Beiträge von Hanseat

    Moin liebe Lea. Weiß nicht genau, ich hatte viel zu tun die Woche. Vielleicht war auch etwas Scham dabei, gut möglich. Ich habe aber grundsätzlich kein Problem damit, ehrlich zu sein. Wenn ich Ärzte, Therapeuten und die Selbsthilfegruppe belüge, dann habe ich nicht mehr viele Orte, um mir Hilfe zu holen.

    Ja, also PC-Zeit minimieren, das wird nicht so einfach, denn der PC ist auch mein Arbeitsplatz. Früher im Büro, jetzt im Homeoffice. Und auch dieses Forum kann ich ohne PC nicht besuchen ... Aber ich wollte schon immer eine zweite Karriere als Tierpfleger machen, vielleicht sollte ich mich mal bei Hagenbecks bewerben ... ;)

    Beim Alk kann ich Festen und Kneipen und Konzerten aus dem Weg gehen, aber dem Morgenkaffee, dem Warten auf dem Bahnsteig, dem Sitzen am Schreibtisch eben nicht. Das muß ohne Fluppen flutschen.

    Aber genaugenommen habe ich kaum noch außer Haus gesoffen, nur immer allein zuhause, wo ich saufen konnte, soviel ich wollte, ohne daß mir irgendjemand reinredet. Und ich saufe ja auch nicht mehr, wenn ich allein zuhause bin. Die richtigen Strategien kenne ich also, jetzt muß ich sie nur noch für Zigaretten anwenden.

    Was für eine Achterbahnfahrt. Eben noch die saubere Wohnung und gesunde Lebensmittel, und nun das. Es bleibt nur überwachte Entgiftung und anschließende Langzeittherapie. Oder aber er entzieht noch ein paarmal auf eigene Faust und stürzt unglücklich. So sieht die traurige Realität aus.

    Ah, okay, das wußte ich nicht, daß Du aufgehört hast. Mir war nur bekannt, daß Du es vorhattest. Ja, Mensch, dann bleib dabei.

    Meine Lunge rasselt manchmal, das hatte sich schon nach Tagen wieder gegeben. Einen besseren Geruchssinn hatte ich auch schon bemerkt, mir war vorher nie aufgefallen, daß der Bodensee modrig stinkt. Und, für Männer nicht ganz uninteressant, ich bin wieder morgens mit einer Beule unter der Bettdecke aufgewacht. So viel hat sich in kurzer Zeit zum Besseren verändert, und ich hab es alles wieder hingeworfen ... Aber wie gesagt, so schnell gebe ich nicht auf. Es kann nicht alles auf Anhieb klappen.

    Liebe Leute,

    ich dachte, ich gebe mal einen kurzen Zwischenstand. Ich war im neuen Jahr kaum hier im Forum, was damit zu tun hat, daß ich mit allem möglichem beschäftigt bin, aber Alkohol kaum in meinem Kopf umhergeistert. Ich weiß, das ist gut und gefährlich zugleich, aber es ist tatsächlich so, daß ich gar nicht an Alkohol denke und ich mich im Moment kaum rückfallgefährdet sehe. Hier also die gute Nachricht: Ich habe keinen Tropfen getrunken, war nicht einmal in der Nähe davon.

    Aber, aber, ich will ehrlich sein: Ich habe wieder mit dem Rauchen angefangen, direkt nach dem Urlaub. :( Ich bin so ein verdammter Hornochse. Fast zwei Wochen durchgehalten, und dann das. Die Tage allein zuhause waren irgendwie zu lang, und als ich dann so am PC saß, war der Wunsch nach einer Zigarette einfach übermächtig und ich habe dem nachgegeben. Das soll aber nicht das Ende der Geschichte sein. Ich weiß jetzt, daß der Entzug gar nicht so schlimm ist, deshalb habe ich mir für HEUTE vorgenommen, einen zweiten Anlauf zu starten.

    Dann komme ich immer noch morgens schwer aus den Federn, das nervt. Durchs Internet geistert das Wort "Fatigue", und inzwischen mache ich mir ernsthaft Gedanken, ob ich vielleicht Corona hatte, ohne es zu wissen, und jetzt an Müdigkeit leide. Ein Arzttermin ist gemacht, mal gucken, ob wir da irgendwas rausfinden können.

