Mein Mann war noch nie der große Redner.
Nur habe ich jetzt ein Problem über das ich gerne reden möchte.
Mein Mann war aber immer schon so.
Aus welchem Grund sollte sich bei deinem Mann jetzt etwas ändern?
Mal ganz davon abgesehen, dass es immer nur möglich ist, mich zu ändern. Ich kann natürlich Dinge ansprechen, die mir nicht gefallen, aber wenn mein Gegenüber das so gar nicht interessiert, ist es doch an mir, dafür zu sorgen, dass ich mein Leben gerne lebe und mich nicht (zum Teil über Kleinigkeiten) aufrege oder ärgere.
Du trinkst nicht mehr. Das ist doch super. Aber letztendlich bist du es, die süchtig geworden ist. Dein Mann hat damit gar nix zu tun.
Und auch du bist es, die jetzt abstinent leben will. Auch damit hat niemand sonst was zu tun.
Ich kann und will niemandem das Thema ‚meine Alkoholsucht‘ überstülpen. Es ist doch auch so, dass Nichtabhängige meist gar nicht nachvollziehen können, was es heißt: Ich musste einfach saufen…ohne äußere Gründe ….weil ich alkoholabhängig geworden bin.
Wenn im allerengsten Kreis das Thema angesprochen wird, ist das was anderes, da rede ich schon darüber, wie es mir mit dem oder dem geht….oder was ich gut oder eben nicht so gut finde. Ansonsten lasse ich meine Sucht aus Themen wie ‚zu spät zum Essen kommen‘ komplett raus. Weil ich auch süchtig bin, wenn überhaupt niemand zum Essen kommen würde und weil ich auch dann nüchtern bleiben will, wenn das öfter passieren würde.
Über meine Sucht tausche ich mich hier aus. Hier ist doch der Ort, wo jeder weiß, wovon ich rede, wo ich bezüglich meiner Sucht verstanden werde.
Hier ist meine Selbsthilfegruppe.
Wenn das Auslösers fürs Saufen sind, dann sollte ich da genauer hinschauen.
Dann sind das die Ursachen…, das 1. Glas in die Hand zu nehmen, nur noch das Symptom.
Ich finde es für mich ganz wichtig zu wissen, dass es zwar Gründe gab, warum ich zur Flasche gegriffen habe. Ich wollte das so. Warum ich aber süchtig geworden ist, ist schlicht und einfach: Ich habe zu viel gesoffen. Und das über einen viel zu langen Zeitraum. Auch das wollte ich ja so. Also, nicht das süchtig werden, aber das viele saufen ….bis ich nicht mehr aufhören konnte.
Demzufolge gibt es auch nur einen einzigen Grund, wieder zur Flasche zu greifen. Ich will es.
Und weil ich jetzt Alkoholiker bin, hat sich da in meinem Hirn die Sucht eingebrannt. Das geht auch nie wieder weg. Dieses Stück eingebranntes Suchthirn ist es, was anspringt, wenn ich wieder saufen wöllte…..
Nichts im Außen ist für meine Gedanken zu meiner Sucht maßgeblich. Meine Sucht ist mir drin. Ich sehe das auch gar nicht als ‚mein Problem‘. Weil die Sucht kein Problem ist, wenn ich nichts trinke.