Beiträge von LoewenmamaHH

    Liebe Forenmitglieder,


    ich bin die Loewenmama, komme aus HH und habe vor einiger Zeit hier schon einmal geschrieben.

    Mein erwachsener Sohn ist mehrfach süchtigund auch psychisch krank. Er nimmt seine Medikamente.

    Wir haben und hatten wenig Kontakt. Ich gehe seit einige Jahren, also seit einigen 24 h, in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige. Das tut mir auch gut. Ich besuche diese Gruppe online, da eine Präsenzgruppe hier in der Nähe leider nur an einem Tag in der Woche ist, wo ich absolut nicht kann. Aber ich habe mit gesagt, es muss erst einmal mit online reichen. Ich fühle mich wohl in der Gruppe.

    Es gibt hier im Ort eine offene SHG für Alkoholiker und deren Angehörige, die habe ich auch ein paar Mal besucht. Es ist jedoch ein reines Befindlichkeitsmeeting, das ist nicht so ganz meines, denn ich möchte schon gerne auch Literatur lesen und mich dazu mit anderen Betroffenen austauschen.

    Ich bin in meiner Co-Abhängigkeit wiede rückfällig geworden, habe Rechungen für ihn bezahlt. Er hat eine Wohnungskündogung bekommen,weil er monatelang die Miete nicht bezahlt hat. Und was mache ich Idiot: ich besorgen ihm eine neue Wohnung, kläre die Kostenübernahme und Kaution, organisiere den Umzug (mit Umzugsunternehmen, da er keine sozialen Kontakte hat, die mir anpacken und ich es kräftemäßig auch gar nicht packe), bringe ihm Umzugskartons.. wo ich weiß, dass er keinen einzigen packen wird.

    Der Umzug wird am 28.06 stattfinden, die Übergabe ist am 20.06. Je nach Lust und Laune wird er beide Termine wahrnehmen. Unterschrieben hat er den neuen Mietvertrag auch schon.

    Raus muss er jedoch, da gibt es ein Räumungsurteil.


    Bis auf tägliche Forderungen, ich soll für ihn Lebensmittel einkaufen, ihn von A nach B fahren, kommt nichts. Ich mache 3 Kreuze, wenn er umgezogen ist. ich weiss, dass ich in meiner Co-Abhängigkeit rückfällig geworden bin und dass ich mit meinem Handeln sein Leiden weiter verlängere. Aber ich habe das Bild von Augen nicht ertragen, dass er unter der Brücke oder in einer Notunterkunft pennen soll. Ich habe mein Ego mit meinem Handeln befriedigt.


    Wie es nach dem Umzug weiter geht? Keine Ahnung.


    Vielen Dank, dass ich das hier mit euch teilen darf.

    Liebe Grüße

    Loewenmama

    Oh, das ist aber sehr schade.....bei uns im Kreis, als auch in den Nachbarkreisen werden sogar mehrere Selbsthilfegruppen für Eltern angeboten, weil die Nachfrage so groß ist......so verschieden ist das regional.

    Immer mehr Eltern müssen sich leider mit Suchterkrankungen ihrer Kinder im Jugendalter, als auch im Erwachsenenalter auseinandersetzen.

    Wünsche dir trotzdem, dass du ein offenes Ohr für dich und deine Sorgen findest...sich auszutauschen, Menschen zu finden, die wissen wovon man spricht, kann so entlastend sein.

    Liebe Grüße

    Christrose


    Moin Moin,

    ich habe das ganze letzte Jahr mich von einer Beratungsstelle zur anderen durchtelefoniert, gefragt, bin hingegangen, aber...für Angehörige von erwachsenen Trinkern gibt es Angebote zuhauf, für Eltern nichts. Und ich suche ja für Elterm.

    Trotz anfänglicher Skepsis bin ich bei Al Anon geblieben, nicht im Präsenzmeeting, sondern im Zomm-Meeting, und ich bleibe auch dabei, weil ich es für mich passend und das Programm gut finde.

