Beiträge von Hanseat

    ich glaube, dass der Partner nichts tun kann, wenn der Betroffene nicht aufhören will

    Da bin ich mit Dir völlig einer Meinung. Wenn ich lese, die oder der hat keine Einsicht, spielt den eigenen Alkoholkonsum herunter, dann fällt mir auch sofort innerlich die Klappe: Man kann niemandem gegen seinen eigenen Willen helfen. Da kann man nur noch flüchten. Bei mir gab es Zeiten, da hat mich nichts vom Trinken abgehalten, nicht einmal der Verlust der Freundin oder der Arbeit. Ganz im Gegenteil, da habe ich erst recht gesoffen und mich in meinem Selbstmitleid gesuhlt.

    Wenn aber der Partner Einsicht zeigt, oder wenn vielleicht noch nie mal ernsthaft eine Entgiftung probiert wurde, dann gibt es, glaube ich, eine ganze Menge, die man als Angehöriger erstmal versuchen kann.

    Ich schreibe es mal in meinen eigenen Strang, weil ich sonst nicht weiß, wohin damit.

    Mir fällt auf, daß neu ankommende Angehörige recht schnell zu hören bekommen: Du kannst nichts tun, nur er oder sie kann etwas tun. Das sitzt dann wie eine Klatsche.

    Ist das nicht etwas pauschal und voreilig? Zunächst einmal sind das doch Angehörige und nicht gleich Co-Abhängige, oder? Es ist doch klar, daß man zunächst einmal versucht, einen Menschen, den man liebt, aus seiner Alkoholsucht zu verhelfen. Und warum soll das nicht klappen können, daß jemand mit der Unterstützung des Lebenspartners den Weg aus der Sucht findet? Gibt es denn solche Beispiele nicht?

    Na, wie gut, daß der Kelch MPU an mir vorbeigeht, das scheint ja ein kleines Mathematikstudium zu sein. Lernt man da also, wie viel man gerade noch so trinken kann, bevor man sich ins Auto setzt?

    Zu meiner Zeit galt noch 0,8 Promille als Grenze, ich glaube, das wurde geändert? Na, für mich werden sowieso nur 0,0 Promille infrage kommen. Aber ich glaube, Bremswege werde ich auch wieder neu büffeln müssen, noch habe ich in das Unterrichtsmaterial nicht reingeguckt.

    Hallo Carmen,

    wenn er schon soweit ist, daß er den ganzen Tag trinkt, denke ich, ist der Zug mit dem kontrollierten Trinken schon lange abgefahren. Aber einmal kann man sich den Spaß ja machen: Soll er doch mal vier Wochen lang nichts trinken, oder jede Woche nur zwei Bier. Vielleicht öffnet ihm das die Augen, daß er sich das mit dem "Verringern" abschminken kann. Dann bleibt nur Entgiftung, Selbthilfegruppe, Therapie. Solche Dinge halt. Dazu gehört der unbedingte Wille, für sich etwas zu ändern, mit Betonung auf "für sich". Er muß es für sich tun, nicht für Dich, denn das wird erfahrungsgemäß nicht reichen.

    Grüße,

    H.

    Ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob jetzt eine Lüge oder die Wahrheit die bessere Idee ist. Leider weiß ich es nicht. Ich denke, das kann niemand von uns aus der Ferne wirklich beurteilen. Wir wissen nicht, wie der Mann reagiert, wenn er ein paar Halbe drin hat, oder welche fiesen Tricks die Schwiegerdrachin sich ausdenkt. Ich denke mir nur, etwas Vorsicht kann nicht schaden.

    Das blöde ist, er spricht mich auch ständig drauf an.... jetzt am Samstag sagte er "Ist zwischen uns alles ok oder muss ich damit rechnen dass ich am Wochenende komme und du ausziehst?" Darauf weiß ich gar nichts zu sagen, ich habs bisher auch nicht geschafft zu sagen JA damit musst du rechnen...

    Das ist ja schon sehr konkret. Hat die schnüffelnde Schwiegermutter vielleicht schon irgendwelche Hinweise in der Wohnung gefunden?

    Kannst Du Dir denn Unterstützung für den Tag des Umzugs organisieren? Mutter, Schwester, Ex-Mann, Freunde, irgendwer?