    Ansonsten geht es mir gut, Corona-bedingt ist das Leben etwas ereignislos und die Welt etwas klein, aber damit komme ich schon irgendwie klar. Am Wochenende wird nochmal für den Führerschein gebüffelt. Ich hab ja schon vier Probeprüfungen bestanden.

    Alles Liebe euch allen, und bleibt sauber,

    H.

    Darf ich mal fragen warum es so oft heißt ein Glas Wasser mit Kohlensäure… geht es um das Glas Wasser oder ist die Kohlensäure irgendwie noch anderes effektiv?

    Ein größeres Geheimhnis steckt nicht dahinter. Es gibt natürlich auch noch die Varianten medium oder still. Einfach nur Leitungswasser finde ich persönlich auf die Dauer etwas langweilig. Jeder, wie er mag.

    Es darf auf keinen Fall zur Suchtverlagerung kommen. Aber Schoki ist Ok, oder?

    Ähm ... nein ... Schoki ist nicht okay. :) Ich habe da auch noch nicht den Königsweg gefunden, Süßigkeiten sind schon sehr verführerisch. Wie auch beim Alkohol hilft tatsächlich Sprudel trinken, man trinkt ja eh normalerweise zuwenig. Kaugummi hab ich versucht, ist aber nicht so meins, ich bin schließlich kein Amerikaner. Morgen, wenn der Supermarkt aufmacht, wollte ich mir mal Kohlrabi holen. Den kann man gut vor dem Fernseher futtern, und er schmeckt auch sehr gut, wie ich finde.

    Hallo LiNe, herzlich willkommen.

    Ich kann einiges aus Deinen Schilderungen gut nachfühlen. Meine Eltern sind auch beide sehr früh verstorben. Sie waren nicht perfekt, aber ich hatte speziell in späteren Jahren einen guten Draht zu ihnen. Zu meiner Mutter hatte ich ein besonders enges Verhältnis, und ihr plötzlicher Tod hat mich ziemlich aus der Bahn geworfen. Da war ich 33. Ein paar Jahre später hat mich mein Vater verlassen. Zurück blieben nur meine fuchtbare Halbschwester und mein nicht minder furchtbarer, psychopathischer Bruder. Da mußte ich das Thema "Familie" für mich ein für allemal abhaken. Getrunken hatte ich vorher schon, auch richtig viel, aber mit dem Tod meiner Eltern ist erstmal nichts besser geworden. Erst jetzt, viele Jahre später, habe ich es endlich geschafft, dem Alkohol ade zu sagen. Aber dafür ist es nie zu spät.

    "Das ist alles Gottes Wille" ist so ein Spruch, mit dem ich noch nie etwas anfangen konnte. Wir wissen ja gar nicht, ob es Gott gibt. Und selbst für den unwahrscheinlichen Fall, daß es Ihn geben sollte: Wir haben keinen blassen Schimmer, was Er will. Vielleicht sind war auch gar nicht immer Seiner Meinung.

    An 2021 kann man einen Haken setzen. Corona-Terror, für einige noch eine Naturkatastrophe obendrauf. Meine erste große Liebe ist viel zu früh an einem Gehirntumor eingegangen. Danke, das hat gereicht. Und wenn das wirklich alles Gottes Wille war, dann ist dieser Typ ein ganz armseliger Zyniker und Sadist.

    Aber es gab auch Lichtblicke, zum Beispiel für mich das Ende meines Alkoholkonsums und dieses Forum.

    Was 2022 bringen wird? Ich versuche es mal mit etwas Optimismus. Ich freue mich auf meinen Führerschein. Und ich werde mir ein fettes Auto für eine Spritztour mieten. Vielleicht gehen wir bei den Corona-Varianten noch das thailändische Alphabet durch, vielleicht ist Omikron auch die Exit-Variante und wir stecken uns alle mit milden Verläufen an. Das wäre natürlich der beste Ausweg. Hoffnung darauf darf man durchaus haben.

    Die Worte eines Nichtrauchers:

    Ihr entzieht Euch stressigen Situationen mit den Worten: Ich gehe eine rauchen! (Ein paar Minuten Auszeit.)

    Und was bleibt uns Nichtrauchern?

    Berechtigte Frage!

