Beiträge von achelias

    Hallo Tim,

    schwierig, belastende Situationen … allein zu Haus.

    Ich machte mir immer wieder klar, daß wenn ich Alkohol trinke, ich absolut nichts ändere, außer daß ich Alkohol trinke.

    Das hat zwar eine Weile gedauert, bis das bei mir im Gehirn wirklich angekommen war, aber nun frage ich mich, wenn mich einmal etwas triggern sollte, warum? Warum Alkohol trinken, wenn ich es nicht will?

    Ein alkfreies Umfeld ist natürlich Pflicht!

    Hallo Tim,

    ich kann mich den Anderen nur anschließen, meide alles was mit Alkohol zu tun hat, das ist die einzige Möglichkeit sich so nach und nach vom Alkohol (im Kopf) zu lösen.

    In den ersten Tagen, Wochen war ich auch stolz, euphorisch … ich hatte, schon ein paar Tage, Wochen nichts getrunken … alles kein Problem, ich schaffe das, ich bin stark, nicht so weich wie die Anderen.

    Ich unterschätzte, wie stark ich mein Gehirn mit Alkohol konditionierte, wie stark Alkohol = positives Gefühl, positive Stimmung, sich wohlfühlen, in mir verankert ist. Das machte ich über Jahre, Jahrzehnte, das war mir in Fleisch und Blut übergegangen, praktisch ein Automatismus.

    Das bekomme ich nicht einfach so weg, nach ein paar Tagen, das dauert Jahre, ich kann nur dafür sorgen, daß dieses Triggern schwächer wird, in dem ich mir ein neues Verhalten antrainiere und das braucht Zeit, bis es mir in Fleisch und Blut übergeht.

    Heute, nach über einem Jahr, bin ich viel stabiler, nicht triggerresistent, doch es fällt mir immer leichter.

    Mir als Minderbegabter ist schon aufgefallen, daß mancher Umgang mit „Jahre langer Erfahrung“ oder „alte Hasen“ gerechtfertigt wird, es wird nicht gefragt, sondern erst Mal unterstellt, als hinter der Hand getuschelt, von Angriff keine Rede, die meinen`s ja nur gut.

    Der User, in einer schwierigen Situation, wird das sicher zu schätzen wissen.

    Hallo SPIRIT,


    schalte bitte wieder dein Gehirn ein (verzeih` meine Offenheit), du brauchst dich nicht in eine Verzweiflung hineinsteigern, weder wegen deiner Freundin, noch vor dem Besuch beim Psychologen.

    Warum auch? Beantworte Dir bitte Mal diese Frage!

    Hallo SPIRIT,

    ich selbst, mittlerweile trockener Alkoholiker, machte die Erfahrung, daß das eigene Alkoholproblem allein mein Problem ist.

    Ich kann vom meinem Partner nicht erwarten, ständig auf mich Rücksicht zu nehmen oder gar auf Sachen zu verzichten, nur weil ich damit nicht klar komme.

    Jeder hat sein eigenes Leben, seine eigenen Prioritäten, was zusammen Freude bereitet, tut man zusammen, jeder muß auch seine Freiheiten haben.

    Wenn man damit nicht klar kommt oder die Interessen zu weit auseinander liegen bzw. die Toleranz nicht vorhanden ist, beidseitig … passt man dann noch zusammen?

    Du weißt selbst, nichts ist ewig, man verändert sich, Prioritäten verschieben sich, der Zauber des Neuen verfliegt, irgendwann.

    Man bemerkt, ob es mit der Freundin noch gut funktioniert oder nur noch so dahin plätschert. Will man es auch wahrhaben?

    Hallo DomB,

    bei Albtraumpatient mußte ich arg schmunzeln, ich wahr wohl auch mein bester Albtraumpatient.

    Mir fielen immer wieder die Worte des damaligen Chefarztes der Suchtklinik ein: „Die Sucht besteht nur im Kopf.“

    Ich hielt mich immer für klug, nur beim Alkohol versagte ich völlig, kein Wunder wenn ich mich täglich mit einem Nervengift verzauberte.

