Beiträge von achelias

    Mein Verstand sagt mir, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Trennung gekommen ist. Mein Herz bzw. mein Gefühl hat Angst vor der neuen Situation. Und es ist nichtmal die Liebe für meinen Mann, eher die Angst, wie alles alleine sein wird.

    Dein Leben bricht gerade zusammen, 2 Kinder, finanziell abhängig.

    Warme Worte und Mitleidsbekundungen mögen zwar stärken und emotional aufbauen, doch das (Existenz-) Problem bleibt bzw. wir zunehmend stärker.

    Hilfe von der Schwiegerfamilie ist nicht zu erwarten, daß dein Mann bald wieder nüchtern wird, ist recht unwahrscheinlich.

    Rette was zu retten ist, schütze auch die finanziellen Grundlagen, informiere dich … Suchtberatungsstelle, Rechtsberatung (gibt es auch kostenlos, Info - Amtsgericht), Wohngeldstelle, Bundesministerium für Familie (Familienportal), Caritas, ProFamilia, Arbeitsamt (?) etc. .

    Ich würde Freunde und Bekannte einweihen, das Verständnis ist oft größer als man denkt. Scham ist da fehl am Platz, wenn man droht unterzugehen.

    Setze dich bitte intensiv mit der Frage auseinander, heute, durch abwarten und hoffen, wird nichts verändert.

    Tu` es, für dich und deine Kinder.

    Ich weiß, das ist alles sehr belastend und am liebsten würde man sich wegbeamen, fliehen oder sonst was, Hauptsache es hört auf.

    Es ist müßig, darüber zu spekulieren, warum dein Mann wieder trinkt, Unzufriedenheit über seine Gesamtsituation, in der Familie, auf der Arbeit und was sein könnte, sollte er nicht mehr trinken wollen, irgendwann.

    Du weißt, deinem Mann kannst du nicht helfen, wenn er nicht will.

    Du kannst aber dir und deinen Kindern helfen, darauf würde ich meinen Fokus lenken.

    Ich denke echt schon, dass ich nicht ganz dicht bin, noch immer zu denken das er es schafft und alles besser wird, obwohl ich ja ausziehen soll.

    Hallo Dini,

    das erinnert mich an einen geprügelten Hund, der nicht verstehen kann, warum sein Herrchen ihn so schlecht behandelt und immer wieder zurückkehrt.

    Dein Lebensabschnittsbegleiter tut nun alles erdenkliche, um sich nicht gerade beliebt zu machen.

    Was brauchst du noch?

    Wenn er nicht will, wird sich nie etwas ändern, im Gegenteil es wird immer schlimmer werden.

    Glaube deinen Wahrnehmungen, deinen Gefühl, hänge dich nicht an Wünschen oder Träumen auf.

    Natürlich tut es erst mal weh zu gehen, doch wird es dadurch angenehmer, zu bleiben?

    Hallo Lust for Life,

    da kannst du ja heute eine Kerze anzünden!

    Bei mir ist der Ich-trinke-nicht-mehr-Gedanke immer noch hellwach, selbst nach einem Jahr. Ich gehe jetzt damit selbstsicherer um, vorbei ist die Furcht, Respekt und Aufmerksamkeit löste sie ab.

    Zu wach sind noch die Erinnerungen an meine nasse Zeit.

    Hallo Zwan,

    auch ich hatte den Gedanken verzichten zu müssen, das war am Anfang so, als ich mir untersagte Alkohol zu trinken, in der Zeit als ich mich noch zwingen mußte, als ich noch Angst vor mir hatte (doch Alk zu kaufen) im Supermarkt oder sonst wo, außerhalb meiner Wohnung.

    Ich wußte oder besser ich hoffte, glaubte fest daran, daß dieses Gefühl vergeht.

    Es wurde besser, von Woche zu Woche.

    Ich verbot mir dann keinen Alkohol mehr, aus Verzicht (Kampf, Krampf) wurde Freiwilligkeit. Damit konnte ich besser umgehen, ich wurde entspannter, aus Müssen wurde Wollen.

    Ich trickste mein Unterbewusstsein gewissermaßen aus.

    Ich begriff, nicht der Alkohol ist das Problem, ich bin es. Ich kann ohne Alkohol leben, manchmal schleicht sich noch ein Gedanke ein, was wäre wenn … der vergeht aber auch wieder.

