Beiträge von Hanseat

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Hallo Stehaufweibchen,


    ich schließe mich den anderen an und wünsche Dir viel Erfolg. Ich habe auch nach einer LZT weitergesoffen und hielt mich schon für einen hoffnungslosen Fall. Jetzt bin, auch mit Hilfe dieses Forums, seit über vier Monaten nüchtern.


    Dein Ziel muß jetzt die dauerhafte Abstinenz sein, ganz unabhängig davon, ob Dein Partner Dich verläßt oder nicht. Wenn Du nur für Deinen Partner nüchtern bleibst, sind die Erfolgsaussichten erfahrungsgemäß nicht besonders gut. Tue es für Dich.


    Grüße,

    H.

    Sind das wirklich erst 36 Tage? Überleg mal, was für eine Entwicklung Du durchgemacht hast. Bleib dran, Nika! Ich gebe zu, ich fand den Lockdown im Frühling letztes Jahr auch sehr entspannend. Keine Party people, die vor meinem Haus "herumcornern", wie man heute sagt, und ich hatte den Elbstrand ganz für mich allein. ;) Ich weiß, für viele Geschäftsleute war das eine furchtbare Zeit, aber meine Schuld war es ja nicht, und manchmal kann man ja aus einer Not eine Tugend machen.

    Wie gut, daß Du da bald weg bist. Das sind ja wirklich ätzende Menschen. Die Kinder sind sowieso immer an allem schuld, vemutlich die Großen noch etwas öfter als die Kleine. Als Dein Mann zu Dir gesagt, dann geh doch, wenn's dir nicht paßt, bedeutete das auf deutsch: Mein Bier ist mir wichtiger als du.

    Eine Woche nichts trinken, das ist natürlich gut, aber keine große Kunst. Er müßte mal vier Wochen nichts trinken und dann zurück zu ein paar Gläschen in der Woche, das wäre akzeptabel. Ich befürchte aber, daß er dazu nicht in der Lage sein wird. Für mich liest sich Deine Geschichte so, daß der Zug vom "kontrollierten Trinken", der Traum jedes nassen Alkis, für ihn schon lange abgefahren ist.

    Ja, Systemkritik und Lamentieren bringt uns nicht weiter. Die Gesellschaft will ihren Alkohol haben, und niemand wird ihr den verbieten können. Wir müssen uns damit arrangieren, am besten gut gelaunt.

    Ich merke jedenfalls, wie ich mich in Kiosks nicht wohlfühle. Denn da habe ich mir ja mein Zeug immer besorgt. Im Supermarkt finde ich die kilometerlangen Alk-Regale gesellschaftlich fragwürdig, aber da laufe ich einfach dran vorbei. Supermärkte triggern mich nicht.


    Ich kaufe meine Zigaretten deshalb immer beim Bäcker. Aber jetzt kommt's: Da kann man auch Jackie-Cola und Wodka-Lemon aus der Dose kaufen.


    Kaum zu glauben, aber wahr: Diese Dosen gibt es sogar hier bei meiner örtlichen Poststelle! Ich lebe eben in einer Alkoholgesellschaft, damit muß ich klarkommen.

    Oh oh, wenn das mal nicht der Anfang einer nächste Diskussionsrunde ist ….. 🤔

    Vielleicht habe ich mich auch blumiger ausgedrückt als unbedingt nötig. Ich stand halt schon da, die Dose sprang mir ins Gesicht, was hätte ich machen sollen ... Ich stand da nur ein paar Sekunden, und es bestand zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr.

    Hallo Marguerite,


    normalerweise kann ein nichtsüchtiger Mensch mal die Probe aufs Exempel machen und einfach vier Wochen nichts trinken. Oder auch vier Wochen lang nur zwei Bier pro Woche. Wenn das problemlos über die Bühne geht, dann besteht vielleicht kein Grund zur Sorge. Nun schreibst Du aber, daß er seit sechs Jahren täglich trinkt, etwa eine halbe Flasche Whisky oder Rum am Tag, das klingt dann für mich schon nach einer stabilen Abhängigkeit. Ich glaube, Du malst da keinen Teufel an die Wand, sondern liegst mit Deinem Gefühl richtig. Wie schätzt er sich denn selbst ein, hat er seiner Meinung nach ein Problem oder nicht? Hat er denn überhaupt mal versucht, eine Pause einzulegen?


    Grüße,

    H.

    2. Bereite es mental vor - du bist ja schon dabei!

    Ja, das ist jetzt der Plan. Wenn ich rausgehe zur Bahn, gehe ich ohne Feuerzeug los. Dann werde ich den ersten Entzug in der Bahn haben, wo ich sowieso nicht rauchen kann. Meine letzten beiden Versuche alleine zuhause waren erfolglos, also wer weiß, vielleicht hilft ja ein Tapetenwechsel.

