Ich hatte die Eingangsfrage schon auch so verstanden wie Carl Friedrich sie dann noch etwas umformuliert hatte. Ich stelle mir solche Fragen nicht. Ich will nie wieder trinken. Punkt. Mir da Gedanken zu machen, wann ich einen Rückfall in Kauf nehmen würde, erscheint mir so …. irrsinnig.
Nun bitte nicht gleich wieder der Aufschrei: Aber wenn du nur daran denkst….
Ich antworte lediglich in einem Alkoholikerforum und da denke ich natürlich an Alkohol.
Im Großen und Ganzen teile ich deine Meinung, Hartmut. Zumindest, was das ‚Beschönigen‘ angeht. Und ich beschönige gar nichts. Ich habe eine ganz schlimme lebensbedrohende Krankheit, die es mir schlichtweg verbietet, Alkohol zu trinken. Daran gibt es nix zu beschönigen. Leben oder sterben. Ich habe mich entschieden.
Und betone auch nicht, dass es mir nichts ausmacht, wenn neben mir was Alkoholisches getrunken wird. Ich stelle das fest. Nun bewege ich mich auch nicht dort, wo gesoffen wird. Da steht mal irgendwo ein Wein oder Bier zum Essen (auswärts) auf den Nachbartischen und natürlich fällt mir das auf und ich registriere das genauso, als wenn mein Tischnachbar ein größeres Entenbein bekommt als ich oder wenn einer ein fettes Eisbein serviert bekommt. Das fällt mir auf.
Ich kann eventuell gefühlsmäßig in gewissen Situation damit umgehen, kann mich stabil fühlen, nehme das Risiko auf mich, aber es macht immer etwas
Natürlich macht es immer was. Im günstigen Fall kann ich zur Tagesordnung über gehen.
Ich halte mich auch nicht für so arrogant, dass ich behaupte, über den Dingen zu stehen.
Und gerade, weil ich mein Suchtgehirn nicht kenne, gebe ich Acht auf mich und mein Umfeld.
Und nein, es ist nicht die einzige Alternative, sich zu Hause einzusperren. Übrigens eine Redewendung, die ich nur aufgegriffen habe. Ich fühle mich nie irgendwo eingesperrt, noch nicht mal, wenn ich alleine bin, und es ist für auch nicht schlimm, nicht auf einem Oktoberfest zu sein oder sonst wo im saufenden Gedränge, das war noch nie ‚mein Umfeld‘.
Ich fühle mich gut ohne Alkohol, sehr gut. Ich genieße meine Freiheit und ich schätze sie sehr. Und ich male jeden Tag meine Tageszahl in den Kalender, weil ich stolz bin und weil das auch meine Art ist, mich dabei mit meiner Alkoholsucht auseinander zu setzen.