    Mit dem Verzicht auf Kontrollverlust kann ich gut leben. Das halte ich mir immer vor Augen.

    Ja, kann man sehr gut. Hier, ich hebe da mal den Finger. Und ich war auch (fast) nie sturz betrunken. Es ging um den Pegel. Wenn der erreicht war, habe ich langsamer getrunken und/oder bin ins Bett. Leider braucht man mit der Zeit immer mehr, um diesen zu erreichen.

    Das, was mich vielleicht von einem Trinker härterer Sachen unterschieden hat ist, dass das ganze sich viel länger hin gezogen hat, bis ich am Ende war.

    Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Ein normales Bier (ca. 4,8 %, 1 Flasche, 0,5 Liter): ca. 20 g reiner Alkohol.

    "Es kann gar nicht so wie früher werden." ist erstmal hart zu lesen aber so wird es, wenn ich richtig drüber nachdenke, wohl sein. Das ist dann wie bei chronischen Erkrankungen wo es auch ein davor und ein danach gibt und es in den meisten Fällen auch nicht mehr so sein kann wie vorher. Die Alkoholsucht zählt ja auch zu den chronischen Erkrankungen. Gleichzeitig macht ihr mir auch Hoffnung, dass es leichter, ja sogar besser wird und das finde ich gut.

    So könnte man es sehen, nur der Vorteil an dieser Erkrankung ist, man muß nichts einnehmen, auf keine Broteinheiten oder sonst was achten und hat keine Nebenwirkungen, außer einen klaren Kopf.

    Die präsente Alkoholwerbung hat schon seinen Grund, schaut man sich den Anteil der Steuern und Abgaben an, dazu kommt noch die Mehrwertsteuer, ähnlich wie bei Tabak und Kraftstoffen, das ist ein Bombengeschäft für die Regierung.

    Schlimmer ist unser Bildungsstand. Praktisch keine Aufklärung, weder in der Schule, noch im Elternhaus.

    Ja, so bitter es ist und so sehr man sich auch etwas anderes wünscht, die Realität wird immer die Realität bleiben, egal ob wir die Augen verschließen.

    Mit half immer der Gedanke, als noch etwas zu retten war (zumindest dachte ich mir das), hätte ich etwas tun können. Hätte ...

    Man muß auch loslassen und auf seine Vernunft hören.

    Hallo Dothe,

    genau so ein „armer Mann“ war auch mein Vater, schon 20 Jahre geschieden von meiner Mama, > 10 Jahre von seiner zweiten Frau.

    Alle unbeteiligten Bekannten, welche sich schon vor Jahren, wegen seines Permanent-Suffes distanzierten, empörten sich, wir, die Ex-Familie, müsse doch helfen.

    Wir, alle hatten damit abgeschlossen, vor Jahren schon. Wir waren zwar betroffen (emotional), doch mehr auch nicht, wenn man das so sagen kann.

    Wir konnten nichts mehr tun. Der Pflegedienst verrichtete seine Arbeit, bis mein Vater starb.

    Wir spendierten die Beisetzung, da er völlig verschuldet war.

    Wenn auch irgendwie traurig, doch ich respektierte die Entscheidung sich zu Tode saufen zu wollen.

    Auch ein Grundrecht.

    Der Mensch kann rein körperlich gar nicht immer gut drauf dein, hat was mit Glückshormonen und Botenstoffen zu tun, hab ich mal gehört.

    Dauerglücklichsein gibt es nicht, man würde sonst überschnappen.

    Ich mutmaße, so geht es auch dem Alkoholiker. Vermehrte Ausschüttung von Serotonin und Dopamin führt zur gelassenen Entspannung... anfänglich, bis es dann kippt zur Bewußtseinstrübung und zur Bewußtlosigkeit.

    Drum fällt`s ja auch so schwer, loszulassen von berauschenden Drogen.

    Ernst gemeint oder Ironie? Ich bin mir nicht sicher. :/

    Mir ist durchaus schon länger bewusst, dass es sich bei den ganzen guten Gefühlen im Rausch, um bloßen Schein handelt. Wirklich helfen tut es aber noch nicht. Aber vielleicht doch, solange ich immerhin darüber nachdenke. Muss es mir vielleicht nur noch oft genug ins Hirn einhämmern und irgendwann kommt es richtig an. Mal sehen, es wird mich wohl noch ein harter Kampf erwarten.

