Es ist wichtig sich einen Ersatz zu schaffen für die Zeit, die sonst für den Suff draufgegangen ist.
So dachte ich am Anfang meines nüchternen Weges auch.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es möglich ist, einen ganzen Tag zu Hause zu sein ohne zu saufen. Wie soll ich die Zeit rumkriegen?
Meine Bude war ein Saustall..,leider ist das die traurige Wahrheit.
Ich wollte wieder leben, und das in einem schönen Zuhause. Also habe ich angefangen alle Schränke aufzuräumen. Ich habe Jedes einzelne Teil in die Hand genommen und entschieden, ob ich das behalten will oder verschenken oder ob es in den Müll muss.
Ich hatte ja auf einmal so unendlich viel Zeit.
Am Anfang hatte ich (rückblickend) ständig das Gefühl, ich müsste irgendwas machen…,mich ablenken.
Es dauerte aber gar nicht so lange, dass der Tag gar nicht mehr so lang war. Der Tag füllte sich, auch ohne dass ich ständig nach irgendwelchen Beschäftigungen …. Ablenkungen …. suchen musste.
Heute denke ich manchmal, dass der Tag gar nicht reicht für all das, was ich gerne machen möchte.
Was Ich aber auch gelernt habe und was ich inzwischen sehr schätze an meinem neuen nüchternen Leben: Ich kann mich gut aushalten. Ich kann sehr gut nur mir sein und ich kann Ruhe genießen, ich kann auch mal gar nix machen.
Was ich sagen will: Heute muss ich meinen Tag gar nicht mehr vollstopfen mit Aktivitäten, Aufgaben, Verpflichtungen… und ich finde das so super.