Beiträge von Hope81

    Ich denke auch, dass es wichtig ist - wie hier schon geschrieben - dass man einfach Alkoholkrank ist. Egal ob Alpha, Beta, Gamma, Epsilon. Und sich nicht diese Ausrede suchen, dass man ja längere Zeit ohne kann. Die Abstürze sind dann ja umso heftiger.

    Ja ich mache das ähnlich. Einfach bisschen was vom Tag schreiben oder irgendwo seinen Senf dazu geben. Hauptsache am Ball bleiben. Ich finde gerade bei uns Quartalstrinkern ist das ja so, dass es schwer ist am Ball zu bleiben, weil man sich ja irgendwann wieder sicher fühlt und denkt man hat es im Griff. Und dann passiert es wieder.


    Deswegen habe ich mir selber auferlegt jeden Tag irgendwo hier im Forum was zu schreiben - ob bei mir oder wie jetzt in den Fall bei dir hier.


    Bin mal so im Forum die Threads von den Quartalstrinkern durchgegangen und gerade bei denen ist es mir aufgefallen, dass viele von denen - wie ich auch - immer mal da sind und dann wieder weg. Ich sehe mich nun als "gewöhnlich" Alkoholkrank. Und hoffe das hilft mir dieses Mal wirklich für immer am Ball zu bleiben und nicht nur anderthalb Jahre.

    Das sagt sie ja auch und alle anderen auch.

    Weil es eben nur Phasen waren und die Grundstimmung oft auch nicht am Alkohol lag. Aber er ist greifbar und das war auch der Grund.

    Ich habe zu spät verstanden was er bewirkt und warum ich das überhaupt gemacht habe. Alte Muster springen leicht an, Aber neue Wege geht man selten allein wenn man die nicht gelernt hat. Das ist für mich jetzt total neu und es geht… für mein Leben rechtzeitig, für die Beziehung zu spät.

    Was halt schlimm ist: ich war damals extrem stabil und hatte nie Verlangen auf Alkohol. Aber ich hatte scheinbar immer noch nicht alles verarbeitet und dachte einfach nicht trinken reicht. Das klappte ja auch sehr gut. Aber sobald mein Inneres eben nicht ausgeglichen war kam der Teufel zurück und blieb. Scheinbar war ich noch nicht ganz am Boden…

    Ist bei mir ähnlich. In gefährlichen Situationen bin ich vorsichtig und passe auf. Unerwartete, entspannte Situationen sind Risiko.

    Vielleicht auch daran denken - was alles schlimmes noch nicht geschehen ist. Was man noch verhindern kann, wenn man JETZT aufhört und nicht erst in 10,15 Jahren wenn man denn überhaupt noch so lange hätte. All das was geschehen ist, lässt sich leider nicht mehr verändern. Aber das was noch kommt.

    Ich sehe gar nichts positiv. Nicht mal das Nicht trinken freut mich oder ich wäre glücklich. Diese Schuld und Scham erdrücken meinen Alltag enorm. Wie etwas was ich nicht loswerde, egal wie weit ich mich entfernt habe. Immer wieder: du hast es aber gemacht.

    Ja leider sehe ich das so wie du. Die Zeit heilt Wunden. Einfach weitermachen...

    Ich war heute wieder bei der SHG. Echt nette Leute da. Auch höre ich mir gerne die Geschichten der anderen an. Ich weiß noch nicht genau ob das das richtige für mich ist. Ich glaube ja. Das Elend der anderen zu hören und zu wissen, dass es bei einem selber genauso schlimm ist und man ein Monster war im Suff. Ich war ein Monster. Und das möchte ich nie wieder sein.


    Außerdem war ich bei der Sozialtherapeutischen Beratung. Habe da ein langes Gespräch geführt. Vielleicht auch drauf gekommen, dass ich wenig Unterstützung von Zuhause aus hatte. Es würde bei uns über Probleme nur gesprochen. Man müsste Stärke zeigen und hart sein. Wer schwach war, der war zum sterben oder verrecken verdammt. Vielleicht konnte sowas für meinen Vater sein, der damit den Tod meiner Mutter überwunden hat. Aber ich bin nicht so stark. Ich bin auch eher schwach. Und muss lernen mit meiner Schwäche und Alkoholkrankheit umzugehen.


    Tag 25 ohne geschafft. Kein Verlangen nach dem Satan.

    Danke für den Text. Ich kann all das unterschreiben, was du da formuliert hast. Plus vielleicht noch solche unerwarteten Momente. Dass man da auch weiß, dann man nein sagen muss. Ja natürlich bin ich Alkoholkrank. Diese Krankheit geht auch nicht mehr weg. So wie ich nicht mehr aus diesem Forum.