    Gerade bin ich sehr wankelmütig....

    Gutes Gefühl im Rausch?

    Das angenehme Gefühl gab es bei mir nur am Anfang der Trinkerei, nach dem ersten … zweiten Glas, danach war ich einfach nur betäubt und fühlte nichts mehr (wirklich), es dauerte lange bis ich begriff, daß ich mich immer mehr zur hilflosen Person machte und es war dann auch egal, was ich trank – ich wollte mich nur noch betäuben, weil ich mich selbst nicht mehr ertragen konnte. Eine Gewohnheit, die ich mir über Jahre antrainierte.

    Einhämmern, das tat ich wohl, immer wieder sagte ich mir, ich will nicht mehr trinken und ja, die ersten Tage/ Wochen war es ein echter Kampf. Ich fürchtete Alkohol wie der Teufel das Weihwasser.

    Wankelmut verbot ich mir, die Sucht wohnt nur in meinem Kopf, sagte ich mir immer wieder, mein Körper braucht einen Alkohol!

    Bei Suchtdruck trank ich so viel ich konnte, besonders Tee, der Einfachheit halber. Ich wußte, das lässt mit der Zeit auch nach und es ließ nach.

    Hallo kaffeetante,

    Familienfrieden... der ist immer gestört, wenn es um Alkohol geht, wenn ein Alkoholiker in der Familie ist.

    Solange man es nicht anspricht, ist der Frieden gewahrt, oberflächlich.

    Selbstverständlich liest man hier im Forum meist von den schlimmen Fällen, wenn alles in Ordnung ist oder es ist noch erträglich, beschwert sich niemand, sucht niemand Hilfe.

    Wir kennen es alle, ob EKA oder Angehöriger, sobald man das Problem anspricht, wird verteidigt, was das Zeug hält, es wird alles getan, um den Konsum zu schützen, um die Fassade zu erhalten.

    Das kenne ich auch von mir, als ich noch trank.

    Dagegen kommt man nicht an!

    Die Schwiegervaterfamilie schützt, sie wollen den Frieden, um jeden Preis bewahren. Auf der einen Seite verständlich, schließlich müssen sie tagtäglich damit leben.

    Das ändert sich nur, wenn der Alkoholiker Einsicht zeigt und da liegt das Problem.

    Will man nicht gänzlich den Kontakt abbrechen, muß man sich arrangieren, Kompromisse eingehen.

    Letztendlich spielt es keine Rolle, was die Wahrheit ist, wer recht hat, ob etwas vernünftig ist.

    Wenn der Alkoholiker nicht einlenkt, ändert sich nie etwas, im Gegenteil, es eskaliert immer mehr.

    Man kann nur wählen, zwischen Fernbleiben und es hinnehmen.

    Dein Mann schwankt, er soll sich entscheiden, eine klare Position beziehen, ggf. gegen seinen Vater. Das ist schwer.

    Es wird versucht, dir ein schlechtes Gewissen einzureden, irgend jemand muß ja Schuld sein (am Konflikt), das Problem Alkohol wird heruntergespielt und tritt in den Hintergrund.

    Du und dein Mann, ihr müsst eine Meinung haben, es geht um eure Familie.

    Wenn ihr nicht wollt, daß der Schwiegervater mit dem Kind Auto fährt, muß es es respektieren.

    Hallo DomB,

    vielleicht kannst du mal berichten, wie so ein qualifizierter Entzug genau abläuft. Was macht man da den ganzen Tag? Die ganze Woche?

    Mögliche körperliche Entzugserscheinungen, wie Unruhe, Herzrasen u.ä. werden, falls nötig, medikamentös gelindert bzw, unterdrückt, man hat keine Möglichkeit Alkohol zu konsumieren, saubere Umgebung, das ist klar.

    Doch sonst, wie wird man beschäftigt, wird gelehrt, unterrichtet?

    Ich frage, weil ich nie so eine Einrichtung besuchte. Im Netz liest man: psychotherapeutisch Betreut – wie kann ich mir das vorstellen?

    Vielen Dank im voraus.

    Hallo Andrea,

    Hilflosigkeit, wohl der schlimmste Zustand. Wie man`s wendet, wie man`s dreht, alles ist „unbefriedigend“.

    Tut man was, muß man sein Leben völlig neu ordnen, umkrempeln, wo`s doch gerade so gut läuft, bis auf … ,

    tut man nichts und nimmt es hin, ist das Elend vorprogrammiert.

