Angst zu haben, dass die Sozialarbeiterin evtl. das Jugendamt informiert, finde ich völlig unnötig. .
Sie kann nur helfend zur Seite stehen, wenn sie auch die Umstände kennt.
Auch die Jungendämter arbeiten immer zum Wohl des Kindes. Hier sehe ich erstmal eine Mutter, die sich um genau dieses Kindeswohl sorgt. Ich finde es immer richtig, sich Hilfe zu suchen, wenn man alleine stehengeblieben ist.
Schweigen ist nur nicht nicht hilfreich, es verlängert das Leiden und es verschlimmert das Leiden.
Ich kann ja morgen nicht sagen, verständlich, ihr Vater war wieder betrunken.
Doch, genau das kannst du.
Und ich möchte dich ermutigen , genau das auch zu tun.
‚Vertuschen‘ verlängert das Leiden, es verschlimmert das Leiden.
Ein Alkoholiker wird solange weiter trinken, bis er irgendwann tot umfällt, wenn er keine Krankheitseinsicht hat und die Sucht von sich aus zum Stillstand bringen will.
Die Trinkmenge wird immer mehr und die Suchtspirale geht immer nur nach unten. Immer, Ausnahmen gibt es da nicht.
Alkoholsucht wird irgendwann zur Familienkrankheit, alle sind da involviert. Schaffen es die Angehörigen nicht, sich an den Ausgang dieser Suchtspirale zu klammern und sich da rauszuziehen, zieht es sie genau so mit nach unten.
Du hast erkannt, dass du dich und euer Kind schützen musst und hast dich hier angemeldet. Das ist ein großer erster Schritt.
Scham ist immer ein ganz großes Thema. (oftmals auf beiden Seiten)Aber dafür gibt es keinen Grund. Die Alkoholsucht ist eine Krankheit. Und niemand muss sich für eine Krankheit schämen.
Ich wünsche dir, dass du die Angst und die Scham für einen Moment zur Seite legen kannst und offen mit der Sozialarbeiterin reden kannst. Du wirst merken, wenn ‚es‘ einmal ausgesprochen ist, wird ganz viel viel leichter.