Das glaube ich auch, für gewöhnlich bin ich auch nicht wütend auf sie, das war jetzt vor allem wegen der "Aussprache". Ich hätte halt wenigstens erwartet, dass sie ein kleines bisschen Einsicht zeigt, aber keine Chance. Die hätte buchstäblich die Flasche am Mund haben können und hätte noch gesagt "Ich trinke nicht", irre, wie weit sich Menschen von der Realität entfernen können, wirklich unfassbar.
Da
siehst du die Hilflosigkeit deiner Mutter. Noch versucht sie die
Fassade aufrecht zu erhalten, mit aller Macht und reagiert auf jeden
Angriff, auf jede „Unterstellung“ äußerst agressiv.
Sie
ist in Panik – mit Konfrontation erreichst du das genaue Gegenteil,
sie reagiert mir Abwehr und lügt was das Zeug hält. Noch hat sie
ihren Stolz und
säuft heimlich, in der Hoffnung es merkt keiner.
Diese
Phase hat wohl jeder Alkoholiker, er versucht zu schützen, was es
noch zu schützen gibt.
Je
mehr kritisiert wird, desto heftiger
werden die Gegenreaktionen.
Nun
nutzt uns diese Erkenntnis herzlich wenig. So geht es wohl jedem
Angehörigen. Meckert man, erreicht man Abwehr, tut man nichts und
lässt gewähren, verbessert sich auch nichts.
Sätze
wie: Der Alkoholiker muß Einsicht zeigen, sind zwar richtig, doch
wie bringe ich den Alkoholabhängigen dazu, daß er nicht mehr seinen
Frust wegsäuft?
Der
(individuelle) Frust muß also weg und das scheinbare Allheilmittel
als Fein akzeptiert werden.
Angehörige
sind da scheinbar die schechtesten Argumentationspartner, da zu sehr
emotional involviert.
Die
menschliche Beziehung ist meist im Popo, zumindest arg gestört. Wie
bekommt man wieder eine vertrauensvolle, vorurteilsfreie
Kommunikation hin? Ärzte, Therapeuten können gute Vermittler sein,
doch will eine Partei diese Helfer nicht akzeptieren, bringt das auch
nichts. Es ist wie im Krieg, es wird sich so lange gefetzt, bis einer
aufgibt und das Feld räumt.
Ich
habe getrunken, weil ich mit vielen Sachen nicht klar kam, weil
meine Wünsche, Vorstellungen nicht mit der Realität
übereinstimmten.