    Ist der Körper erst mal entgiftet, hat man eigentlich keine Ausrede mehr, um wieder/ weiter zu trinken. Nur die Gewohnheit mußte ich mir abtrainieren, ich wußte das braucht Zeit und einen starken Willen, irgendwann wann wird es zur Normalität, wenn man an sich arbeitet, … wie beim Sport.


    Sport frei , mfG

    @sunshine hat absolut recht.

    Wie oft habe ich mit mir selbst gehadert und diskutiert … morgen höre ich auf zu trinken, nur noch heute … nicht so viel, ein bisschen nur … das ging so etliche Jahre.

    Das mit dem Bisschen hat natürlich nie funktioniert, vielleicht mal ein paar Tage, doch von meinem Suchtstoff konnte ich mich nie lösen, immer wieder verfiel ich der Frohlockung, Heute weiß ich, ich wollte mich nie lösen, es war so einfach nachzugeben und tat ich es dann, war alles so schön, so einfach.

    Ich, Vollidiot, belog mich jahrelang und wollte nicht wahrhaben, daß alles den Bach `runtergeht, mein (!) Leben.

    Es war alles andere als einfach, Courage zu zeigen – mir gegenüber !

    Mir war immer klar, nur ich konnte etwas gegen meine Sucht tun, ob nun mit oder ohne fremde Hilfe.

    Ich, nur ich.

    Die ersten Wochen waren die schwierigsten, ein täglicher Kampf, das Gefühl drohte immer den Verstand zu überrumpeln. Verlockung … widerstehe nicht, gib nach … war täglich in meinem Kopf.

    Ich mußte „nur“ aushalten, widerstehen.

    Klingt recht einfach, war es aber nicht.

    Hallo Petra,

    wie geht es Dir?

    Mittlerweile beschäftigst du dich mehr mit Alkohol und fragst, was alles sein kann, alles möglich wäre.

    Ich als Ex-Säufer und mit div. Trinkern in der Familie, kann dir versichern, es gibt vielfältige Variationen, Kombinationen und Mutationen des Alkoholismus.

    Du hast ein Problem mit deinem Mann und dein Mann eines mit dem Alkohol.

    Es gibt Alkoholiker, die mal mehr und mal weniger trinken, sich immer wieder Mal zusammenreißen können, um dann wieder in ihre alten Trinkmuster zurückfallen.

    Ich hatte es Jahrzehnte (!) lang im Griff … nur 2... 3 Bier am Tag, selten mal Schnaps, dann wurde es mehr, ein Kasten Bier (20x0,5 l) reichte nur noch 4... 5 Tage, Schnaps kam hinzu. Ich lebte, arbeitete damals in Österreich, allein im eigenem Appartement, ich mußte nach der Arbeit auf keinen Rücksicht nehmen – ich trank, schamfrei, täglich, am Wochenende maßlos.

    Ich stürzte völlig ab. Ich wage zu behaupten, so lange von außen noch ein gewisser Druck da ist, man eine gewisse Scham hat, reißt man sich zusammen … mal mehr, mal weniger gut, mit zunehmender Zeit wird`s Trinken mehr, das Zusammenreißen weniger – so war es bei mir.

    Meine Oma trank ihre letzten 20 Jahre täglich über den Tag verteilt, immer eine Flasche Weinbrand in mehreren Verstecken, zum Verdruss des Opas, mit ende 60 war sie oft richtig (!) besoffen an vielen Abenden. Mein Vater trank die letzten 20 Jahre seines Lebens täglich, mindestens eine Flasche Korn am Tag, mit ca. 70 Jahren kapitulierte der Körper, er konnte nicht mehr trinken und starb.

    Ich kenne div. Menschen, die trinken seit Jahrzehnten ihre 4 … 6 … ? Bier/Tag, kommen tagsüber ganz gut klar und leben alle allein.

    Ich kann mich nur allen anschließen, mit der Frage: wie lange willst du die Situation dulden, wie lange willst du es noch ertragen?

    Es geht dir ja nicht zunehmend besser. Du zweifelst mittlerweile deine eigene Wahrnehmung an und versuchst verzweifelt nach Ausreden, Möglichkeiten … was alles sein könnte.

    Es könnte sein, daß der Zustand noch ewig andauert und dein Mann friedvoll weiter im Keller trink.

