurants bin.
Versuchen wird nicht reichen.
Das konsequente Umgehen von risikobehafteten Gelegenheiten, gerade am Anfang, macht den nüchternen Weg um einiges einfacher.
Dass du ein Restaurant hast, muss ja nicht bedeuten, den Alkohol in Reichweite zu haben. Vielleicht kannst du andere Tätigkeiten als Alkohol ausschenken übernehmen?
Der Fakt, dass du im Restaurant nie getrunken hast, ist keine Garantie dafür, dass das immer so bleiben wird. Es gibt ja das Suchtgedächtnis, da ist alles, was mit deinem Alkoholkonsum zusammenhängt für immer abgespeichert….und es kennt keinen Unterschied zwischen unterschiedlichen Orten. Es ist immer da. Und es ist immer wach.
Ist dein Zuhause alkoholfrei?
Das eigene Zuhause ist für mich der einzige Ort, an dem ich beeinflussen kann, ob es da Alkohol gibt oder ob da irgendwer Alkohol trinkt.
Mein Zuhause halte ich absolut alkoholfrei. Sollte ich da mal Suchtdruck bekommen, ist nix da. Mich anziehen, zum Supermarkt laufen, Alkohol kaufen … das würde mir Zeit geben, mich anders zu entscheiden.
Hallo Charlotte,
schön, dass du dich für das Leben entschieden hast und auch von mir noch ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
Hier findest du ganz viel Hilfe zur Selbsthilfe. In den vielen Erfahrungsberichten kannst du lesen, wie die Leute hier ihren Weg gehen und dir mitnehmen, was für dich passt.
Als ich hier angekommen bin, war ich erstaunt, wie viele Alkoholikerinnen hier sind und auch, wie viele mit Hilfe dieses Forum ihren nüchternen Weg gehen, und so viele schon ganz viele Jahre. Mir hat das Mut gemacht, das auch zu schaffen.
Das wichtigste für mich war, dass ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und das es für mich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr geben kann, wenn ich leben will. Ich will leben. Du hast dich auch für das Leben entschieden…..und das funktioniert nur noch nüchtern.
Mich selbst hat an meinem eigenen Anfang interessiert:
gibt es Leute, die es auf Dauer schaffen?
Wie sind die drauf?
Werde ich mich nüchtern irgendwannwieder als ganzer Mensch fühlen (denn der Alk war in mein Leben schon sehr tief eingebaut, ich wusste nicht ob das eine runde Sache wird)
Genau das war es bei mir anfangs auch: Gibt es Leute, die das auf Dauer schaffen?
Und genau das war es doch, was mich auch in meiner Sucht gefangen hielt, dieses: Ich habe mich jetzt in die Alkoholsucht gesoffen und da komme ich nie wieder raus. Überall habe ich nur gehört und gelesen: Nur die allerwenigsten schaffen es. Und das auch nur mit ganz viel Willen.
Und das wurde mir doch ‚da draußen‘ auch vermittelt, das ist das, was ich gesehen habe.
Dabei war es doch gerade der Wille, den ich so sehr hatte. Ich wollte nichts so sehr wie das Nüchternsein. Ich habe es trotzdem nicht geschafft.
Und irgendwann habe ich selbst geglaubt, dass ich zu schwach bin, nicht genug Willen und nicht genug Stärke in mir habe.
Dann kam ich hier an.
Ich kannte keinen einzigen trockenen Alkoholiker.
Hier gab es sie….diese Leute, die es geschafft haben. Und sogar so viele Frauen.
Ich habe alles hier gelesen….die leisen, die lauten, die unsicheren und überheblichen, die widersprüchlichen, die besserwisserischen, die mahnenden und auch die einfach nur aus ihrem nüchternen Alltag erzählenden Beiträge.
Ich habe jeden Beitrag hier gelesen und ich habe ganz viele Beiträge als das gesehen, was sie sind: Ein Bericht für den, der sie in erster Linie für sich selbst schreibt und für uns anderen hier lässt. Sie sind nicht dafür verantwortlich, was ich in ihnen lese oder auch nicht dafür, ob mir gefällt, was sie schreiben.