    Du kennst die Möglichkeiten, beide sind nicht schmerzfrei.

    Entweder kommt dein Partner zur Erkenntnis oder du hast die Wahl.

    Schöne Sch.... !

    Ich wünsch` dir alles Gute.

    Auch ich kaufte bei diversen Märkten, immer das gleiche Bier.

    Am Anfang war es mir peinlich, später nicht mehr, ich hätte ja auch für eine Party, Nachbarn oder sonst was einkaufen können

    Doch verstehe ich nicht, warum es für einen Angehörigen wichtig ist, wo der Alkoholiker seinen Stoff kauft.

    Ja. Es wird mehr, wie bereits am 27./28. Juni geschrieben. Volltrunkenheit ist das Einpendel-Niveau.

    Die Grenze kannst nur du definieren, wie lange du es aushalten kannst, möchtest.

    Hallo

    den Gedanken haben viele, Schuld zu sein, daß der Andere trinkt und was dann passiert, passieren könnte.

    Warum eigentlich?

    Wenn der Andere allmählich erst seinen Verstand versäuft und dann seinen Körper zum Erliegen bringt, ist der Nichtrinkende verantwortlich?

    Er hätte ja helfen können, doch wenn der Kranke jegliche Hilfe ablehnt?

    Ist dann Vernunft gefragt? Ist „Aufgeben“ eine Option?

    Man gibt sich selbst auf, tut alles, um den Anderen zu helfen, obwohl alles ignoriert wird.

    Der Helfende macht und tut, die Hoffnung nicht aufgebend, das geht über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Der Helfende wird selbst zur hilfebedürftigen Person.

    Ist das Pragmatismus, Vernunft, Dummheit, eine Mischung daraus?

    Meine Oma gab mir einen guten Satz mit auf den Weg: Wer nichts dagegen tut, ist damit einverstanden.

    Hallo Pueppchen 76,

    im Grunde weißt du was zu tun ist, du muß dich nur trauen! Informiere dich und mach` was. Irgendwann muß die Zeit des Aushaltens, Ertragens, Leidens vorbei sein – sofern du es willst.

    Hallo Diego 08,

    ich kann deine Hilflosigkeit verstehen, Du kannst nur eines tun, ziehe dich komplett zurück!

    Blockiere, was du blockieren kannst, schütze dich.

    Nun hast du den Fehler gemacht, ihm wieder Hoffnung zu machen, das dauert eine Weile bis es wieder aus dem Gehirn des Alkoholikers heraus ist, wenn es überhaupt gelingt.

    Ein ähnliches Erlebnis hatte ich auch, mit meinem Vater, er machte Schulden, soff mit zwielichtigen Gestalten, ließ sich bestehlen, stürzte oft im Suff, zog sich div. Verletzungen zu, erzählte die abenteuerlichsten Geschichten, machte überall Schulden und tat die hirnrissigsten Dinge, fernab jeglicher Realität. Das ging über fast ein Jahrzehnt, bis zu seinem Tot.

    Mach` die Augen auf, löse dich von deinem Wunschdenken, deinem Helfergedanken.

    Du kannst nichts für ihn tun, nur dich selbst schützen.

    In einer Zugewinngemeinschaft (Ehe) besteht eine Haftung für gemeinsam eingegangene Verpflichtungen, doch das kann dir ein Rechtsanwalt besser erklären, ich bin keiner.

    Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, du mußt dich entscheiden, zwischen immer wiederkehrenden Streß oder endlich einen finalen Schlußstrich ziehen.

    Du kannst ihm nicht helfen, egal was du tust!

    4 Wochen … Glückwunsch, der erste Meilenstein!

    Wie sieht es bei dir mit der Triggerei aus? Kannst du entspannt an Alkohol vorübergehen, auch gedanklich? Oder ist es noch ein (kleiner) Kampf?

    Bei mir war der erste Monat ein Erfolgserlebnis, ich hatte durchgehalten, ich hatte all den „Suchtstimmen“ getrotzt, zwar war ich noch etwas wackelig im Kopf, d.h. weit entfernt von entspannt, doch voller Zuversicht... ein Monat alkoholfrei, das hatte ich das letzte Mal in meiner Jugend.

    Ich bin also doch nicht soooo schwach, schoß mir durch den Kopf, das gab mir weiteren Mut.