    Doch besser wird es nie, mit Alkohol.

    Zitat

    Gibt's hier trockene Alkoholiker die Heavy Metal hören und weiterhin auf Konzerte und Festivals gehen? Insbesondere bei Festivals dürfte die Versuchung ja enorm sein...

    Hallo MaBee,

    wonach suchst du?

    Ein Alkoholiker auf einer Party wo gesoffen wird, wird niemals trocken! Egal ob Metal oder Klassik, dererlei Aktivitäten sind tabu, weil kontraproduktiv, wenn man trocken werden will.

    Ebenso könntest du einen frischen Nichtraucher in eine Raucher-Kneipe setzen, was glaubst du wie lange er standhaft bleibt???

    Moin, moin Andrea,

    ja ich trinke nicht mehr, weil ich es so wollte, ganz freiwillig.

    Gib dich keinen Illusionen hin, egal was er sagt, was er zu tun scheint, wenn er weiter trinkt, wird`s schlimmer, irgendwann. Das kann 1 Jahr dauern oder 10 …

    Je mehr du „Stress“ machst, desto stressiger wird euer Verhältnis.

    Du hast geschrieben: „Ich trinke auch selbst bewusst weniger ...“ … warum trinkst du überhaupt? Trink` doch mal gar nichts.

    Ein Alkoholiker kann nicht weniger trinken, einfach so, entweder ganz oder gar nicht.

    Oder offiziell weniger, heimlich dafür mehr.

    Nur du weißt, wie oft und wie intensiv ihr miteinander geredet habt, ob die Positionen klar sind.

    Ich will mich nicht wiederholen, entweder bemühst ich um Schadensbegrenzung und siehst wie lange du es ertragen kannst oder er hört auf mit dem Trinken.

    Hallo Hanseat, alle Mensch*innen,

    gendern macht doch Spaß, zwar weiß niemand mehr so recht, wer oder was gemeint ist und dem Gesprochenen, Gelesenen fällt es schwer zu folgen, doch dafür ist es „geschlechtergerecht“.

    Ein Fortschritt, ähnlich wie die zunehmenden Anglizismen, zum Glück. löst jetzt nichts mehr etwas aus, es triggert mich, ich habe auch kein Verlangen mehr, sondern Craving.

    Aus dem/n Alkoholiker*innen wird ein Substanzgebrauchsgestörter (*innen). Man muß nicht mehr trinken, um sich verwirrt zu fühlen.

    Was will man*innen mehr? :roll:

    Hallo Hanseat,

    ich hab`s nicht so mit dem Feiern und Beglückwünschen … Respekt vor 11 Monaten Trockenheit!

    Geht`s dir auch so, daß du es langsam als Normalität ansiehst, nicht zu trinken und die Alkflaschen im Supermarkt keine große Gefahr mehr sind?

    MfG

    Aber was, wenn es schlimmer wird???

    Hallo Andrea,

    es wird wohl schlimmer werden, leider.

    Ich kenne „die Trinkkultur“ Österreichs sehr gut, gerade in ländlichen Gebieten ist man sehr tolerant.

    Wenn du ihm Druck machst, wird er heimlich trinken.

    Mehr wie reden kannst du nicht, wenn er es nicht einsieht, bist du chancenlos. Er muß es wollen!

    Ich habe es selbst erlebt, mal ein bisschen weniger trinken funktioniert nur kurzfristig, man (ich) zwingt sich tagsüber, am Abend wird dann alles nachgeholt, hat man es seinem Partner versprochen, tut man es heimlich, die Scham ist groß.

    Im Laufe der Jahre nimmt die Trinkmenge zu (Gewöhnungseffekt). Nur Bier trinken ist ja nicht soooo schlimm, irgendwann kommt Schnaps o.ä. hinzu, Bier genügt nicht mehr, den gewünschten Zustand zu erreichen, so war es bei mir.

    Nach Lust und Laune zu trinken und dann wieder nicht, bleibt leider eine Illusion.

    Nun kannst du noch ein paar Jahre hoffen und es aushalten oder dir Pläne für die Zukunft machen, ohne alkoholisierten Partner.