    Sie werden mir Vorwürfe machen, dass ich L. und den Kindern wieder eine Trennung antue..

    Dann sollen sie eben. Laß es an Dir abprallen und mach Dir immer wieder klar, daß Du diesen Schritt ja gerade für Deine Kinder gehst, und natürlich auch für Dich. Nicht DU verläßt ihn aus Jux und Dollerei, ER hat sich für Bier, Garage und Eltern und gegen Euch entschieden.

    Ja, ich hab jetzt so 'ne neue "Übergangsjacke", wie das heißt, und die kommt so langsam an ihre Grenzen. Aber ich hasse es, meine Südpolforscherjacke von der Stange zu nehmen, dann ist ja offiziell Winter ...

    Ja, Lesen, das ist auch so ein Interesse, das so langsam wieder zurückkommt. Was ich an mir selbst merke: Sonst habe ich immer noch ganz gerne mal Videospiele an der Playstation gezockt, das reizt mich überhaupt nicht mehr. Ich denke mir, mein Gott, ist das langweilig, und die Spiele sehen alle gleich aus ...

    Danke, Lea.

    Ich habe die letzten Tage fast nur hier im Forum verbracht und die Arbeit schleifen lassen, aber das ist schon okay. Im Moment ist mal etwas Leerlauf für

    mich drin. Suchtverlagerung in Richtung Selbsthilfegruppe, ist das eigentlich gut oder schlecht? Ich hab mich 20 Jahre nicht richtig um meinen Sch... gekümmert, da kann ich ja wohl mal ein paar Tage investieren. Aber ich hab mir fest vorgenommen, morgen geht die Arbeit wieder los.

    Das sind alles Dinge, über die ich mir dann Gedanken machen würde, wenn es wirklich dazu kommen sollte. Wenn Du da nicht ausziehst, ändert sich nichts und Du kannst da versauern, und die Kinder wachsen mit einem alkoholkranken Vater bzw. Stiefvater auf. Irgendwie schätze ich ihn auch nicht so ein, daß er das Sorgerecht für die Kleine haben will, und nach Lage der Dinge würde er es wohl auch nicht bekommen. Soll die Tochter da bei diesem Clan von Trinkern bleiben? Im Moment würde ich erstmal davon ausgehen, daß er Deinen Auszug letztendlich akzeptiert. So ganz neu sind diese Überlegungen ja auch für ihn nicht. Wie das dann mit Besuchen aussieht, ob nüchtern oder nicht, das muß man dann alles gucken. Du kannst nur erstmal einen Schritt machen. Ich drücke Dir alle Daumen.

    Super, Nika! Bei manchen Beiträgen würde ich gerne mehr als ein Herzchen vergeben. Ach, Moment, das geht ja: Gefällt mirGefällt mir. Zwei müssen reichen ...

    "und ich hab ihm wieder gesagt, hier und in meiner Nähe gibt es nie mehr wieder Alkohol."

    Ist das deutlich genug? Er könnte das so verstehen, daß er ruhig blau bei Dir aufkreuzen darf, Hauptsache, er trinkt nichts in Deiner direkten Nähe.

    Seine Angaben zum Alkoholkonsum unter der Woche würde ich nicht glauben. Ich bin kein Hellseher, aber die vier halben Liter in der Woche kaufe ich ihm nicht ab. So ein Abend allein im Brummi ist lang ...

    Und ob nun betrunken oder besoffen, das ist doch Wortklauberei. Nach sieben Halben hat jeder Mensch ordentlich Windstärke.

    Ich hab jetzt am Samstag Weihnachtsfeier, also wir gehen mit der Firma zum Essen...Ich habe jetzt schon Bauchschmerzen weil ich weiß, dass die Eltern wieder oben sitzen bei uns, die Küche stinkt weil er darin raucht... Er kann irgendwie nie mit der kleinen alleine bleiben wenn ich MAL abends nicht da bin. Er holt dann immer die Eltern hoch zum Bierchen trinken.