    Ja, ich habe vor vielen, vielen Jahren mal das Buch von Allen Carr gelesen, ganz offensichtlich ohne Erfolg. Der meinte auch, einfach JETZT aufhören, ohne großen Vorlauf und viele Rituale. Eigentlich habe ich das mit dem Alkohol auch so gemacht, ohne größeren Plan, ich dachte mir nur: jetzt reicht's.

    So, es ist wieder mal Sonntag. Heute bin ich 133 Tage oder 19 Wochen trocken. An der Front ist alles stabil, meine Nüchternheit steht wie ein Fels. Vor ein paar Tagen war ich am Kiosk, Zigaretten kaufen, und habe wie ein Roboter gleich die Kühlschränke mit Bier und Mixgetränken angesteuert. So stand ich da also und fragte mich: Was zum Teufel hast du hier verloren?! Da habe ich mir den Spaß gemacht, mir mal so eine Dose Wodka-Lemon anzugucken, um zu sehen, was das mit mir macht: zum Glück gar nichts, was mich zum Kauf animiert hätte. Ich habe eher Ekel verspürt. Hab dann meine Zigaretten gekauft und bin wieder raus aus der Drogenhölle. Mein Tagesablauf ohne Alkohol steht.


    Die Zigaretten nerven mich mehr und mehr. Ich will diesen Gestank nicht mehr in meiner Wohnung haben. Leider steige ich von elektrischer Zigarette immer wieder auf die echten Lungentorpedos um, ich bleibe da nicht konsequent. Wenn der Corona-Gott es zuläßt, sitze ich in zwei Wochen im Zug auf dem Weg zu meiner Tante. Da wird nicht geraucht und bei den Freunden, die ich hinterher besuchen will, auch nicht. Ich habe mir vorgenommen, im Urlaub ganz mit dem Rauchen aufzuhören, dann soll es auch keine E-Zigarette mehr geben. Ich befürchte, meine Chancen stehen schlecht, aber ich werde es mal ernsthaft versuchen. Vielleicht kaufe ich mir nochmal ein Buch zum Thema.


    Am allermeisten nervt mich aber, daß ich immer noch so spät aufstehe. Mein Arzt meinte, es könne der Cholesterin-Senker sein, bei dem wir vor ein paar Wochen die Dosis erhöht haben, aber jetzt nehme ich das Zeug seit einer Woche nicht mehr und bemerke keinen Unterschied. Gestern bin ich um 7 abends ins Bett, etwa um 11 eingeschlafen und heute morgen um 10 aufgestanden. Ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist. Auch sonst fühle ich mich etwas antriebslos. Der Elan der ersten nüchternen Wochen ist leider verflogen. Muß ich wohl nochmal zum Arzt hin. Vitamin D nehme ich ja schon, vielleicht habe ich noch irgendeinen anderen Mangel.


    So, das war's für heute. Ich bin absolut urlaubsreif und sehne den 18. Dezember herbei, ab da habe ich nämlich frei.


    Grüße,

    Hanseat

    Und ich wünschte, ich hätte diese Diskussion gar nicht erst angestoßen. ;) Finde ich aber auch gut, wenn wir mal ein paar Fakten sammeln.


    Carl Friedrich: Entschuldigung angenommen, Schwamm drüber. Ich finde, ich hätte meinem Ärger auch freundlicher Luft machen können und bitte deshalb meinerseits um Entschuldigung. Ich bin der Typ, der gerne mal Dinge in sich reinfrißt und dann irgendwann explodiert. Das ist etwas, woran ich arbeiten möchte: Kritik zum richtigen Zeitpunkt sachlich vorzutragen.

    Ich kann Dich gut verstehen, Cadda. Ohne die Diskussion hier hätte ich einfach mein Vitamalz weitergetrunken, mit Sicherheit ohne Probleme, denn das Zeug triggert bei mir gar nichts. Jetzt, das schlechte Gewissen, würde es tun. Ich kaufe auch hin und wieder TK-Hühnerfrikassee und werde Deinen Rat befolgen und da nicht mit der Lupe beigehen ...

    Das geht mir mit alkoholfreiem Bier genauso. Da habe ich plötzlich das Gefühl, betüdelt zu sein, obwohl ich es gar nicht bin. Ich habe mal auf der Straße einen aus der Reha wiedergetroffen, der hatte einen ganzen Reiserucksack voll mit alkoholfreiem Bier. Ich glaube nicht, daß die Sache gut für ihn ausgegangen ist.


    Club-Mate scheint jetzt wirklich mal unbedenklich zu sein, man soll ja auch mal positive Nachrichten vermelden. Nun müßte der Kram nur noch schmecken. ;)