    Ich habe auch einige erlebt, dass mein Onkel der krass gesoffen hat - mehrere Tage am Stück und auch dann mit Mitte 40 aufgehört hat. Sonst wäre er wohl mittlerweile tot. Deswegen denke ich auch, dass ich es mittlerweile begriffen habe. Sonst mache ich mir immer noch Selbstvorwürfe wegen dem Rückfall. Anderthalb Jahre irgendwo so weggeworfen und starte nun wieder bei 0. Bin jetzt bei Tag 21. Und der Alkohol ist mir so fern. Ich finde es bringt viel hier am Ball zu bleiben und natürlich auch bei seiner Psychotherapie. Ich halte mich auch von alten Trinkkumpanen fern. Mit den meisten Kontakt abgebrochen oder schreibe sehr nüchtern, das nötigste wenn sie sich mal melden. Ist meist eh nur dann wenn sie einen zum saufen brauchen.

    Hallo Meersalz. Leider kenne ich deinen Trinkstil nur allzu gut. Bei mir waren es die Opas die viel tranken. Alkohol war OK zu der Zeit. Bei meinen Eltern gab es das eher weniger. Ich habe leider aber auch diesen Weg bestritten. Seit 2022 versuche ich ernsthaft aufzuhören, habe es auch schon anderthalb Jahre geschafft. Dann kam jedoch Ende 2025 der Rückfall. Nun soll es endgültig sein. Gehe auch zu Psychotherapeutin usw.


    Ich weiß wie schwer es ist als Quartalstrinker, weil man sich so sicher fühlt und bei mir begann der letzte Rückfall auch mit einem geschenkten Sektglas.

    Guten Abend. Samstag Abend finde ich immer gefährlich. Gerade, wenn man alleine wohnt. Wobei bei mir meist die Trigger Feierabend nach der Arbeit am Geschäft oder Tanke vorbei waren. Selten was anderes. Also, dass es dann zum großen Knall kam passierte meist so. Andere unerwarte Gelegenheiten waren eher die wo es geklappt hat und das Suchtgedächtnis einen getäuscht hat: "Siehst du ? Ein Getränk getrunken und es hat geklappt". Nächstes Mal wieder....


    Hoffe ich bin davon los. Aber ich muss immer aufpassen. Ich wollte eben wieder schreiben "man muss aufpassen". Nein. Ich muss aufpassen.


    Einen schönen Samstag Abend

    Glaube Tag 20 heute. Im Moment tut es mir ganz gut die Tage runterzuzählen. Außerdem zwingt es mich so zurück ins Forum, auch wenn ich nichts zu sagen habe 😀


    War heute mit einem Bekannten im Schwimmbad. Erst als ich dein war und schon bezahlt hatte merkte ich, dass der größte Bereich Textilfrei war. War mir echt unangenehm, weil ich sowas sicherlich nicht gemacht hätte, hätte ich das gewusst. War also eine neue Erfahrung.

    Das Problem wäre auch, dass man denkt "oh ich trinke dann Vatertag, weil das ist der Tag zum saufen" - aber dann klappt es geht auch alles gut, weil man ja vorsichtig ist und trinkt bei nächster Gelegenheit wieder und so schleicht sich der Alkohol langsam aber sicher wieder ins Leben zurück und man ist wieder da wo man aufgehört hat. Darum gar nicht erst auf diese Ideen, Signale eingehen. Immer achtsam bleiben.

    Wo ich mir noch sehr schwer tue ist die Zukunft. Nicht was meine Einstellung betrifft sondern wie ich damit nach außen umgehe. Gerade bei neuer Partnerin, falls es mal eine gibt. Das Lable Alkholiker ist ein k.O Kriterium.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es schränkt auch bei mir die Partnerwahl echt ein. Ich kann nicht mit jemanden zusammen sein, der Alkohol konsumiert - sei es auch nur Gelegentlich. Bin im Moment ja in so einer toxisch gewordenen Beziehung gefangen. Das gute ist aber sie trinkt nicht. Aber mal sehen wie es da weitergeht. Das macht mir auch recht zu schaffen und war meine Ausrede für den letzten Rückfall.

    Hat man denn Verständnis für das Leid der Angehörigen oder blendet man das komplett aus?
    Werden Menschen die das Problem ansprechen als „Feind“ betrachtet?

    Zumindest wenn man betrunken ist, dann kann das schon sein, dass man denkt die gönnen einem was nicht.


    Nüchtern wiederum sieht man es manchmal durchaus ein, dass sie Recht haben oder denkt sie übertreiben und es ist alles nicht so schlimm.

    War es dir denn von Anfang an klar, dass du komplett aufhören musst oder war es wirklich das Mindest "+1 Tag ohne" ?