Beiträge von Hope81

    Ich sehe gar nichts positiv. Nicht mal das Nicht trinken freut mich oder ich wäre glücklich. Diese Schuld und Scham erdrücken meinen Alltag enorm. Wie etwas was ich nicht loswerde, egal wie weit ich mich entfernt habe. Immer wieder: du hast es aber gemacht.

    Ja leider sehe ich das so wie du. Die Zeit heilt Wunden. Einfach weitermachen...

    Ich war heute wieder bei der SHG. Echt nette Leute da. Auch höre ich mir gerne die Geschichten der anderen an. Ich weiß noch nicht genau ob das das richtige für mich ist. Ich glaube ja. Das Elend der anderen zu hören und zu wissen, dass es bei einem selber genauso schlimm ist und man ein Monster war im Suff. Ich war ein Monster. Und das möchte ich nie wieder sein.


    Außerdem war ich bei der Sozialtherapeutischen Beratung. Habe da ein langes Gespräch geführt. Vielleicht auch drauf gekommen, dass ich wenig Unterstützung von Zuhause aus hatte. Es würde bei uns über Probleme nur gesprochen. Man müsste Stärke zeigen und hart sein. Wer schwach war, der war zum sterben oder verrecken verdammt. Vielleicht konnte sowas für meinen Vater sein, der damit den Tod meiner Mutter überwunden hat. Aber ich bin nicht so stark. Ich bin auch eher schwach. Und muss lernen mit meiner Schwäche und Alkoholkrankheit umzugehen.


    Tag 25 ohne geschafft. Kein Verlangen nach dem Satan.

    Danke für den Text. Ich kann all das unterschreiben, was du da formuliert hast. Plus vielleicht noch solche unerwarteten Momente. Dass man da auch weiß, dann man nein sagen muss. Ja natürlich bin ich Alkoholkrank. Diese Krankheit geht auch nicht mehr weg. So wie ich nicht mehr aus diesem Forum.

    Ich habe auch einige erlebt, dass mein Onkel der krass gesoffen hat - mehrere Tage am Stück und auch dann mit Mitte 40 aufgehört hat. Sonst wäre er wohl mittlerweile tot. Deswegen denke ich auch, dass ich es mittlerweile begriffen habe. Sonst mache ich mir immer noch Selbstvorwürfe wegen dem Rückfall. Anderthalb Jahre irgendwo so weggeworfen und starte nun wieder bei 0. Bin jetzt bei Tag 21. Und der Alkohol ist mir so fern. Ich finde es bringt viel hier am Ball zu bleiben und natürlich auch bei seiner Psychotherapie. Ich halte mich auch von alten Trinkkumpanen fern. Mit den meisten Kontakt abgebrochen oder schreibe sehr nüchtern, das nötigste wenn sie sich mal melden. Ist meist eh nur dann wenn sie einen zum saufen brauchen.

    Hallo Meersalz. Leider kenne ich deinen Trinkstil nur allzu gut. Bei mir waren es die Opas die viel tranken. Alkohol war OK zu der Zeit. Bei meinen Eltern gab es das eher weniger. Ich habe leider aber auch diesen Weg bestritten. Seit 2022 versuche ich ernsthaft aufzuhören, habe es auch schon anderthalb Jahre geschafft. Dann kam jedoch Ende 2025 der Rückfall. Nun soll es endgültig sein. Gehe auch zu Psychotherapeutin usw.


    Ich weiß wie schwer es ist als Quartalstrinker, weil man sich so sicher fühlt und bei mir begann der letzte Rückfall auch mit einem geschenkten Sektglas.

    Guten Abend. Samstag Abend finde ich immer gefährlich. Gerade, wenn man alleine wohnt. Wobei bei mir meist die Trigger Feierabend nach der Arbeit am Geschäft oder Tanke vorbei waren. Selten was anderes. Also, dass es dann zum großen Knall kam passierte meist so. Andere unerwarte Gelegenheiten waren eher die wo es geklappt hat und das Suchtgedächtnis einen getäuscht hat: "Siehst du ? Ein Getränk getrunken und es hat geklappt". Nächstes Mal wieder....


    Hoffe ich bin davon los. Aber ich muss immer aufpassen. Ich wollte eben wieder schreiben "man muss aufpassen". Nein. Ich muss aufpassen.


    Einen schönen Samstag Abend

    Glaube Tag 20 heute. Im Moment tut es mir ganz gut die Tage runterzuzählen. Außerdem zwingt es mich so zurück ins Forum, auch wenn ich nichts zu sagen habe 😀


    War heute mit einem Bekannten im Schwimmbad. Erst als ich dein war und schon bezahlt hatte merkte ich, dass der größte Bereich Textilfrei war. War mir echt unangenehm, weil ich sowas sicherlich nicht gemacht hätte, hätte ich das gewusst. War also eine neue Erfahrung.

    Das Problem wäre auch, dass man denkt "oh ich trinke dann Vatertag, weil das ist der Tag zum saufen" - aber dann klappt es geht auch alles gut, weil man ja vorsichtig ist und trinkt bei nächster Gelegenheit wieder und so schleicht sich der Alkohol langsam aber sicher wieder ins Leben zurück und man ist wieder da wo man aufgehört hat. Darum gar nicht erst auf diese Ideen, Signale eingehen. Immer achtsam bleiben.

    Wo ich mir noch sehr schwer tue ist die Zukunft. Nicht was meine Einstellung betrifft sondern wie ich damit nach außen umgehe. Gerade bei neuer Partnerin, falls es mal eine gibt. Das Lable Alkholiker ist ein k.O Kriterium.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es schränkt auch bei mir die Partnerwahl echt ein. Ich kann nicht mit jemanden zusammen sein, der Alkohol konsumiert - sei es auch nur Gelegentlich. Bin im Moment ja in so einer toxisch gewordenen Beziehung gefangen. Das gute ist aber sie trinkt nicht. Aber mal sehen wie es da weitergeht. Das macht mir auch recht zu schaffen und war meine Ausrede für den letzten Rückfall.

    Hat man denn Verständnis für das Leid der Angehörigen oder blendet man das komplett aus?
    Werden Menschen die das Problem ansprechen als „Feind“ betrachtet?

    Zumindest wenn man betrunken ist, dann kann das schon sein, dass man denkt die gönnen einem was nicht.


    Nüchtern wiederum sieht man es manchmal durchaus ein, dass sie Recht haben oder denkt sie übertreiben und es ist alles nicht so schlimm.

    War es dir denn von Anfang an klar, dass du komplett aufhören musst oder war es wirklich das Mindest "+1 Tag ohne" ?

    Bin ca. 3 Monate trocken, zähle es nicht mehr wie früher, da mein Saufhirn dann sagt du hast sooooooo lange nicht mehr, 1 Mal kannst du wieder etc., hast du dir verdient.

    War schon 5,4,3,2,1 Monate abstinent. Hoffe jetzt für immer. Ich gebe mein bestes

    Vielleicht tatsächlich ein guter Ansatz nicht die Tage zu zählen - so mache ich es. Ist ja irgendwo Quatsch, wenn man für immer aufhören möchte.

    Vielleicht eine Idee wie ich es hinkriege auch aus unerwarteten Situationen heile rauszukommen ? Die beiden letzten Rückfälle war ich alleine (mußte mich quasi vor meinem verantworten) und es waren Situationen auf die ich nicht vorbereitet war (Sektglas in die Hand gedrückt bekommen auf einem Schiff und Kleiner Schluck in der Post). ?