Ich habe mir aus den Beiträgen das mitgenommen , was für mich passt, habe liegen gelassen, was für mich nicht passt und habe mir später das Liegengelassene noch mal angeschaut und dann ggf. auch neu entschieden.
Und genau so lese ich bei dir und mir persönlich gibt das viel. Weil ich mich da gar nicht so in Details verliere, sondern meinen Blick auf das große Ganze richte. Und das große Ganze ist: 24 nüchterne Jahre.
Herzlichen Glückwunsch zu zu einem ganzen nüchternen Jahr. 💐
Im ersten Jahr wird ja so ziemlich alles zum ersten Mal nüchtern erlebt. So viele neue Erkenntnisse und so viele neue Gedanken müssen sortiert, weiter gedacht und auch manche auch wieder verworfen werden.
Du bist jetzt schon im 2. nüchternen Jahr. 👍 Klingt super, oder?
Herzlichen Glückwunsch zu 5 nüchternen Monaten.
Heute sind es schon 2 Tage mehr. Und noch ganz viele werden folgen, wenn du auf deinem Weg bleibst, aber auch ab und zu nach links und rechts schaust,
Das freut mich wirklich sehr für euch beide.
Wenn ‚für immer‘ noch schwer in deine Vorstellung passt, passt vielleicht ‚für heute‘ besser?
So reiht sich ein ‚für heute‘ an das nächste ‚für heute‘ . 😀
denn wenn ich leicht aufhören kann ist es ja kein Problem wieder was zu zrinken
Nun ja, da stellt sich doch die Frage nach dem: Was will ich?
Als ich mich hier angemeldet habe, wollte ich mit dem Trinken aufhören. Ich war so in meiner Sucht gefangen. Und so habe ich das auch empfunden. Gefangen.
Auf der einen Seite fiel es mir auch leicht, an bestimmten Tage oder Wochen nichts zu trinken. Ehrlich gesagt habe ich da aber nie gedacht, dass es kein Problem ist, wieder was zu trinken. Ich wollte nicht mehr trinken und dann musste es doch wieder.
mit der Flasche in der Tüte mit dem Gedanken wenn du die jetzt trinkst ist es vorbei dann bist du Alkoholiker.
Vielleicht hattest du ja noch (oder wieder) die Hoffnung, doch kein Alkoholiker zu sein.
Die unumstößliche Tatsache, dass ein Alkoholiker nie wieder Alkohol trinken kann, war für mich das, was ich akzeptieren konnte, als ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin.
Gewusst habe ich schon lange, dass ich Alkoholiker geworden bin, aber ich konnte das einfach nicht akzeptieren. Ich fühlte mich schwach, ohne wirklichen Willen, wertlos. Ich habe mich so geschämt, dass ich kaum noch in den Spiegel schauen konnte.
Ich bin süchtig …. Alkoholiker ….. und ich werde das immer bleiben. Das zu akzeptieren war der Beginn meines zufriedenen nüchternes Weges.
Das ist eben das schöne, wir sind uns durch das Forum alle sehr vertraut, wir können sein wie wir sind und einfach die Gespräche genießen. Man fühlt sich einfach nicht fremd.
Genau so habe ich das auch empfunden. Nicht einen Augenblick habe ich mich fremd gefühlt….oder so unangenehm von oben bis unten gemustert, wie ich das oft erlebe, wenn ich irgendwo neu bin.
Ich möchte alle ermuntern, die gern wollen würden, sich aber nicht trauen, beim nächsten Treffen dabei zu sein, wenn es zeitlich und der Entfernung wegen gut passt.
Ich wollte ja letztes Jahr schon dabei sein…..habe mich aber nicht getraut. Das hat mich jetzt ein bisschen traurig gemacht, weil ich diese schöne Erfahrung nun erst in diesem Jahr machen konnte.
Sonne. Schade, dass wir uns verpasst haben.