    Ein Vorzug des Rauchens besteht zweifellos darin, daß man immer einen guten Grund hat, sich mal für ein paar Minuten abzuseilen. Allerdings habe ich es den Nichtrauchern nie geglaubt, daß die wirklich acht Stunden am Tag ohne Unterbrechung durcharbeiten, die haben halt andere Strategien, um sich mal kurz abzulenken.

    Ich hab mir im Urlaub immer morgens einen Kaffee gemacht und bin damit vor die Tür, eine "rauchen". Auch bei Kälte und im Regen. Immerhin habe ich da wirklich mal frische Luft inhaliert und keinen Chemo-Qualm.

    Aber es tut mir irgendwie nicht gut, über das Thema nachzudenken. Jetzt habe ich "Craving", wie das auf neudeutsch heißt. Ich sollte mich wohl mal mit einem anderen Thema beschäftigen ...

    Strichliste und Kuli, das klingt irgendwie nach "kontrolliertem Rauchen". :) Hab ich auch mal durchgemacht, da habe ich mich auf 10 Zigaretten am Tag runterdosiert. Es war die Hölle, ich war dauernd auf Entzug. Das würde ich niemandem empfehlen wollen.

    Wieviel wir rauchen, hat übrigens wenig mit Charakter oder Willensstärke zu tun. Es geht nur darum, wie schnell unser Körper das Nikotin abbaut und sich der nächste Entzug einstellt. Bei den meisten Menschen ist das nach 45 bis 60 Minuten, bei mir geht es -- leider -- schneller.

    Moin Alex,

    ich war auch bei 40 Kippen am Tag und habe dann am 21. Dezember aufgehört. Zum Entzug kann ich sagen, daß der gar nicht so schlimm war, wie ich befürchtet hatte. Kein Schwitzen, kein Herumwälzen im Bett, gar nichts. Überleg doch mal: Du wachst ja auch nicht in der Nacht auf, weil der Entzug so furchtbar ist. Also eigentlich ist die Entgiftung für Deinen Körper schon nach spätestens 24 Stunden gelaufen, der Rest ist dann "nur noch" psychisches Verlangen. Das bleibt leider länger. Aktuell sitze ich hier auch in der Wohnung und denke ans Rauchen. Wie Freunde mir erzählten, bleibt das noch Wochen und Monate, aber es ist auszuhalten. Alles ist besser, als sich weiterhin Rattengift, Blausäure, Polonium und Plutonium (wenn Du's nicht glaubst, einfach googeln) einzupfeifen. Mit dem Essen muß ich aufpassen, daß ich jetzt nicht zur Naschkatze werde. Sport treiben ist auch wichtig. Die Puste hat man ja jetzt wieder.

    Zurück zum Thema Entzug: Ich glaube, der Entzug ist so schwer, wie man ihn sich selber macht. Wenn man die ganze Zeit dasitzt und sich denkt, mein Gott, was habe ich Schmacht, dann ist das auch so. Wenn man die Sache aber lässig angeht und sich sagt, wie geil, daß ich keine Kippen mehr brauche, dann ist der Entzug kein großes Problem. Die Gewohnheit ist der größere Brocken.

    Grüße und viel Erfolg,

    H.

    Ja moin,

    ich bin gerade zurück und pack den ganzen Urlaubskrempel aus. Frohes Neues erstmal in die Runde!

    Schnee gab es leider keinen, aber es war trotzdem ein sehr schöner Urlaub. Nix gesoffen ist ja inzwischen Standard, aber ich hab tatsächlich seit dem 21. Dezember nichts mehr geraucht oder gedampft. ;) Das ist ein riesiger Erfolg, ich muß ehrlich sagen, ich hab nicht unbedingt geglaubt, daß ich das packe.

    Die kommenden Tage und Wochen allein zuhause werden schwer, wenn wieder Alltagstrott und Arbeitsstreß kommen, ohne soziale Kontrolle und "betreutes Wohnen", das wird dann die große Bewährungsprobe ohne Zigaretten. Aber was soll das negative Gerede, im Moment sieht es gut aus. :)

    Ich weiß nicht genau, wie das auf dem Handy aussieht, aber eigentlich läuft das so: Du schreibst Deinen Text, und wenn Du damit fertig bist, drückst Du auf "Antworten". Wenn Du nichts Neues geschrieben hast, drückst Du natürlich nicht drauf.