Beiträge von achelias

    Hallo ,

    lass Mutti`s Problem ruhig bei Mutti.

    Sie darf trinken, es ist ihr Leben und wenn sie irgendwann einmal total abstürzt, dann ist das so, du kannst nichts dagegen tun.

    Das habe ich schon alles durch, da half mir nur mich fernhalten.

    günstige Gelegenheit … Führerschein … darf ich fragen wie?

    Ich bin auch mehrfach den Schein losgeworden.

    Ja Gott sei dank bin ich noch niemals betrunken Auto gefahren. Nur Fahrrad....

    Das mit den Alkoholregalen im Geschäft ist echt ein schrecklicher Trigger. Es müsste wie eine Fahrerlaubnis auch eine Alkoholgenehmigung geben...naja aber wir leben leider nicht in einer Utopie...

    Es gibt übrigens eine Alkoholgenehmigung, nur geht der „normal denkende“ Mensch davon aus, daß man mit 18 Jahren selbst entscheiden kann, das Risiko beurteilen kann, ein Bewusstsein entwickelt hat.

    Darüber kann man nun endlos diskutieren, doch ändert das etwas? Wo zieht man da die Grenze, für alle?

    Wenn Du mit dem Trinken aufhören möchtest, musst du beginnen.

    Bei mir hat es ca. ein ½ Jahr gedauert, dann war ich halbwegs gefestigt und immer noch stolz auf mich.

    In dieser Zeit mied ich den Alkohol wie der Teufel das Weihwasser, Tankstellen waren tabu, ebenso machte ich einen großen Bogen um die Alk.-Regale im Supermarkt und verhing absolutes Alkoholverbot in meiner Wohnung und trank viel Tee/ Wasser am Abend.

    Hast du (noch) eine Fahrerlaubnis?

    Ist es Willensschwäche, Fahrlässigkeit, doch lange Weile?

    Ich denk`, es stört dich, die Sauferei?

    Oder willst du es erst ernsthaft angehen, wenn der Job weg ist?

    Reicht „meistens extrem stolz drauf.“ nicht? Stolz auf sich zu sein? Mit dem Saufen aufgehört zu haben und nicht igendwann total abzustürzen oder zum Penner zu werden?

    Hallo Micha,

    verzeih` meine Neugier, doch was lässt dich immer wieder einknicken?

    So wie du berichtet hast, ist es dir ja schon gelungen ein paar Monate trocken zu bleiben. Ist das so?

    Was treibt dich wieder zum Alkohol, ist es Suchtdruck, Stress, Unzufriedenheit, lange Weile?

    Auch ich trank immer nur zu Haus, allein und führte sicherlich auch diverse komische, peinliche Telefongespräche.

    Und wenn man dem Partner fragt und er immer betont er möchte aufhören?

    Ich glaube, dass es sehr individuell ist. Denn jeder Fall ist unterschiedlich. Es ist schwer hierfür eine richtige Lösung vorzugeben. Denn nach meiner Ansicht gibt es die nicht.

    Wenn es keine richtige Lösung gibt und alles so individuell ist und jeder Fall so unterschiedlich,

    dann scheint die falsche Lösung eine gute Alternative, nur frag ich mich dann, warum sind so viele unzufrieden.

    Nur weil man liebt oder glaubt es zu tun, darf man belogen werden, immer wieder? Darf verletzt werden, so sehr, daß man sich selbst in medizinische Behandlung begibt? Von den Kindern mal ganz zu schweigen?

    Irgendwie habe ich den Sinn einer Partnerschaft noch nicht verstanden. Ist man nun zusammen, weil alles zusammen einfacher geht, man sich hilft und sogar noch Freude dabei empfindet, ggf. auch Nachwuchs gross zieht oder …?

    Wenn ihr eure Männer nicht ernst nehmt, beim Wort nehmt, werdet auch ihr nie ernst genommen und es geht so weiter wie gewohnt, nur mit stetiger Steigerung.

    Wenn ich einen Stachel im Fleisch habe, muss er raus oder ich arrangiere mich mit meinem Leid.

    Wenn ich einen Okkupator im Land habe, muss er raus oder ich gehe oder ich unterwerfe mich.

    Jeder Fall so unterschiedlich und individuell.

    Wenn ich saufe (und das tat ich) und mich dabei wohlfühle … auch gut, wenn nicht, muß ich aufhören (tat ich auch). Ich kann mich aber auch auf die Individualiät und die Fallunterschiedlichkeit, Art der Situation berufen und nichts ändern, den Stachel im Fleisch lassen und meine Wunde lecken.

    Ich hab` zu dem Thema nichts mehr zu sagen. Weil? … mir fehlen die Worte!

    Danke für`s lesen.

    Zitat

    Naja zum einen möchtest du den Partner nicht bloß stellen und zum anderen ist es sicher auch irgendwo Scham oder vielleicht auch das eingestehen der eigenen Hilflosigkeit. Und ich denke auch das Gefühl selbst versagt zu haben

    Hallo mollyfisch,

    das ist doch genau das Übel, auf der einen Seite stört der alkoholisierte Partner, auf der anderen, wird alles getan, um den Mantel des Schweigens zu erhalten und diese Situation zu schützen, wenn nicht gar zu bewahren.

    Stell` dir bitte Mal vor, selbstbewußte Frauen würden dieses genau nicht tun, würden offen darüber reden, daß ihr Liebster immer mehr trinkt, daß sie sich sorgen, nicht nur um den Mann, sondern um die ganze Familiensituation.