    Ich habe von den AlAnons mehrere Präsenzmeetings besucht, aber das waren wiederum nur Angehörige von trinkenden Ehepartnern oder Gescjwister.

    LG und gute 24H

    Loewenmama

    Moin Moin Christrose,

    kannst du mit einen Link zur Selbsthilfegruppen für Eltern suchtabhängiger erwachsener Kinder schicken?

    Gruß

    Loewenmama


    Moin Peter,

    danke für deine offenen und ehrlichen Worte.

    Es ist so viel Wahres daran, was ich auch erlebe: Mein Sohn lügt wie gedruckt, beschimpft mich weitaus unter der Gürtellinie, erpresst mich via SMS mit Drohungen, "ich werde ja sehen, was ich davon habe". Alles nur, weil ich konsequenterweise ihn kein Geld mehr gebe und auch seine Behördenangelegenheiten nicht mehr erledige. Ich mache mir nichts vor: Diese Sucht ist verteufelt, solange er süchtig ist, wird der Alk und alles andere immer wichtiger sein als ich. Auch mir wird von ihm übertriebene Sorge vorgerworfen, in sehr dratischen Worten.

    Wer Geld hat, Alk zu kaufen und auch dahin zu Fuss kommt, der kommt auch ohne Mamas Hilfe zurecht.

    Es ist wirklich das Schlimmste für eine Mutter, nicht helfen zu können. Wie sieht nur Plan B aus?

    LG

    Loewenmama

    Moin Rosaclaudi,

    ich habe deine Fragen auch mit besonderem Mitgefühl gelesen. Ich kann dich so gut verstehen, auch ich habe einen 27-jährigen alkoholkranken Sohn.

    Wenn du magst, lies einfach alle meine postings und die dazu gehörenden Antworten durch, vielleicht ist etwas dabei, was du "mitnehmen" kannst für dich.

    Herzliche Grüße

    Loewenmama

    Moin Mindela,

    das richtige Mass zu finden ist in der Tat sehr schwer.

    Ich handhabe das im Moment so, dass ich mich weitestgehend zurückgezogen habe und ihn alle Sachen machen lasse, die er auch alleine erledigen kann und muss. Und ich gehe auch nicht immer ans Handy, wenn er anruft, lass´ mir dann mit dem Rückruf Zeit.

    LG

    Loewenmama

    Danke für eure Worte, ja im Prinzip gehe ich schon auf Distanz aber es tut einfach weh, weil es das eigene Kind ist.

    Mindela

    Moin Mindela,

    ich bin die Loewenmama, und habe einen erwachsenen mehrfach süchtigen Sohn. Ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen.

    Auf Distanz gehen ist wichtig, und es tut sehr sehr weg, zuzusehen, wie das eigene Kind sich und sein Leben schrottet.

    Bleib weiter stark!

    Gruß

    Loewenmama

    Moin Lealux,

    danke für deine Vorschläge!

    Ich mache ab Montag einen Pilateskurs , weil ich dringend etwas tun muss für die Beweglichkeit. Das ist dann für mich auch Selbstfürsorge. Yoga ist mir persönlich zu viel Entspannung, ich bin ein Mensch, der immer auf power ist, und positive power tut mir gut.

    Und Dankbarkeitsmeditation finde ich einen klasse Vorschlag.

    Sonnige Grüße

    Loewenmama

    Hallo Löwenmama,

    zur Selbstfürsorge gehört, wie LeaLux schon schrieb, sich die schönen Seiten seines Lebens bewusst zu machen. Ich habe z.B. gestern eine Dienstfahrt durch meine schöne Heimat bei grandiosem Wetter enorm genossen und mich bei dem Universum für eine fantastische Stunde bedankt.

    Warum solltest Du alte Freundschaften nicht wieder aufleben lassen können und dabei bewusst das Thema "Sohn" ausklammern. Es ist in dem Moment Deine Zeit. Genug Raum in Deinem Leben nimmt er doch eh ein.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Moin Lütte,

    das ist doch mal eine gute Selbstfürsorge, eine Fahrt bei tollem Wetter geniessen.