    Das ist doch alles ganz klares Suchtverhalten. Die Kleine kann er nicht alleine lassen, also macht er seinen Garagenkram oben in der Küche. Ich würde mir das alles nicht mehr länger mit angucken. Ein Umzug ist nicht nur gut für Dich, sondern auch für die Kinder. Ich finde es eigentlich sogar fast besser, wenn er die Kleine in Ruhe läßt, statt sich abends besoffen neben sie zu legen.

    Du zahlst Miete, Du bist de facto jetzt schon alleinerziehend -- was hast Du denn zu verlieren?

    P. S.: Was ist denn, wenn eins der Kinder mal einen Arzt braucht und alle drei sind besoffen? Wird dann ein Taxi gerufen?

    "und seine mum hat gesagt, ich sowas ja machen, aber nur wenn der haushalt an dem Tag fertig ist!"

    Das sind so Psychospielchen, mit denen sie dich kleinhalten wollen. Kannst Du in so einer Situation nicht ausrufen, die olle Säuferin soll sich gefälligst um ihren eigenen Kram scheren? Dein Haushalt hat sie nicht zu interessieren, fertig, aus.

    Die Schwiegermutter scheint ja ein echter Drachen zu sein. Vielleicht bist Du für sie ein doppelter Störfaktor, weil Du die Sauferei nicht erträgst und ihr außerdem den Sohn wegnimmst. Keine Ahnung, jedenfalls solltest Du diesen Spießerkram gar nicht so dicht an Dich heranlassen. Ich vermute jedenfalls, für Deinen Partner sind die Eltern kein guter Einfluß. Wenn er sich nicht von ihnen löst, wird er seine Sauferei nie in den Griff bekommen. Aber natürlich ist er alt genug, um für sich selbst verantwortlich zu sein.

    Hallo Tom,

    auch von mir ein herzliches Willkommen. Da hast Du ja schon einen ziemlichen Höllenritt hinter Dir. Ich wünsche Dir gutes Gelingen, daß jetzt endlich alles besser wird. Du bist ja super am Ball.

    Das Gefühl, wie ein kleines Kind zu sein und den Alltag erstmal wieder lernen zu müssen, kenne ich auch. Irgendwie fehlen mir 20 Jahre Entwicklung. Na gut, dann bin ich eben 20 Jahre jünger. ;)

    Grüße,

    H.

    "er sagt oft sowas wie ich stehe nicht hinter ihm.."

    Wenn Du seinen Alkoholkonsum kritisierst, bist Du für ihn ein Störfaktor. Er will, daß alles so bleibt, wie es ist, er macht in der Garage seine Männersachen und trinkt sein Bier, ist unter der Woche nicht da, kümmert sich auch sonst kaum um die Kleine, weil er ihr vielleicht abends betrunken gar nichts mehr vorlesen kann, und Du sollst den Haushalt schmeißen und das alles ertragen, und wehe, es liegt noch irgendwo ein dreckiges Frühstücksbrett rum oder die Pizza ist mit Pilzen, dann bist Du eine schlechte Hausfrau.

    "hat 10 mal gesagt er beweist mir das usw..."

    Das letzte Mal hat ja gerade eine Woche gehalten, da hatte er schon wieder mittags ein "Bierchen" offen.

    Jetzt kann er beweisen, daß es schafft, Dich nüchtern zu besuchen und es längere Zeit ohne ständige Bierzufuhr auszuhalten.

    Moin Topema, bei mir würde es ja gar nicht bei 14 Bier bleiben.

    Was ich eigentlich meine: Wenn man eine tägliche Grenzmenge postuliert, bleibt doch irgendwie der Eindruck zurück, es sei okay, täglich Alkohol zu trinken. Nun hat Dante das nicht so geschrieben, aber man liest das doch immer wieder so in der Art. Dabei ist der regelmäßige, tägliche Konsum, auch in kleinen Mengen, ein mögliches Ticket in die Abhängigkeit.

    Ich korrigiere die Meisterin Dante nur ungern, aber tatsächlich empfiehlt die WHO keine Grenzmenge mehr.

    Aber ansonsten wird das schon so hinkommen, was sie schreibt. Mir gefällt die Formulierung "zwei Bier am Tag" nicht, denn dann denke ich mir, cool, dann trinke ich unter der Woche nichts und schraube mir am Sonnabend 14 Bier rein und habe den Segen der WHO.