    Das bedeutet ja nicht, daß man sich illoyal verhält oder jemanden an den Pranger stellt.

    Glaubst du nicht, man könnte schon viel früher etwas bewirken und auch auf das Bewußtsein des Partners einwirken?


    Dein Mann säuft und du hast versagt, das ist typisches Co-Denken. Wenn meine Frau nichts gegen meinen übermäßigen Alkoholkonsum tut, ist sie doch selbst daran Schuld ... :cursing:

    Das glaube ich auch, für gewöhnlich bin ich auch nicht wütend auf sie, das war jetzt vor allem wegen der "Aussprache". Ich hätte halt wenigstens erwartet, dass sie ein kleines bisschen Einsicht zeigt, aber keine Chance. Die hätte buchstäblich die Flasche am Mund haben können und hätte noch gesagt "Ich trinke nicht", irre, wie weit sich Menschen von der Realität entfernen können, wirklich unfassbar.

    Da siehst du die Hilflosigkeit deiner Mutter. Noch versucht sie die Fassade aufrecht zu erhalten, mit aller Macht und reagiert auf jeden Angriff, auf jede „Unterstellung“ äußerst agressiv.

    Sie ist in Panik – mit Konfrontation erreichst du das genaue Gegenteil, sie reagiert mir Abwehr und lügt was das Zeug hält. Noch hat sie ihren Stolz und säuft heimlich, in der Hoffnung es merkt keiner.

    Diese Phase hat wohl jeder Alkoholiker, er versucht zu schützen, was es noch zu schützen gibt.

    Je mehr kritisiert wird, desto heftiger werden die Gegenreaktionen.

    Nun nutzt uns diese Erkenntnis herzlich wenig. So geht es wohl jedem Angehörigen. Meckert man, erreicht man Abwehr, tut man nichts und lässt gewähren, verbessert sich auch nichts.

    Sätze wie: Der Alkoholiker muß Einsicht zeigen, sind zwar richtig, doch wie bringe ich den Alkoholabhängigen dazu, daß er nicht mehr seinen Frust wegsäuft?

    Der (individuelle) Frust muß also weg und das scheinbare Allheilmittel als Fein akzeptiert werden.

    Angehörige sind da scheinbar die schechtesten Argumentationspartner, da zu sehr emotional involviert.

    Die menschliche Beziehung ist meist im Popo, zumindest arg gestört. Wie bekommt man wieder eine vertrauensvolle, vorurteilsfreie Kommunikation hin? Ärzte, Therapeuten können gute Vermittler sein, doch will eine Partei diese Helfer nicht akzeptieren, bringt das auch nichts. Es ist wie im Krieg, es wird sich so lange gefetzt, bis einer aufgibt und das Feld räumt.


    Ich habe getrunken, weil ich mit vielen Sachen nicht klar kam, weil meine Wünsche, Vorstellungen nicht mit der Realität übereinstimmten.

    ...

    Was geht in so einem Menschen vor?

    Muss man ersetzt werden und ...

    Ja!

    Man muß sich selbst beweisen, das alles weiter geht, daß man nicht der Versager ist, man sucht Selbstbestätigung, Ablenkung, daß alles ja nicht so schlimm ist.

    Ich glaube, ich war ganz ähnlich gestrickt, als ich noch trank. Ich wollte (konnte??) es nicht wahrhaben, daß ich ein Problem hatte.

    Sei froh, daß er sich eine Neue sucht, dann bist du emotional schneller raus. Ob dein XY jemals wach wird steht in den Sternen, tu` etwas für dich.

    Hallo mollyfisch,

    was würdest du anderen raten, früher die Reißleine zu ziehen? Wie lange sollte man reden und hoffen, dem Alkoholiker eine Chance geben? Ein ½ Jahr, 2 Jahre oder ?

    Die Anzeichen, daß etwas nicht stimmt hat man ja schon recht früh. Liegt es am mangelnden Problembewußtsein, es nicht wahrhaben wollen/ können, daß man so lange nicht konsequent reagiert, ist es die „ Liebesbrille“?

    Ich weiß, jeder Mensch und jede Beziehung ist sehr individuell, bei dem einen dauert es Jahre, Jahrzehnte bis man völlig mutiert und der Alkohol zur absoluten Nr. 1 wird, andere können es gut vertuschen, kleinreden, auch Angehörige verschließen gern und lange die Augen.

    Wann sollte man seinem Partner „die Pistole auf die Brust“ setzen? Erst wenn alles bereits zusammengebrochen ist?

    Meine Mutter trennte sich nach 24 Jahren vom alkoholischen Vater, eine schlammschlachtähnliche Scheidung folgte und sie hatte danach arg zu kämpfen. Doch, auch diese Wunden heilten, sie sagte nach über einem Jahr: „ Hätte ich das mal viel früher getan.“

    Hallo Lust for Life,

    auch die Wut lässt nach … mit der Zeit, vorausgesetzt du hälts dich fern.

    So war es jedenfalls bei mir, mein Vater war schon lange nicht mehr mein Vater, sondern nur noch der Säufer, er war mir so fremd, Gefühl und Achtung hatte ich völlig verloren. Mitleid hatte ich, aber nicht den Drang helfen zu wollen, denn er hatte kaum noch nüchterne Momente. Als ich mich trennte, war ich in deinem Alter, ich sah ihn nie wieder, wollte es auch nicht, er lebte dann noch 15 Jahre,