    Alte Freundschaften mag ich im MOment nicht aufleben lassen, ich habe für viele Leute mich seinerzeit krumm gemacht, das ist für mich vorbei.

    LG

    Loewenmama

    Du gehst uns nicht auf den Geist, wenn Du von Deinen Problemen mit Deinem Sohn erzählst, also jedenfalls mir nicht. Genau dafür ist eine Selbsthilfegruppe ja da, daß man auch mal unangenehme Themen ansprechen kann. Menschen des persönlichen Umfelds sind damit schnell überfordert. Ich kenne das noch aus meiner nassen Zeit, die mit periodisch wiederkehrenden, heftigen Depressionen einherging: Ich hatte eigentlich niemanden, mit dem ich darüber sprechen konnte. Die Depressionen sind mit meiner Nüchternheit übrigens wie weggeblasen, aber es soll hier nicht um micht gehen. Ich weiß nur, wie das ist, wenn einem ein Thema auf der Seele brennt, aber niemand sich damit belasten will.

    Mein Gedanke ist, daß Dein Sohn sein Leben gerade nach allen Regeln der Kunst zerstört und dadurch auch Dein Leben sehr in Mitleidenschaft gezogen ist. Es ist schon schlimm genug, wenn sein Leben den Bach runtergeht, da sollte es nicht auch noch Deins sein. Wie ist denn das Leben mit Deinem Partner, wenn ich fragen darf, gibt er Dir ein bißchen Halt? Da ist ja auch noch eine Tochter, wenn ich mich richtig erinnere, wie ist denn Dein Verhätlnis zu ihr?

    Moin Hanseat,

    mein Partner ist leider dabei keine große Hilfe, für ihn sind Alkoholiker nicht erkrankte Menschen, sondern "Subjekte", solche Bezeichnung finde ich extrem schlimm, denn es kann jeden treffen. Ich habe ihm auch gesagt, dass es auch ihn treffen kann, niemand ist davor geschützt. Und ich verbitte es mir von ihm , meinen Sohn als "verkommenes Subjekt" zu betiteln.

    Wie es scheint, hat mein Sohn wieder Kontakt zu seinem Vater und Stiefmutter aufgenommen, da scheint ein wenig Hilfe zu laufen, er bekommt ab und an das Auto, um zum Arzt zu fahren, weil er extrem starke Rückenschmerzen hat. Ich mache auch keine MRT Termine mehr für ihn, er hat ja keinen einzigen von denen wahrgenommen, weil ihm weder die Zeiten noch der Ort passten. Und ich kann und will ihn nicht mehr fahren.

    Meine Tochter will mit mir nicht über ihren Bruder sprechen. Sie meldet sich eigentlich nur, wenn sie etwas möchte, ansonsten lebt sie ihr Leben.

    Halt finde ich in erster Linie bei den online Meetings und wenn ich hier lese.

    Schönen Sonnigen Tag und lieben Gruß

    Loewenmama

    Moin nochmal,

    viele Leute haben mir vorgeschlagen, ich soll als "Selbstfürsorge" ein gutes Gespräch mit einem Freund/Freundin führen.

    Das würde ich gerne machen, jedoch habe ich in den letzten Jahren viele Kontakte eingestellt, nicht nur wegen Corona. (Nein, ich bin auch keine Verschwörungstheoretikerin:-)Der Grund hierfür war, dass ich niemandem mehr von meinen Sorgen mit meinem Sohn erzählen konnte und wollte, zumal ich andere damit genervt hatte. Keiner hatte es auch nur im Ansatz verstanden, wie ich mich fühlte und irgendwann war ich die blöden Sprüche, ich solle meinen Sohn am besten draussen auf der Parkbank schlafen lassen im tiefsten Winter, satt.

    Also mache ich alles im Großen und Ganzen selbst mit mir aus.

    Den Vorschlag von Hanseat fand ich gut, eine heisse oder kalte Schokolade und einen richtig kitschigen Film :love::love::love:

    Liebe Grüße

    Loewenmama