Erstmal vorab, du musst dich nicht wegen langer Texte entschuldigen. Du siehst, sie werden sie sogar gelesen. 😉
ich mache das für meine Kinder, für meine Familie. Das ist lobenswert, richtig und gut aber es ist auch nicht genug !
Ja, das ist lobenswert und nein, das ist nicht genug,
Deine Kinder werden erwachsen, ziehen aus, vielleicht ganz weit weg …oder vielleicht brechen sie aus irgendeinem Grund den Kontakt zu dir ganz ab……Warum wölltest du dann nüchtern sein?
Anders….denn von ‚wollen‘ ist ja gar nicht die Rede…..ich nehme die Antwort mal vorweg, korrigiere mich gerne. Es gäbe keinen Grund mehr, nüchtern zu sein.
Nach dem Furchtbaren Tag gestern ist mir klar geworden, das es nur so extrem werden konnte weil ich in meinem Kopf noch nicht so weit bin keinen Alkoho mehr trinken zu WOLLEN. Es ist für mich noch wie ein Zwang. Wie eine Diät die man macht für die Gesundheit und das bedeutet Verzicht!
Die Frage, ob du Alkohol trinken willst oder keinen Alkohol trinken willst, stellt sich doch gar nicht.
Du hast für dich erkannt, dass du Alkoholikerin geworden bist. Hatte ich doch richtig verstanden, oder? Und Alkoholiker können keinen Alkohol mehr trinken, wenn sie leben wollen. Es spielt überhaupt gar keine Rolle, ob der Alkoholiker das will oder ob er das nicht will. Das ist bei allen Unterschieden zwischen den Menschen bei jedem Alkoholiker gleich, da gibt es auch keine Light-Version.
Außer dem Fakt das es mir geschmeck hat, hat es mir geholfen locker zu sein, mich selbstbewusst gemacht, lustig, spontan und aus mir heraus zu kommen. Ich konnte abschalten und über Sachen reden die ich sonst nicht gesagt hätte und noch einiges mehr, ich will mit Beschreibungen jetzt hier aber niemanden triggern.
Mich triggert da nix. Deshalb greife ich das mal auf.
Was für alkoholfreie Getränke schmecken dir denn?
Für wen willst du lustig und spontan sein und aus dir herauskommen?
Könnte du mit einem Entspannungsbad abschalten? Oder mit laufen, schwimmen, malen ….?
Wie wichtig sind dir die Dinge, die du nüchtern nicht aussprechen kannst?
Ich will es selbst wollen. Ich will morgens in den Spiegel gucken und wissen das ich nicht trinken WILL. Ich will es nicht mehr vermissen und das es so immer noch mein Leben beherrscht!
so ist ersteinmal der Plan. Was denkt ihr dazu ?
Was ich bei der Sucht vom ‚Wollen‘ halte, hatte ich oben schon geschrieben.
Nur noch kurz: Ich habe jahrelang morgens in den Spiegel geschaut und gewusst, dass ich nicht mehr trinken will …saufen habe ich gesagt. Ich habe jeden Morgen ganz doll gewollt, dass ich die Flaschen nicht vermissen muss und dass sie mein Leben nicht immer so beherrschen.
Das Wollen hat mir gar nix genützt….abends war ich wieder besoffen.
Erst ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und das mein ganzes restliches Leben bleiben werde, und dass ich weiter in der Suchtspirale nach unten rutsche, wenn ich nicht sofort und für immer aufhöre zu saufen, konnte ich Frieden mit dem Alkohol schließen und zufrieden nüchtern werden. Für mich. Für niemanden sonst.
Und mit immer weiter nach unten rutschen meine ich erstmal gar nicht, irgendwo in der Gosse zu landen, denn mein Leben war nach außen sehr ordentlich, bodenständig und finanziell abgesichert. Vielmehr meine ich mein inneres Seelenleben, weil ich ein in sich zusammengerutschtes Wrack war, mit den Nerven völlig am Ende und so versoffen nicht mehr vor mich vegetieren wollte. Ich hatte mein Doppelleben so satt, dass ich lieber gestorben wäre als weiter saufen zu müssen.
Ich wünsche dir, dass du emotional nicht so weit nach unten rutschen musst, um den Absprung zu schaffen.